Frage von MausZoey14, 155

Ist eine Unfallversicherung für mein Kind sinnvoll?

Und zwar hab ich vorgestern von einem Versicherungsvertreter gehört dass es eine sogenannte Unfallversicherung (oder unfallschutz - bin mir Grade nicht sicher) gibt. Und dies wäre für meine Tochter ein Vorteil da Krankenkassen ja nicht alles zahlen.

Nun frage ich mich aber ob es wirklich sinnvoll ist so eine Versicherung abzuschließen. Habt ihr damit Erfahrungen (egal ob gut oder schlecht) gemacht oder wisst irgendwas was mir weiterhelfen könnte?

Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Iceboone, 75

Hallo MausZoey14,

jede Versicherung hat seine Existenzberechtigung nur nicht für jeden.

Es gibt unterschiedliche Risiken, denen Kinder ausgesetzt sind. Zum einen gibt es natürlich das Unfallrisiko. Die Versicherung leistet aber entweder nur Einmalleistungen oder Renten ab 50% Invalidität. Es sind nicht wirklich viele Unfälle, die eine so hohe Invalidität auslösen, nichts destotrotz, wäre in diesen Fällen eine Unfallversicherung sicherlich sinnvoll.

Aber was ist im Falle von schweren Krankheiten, Pflegebedürftigkeit oder Verlust von wichtigen Grundfähigkeiten die für ein allgemeines eigenständiges Leben notwendig sind? Deine Kinder gehen bei einer reinen Unfallversicherung leer aus.

Daher gibt es inzwischen Versicherungen, die sogenannte Funktionsinvaliditätsversicherungen. Hier sicherst du Deine Kinder gegen mehrere Risiken ab:

- Unfall ab 50% Invalidität

- Pflegebedürftigkeit

- Schwere Krankheiten bzw. Organschäden (je nach Anbieter)

- Grundfähigkeiten (Heben, Gehen, Sehen, Hören, Sprechen etc.)

Bei diesen Versicherungen versichert man beim überwiegenden Teil der Anbieter eine monatliche Rentenleistung, die wahlweise mit 67 Jahren endet oder lebenslang zahlt (kommt darauf an, was Du auswählst...ist somit eine Frage des Preises). Außerdem kann man eine Dynamik einbauen, die dafür sorgt, dass die Leistung jedes Jahr um einen gewissen Prozentsatz steigt, um den Kaufkraftverlust über die Jahrzehnte zu reduzieren.

Ich kann nur empfehlen für dieses Risiko einen Versicherungsmakler aufzusuchen, da die Unterschiede in den Produkten so extrem groß sind, dass man da auf die Beraterhaftung eines Sachwalters (Versicherungsmaklers) nicht verzichten sollte.

Wer es auf eigene Faust versuchen will, statt im Internet nach einem entsprechenden Makler zu suchen, dem könnte ich eine handvoll Varianten nennen, um selbst zu suchen.

Auf die Schnelle fallen mir da Janitos, Adcuri (Direktversicherung der Barmenia), Allianz, Axa, Cardea.Life und LV1871.

Für mehr müsste ich jetzt selbst nachlesen.

Viel Erfolg.

Gruß Volker

Antwort
von wilees, 79



Mache Dir erst einmal bewusst, was eine Unfallversicherung überhaupt bedeutet.

Ein Unfall im Sinne der Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) liegt vor, wenn der Versicherte - durch ein plötzlich - von außen auf seinen Körper wirkendes - Ereignis - unfreiwillig - eine Gesundheitsschädigung erleidet (§ 1 AUB 88/§ 1 AUB 94).

Plötzlich heißt, dass das Ereignis innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes eingetreten ist. Ist beispielsweise ein Versicherungsnehmer über längere Zeit sportlichen Dauerbelastungen ausgesetzt, gelten die dadurch erworbenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht als Unfall. Da der Begriff der Plötzlichkeit das Element des Unvorhersehbaren oder Unentrinnbaren enthält, kann unter bestimmten Umständen auch ein über längere Zeit wirkenden Ereignis als plötzlich gelten, beispielsweise wenn durch Einatmen giftiger Gase aus einem defekten Ofen der Tod eintritt.

Von außen auf den Körper wirkend meint, dass mechanische, chemische, thermische oder elektrische Einwirkungen ausgeübt werden, auch Eigenbewegungen wie der unbeabsichtigte Sturz von einer Leiter. Wird der Schaden durch innere organische Vorgänge ausgelöst, z. B. Ertrinken auf Grund eines Infarkts, gilt das Ereignis nicht als Unfall.

Bei dem Unfallereignis kann es sich um menschliches Handeln (Fall, Stoß, Schlag), aber auch um ein Naturereignis (Feuer, Glätte, Sturm) handeln. Das Merkmal der Unfreiwilligkeit bezieht sich nicht auf das Ereignis, sondern auf die Gesundheitsschädigung. Bei der Rettung eines Menschen, bei Notwehr, ja, sogar bei grob fahrlässigem Handeln (z. B. Nichtbenutzen von Schutzausrüstungen) treten Gesundheitsschädigungen unfreiwillig ein und gelten daher als Unfall. Selbstmord oder Selbstverstümmelungen fallen hingegen nicht unter den Unfallversicherungsschutz. Die Unfallversicherung tritt nur für jene Folgen eines Unfallereignisses ein, die zu einer Gesundheitsschädigung, d. h. zu einer Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit geführt haben. Krankhafte Störungen infolge psychischer Reaktionen (z. B. chronische Panikzustände beim Überqueren der Straße, nachdem die Person um Haaresbreite einem Verkehrsunfall entgangen war) gelten nicht als Gesundheitsschädigung infolge eines Unfalls. Auch Sachschäden, zu denen es im Zusammenhang mit einem Unfall gekommen ist, werden nicht von der Unfallversicherung beglichen.

Da die oben aufgeführte Definition des Unfallbegriffs in Einzelfällen immer wieder zu Unklarheiten bei der Beurteilung führte, sind in den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen bestimmte Schadensfälle ausdrücklich als Unfall ausgewiesen (->Leistungseinschluss / Unfallversicherung).

Demgegenüber fallen eine Reihe von Unfällen laut AUB nicht unter den Versicherungsschutz, selbst wenn für sie die Merkmale des Unfallbegriffs zutreffen (->Leistungsausschluss / Unfallversicherung).

Mit Unfallversicherungen werden die wirtschaftlichen Folgen !  eines ->Unfalls, den ein Versicherungsnehmer erleidet, gemildert.

Heißt also - eine Unfallversicherung übernimmt keine Kosten "zur Wiedererlangung" der Gesundheit.

Entschädigt werden dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen nach der Gliedertaxe:

Gliedertaxe: Tabelle & Infos zur Invaliditätsgrad-Berechnung

www.financescout24.de/wissen/ratgeber/gliedertaxe

Nun kannst nur Du entscheiden, ob Dir dies für Dein Kind sinnvoll erscheint.


Kommentar von qugart ,

Nein, dass kann sie nicht entscheiden, da nichts wirklich erklärt worden ist, sondern nur abgepinselt wurde. Normalerweise werden die Fragen jetzt mehr als weniger.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 68

Die Krankenkasse zahlen selbstverständlich die Behandlungskosten.

Es fängt aber damit an, dass längst nicht alle Kliniken es befürworten, dass ein Elternteil mit ins Krankenhaus geht. Das muss dann aber bezahlt werden.

Für DAUERSCHÄDEN nach einem Unfall ist die Krankenkasse nicht mehr zuständig.

Vom Staat gibt es dann auch nichts als Sozialhilfe. Und diese gibt es nur, wenn man tatsächlich "bedürftig" ist.

Eine Absicherung für den Invaliditätsfall ist also durchaus vernünftig. Das kostet dann für ein Kind auch weniger als 10 € monatlich.

Antwort
von qugart, 67

Für Kinder ist das eigentlich immer sinnvoll.

Abgesichert werden sollen dadurch bleibende Invaliditäten. Z.B. dein Kind wird durch einen Unfall querschnettsgelähmt. Da kann man dann eine lebenslange Rente erhalten. Das ist dann eher von Vorteil, da u.U. kein Beruf ausgeübt werden kann und somit kein Einkommen vorhanden ist, wenn das Kind erwachsen wird.

Man kann das quasi als Vorstufe zur Berufsunfähigkeitsversicherung sehen. Die kann man ja erst ab 15 Jahren abschließen. Bis dahin kann vieles passieren, das nciht durch eine BU abgedeckt ist.

Natürlich sind da im großen und Ganzen wirklich nur Unfälle und keine Krankheiten abgedeckt (dafür gäbe es dann eine Dread Desease Absicherung). Jedoch gehts um das zukünftige Einkommen deines Kindes.

Die tollen Sachen wie "Da bekommt dein Kind mal 1.000 Euro, wenn es sich den Arm bricht" sind schmückendes Beiwerk, aber nicht existenziell.

Und: für Kinder sind solche Versicherungen oft ziemlich günstig. Die monatliche Unfallrente ab 50% Invalidität sollte aber auch mindestens 1.000 Euro sein. Im Fall der Fälle sollte man einigermaßen damit als alleiniges Einkommen leben können.


Antwort
von beangato, 63

Ich hatte früher für jedes meiner Kinder eine Unfallversicherung.

Hab sie nie in Anspruch nehmen müssen. Aber es hätte ja was sein können.

Antwort
von schleudermaxe, 51

Für mich gar keine Frage: Natürlich. Sie kosten meist rd. 50 EUR/Jahr und sichern meist körperliche Folgeschäden ab. Ich weiß, eine horrende Summe, rd. 13Cent/Tag.

Kommentar von MausZoey14 ,

naja für mich als schülerin und somit nicht-verdiener ist das viel geld

Kommentar von kidsmom ,

Dann frag nicht so, als wärest du deine Mutter. Oder hast du bereits ein eig. Kind? Selbst dann würde ein Makler an dich wohl kaum herantreten, wenn du ohne Einkommen bist.

Kommentar von MausZoey14 ,

ja eine 2 jährige tochter. mein einkommen besteht aus dem kindergeld meiner kleinen und dem unterhaltsvorschuss für sie

Antwort
von HeroHacker, 70

Nein, ich kenne niemanden der für sein Kind so eine Versicherung abgeschlossen hat und wie ich das sehe leben alle noch. Das meiste zahlt doch sowieso die Krankenkasse und Kinder sollten schon wissen wo und wie man sich nicht verletzt oder eben einen Unfall baut.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Kinder sollten schon wissen......????

das wissen oft mal größere Kinder nicht, geschweige denn  kleine!

sie können die Risiken noch gar nicht einschätzen!

Antwort
von Wonnepoppen, 83

für ein Kind, ja!

Kommentar von MausZoey14 ,

hast du da eine Begründung für? ich meine meine Mutter hat mich und meinen Bruder ja auch ohne diese Versicherung großgezogen

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ich denke, das ist schon eine Weile her?

Kindern passiert nun mal schnell was u. du schreibst ja 

selber:"Krankenkassen zahlen nicht alles"!

Genauso wie eine private Haftpflicht Versicherung, die ist auch nicht verkehrt!

Kommentar von DerHans ,

Weil ein Kind selbst noch gar keine Vorsorge für einen Invaliditätsfall treffen kann.

Aus staatlicher Hand kann erst eine Rente gezahlt werden, wenn 36 Pflichtbeiträge entrichtet wurden.

Es besteht also durchaus eine große Deckungslücke.

Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur während der Obhut von Kindergarten und Schule und auf dem direkten Weg dorthin.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Dann ist das Kind aber doch über die Schule bzw. den Ki.- Garten versichert?

Es muß doch nicht gleich ein Invaliditätsfall eintreten?

Kommentar von schleudermaxe ,

Ja, fünf Stunden in einer Notaufnahme nur zuschauen sollte reichen.

Kommentar von MausZoey14 ,

so lange is das noch nicht her ich bin 18 und er 16

Kommentar von Wonnepoppen ,

Dann bist du doch kein Kind mehr ?

Ebenso wenig dein Bruder!

aber es geht doch um deine Tochter?

die kann ja noch nicht soooo alt sein?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community