Frage von Nickname1991, 82

Ist eine posthume Anerkennung der Vaterschaft möglich und wenn ja, auch sinnvoll?

Hallo, in meinem entfernten Bekanntenkreis ist so ein Fall aufgetreten und nun ist eine Diskussion aufgetreten. Die Situation ist folgende:

Ein Paar (Er war 27 und Student, Sie ist 25 und hat einen Bürojob) hat in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammen gelebt, waren aber nicht Verheiratet. Er ist bei einem Autounfall gestorben. Nach diesem Drama stellte sich heraus, dass sie schwanger ist. Das Kind ist von Ihm. Nun stellt sich die Frage, wie die Vaterschaft anerkannt werden kann und ob das überhaubt so Sinvoll ist. Das Kind würde keine (bzw kaum) Halbwaisenrente bekommen, da der Vater nie Sozialversicherrungspflichtig gearbeitert hat (Mit 20 Abitur, dann Zivildienst, dann angefangen zu Studieren). Zudem hat er sein Studium teilweise durch einen Studienkredit bei der KFW finanziert, wodurch er Schulden in höhe von über 30.000€ hinterlassen hat. Ihr Frauenarzt hat den Teitpunkt der Zeugung auf zwei Wochen vor seinem Tod berechnet. Ist es Überhaubt möglich, seine Vaterschaft anzuerkennen und wenn ja, wie? und ist dies überhaubt so sinnvoll und warum?

Eine Exhumierung für einen Vaterschaftstest ist nicht möglich, da er Eingeäschert wurde.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Nickname1991,

Schau mal bitte hier:
Recht Tod

Antwort
von WissensWisserDe, 31

 Grundsätzlich kommen in abgestufter Reihenfolge folgende Beweismittel
in Betracht:
1.- Einbeziehung vorhandenen genetischen Materials des Verstorbenen in
die Begutachtung
2.- Exhumierung des Verstorbenen zum Zweck der Entnahme von DNA Proben;
2.- Einbeziehung von Proben naher Angehöriger in die Begutachtung. 

Mit Nummer 1. Könnte die Vaterschaft festgestellt werden. Dafür muss natürlich Z.B. eine Haarbürste vorhanden sein. Solche Tests müssen aber extra nochmal geprüft werden. 

Ansonsten empfehle ich den betroffenen unbedingt einen Anwalt. 

Das die Familie eine Einäscherung vorgenommen hat, ist natürlich nicht gerade von Vorteil, weil sonst ja wie du selber schon erkannt hat eine  Exhumierung angeordnet werden könnte. 

Kommentar von Nickname1991 ,

Danke für die Antwort. Ob noch genetisches Material, wie Haare ect da sind, die ohne Zweifel ihm zugewiesen werden kann, weiß ich nicht, werde ich aber so weiter leiten (ggf kann so ja jetzt noch eine Haarbürste oder Zahnbürste gerettet werden). Was meinst du denn mit "Solche Tests müssen aber extra nochmal geprüft werden. "? Bzw wie kann man sich so eine extra Prüfung Vorstellen?

Zur Einbeziehung von nahen Angehörigen stände nur noch sein Vater zur Verfügung, da es keine Geschwister gab und die Mutter schon vor Jahren verstorben ist. Würde das Ausreichen?

Zum Zeitpunkt der Einäscherung war die Schwangerschaft noch nicht bekannt, sonst wäre wahrscheinlich auch anders Gehandelt worden sein.

Nun stellt sich aber immer noch die Frage, ob das alles so Sinnvoll ist. Oder ob es nicht besser bzw Stressfreier wäre, den Vater nicht anzugeben. Immerhin würde das Kind nur einen Batzen Schulden erben und keine bzw kaum Halbwaisenrente erhalten.

Kommentar von WissensWisserDe ,

 Zu ''Solche Tests müssen aber extra nochmal geprüft werden.''

Es muss ja geprüft werden ob Z.B. Die Haarbürste auch wirklich dem verstorbenem gehört hat. Sonst könnte man ja auch einfach eine andere Haarbürste benutzen.

Ob es Sinnvoll ist oder nicht sollte die Familie für sich selber entscheiden. Dazu will / kann ich auch auch nichts sagen. 

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