Frage von zetra, 129

Ist eine Wertung, die durch Korruption zustande kam ungültig, bzw. sogar strafbar?

Ministerin Künast hat öffentlich erklärt, der Professor, der Glyphosat als unbedenklich erklärt hat, soll von Monsanto 500 Tsd. $ erhalten haben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Agronom, 60

Nun, er steht ja nicht alleine da, die Bedenklichkeit oder Unbedenklichkeit ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Die Einstufung der IAARC als "wahrscheinlich krebserregend" ist ja auch beweis dafür, dass es keine eindeutigen Ergebnisse gibt.

Ich weiß jetzt nicht, welche Studie bestand dieser Behauptung ist, aber eine finanzielle Zuwendung bedeutet nicht automatisch, dass die Ergebnisse komplett falsch sind, ist natürlich aber Grund genug die Daten sehr kritisch zu betrachten. Es gibt auch Möglichkeiten statistische Daten so auzuwerten, dass sie einer bestimmten Hypothese zuträglich sind, ohne das man an den Daten etwas ändert, das nennt sich "p-Hacking". Gleiche Daten können, je nach Auswertungsverfahren, verschiedene Hypothesen entweder mehr oder weniger gut stützen.

Auch gibt es weitere Möglichkeiten der Ergebnisbeeinflussung, wie schon damals Herr Seralini zum Thema GMO/Glyphosat mit seiner Rattenstudie zeigte, dass man mit entsprechendem Studiendesign auch die gewünschten Ergebnisse erzeugen kann. Ein Straftabestand ist das nicht, aber moralisch und ethisch höchst fragwürdig.

Kommentar von zetra ,

Ein Bauleiter der "Geschenke" annimmt fliegt in hohem Bogen aus sein Amt.

Sollte man diesen Professor die Annahme von 500 Tsd. $ nachweisen können, müsste der aus seinem Amt entfernt werden.

Wenn  Abgeordnete auf so eine Studie hin ihre Zustimmung geben, müsste diese Zustimmung verworfen werden.-

Gleiches Recht für "Alle".

Kommentar von Agronom ,

Ja, derartige "Disziplinarmaßnahmen" müssten Folge sein, wenn denn eine Beeinflussung der Ergebnisse tatsächlich stattgefunden hat, wovon man hier vermutlich ausgehen kann, aber sicher ist das auch nicht.

Wie gesagt weiß ich nicht, um welche Studie es sich handelt. Wenn es eine Einzelstudie ist, so sollte sie sowieso nicht grundlegenden Einfluss auf die Entscheidung haben, bis die Ergebnisse mehrfach bestätigt werden können, auch wenn das heutzutage kaum die Regel ist. Handelt es sich um eine Metastudie, so dürfte sie auch entescheidend Einfluss auf eine Abstimmung haben und
bei Fälschung der Ergebnisse, wäre eine Widerrufung der Abstimmung, auch gerechtfertigt.

Kommentar von zetra ,

Agronom, bei aller gebotenen Sachlichkeit, die Pro-Seite zieht falsche Karten. Man kann leider nicht nachvollziehen, inwieweit diese Meldung die entsprechenden Akteure erreicht, somit dürfte für eine Verlängerung von Glyphosat/Roundup,  für den Gebrauch auf Ackerflächen, wohl das aus beschieden sein ?

Kommentar von Agronom ,

Es wird dabei keine Schädlichkeit per se abgesprochen, sondern lediglich eine kanzerogene Wirkung bei oraler Aufnahme in realistischer Dosis.

Persönlich bin ich weiterhin für eine Verlängerung der Zulassung auf bestimmte Zeit, aber mit größeren Anwendungsbeschränkungen, sodass es nur im nötigsten Maße eingesetzt wird.


Hier mal ein Zitat aus dem FAO/WHO Bericht:

The Meeting concluded that glyphosate is not carcinogenic in rats
but could not exclude the possibility that it is carcinogenic in
mice at very high doses. In view of the absence of carcinogenic potential in rodents at human - relevant doses and the absence of genotoxicity by the oral route in mammals, and considering the epidemiological evidence from occupational exposures, the Meeting concluded that glyphosate is unlikely to pose a carcinogenic risk to humans from exposure through the diet.


Und aus dem Artikel des Guardien, ein Zitat von Harry van der Wulp (FAO):

These conclusions relate to exposure through the diet – that is very important,” he said. “It is not a general conclusion because anything beyond the diet was not in our mandate. It remains less clear what the situation is with occupational exposure.


Kommentar von Agronom ,

Noch ein kleiner Nachtrag:
Frau Künast hatte ihre Informationen vermutlich aus der Bild, in deren online-Artikel steht z.B. dass Boobis "kurz zuvor eine 500.000 USD Spende von Monsanto für sein Institut engegengonommen habe", dabei beziehen sie sich auch auf den Guardian und darin steht, dass es 2012 war.

In dieser Formulierung ist das daher schon wieder ziemlich manipulativ, denn rund 4 Jahre, ist für mich kein "kurz zuvor" und wie ich auch schon dargelegt habe, ist es kein Geheimnis, dass dieses Institut wesentlich durch die Industrie finanziert wird.

Man muss da schon stark aufpassen, dass man nicht zu vorschnell urteilt, aber bei Künast wundere ich mich auch nicht, wenn sie nur die für sich passenden Infos einfach ohne Kritik hinnimmt.




Antwort
von thetee99, 66

Wenn man ihm nachweisen kann, dass er absichtlich falsche Aussagen getroffen hat, obwohl er es besser weiß, hat er zumindest gegen die Sorgfalltspflicht seiner Aufgabe verstoßen und seine Position/Amt missbraucht zur Vortäuschung falscher Tatsachen.

Aber ich nehme an ein Professor wird argumentieren und auch in seinem Gutachten erklären können, warum er sich so entschieden hat. Das irgendwelche Geldgeschenke in dem Zusammenhang eine Rolle gespielt haben, muss man erstmal nachweisen können, auch wenn es naheliegend ist.

Sehr traurig sowas. Aber Geld regiert die Welt.

Antwort
von MonkeyKing, 84

Quelle? Aber natürlich wäre so etwas strafbar wenn ein Zusammenhang zwischen der Zahlung und der Bewertung bewiesen werden kann. Aber er wird wenn dann sicher nicht 500 Tsd. bar auf die Hand bekommen haben sonder wenn dann z.B. als Förderung für sein Institut etc.

Kommentar von zetra ,

Wenn das Geld seine Frau bzw. sein Institut genommen hat, ändert das nichts am Vorwurf. Fr. Künast wird sich ja nicht vergaloppiert haben, sicher hat sie einen Pfeil im Köcher ?     -Heute Tagesschau-

Kommentar von MonkeyKing ,

Hast du einen Link zu der Meldung? Ich lese das gerne mal nach.

Kommentar von zetra ,

Ich habe doch geschrieben: In der Tagesschau von heute.

Kommentar von zetra ,

Ich bin ein bisschen Nachlässig: Ich meinte die Tagesthemen im Internet, da gibt es ein Video von der Ministerin Künast dazu.-sorry-

Kommentar von MonkeyKing ,

Ich habe es jetzt gesehen, der Beitrag selber ist ja etwas dünn. Aber in solchen Fällen denke ich dass es schwer wird da einen konkreten Fall von Korruption nachzuweisen. Leider ist solche Art von Beeinflussung ja gang und gebe, im Grunde ist das die typische westliche Art von Kurruption. Die Industrie fördert diejenigen Institute deren Forschungsergebnisse ihnen in den Kram passen. Eine direkte Beeinflussung ist da aber meistens kaum nachzuweisen. So ist es ja auch in der Politik. Z.b. hat Hillary Clinton Millionen von Dollars für Reden bekommen die sie in der Wall Street gehalten hat, streitet aber jede Form von Beeinflussung ab.

Kommentar von Agronom ,

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-184199.html

Hier findet man die Äußerung von Frau Künast.

Kommentar von zetra ,

Agronom, du bist der Mann mit den ich ein Bier trinken würde, allerdings möglichst ohne Glyphosat darin.

Antwort
von rallytour2008, 50

Hallo zetra

Glyphosat ist als Bedenklich einzustufen.Für Neugeborene ist das auf jedenfall eine Tortour von Schmerzen.Die Fontanella wird auf jedenfall in Mitleidenschaft gezogen.

Bei Erwachsenen ist die Nutzung von Glyphosat noch nicht abgeschlossen.Das hängt mit der Gender Medizin zusammen.

Es gibt natürlich Menschen die Glyphosat auf biologische Art und Weise Nutzen und auch Abbauen können.

Da jetzt Tabletten herstellen die die öffentliche Erklärung belegen hat lediglich mit dummen Viren zu tun.

Somit wäre die Korruption belegt und strafbar.

Gruß Ralf

Antwort
von Traveller24, 36

Es gibt nicht "einen Professor", sondern einige hundert Studien zum Thema Glyphosat. Übrigens gibt es auch in der WHO durchaus Fachgremien, die durch Studien zu dem Thema gekommen sind, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.

Kommentar von zetra ,

Hallo Traveller24: Ich habe da schon den Überblick, dieser Professor wurde von der Ministerin Künast genannt, zu welcher bestimmten Studie allerdings, sagte sie nicht.

Kommentar von Agronom ,

Soweit ich das nun aufschlüsseln konnte gibt es auch keine "Studie", zumindest hat der genannte Alan Boobis nichts in der Art kürzlich veröffentlicht. Es geht dabei lediglich um eine Beurteilung von verfügbaren Studien, die von dem "Joint WHO/FAO Meeting on Pesticide Residues (JMPR)" durchgeführt wurde.

Daraus hatte ich auch in meiner Antwort schon zitiert, komplett ist es  hier zu finden: http://www.who.int/foodsafety/jmprsummary2016.pdf?ua=1

Daran waren wohl auch Alan Boobis und Angelo Moretto beteiligt, welche wiederum zugehörig zum ILSI Europa sind und dieses Institut wird unter anderem durch Gelder aus der Industrie finanziert, unter anderem ist da z.B. auch aus dem Jahr 2012 die Summe von 500.000 USD von Monsanto zu finden.

Das habe ich hieraus entnommen: https://ecowatch.com/2016/05/17/un-who-glyphosate-cancer/

Dort wird auch aus einem "Wired"-Artikel zitiert, was der Unterschied in der Arbeit des WHO IARC und dem WHO/FAO JMPR sind und das die widersprüchlich scheinenden Ergebnisse tatsächlich miteinander vereinbar sind. www.wired.com/2016/05/monsantos-roundup-herbicide-cause-cancer-not-controversy-e...

Kommentar von zetra ,

Watergate: Ob das richtig geschrieben wurde bleibt dahingestellt, was damit ausgesagt werden soll, wissen INSIDER sowieso. Danke Agronom. -zetra-

Kommentar von Agronom ,

Und hier noch eine Liste der Mitglieder beim ILSI Europe: http://www.ilsi.org/Europe/Pages/currentmembers.aspx

Monsanto ist also nicht das einzige Unternehmen, ob und wie weit Einfluss auf die Studien genommen wird, ist dann wieder eine andere Frage.

Kommentar von zetra ,

Monsanto hat wohl Muffensausen, die Meldung das Bayer Monsanto übernehmen könnte, muss ja seinen Grund haben? 

Was sind schon 50 Milliarden $ ? Peanuts.

Kommentar von Agronom ,

Wie kommt jetzt der Schluss auf "Muffensausen" zustande? Den anderen Kommentar mit "Watergate und den Insidern" darfst du mir auch gern noch erklären, ich komme da gerade nicht ganz mit, worauf du dich genau beziehen möchtest.

Von Bayer war es nur ein Angebot für einem Zusammenschluss und prinzipiell würde dies im Interesse beider Unternehmen sein, da beide im Agrarbereich ihr Portfolio erweitern und sich damit breiter aufstellen möchten.

Kommentar von zetra ,

Watergate: Hier wurde durch zwei US-Journalisten der Beweis erbracht, dass auch scheinbar unantastbare Größen zu Fall gebracht werden können. -Nixen-

Muffensausen: Angst zu haben und somit Handlungen begehen, die eigentlich nicht vorgesehen waren.

Kommentar von Agronom ,

Mir ist klar, was die Begriffe bedeuten, unklar ist worauf du dich damit genau beziehen möchtest, also welche Handlung von Monsanto und welche Quellen sind mit "richtig geschrieben" und "was damit ausgesagt werden soll" gemeint.

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