Ist es antisemitisch, wenn man die israelische Politik ablehnt?

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10 Antworten

Kritik an israelischer Politik an sich ist kein Kriterium für Antisemitismus. Es gibt auch zahlreiche Juden, welche die Politik der Regierung Netanyahu kritisch sehen. Nicht jeder Jude ist überzeugter Zionist.

Leider vermischt sich außerhalb Israels die sachliche Kritik häufig mit sinnlosen Boykottaufrufen, oder antisemitischen Parolen, so dass jemand, der sich "Israel-Kritiker" nennt, vielleicht schon etwas genauer angesehen wird.

Wenn die Kritik an der israelischen Politik allerdings darauf basiert, dass man "die Juden" als "minderwertig" ansieht, dann ist dieser politische Protest also nichts anderes als ein Deckmantel für Antisemitismus.

Dazu kommt, das selbsternannte "Israel-Kritiker" oft extrem einseitig informiert sind und mit emotionalen Geschichten von "abgeschlachteten Kindern" daher kommen, aber beispielsweise keinen blassen Schimmer von den israelischen Parteien und ihren Positionen haben.

Es fällt mir somit schwer, jemanden ernst zu nehmen, der sich zwar als "politischer Kritiker" bezeichnet, aber keine Ahnung von der politischen Landschaft in Israel hat und stattdessen nur Hamas-Propaganda wiederholt.

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Das kommt auf die Begründung an, mit der Du welchen Aspekt "der israelischen Politik" ablehnst.

Wenn Du etwa die israelische Siedlunspolitik mit humanitären und/oder gesellschaftspolitischen Argumenten ablehnst, dann ist das ein Beitrag zu einer politischen Diskussion und Teil einer politischen Kritik.
Tust Du dasselbe mit der Begründung, "ganz Israel" handele so, weil es nun mal ein jüdischer Staat sei, dann ist das antisemitisch, weil Du dann staatliche Handlungen religiös, in diesem Fall anti-jüdisch, begründest und dabei die politische Opposition völlig außer Acht lässt, deren Angehörige ebenfalls zu einem überwiegenden Teil Juden sind.

Wenn Du aber sogar pauschal "die israelische Politik" in ihrer Gesamtheit aburteilst, legt das schon den Schluss nahe, dass Du das Existenzrecht Israels in Frage stellst und dabei vielleicht eine Verbindung zum jüdischen Glauben ziehst, der ja immerhin in der israelischen Verfassung verankert ist.

Und ja, das wäre erst recht antisemitisch.

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Meiner Meinung nach kommt es darauf an wie man es ablehnt und/oder kritisiert. Meiner persoenlichen Meinung nach gibt es meist wenige guten Argumente. Es ist fuer mich auch oft schwer das zu verstehen schliesslich kritisieren viele Menschen den Staat ohne jemals selbst dort gewesen zu sein oder waren vielleicht gerade mal im Urlaub dort. Stell dir mal vor andere Menschen wurden dauernd Deutschland kritisieren und ablehnen kennen aber keinen einzigen deutschen oder waren jemals da. Du weisst dann als deutscher selber gut genug ueber dein Land bescheid und kennst die Medien etc und weisst es einfach besser eben weil du dort lebst. Wie wurdest du dir dann vorkommen? 

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In Deutschland muss man mit der Kritik am Staate Israel sehr vorsichtig sein, weil du sehr schnell in der Nazi- und Antisemiten-Ecke stehst.

Ich halte das für falsch!

Denn, politische Entscheidungen zu kritisieren hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Vorausgesetzt, man argumentiert sachlich und politikbezogen.

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Nach der üblichen Definition des Wortes "antisemitisch": Nein.

Ich lehne einzelne Punkte der israelischen Politik ab: die Siedlungspolitik, den Mauerbau und die Versuche, das Gebiet bis zum Jordan israelisch zu machen.

Zugleich muss man allerdings feststellen, dass der Beschuss Israels durch Raketen aus dem Gaza-Streifen völlig sinnlos ist. Israel beherrscht das Gebiet nach Belieben.

Leider sind die Politiker, die der Region Frieden bringen wollten, ermordet worden: Itzak Rabin und Anwar Äl-Sadat. Selbst Jasir Arafat und Menachem Begin waren dem Frieden näher als die Politiker heute.

Die Mörder haben den Frieden ermordet und die jetzige Situation verschuldet.



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Nein, definitiv nicht.

Ich kenne Juden, die die israelische Politik ablehnen. Die kann man schwer als antisemitisch bezeichnen.

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Nein. Nur wenn du israelische Menschen ablehnst.

Die Bevölkerung kann ja nichts für die Politik und die Propaganda der Regierung, mit der gegen Palästina gehetzt wird. 

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Kommentar von Kelex
11.05.2016, 02:05

Naja so unschuldig ist die israelische Bevölkerung nun auch wieder nicht, wenn Sie besagte Politiker wählen. 

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Ja.

"Israelische Politik" zerfällt praktisch in eine Vielzahl unterschiedlicher und teilweise gegensätzlicher politischer Positionen. Diese pauschalierend als "israelische Politik" zusammenzufassen und dann pauschal abzulehnen, ist rassitisch und antisemitisch.

In der logischen Konsequenz dürften Israelis ja dann gar keine Politik mehr betreiben und irgendwelche Interessen verfolgen.


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Kommentar von Pudelcolada
11.05.2016, 12:19

Sehe ich anders. Trotz unterschiedlicher Stanpunkte und politischer Parteien und Lager sprechen wir ja auch von einer deutschen, französischen, sonstwessen Politik.
Gemeint ist damit natürlich die offizielle Regierungspolitik, aber das denkt sich im alltäglichen Sprachgebrauch ja jeder dazu.

Eine pauschale Ablehnung ist ganz klar immer verwerflich und spricht für eine stark vereinfachte Sichtweise, ist aber nicht per se antisemitisch.

Aber wie kommst Du jetzt auf rassistisch?

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Ist es nicht! Ein Großteil des bürgerlichen Lagers unterstellt dies jenen Linken, die antiisraelisch eingestellt sind. Wer nun den rassistischen und zionistischen Staat Israel kritisiert, ist lang nicht antijüdisch eingestellt, denn man sollte schon Staat und Volk unterscheiden können. Das ist nun mal nicht das Gleiche. Wer es dennoch tut, zielt auf Verleumdung ab.

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Kommt auf die Sicht des Betrachters an. Sogar wer als Jude gegen Israel ist wird als Verräter abgestempelt.

Aus der anderen Perspektive ist so ein Kidergarten einfach nur unnötig.

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