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Ist es akzeptabel oder rückständig, an der alten Rechtschreibung festzuhalten?

gefragt von Larmid am 13.03.2007 um 21:35 Uhr

Hallo zusammen, eigentlich widerstrebt es mir, mich zu beugen, wenn mir jemand vorschreiben will, daß ich meine in Jahrzehnten erlernte Rechtschreibung ändern soll, weil einige Leute dadurch zwar genauso viele Fehler, aber an anderen Stellen machen, der Rest der Nation dafür gar nicht mehr weiß, wie man richtig schreibt. Andererseits habe ich gerade bei offiziellen Schreiben und Geschäftskorrespondenz immer Skrupel, an der alten Rechtschreibung festzuhalten, weil ich befürchte, daß dies einen rückständigen, sturen, ungebildeten oder wie auch immer gearteten ungünstigen Eindruck hinterläßt. Wie ist euer Empfinden in dieser Angelegenheit? Mit freundlichen Grüßen, Larmid


Reply


Rolf u. Högemann
beantwortet von Rolf u. Högemann am 13. März 2007 22:01
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Es ist akzeptabel, an der alten Rechtschreibung festzuhalten - ausser Du bist Lehrer :-) Du musst Dir nicht vorschreiben lassen, wie Du schreibst.

Ich persönlich schreibe auch weiterhin nach der alten R., ausser die Sache mit dem Doppel-S - das habe ich schon früher so geschrieben, da ich auf einer britischen Schreibmaschine gelernt habe - die hatte kein "ß". Ich finde auch, viele Worte verlieren in der neuen R. ihre Eleganz, Delfin oder Ketschap. Beim Lesen stört mich die neue R. weniger - da stutze ich nur bei einigen Worten (wie Z.B Stängel statt Stengel)


holzloewe
beantwortet von holzloewe am 13. März 2007 22:03
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Ich persönlich finde beide Rechtschreibeformen akzeptabel. Für mich gilt jedoch zu versuchen die neue Rechtschreibung anzuwänden.

Warum? Ich drücke mit 44 nochmal die Schulbank, da ich in meinem Beruf nicht mehr arbeiten kann. Außerdem zeige ich in Bewerbungsschreiben meinen zukünftigen Chef, dass ich gewillt bin mich Neuem zu stellen.

So viele Änderungen gibt es im neuen Duden gar nicht. Auch hält der Duden jetzt Empfehlungen bereit, wie man schreiben sollte.


haecor
beantwortet von haecor am 13. März 2007 22:31
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Hallo Larmid, ich hatte mich ursprünglich auch vehement gegen die alte Rechtschreibung gewehrt. Da ich jedoch mein Abitur auf dem 2. Bildungsweg 1995 - 1997 nachgeholt habe, war ich gezwungen, die neue Rechtschreibung (welche vor der Reform ja noch richtig bescheuert war) richtig zu lernen. Und ich musste feststellen: Vieles ist gar nicht so schlecht (z. B. ss vor kurzem Vokal (z. B. Fluss) und ß vor langem Vokal (z. B. Fuß)). Und nach der neuerlichen Reform ist vieles ganz erträglich geworden. Nach der Lekture der 3 Bücher "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" von Bastian Sick (absolut empfehlenswert!) bin ich - durch viele anschauliche Beispiele - sogar der Meinung, dass die neue Rechtschreibung tatsächlich in vielerlei Hinsicht einfacher ist (weil ich mich intensiv damit beschäftigt habe). Um also auf Deine Frage zurückzukommen: Ich bin der Meinung, man sollte bei offiziellen Schreiben, in der Wirtschaft und bei Behörden die neue (halt jetzt nun mal gültige) Rechtschreibung anwenden. Grüße, Conny


anonym
beantwortet von kawiru am 13. März 2007 21:46
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hallo larmid -

mir geht es ähnlich wie dir, was die "bevormundung" angeht (die neuen regeln sind ja auch nicht in jeder hinsicht überzeugend und nachvollziehbar).

soweit ich es weiß, müssen offizielle schriftstücke (wie z.b. übersetzungen) spätestens sein inkrafttreten der reform in einklang mit den neuen regeln abgefasst sein.

was geschäftskorrespondenz angeht, schaue ich genau hin, wie es der korrespondenzpartner hält. bedient er sich der traditionellen schreibweise, kommt mir das sehr gelegen, bevorzugt er die neue, beiße ich halt in den sauren apfel. hinzu kommt allerdings auch noch, falls du angestellter einer firma bist, deren firmenpolitik.

im privaten bereich werde ich auch weiterhin z.b. keine dreifach-konsonanten verwenden. soviel "freiheit" muss sein...


Horatius
beantwortet von Horatius am 13. März 2007 23:30
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Also ich mische alte und neue Rechtschreibung ein wenig. Wo es mir schlüssig erscheint, neu, bei solchen Bolzen wie sss oder fff müsste man mir schon die Finger brechen, bevor ich das schreibe.





anonym
beantwortet von Hello Kitty am 13. März 2007 22:31
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Ich finde die Reform auch blöd, muss mich als Mutter eines Bald-Schulkindes aber natürlich anpassen. Bei so Sachen wie der neuen Silbentrennung, wo aber auch die alte Regelung weiterhin richtig ist, verwende ich auf jeden Fall die alte Form. Das schaut teilweise einfach zu komisch aus.


anonym
beantwortet von Bruno am 13. März 2007 22:52
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Fuer mich alten Esel ist es eh egal. Aber ich habe Mitleid mit den Kindern, ihren Eltern, den Lehrern, dass sie diesen Murks mitmachen muessen. Bei bestem Willen finde ich nichts Positives an dieser "Schreibreform", die zudem in Deutschland wieder etwas anders wie in der Schweiz oder Oesterreich gehandhabt wird. CH hatte immer (ss) usw.
Richtig, unnoetig wie ein Kropf. Uebrigens, wenn Ihr Euch ueber meine Umlaute wundert, ich schreibe auf einer griechischen Tastatur und im Griechisch gibt es keine Umlaute. Dafuer sonnige Gruesse an Euch alle.


nolle
beantwortet von nolle am 14. März 2007 05:08
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Hallo, Moklir1, hallo, all Ihr anderen! Moklir, Dein Satz "Die Rechtschreibreform ist wohl von Leuten ausgedacht worden, die sonst nichts zu tun haben." - fand ich vor mit 2 Daumen unten, wieso eigentlich? (Ich schätze das blinde Voten nicht - man sollte Farbe bekennen müssen) - hat ein Körnchen Wahrheit, den ich gerne demokratisiere: Unter den Entscheidern waren Leute mit Rang und Namen, die sich freimütig bekannten, mit der herkömmlichen Rechtschreibung nie klargekommen bzw. in Deutsch immer schlecht gewesen zu sein (vermutlich tun sie es jetzt noch weniger). Man kann vieles darüber nachlesen in den Protokollen der Kultusministerkonferenzen des vergangenen Jahrzehnts. Unter den Entscheidern waren auch Leute, die sich über das Regelwerk mokierten und echauffierten, weil sie am liebsten keine Regeln hätten - das waren mithin die dümmsten. Und es gab Leute, die die ganze Diskussion nicht wirklich ernsthaft führen konnten - sie hätten sich ganz raushalten sollen. Die ganze Debatte hat mich stark an den Ausspruch von der "Schwatzbude des Parlaments" erinnert (Friedrich Engels). Ich bedaure, dies sagen zu müssen, aber die Leute, die mir in diesem Punkt mehrheitlich negativ aufgefallen sind, waren parteipolitisch links orientiert - ist es Unlust, ist es mangelnde Schulbildung?! Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß die deutsche Grammatik in den 70ern keine Freunde hatte, weil damals bekanntermaßen andere Themen angesagt waren (ich bin Jg. 1958). Um es klar zu sagen: In einer solchen Frage gibt es einfach keine parteipolitische Diskussion, aber leider haben sich die Roten in diesem Punkt nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist mir wurscht, ob ich mit meiner Haltung, an der alten Rechtschreibung festzuhalten, in die rechte Ecke gestellt werde - ich weiß, daß das einfach nur dumm ist und dem Proporz-Geschwätz dient, wenn man so argumentiert. Ich argumentiere bei meinem Festhalten an der alten Rechtschreibung mit Deutsch-Spracherwerbproblemen Fremdsprachiger, darüber hinaus mit der Entstellung der Sprache durch Veränderung von Sprachmorphemen (Bedeutungsinhalten) bei Übertragung fremdsprachiger in deutsche Inhalte und bei der Worttrennung (Mißachtung von Sprachherkunft) usw. Es gibt so viel, was hier keinen Platz hat. Ich selbst behalte die alte Rechtschreibung bei, die sinnfällig ist, wenn man den Grund versteht, d.h. ich erhalte die unterschiedlichen Wortbedeutungen von Getrennt- und Zusammenschreibung je nach dem, was ich sagen will, u.v.m. "Ich bin es Leid" zu sagen würde mir nie einfallen. Kommata setze ich nicht willkürlich wie derzeit viel zu beobachten - ich weiß ja, was Präpositionen sind ... usw. Die Deutschlehrer können einem leid tun. Und das Rechtschreibprogramm meines Computers deaktiviere ich, wenn ich mich schiftlich ausdrücke.


Mokli1
beantwortet von Mokli1 am 13. März 2007 22:50
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Die Rechtschreibreform ist wohl von Leuten ausgedacht worden, die sonst nichts zu tun haben. Ich schreibe immer noch nach den alten Regeln, das habe ich in der Schule gelernt und kann mir heute die neuen Regeln nicht selbst beibringen. Ich habe viele Freunde, die so auf der Welt verteilt leben und denen ich regelmäßig schreibe. Bis jetzt hat noch jeder verstanden, was ich meine. Beim Lesen fallen mir die Änderungen schon auf, einige sind schon widersinnig und nicht logisch zu erklären. Wichtige Briefe schreibe ich auf dem Rechner und lasse den Thesaurus für mich korrigieren.


Computermagic
beantwortet von Computermagic am 13. März 2007 22:03
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.. ich schreib auch nach der alten Fassung weiter. Hab den Scheiß als Kind schließlich mal mühsam erlernen müssen, und nur weil sich da son paar Heinis ein Denkmal setzen wollen, werde ich z.B. Delphin sicher nicht als Delfin schreiben.

Herzliche Grüße Arthur by Computermagic www.computermagic.de


anonym
beantwortet von poetvl am 13. März 2007 22:15
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Ich krieg einen Krampf im Finger, wenn ich Wörter mit 3 aufeinanderfolgenden gleichen Buchstaben schreiben soll.

Die Rechtschreibreform war wohl so unnötig wie ein Kropf.


anonym
beantwortet von Laika am 13. März 2007 21:43
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Soweit ich weiß, darf die alte Rechtschreibung nicht als falsch bewertet werden. Nach den vielen Änderungen wird es wohl auch noch länger dauern, bis sich das eingespielt hat. Falls nicht bald schon die nächste Änderung kommt...


maya2000
beantwortet von maya2000 am 14. März 2007 10:40
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Die alte Rechtschreibung steckt tief in mir drin, wenn ich schreibe denke ich nicht an Rechtschreibung. Ich könnte meine Rechtschreibung nur ganz schwer ändern. Nur die 3 gleichen Buchstaben hintereinander habe ich verinnerlicht (auch - oder gerade weil!- es so blöd aussieht).


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 14. März 2007 10:53
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Da ich weder Lehrer, noch Beamter, noch Schüler bin, nehme ich mir die Freiheit heraus, alte und neue "Schreibe" nach meinem Geschmack zu mischen.

Dreimal "f" oder "s" finde ich grauslich und die "Neuschreibung" von Begriffen, die aus anderen Sprachen stammen und deren Herkunft in der neuen Schreibweise nicht mehr nachvollziehbar ist, lehne ich ab.


338194
beantwortet von 338194 am 11. November 2007 10:55
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Nein, es ist nicht rückständig, ich halte daran fest. Die Reformierung der deutschen Spache fiel nicht so aus, wie ich es erhofft hatte. Sie macht sie kompliziert und ändert laufend.


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