Frage von Slamist, 103

Ist Erdogan ein gefährlicher Mensch?

Antwort
von TurkishBaba1907, 38

Ich würd lieber mächtig anstatt gefährlich sagen, was nichts positives heißen muss..

Kommentar von Slamist ,

Mächtig? :D Was hat der denn zu sagen?

Antwort
von Haeppna, 22

Erdogan benimmt sich manchmal wie ein kleines Kind im Sandkasten, dem man seine Förmchen weggenommen hat. Bei einer Privatperson könnte man das als irrelevant abtun, aber wenn so eine Person an der Spitze eines Staates steht, gibt es doch ein gewisses Gefahrenpotenzial.

Antwort
von Akecheta, 57

Als Mensch vielleicht weniger, als Politiker schon.

Antwort
von EgonL, 38

An der Türkei kann man momentan im Zeitraffer  beobachten, wie ein Land, das den Weg in die Demokratie in großen Teilen bereits erfolgreich hinter sich gebracht hat, in eine Diktatur umgewandelt wird. Die Geschwindigkeit, mit der das geschieht, ist atemberaubend. Was der  türkische Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk 1929 auf den Weg brachte, und was sich in den folgenden Jahrzehnten trotz einiger Rückschläge zu einer modernen und sowohl sozial als auch wirtschaftlich in vielen Bereichen erfolgreichen Republik mauserte, wird nun von Recep Tayyip Erdogan systematisch zurück in die Zeit der Sultane geführt.

Das momentane Ziel ist klar: Erdogan will  das Präsidialsystem einführen, um noch mehr Macht zu erhalten, um über dem Gesetz zu stehen, um unangreifbar zu werden. Seine bisherigen Versuche scheiterten, nun soll es durch eine Aufhebung der Immunität von 138 Abgeordneten gelingen, wodurch es wohl zu Neuwahlen kommen wird und somit eine 60-Prozent-Mehrheit für Erdogans Regierungspartei AKP möglich wird. Und die ist notwendig, um ein Verfassungsreferendum zur Einführung eines Präsidialsystems einzuführen. Leicht zu durchschauen das Ganze, und doch kann man nur hilflos dabei zusehen.

Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die Europäische Union die Türen zu Europa schnellstmöglich für Erdogan wieder  verschließt, die sie in der Hoffnung weit aufgerissen hatte, das Flüchtlingsproblem nach dem Motto >>Aus den Augen, aus dem Sinn<< in die Türkei verschieben zu können. Einen machthungrigen Diktator mit Allmachtsfantasien hofiert man nicht, so sehr man auch glauben mag, ihn zu brauchen.

Sultan Erdogan wird noch viel Unrecht und Unglück über das türkische Volk bringen – allen voran über die Teile, die ihm und seinen Vorstellungen gegenüber  keinen Kniefall leisten. Deshalb gilt es schon jetzt für die EU, sein Vorgehen ohne Wenn und Aber zu verurteilen und ihm wo irgendwie möglich Grenzen aufzuzeigen. Einen tollwütigen Hund hält man schließlich auch möglichst auf Abstand und streichelt ihn nicht auch noch.

Kommentar von azervo ,

Das Verhalten der EU ist vor allem auch deshalb eine grosse Sauerei, weil Erdogan, "sein Volk", mit den angeblichen "Erleichterungen" , die, die EU der Türkei einräumt, übers Ohr haut! Der will gar nicht wirklich in die Eu ... das wäre sein Ende, der will nur seinen Anhängern etwas vortäuschen, was ihnen "Hoffnung" macht.

So einen verblödeten Diktator können wir in der EU gar nicht brauchen ... wir haben schon viel zu viele andere verblödete Politiker in den existierenden EU Staaten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community