mgerard am 23.04.2007 um 0:26 Uhr
Original-Zitat ("Eines Menschen Charakter ist sein Schicksal" Robert Louis Stevenson, *13.11.1850 - 03.12.1894). Ist uns unser Charakter in die Wiege gelegt? Was haltet ihr davon?

Dann will ich mal den Anfang machen ... Ich persönlich denke schon, dass der Charakter einem Menschen in die Wiege gelegt ist. Trotzdem kann man davon nicht grundsätzlich herleiten, wie "gut" oder "böse" ein Mensch ist. Welche Facetten seines Charakters wirklich zum Tragen kommen und welche eher verschüttet bleiben, hängt eng mit der Erziehung und seinem sozialen Umfeld zusammen. Auch spielen sicherlich die Erfahrungen eine große Rolle, die ein Mensch im Laufe seines Lebens macht. Dadurch kann sich irgendwann seine Persönlichkeit sogar quasi umkehren in dem Sinne, dass manche Eigenschaften plötzlich zu verschwinden scheinen und andere stärker hervortreten, die zuvor unauffällig waren.

Die grundlegenden Wesenszüge eines Menschen sind nicht im Erbgut angelegt.Sein Charakter, bzw. seine spezifischen Reaktionsmuster sind einzig das Produkt aus der Sozialisation des Individuums, das heisst:Das Ergebnis daraus, wie und was der Mensch wann erlebt hat, welche Erfahrungen er machte und wie er sie verarbeitet hat.-Ich würde den Charakter eines Menschen als puren Zufall bezeichnen, als eine Summe, aus natürlichem Zufall(z.B. einer Krebserkrankung) und aktivem Zufall(z.B. einer determinierten Partnerwahl).
Deswegen habe ich mit Nein gestimmt.
LG Albert
sonne55 am 23. April 2007 16:19 sehr gut referiert, stimme ich voll zu.
shagdalbran am 23. April 2007 22:06 @ wolfshund6: Woher weißt Du das ("Die grundlegenden Wesenszüge eines Menschen sind nicht im Erbgut angelegt.")? Inzwischen gibt es Untersuchungen, dass die Verhaltenmuster eines Menschen sehr wohl genetisch beeinflusst sind. Spezifiziere "einer determinierten Partnerwahl", Es ist recht einfach, etwas zu behaupten... Shag d'Albran

das Erbgut mag bestimmte Eigenschaften festlegen, den Charakter kann man durchaus im Laufe des Lebens ändern.
Genau so ist es .

Sicherlich sind dem Menschen einige Anlagen in die Wiege gelegt, nämlich wie er mit Erlebtem umgeht und wie er es sich zueigen macht und umsetzt. Dann kommt die Erziehung, die Sozialisation, das Vorleben durch Vorbilder, die Ausbildung, das Reifen in der Pubertät und im weiteren Leben. Ab dem Moment, an dem der Mensch selbständig und selbstreflektiert denken kann hat er Einfluß auf seinen Charakter. Dies kann er nutzen oder auch nicht. Also, es ist am Anfang etwas da, welches dann von vielen Einflüssen verändert und geformt wird. Charakter ist nicht statisch. Deshalb stimme ich mit NEIN.
viertelvordrei am 23. April 2007 07:34 Dies ist bis dato die beste Antwort.
Das Wort Charakter stammt von dem griechischen Wort χαρακτήρ (sprich: charaktér) ab und bezeichnete ursprünglich den Prägestempel für Münzen und Siegel sowie das Geprägte selbst. Im Übertragenen Sinne benennt der Charakter das Erkennungs-Merkmal einer Person oder eines Gegenstandes.
Sagt wicki...bla bla bla
aber der Mensch entscheidet durch sein tun und handeln über sein Schicksal, ein Mensch kann sich ändern, ein Siegel nicht .
Schade das es keine DR mehr gibt aber manchmal möchte der ein oder andere ???
Mikatto am 23. April 2007 00:54 von mir dafür DH ;-)

Ich hab für Ja abgestimmt obwohl ich meine nicht nur. Ich sage mal ein paar wesenszüge haben wir sicherlich seit der Geburt an doch hängt vieles mit Unserer Umgebung wo wir aufwachsen, mit den Menschen mit denen wir leben mit dem ganzen Umfeld und Lebenssituation zusammen. Bei der Abstimmung fehlte noch die Antwortmöglichkeit: Teils- teils. Denn das hätt ich gewählt.
Lg Flöich
mgerard am 23. April 2007 00:41 Oh, stimmt, die Teils-Teils Antwort ... Schade, ich würde sie sofort einbauen, aber das geht ja leider nicht mehr ...

Der Charakter ist der Charakter und das Schicksal ist das Schicksal. Je nach Charakter wird ein Mensch sein Schiksal meistern.

Meinen Charakter kann ich selbst bestimmen, mein Schicksal wohl weniger. Daher
Den Charakter kann man ändern, das Schicksal bleibt Schicksal.

Sein Charakter bestimmt eher darüber wie er sein Schicksal EMPFINDET. (Und dann ist es rel. gleich 'was' er erlebt. Mancher ist glücklich mit einem Schicksal, das jemand anderer (mit anderem Charakter) als 'unerträglich schwer' bezeichnen würde.)

Schicksal ist undefiniert und hat den Beigeschmack des Fatalismus.
Charakter sei hier als die Summe der Wesenszüge eines Menschen definiert. Es gibt interessante Langzeituntersuchungen,die von Psychologen vorgenommen wurden. Die "Messlatte" ist das Persönlichkeitsprofil "big five". Danach ist der Charakter fast nicht variabel. Ein Kind, das zum Beispiel in der Gruppe den Platz des "Lauten und Vorwitzigen" hat,wird als Erwachsener in einer anderen Gruppe (von Erwachsenen) immer noch eine ähnliche Position einnehmen - wenn auch auf weniger lautem Niveau.
Damit haben die Psychologen die Domnanz der Vererbung charakterlicher Eigenschaften bestätigt. Der Artikel ist in "Psychologie heute" veröffentlicht worden (glaubich - kann auch "Gehirn und Geist" gewesen sein).
Shag d'Albran

Hier fehlt bei den möglichen Antworten leider ein "teils-teils".
Einiges an Charaktereigenschaften bringt man schon mit, einiges kann man aber sicher im Laufe des Lebens auch verändern.
Der Charakter bestimmt das Schicksal. Aber der Charakter ist veränderbar, er wird uns nicht für die ganze Lebenszeit in die Wiege gelegt. siehe auch http://home.tiscalinet.ch/rozu

Klar. Der "Charakter" ist genetisch bedingt und steht spätestens ab der Geburt fest, auch wenn er sich oftmals erst in der Pubertät äußert. Die "Perönlichkeit", dagegen, schließt alle Erfahrungen nach der Geburt mit ein und ist dementsprechend auch veränderlich.

Schicksal ist undefiniert und hat den Beigeschmack des Fatalismus.
Charakter sei hier als die Summe der Wesenszüge eines Menschen definiert. Es gibt interessante Langzeituntersuchungen,die von Psychologen vorgenommen wurden. Die "Messlatte" ist das Persönlichkeitsprofil "big five". Danach ist der Charakter fast nicht variabel. Ein Kind, das zum Beispiel in der Gruppe den Platz des "Lauten und Vorwitzigen" hat,wird als Erwachsener in einer anderen Gruppe (von Erwachsenen) immer noch eine ähnliche Position einnehmen - wenn auch auf weniger lautem Niveau.
Damit haben die Psychologen die Domnanz der Vererbung charakterlicher Eigenschaften bestätigt. Der Artikel ist in "Psychologie heute" veröffentlicht worden (glaubich - kann auch "Gehirn und Geist" gewesen sein).
Shag d'Albran
Ganz klar und entschieden NEIN! Jeder Mensch hat die Freiheit selbst zu entscheiden wie er ist!Das unterscheidet den Menschen vom Tier!
Muss ich wenn ich wenn ich traumatisiert bin sagen: "Na gut ich bin halt so weil ich das und dies erlebt habe"?Nein, den der Mensch ist dazu in der Lage über Dinge zu reflektieren und kann selbst entscheiden wie er sein möchte!
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage: Jeder Mensch hat sogar die Verantwortung für sein eigenes Handeln!
Die Seele ist frei und fähig zur Selbstreflexion! Jeder Mensch besitzt die Intelligenz zu erkennen, dass aüßere Einflüsse nur bestimmte Emotionen bei ihm hervorrufen!Jedoch ist jeder Mensch dazu fähig seine Emotionen zu kontrollieren und kann sich klar machen: Ich habe es selbst in der Hand wie ich mich verhalte!Jeder ist sein eigener Herr!
Schicksal ist, dass jeder selbst entscheidet wie er ist!

Nicht nur ist der Charakter Schicksal, nein, das Schicksal ist auch der Charakter.
Das Zitat lässt beide Schlüsse zu; seine eigentliche Aussage ist das Identischsein beider Entitäten.
Die am Ende jedoch auch bloße Begriffe sind und jeweils von jedem Menschen unterschiedlich interpretiert werden.
Was meinst du mit "Schicksal" oder "Charakter"? Handelt es sich dabei um unveränderliche, statische Dinge? Könntest du es in Worten und Begriffen fixieren? Obwohl Bedeutung immer jenseits von Begriffen liegt?