Frage von DaSoziopath, 37

Ist er depressiv oder was ist los?

Ich mache mir ernsthaft Sorgen um meinen besten Freund. Er hat eine tragische Vergangenheit, wurde von den Eltern geschlagen, in der Schule gemobbt und hat in frühen Jahren mit der Kriminalität begonnen. Er hat auch so viel Pech gehabt, Frauen, Beruf etc.

In den letzten Jahren wohnte er in einem Obdachlosenheim und hat nun eine eigene Wohnung. Das Problem ist er bekommt nichts mehr auf die Reihe. Er putzt nicht, wäscht sich regelmäßig (alle 2 Wochen vielleicht), ist arbeitslos obwohl er ständig beteuert arbeiten zu wollen. Er ist fast nur zu Hause, es sei denn er geht einkaufen oder ich kann ihn dazu bringen mich zu besuchen (er selbst will keinen).Ich habe das Gefühl als hätte er sich aufgegeben. Ich will ihn aber nicht aufgeben (ich kenn ihn über 20 Jahre) und habe ihm öfter versucht zu helfen. Therapieplätze besorgt, mit Frauen bekannt gemacht etc. Ist er vielleicht depressiv und will es nicht zeigen? Er tut immer so gut gelaunt und das macht mir erst recht Sorgen. Wie kann ich ihm helfen? Bin für jeden guten Rat dankbar

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von xMirage95, 17

Erstmal: Tausend Dank dass es Menschen wie dich gibt, die Freundschaften trotz solcher Probleme aufrecht erhalten und dafür kämpfen. Ich glaube da hätten ihm schon einige den Rücken gekehrt. ;)

Zu deiner Frage würde mich interessieren, ob du ihn mal darauf angesprochen hast und wenn ja, wie.

Kommentar von DaSoziopath ,

Ich hab schon tausend mal mit ihm geredet. Auf die sanfte und harte Tour. Er weiss es ja auch und ich merk, das er auch will, aber er kriegt den Arsch nicht hoch.

Kommentar von xMirage95 ,

Auf die sanfte oder harte Tour hast du ihm was gesagt? Ratschläge gegeben?

Wir neigen oft dazu Leute mit Ratschlägen bzw. mit unseren Sichtweisen zu überschütten.

Falls du es nicht schon mal so probiert hast würde ich wie folgt vorgehen. Dich mal mit ihm treffen, in Ruhe ein Gespräch anfangen und dann fängst du an zu erzählen: "Ich habe mich letztens gefragt, wo ich in 3 Jahren eigentlich sein will. Wie dann mein Leben aussieht, was ich erreicht haben will." (... dann erzählst du was). Dann fragst du: "Sag mal, machst du dir auch über sowas Gedanken?" und dann gehst du weiter und schleichst dich immer mehr der Frage an: "Was willst du im Leben? Wovon träumst du?"

Der Trick ist, ihn reden zu lassen, und ihn selbst (!) merken zu lassen: Irgendwas stimmt nicht. Für mich klingt es so, als ob er da irgendein Problem hat (ob Depression oder nicht, aber ich glaube nicht, dass er so glücklich ist). Aber man lässt sich ungern von anderen sagen, dass man ein Problem hat. Man hört sich ungern an, was andere von einem denken (außer es ist positiv xD). Lass ihn reden. Versuch das Gespräch unbewusst dahin zu lenken dass er sagt, wie es ihm geht. Und dann kannst du entsprechend darauf eingehen.

Vielleicht fehlt ihm nur Verständnis, vielleicht fehlt ihm aber auch was ganz anderes. Das ist schwer aus der Ferne zu beurteilen und leider hast du auch nur begrenzt Einfluss darauf, ihm da zu helfen. Aber mit der o.g. Methode würde ich es mal probieren. Das erfordert absolute Konzentration im Gespräch (grade weil es oft eine Weile dauert, bis die Menschen sich wirklich öffnen), aber meiner Erfahrung nach lohnt sich das. Viele neutrale Fragen stellen, wenig erzählen. Das wirkt oft Wunder.

Kommentar von DaSoziopath ,

Ich habe ihm diese Frage schon gestellt, auch auf die Schleichtaktik. Er ist ziemlich intelligent und hat es sehr schnell durchschaut. Er weiss auch das er ein Problem hat, aber schafft es einfach nicht loszulegen. 

Seine Antwort war einfach: Ein normales Leben. Mit Führerschein,Arbeit, alles was der Rest der Gesellschaft als Standard ansehen würde

Kommentar von xMirage95 ,

Verdammt. ;) Na gut. Er weiß es also, und er kann auch offen darüber sprechen?

Seid ihr mal konkret darauf gegangen, was er dafür tun muss? Ein "Maßnahmen-Plan" quasi?

Im Endeffekt muss er da, so unfair wie es auch klingt, alleine durch. Du kannst ihm das aufstehen und weitermachen nicht abnehmen.

Liest er gerne? Vielleicht braucht er auch nur etwas Motivation und etwas Anschub. Das Buch "Resilienz - die Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen" beschreibt sehr schön was man vom Verhalten des ständigen Wiederaufstehens und Weitermachens hat und reizt glaube ich grade intelligente Menschen, sich da selbst weiter zu verbessern. Macht vielleicht etwas Neugierde oder dient als Ansporn.

Kommentar von DaSoziopath ,

Die Sache mit dem Plan, hatte ich auch schon im Kopf, aber ich bin ja nicht sein Betreuer. Das mit dem Buch klingt interessant. Ich besorge es ihm und mal sehen was passiert. Vielleicht bringt ihn das auf den Weg. Er liest sehr gern. Das war der erste gute Tipp, Dank Dir dafür

Kommentar von xMirage95 ,

Ich hoffe dass es was bringt, wenn er gerne liest könnte das wirklich eine gute Idee für ihn sein!

Antwort
von irenesmikalla, 15

Ich verstehe nicht, warum möchtest Du dein Freund ändern, wenn er Dass nicht möchte?! Welche Frau möchtest Du Ihm vorstellen, wenn er stinkt und ein Faulenzer ist? Mensch kann sich ändern nur dann, wenn er dass selbst will. Wenn Du Helfersyndrom hast, geh und hilf deren, die Deine Hilfe brauchen und nach Hilfe rufen. Sorry

Kommentar von DaSoziopath ,

Ich weiss das er kein Faulenzer ist. Er hat bis zu dem Tag eines schweren Unfalls bei dem er sich 67% seiner Haut verbrannte, stets hart gearbeitet. Und der Grund warum ich ihm unbedingt helfen möchte ist, das ich ihm mein Leben verdanke.

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