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Ist eine "schlechte" Mutter besser, als gar kein Mutter?

gefragt von dinorlidinorli am 30.05.2007 um 21:01 Uhr

Darüber habe ich grade sehr hitzig mit meiner eigenen Mutter diskutiert. Sie ist der Meinung, daß es für ein Kind besser ist, eine schlechte Mutter zu haben (wir reden aber nicht von den extremen Misshandlungsfällen, sondern von Müttern, die sich nicht richtig kümmern, viel schreien, absolut überfordert sind usw.), als gar keine. Ich kann diese Meinung nicht ganz teilen. Hat es ein Kind dann nicht in einer positiven Umgebung mit einer netten Pflegefamilie besser? Oder gehen die Familienbande wirklich über alles? Bevor sich die Papis auf den Schlips getreten fühlen: Unsere hypothetische Mutter ist alleinerziehend... :o)


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waterlilies
beantwortet von waterlilies am 30. Mai 2007 21:17
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Hast du selber Kinder? Wenn ja, solltest du wissen, dass es nicht immer einfach ist in Krisensituationen alleine mit allen Problemen fertig zu werden. Der Mutter das Kind sofort wegzunehmen schadet wohl beiden, Mutter und Kind. Viel wichtiger wäre es, wenn Mütter sich frühzeitig Hilfe holen könnten. Und ist es wirklich seltsam, wenn ein Kind seine Mama lieber hat als jede andere - und sei sie noch so lieb und gut - Frau? Es sollte Möglichkeiten geben, einer überforderten Mutter und ihrem Kind zu helfen ohne die beiden - und sei es auch nur zeitweise - zu trennen.

Kommentar von 61f9453bd03c17d6483b69a8dfbc0660smalldinorli am 30. Mai 2007 21:23

Ich habe Zwillinge und bin manchmal selber echt angestrengt. Ich glaube auch, daß die meisten Kinder ihre Mama lieb haben, ob sie nun gut für sie ist, oder nicht. Aber wenn man mit seinem Kind viel herumschreit usw., macht man es evtl. selber psychisch krank. Du hast recht, solche Mütter sollten sich Hilfe holen. Aber bis sich wirklich was verändert, (das geht bestimmt nicht von heute auf morgen) ist es nicht in manchen Fällen schon fast zu spät für so eine kleine Kinderseele?

Kommentar von B1e7156b56f68f91ca896274da6882d9smallwaterlilies am 30. Mai 2007 22:08

Eine gute Freundin von mir ist Pflegemutter und hat viel Erfahrung mit Kindern von "schlechten" Müttern. Für die Kinder ist dieses "wegnehmen" seelisch auch sehr belastend. Sicher gibt es Fälle in denen die Kinder den leiblichen Eltern weggenommen werden müssen. Leider, muss ich sagen. Und traurigerweise wird manchmal zu spät bemerkt wenn Mütter (oder Väter) Hilfe brauchen.


sonne55
beantwortet von sonne55 am 30. Mai 2007 21:09
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ich kenne einen fall, da war die mutter wirklich eine unfähige mutter. das kind war manchmal bei der taufpatin auch über nacht. wenn das kind eine verletzung oder angst etc. hatte, schrie es trotz bester und liebevollster versorgung zu allererst nach der eigenen mutter. das war doch sehr merkwürdig...

Kommentar von 97adadcc054eb9520f333308387ac44dsmallgottesanbeterin am 31. Mai 2007 23:55

Das ist nicht merkwürdig, das ist normal.


anonym
beantwortet von teilzeithexe am 30. Mai 2007 21:13
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Das ist eine sehr gute, aber auch sehr schwer zu beantwortende Frage. Nicht immer liegt die Situation, dass eine Mutter überfordert ist, offen auf dem Tisch und das Leiden findet mehr hinter verschlossenen Türen statt. Solange keine deutliche Misshandlung stattfindet, ist es für die Kinder dann sehr schwierig, aus dieser Situation überhaupt heraus zu kommen (es denkt ja, das sei so 'normal' mangels Vergleichsmöglichkeiten und hat im Allgemeinen auch keine Ansprechpartner). Also, das war schon die praktisch-schwierige Seite der Angelegenheit. Auf Deine Frage bezogen muss ich sagen, dass eine 'fremde Mutter', die sich kümmert und genügend Kraft für die Erziehung hat, natürlich besser ist als eine leibliche, die mit ihrer Aufgabe heillos überfordert ist.


tienchen
beantwortet von tienchen am 30. Mai 2007 21:13
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Schwierige Frage, ich glaube ich kann das echt nur beurteilen wenn ich so ein Geschehen mitkriege, höre oder sehe , ob es jetzt besser für das Kind ist von der Mutter getrennt zu werden?!?. Natürlich steht an erster Stelle, das die Mutter sich Hilfe holt!

Kommentar von 52501dee567269b58913f8323ff0aa65smalltienchen am 30. Mai 2007 21:15

also mit "getrennt" mein ich für immer getrenNoch dazu: Man muss immer überlegen was für das kInd das beste ist, wenn ich weiß das ich mich nicht um mein Kind richtig kümern kann, möchte ich mit so einer Belastung leben?


fraurammstein1
beantwortet von fraurammstein1 am 30. Mai 2007 21:14
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Bin selber ein Kind einer solchen "schlechten" Mutter und kann Dir nur Recht geben. Ich habe mir mit 13 gesagt, dass das nicht meine Mutter ist und bin auch heute noch der Meinung, eigentlich keine Mutter gehabt zu haben. Habe zwar wegen meiner Tochter wieder Kontakt zu dieser Frau, werde meine Meinung darüber aber nicht ändern.

Kommentar von teilzeithexe am 30. Mai 2007 21:18

Liebe fraurammstein1, es ist sehr wichtig, nach einer solchen Vergangenheit der Mutter zu verzeihen, sonst bekommt man das Thema niemals aufgelöst. Sieh es doch vielleicht so, dass sie es einfach nicht besser konnte- sonst hätte sie es nämlich besser gemacht. So ist es immer mit den Menschen und mit dem Verzeihen. Sei Du diejenige, die mehr sieht! Liebe Grüße

Kommentar von Simple_avatar4smallfraurammstein1 am 30. Mai 2007 22:00

Um ehrlich zu sein, habe ich - was DAS betrifft -genug gesehen und für mich mit diesem Thema abgeschlossen.

Weisst Du, nun habe ich eine eigene Familie und brauche keine Mutter mehr. Ich gönne meiner Tochter ihre Oma, aber mehr ist für mich nicht mehr drin.


kiramarie
beantwortet von kiramarie am 30. Mai 2007 22:01
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Hm, das ist eine sehr schwierige Frage u.ich denke es ist noch schwieriger zu entscheiden, was in so einem Fall besser für´s Kind ist. Ich habe z.B. eine Bekannte, die war eigentlich mit ihren beiden Kindern ständig absolut überfordert.Einen normalen Umgangston habe ich bei ihr im Umgang mit den Kindern nie zu hören bekommen.Auch hat sie sehr viel mit ihnen herumgebrüllt, z.B. bei den Hausaufgaben, oder wegen Nichtigkeiten.Ich erinnere mich auch, das die Kinder in den ersten Schuljahren fast ständig mit Bauchschmerzen in die Schule gegangen sind, weil meine Bekannte auch immer drohte "wehe ihr kommt mit einer schlechten Note heim". Ich empfand das als Aussenstehende immer als sehr bedrückend. Ich kann nicht behaupten, dass sie sich nicht um die Kinder gekümmert hat, sie war sauber,ordentlich,die beiden hatten schöne Zimmer u.es gab regelmässige Essenszeiten.ABer sie brüllte halt immer u.ich kann mich auch nicht erinnern, dass sie eins ihrer Kinder mal in den Arm nahm. Trotzdem wundere ich mich heute sehr, dass die beiden (mittlerweile 19 u.15)zu sehr selbstständigen,selbstbewussten,hilfsbereiten u.überaus freundlichen jungen Menschen herangewachsen sind, denen beide auch die Mutter (u.auch der Vater) über alles geht.


UlfDunkel
beantwortet von UlfDunkel am 30. Mai 2007 22:12
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Die Behauptung der zitierten Mutter (Großmutter?) kommt noch aus einer Zeit, in der die Männer mit aller Macht versuchten, die starken (Trümmer)Frauen wieder aus dem Arbeitsmarkt zurückzudrängen und Parolen aller Art verteilten, damit die Mütter auch ja ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie trotz kleiner Kinder noch arbeiten gehen.

Viele Mütter der Wirtschaftswunder-Jahre haben leider bis heute nicht reflektiert, dass sie diesen Rabenmutter-Parolen voll auf den Leim gegangen sind. Das ist sehr schade.

Pauschal lässt sich die Frage sicher nicht mit Ja oder Nein beantworten. Dazu sind die Mutter-Kind-Schicksale viel zu unterschiedlich -- jede Geschichte ist individuell.


gri1su
beantwortet von gri1su am 30. Mai 2007 21:06
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Ich bin der gleichen Meinung wie Du. So, wie u die Situation schilderst, ist/wäre die Mutter total überfordert. da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Sie sucht sich Hilfe, um besser auf das Kind eingehen und mit ihm klar kommen zu können, oder aber sie gibt es zeitweise in gute Hände. das heisst ja nicht, dass sie das Kind weg gibt, der Kontakt ist ja weiter da. Aber so hat die Mutter Zeit, sich auf sich selbst zu besinnen und an sich zu arbeiten.


Wieselchen1
beantwortet von Wieselchen1 am 31. Mai 2007 07:42
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Unter uns hat mal ein Kind gewohnt, deren Mutter in der Wohnung Freier empfing. Ihr Lude und auch sie hat das Kind manchmal so geschlagen, dass es nicht zur Schule gehen konnte. Aber als wir das Jugendamt einschalteten, behauptete der Junge, dass seine Mutter ihn noch nie geschlagen habe und sonst auch niemand. Es sei alles in Ordnung. Ich bin heute noch davon überzeugt, dass dieses Kind in andere Hände hätte gegeben werden müssen. Aber warum hat er dann so darum gekämpft, dass er bei seiner Mutter bleiben kann? Ich denke mal, dass ein jedes Kind Mutter oder Vater (im Vorzugsfalle beide) braucht. Ein Kind, dass Mutter und/oder Vater nicht kennt, wird sie nicht vermissen und auch bei Adoptiveltern glücklich werden. Aber von den Eltern weggezerrt zu werden, egal, wie "schlecht" sie sind, ist - denke ich - immer der schlechtere Schritt. Ich stimme da eher mit den anderen überein, dass Hilfen angeboten und gegeben werden müssen. In manchen Städten bekommen junge Eltern am Anfang regelmäßig Besuch vom Jugendamt, dort wird beraten, Hilfen gegeben und auch unauffällig überprüft, ob die Eltern nicht die Kinder misshandeln oder so. Einfach, weil schon viel zu viele Fälle bekannt sind, dass Kinder grade im ersten Jahr von den Eltern zu Tode misshandelt werden, weil die Eltern überfordert sind. Wer sonst macht sich denn noch die Mühe, junge Mütter und Väter mit dem vertraut zu machen, was da auf sie zukommt? Früher waren es die Mütter. Die haben in den Anfängen dann auch geholfen. Nun aber stehen die jungen Eltern meist alleine da. Ohne Wissen, ohne Hilfe. Wenn so ein kleines Wesen dann erst mal im Leichenschauhaus liegt, schreien alle wieder nach Politik und Nachbarn und wie konnte das passieren... Aber vorher?

Ich fordere schon lange einen Pflichtkurs für werdende Eltern, in dem sie nicht nur über die Geburt, sondern gerade über das "danach" aufgeklärt werden. Für jeden Mist muss man einen Schein machen, damit man es machen darf. Auto-, Fahrrad-, Anglerschein, nur Kinder kriegen kann jeder, wie er Lust und Laune hat...

Kommentar von C44e62b40c01c004f0b5e471450598fesmallkiramarie am 31. Mai 2007 21:57

Super Antwort. Stimme dir voll und ganz zu.


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