Frage von joschbm, 34

ist eine Klassenfahrt eine Sonderzahlung zum unterhalt ?

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Antwort
von vwzicke64, 34

Demnach ist Anspruchsvoraussetzung für den Sonderbedarf zum einen die Unregelmäßigkeit und zum anderen die außergewöhnliche Höhe des konkreten Bedarfs. Sonderbedarf liegt somit nur dann vor, wenn dieser Bedarf nicht mit Wahrscheinlichkeit vorauszusehen war und deshalb bei der Zumessung des regulären Unterhaltsbedarfs keine Berücksichtigung gefunden hat. Es muss sich um einen Bedarf handeln, der überraschend und der Höhe nach nicht abschätzbar war (z.B. für eine Klassenfahrt des Kindes stellt einen Sonderbedarf dar).

Kommentar von vwzicke64 ,

Wichtig: Der Sonderbedarf muss spätestens ein Jahr nach der Entstehung beim Unterhatspflichtigen geltend gemacht werden (§ 1613 Abs. 2 BGB), da der Anspruch ansonsten verwirkt. Die Leistungsfähigkeitdes Unterhaltsschuldners richtet sich nach dem Zeitpunkt, in dem der Sonderbedarf entstanden ist und nicht wann er geltend gemacht wurde.

Kommentar von vwzicke64 ,

Beide Eltern müssen anteilsmäßig für den Sonderbedarf aufkommen. Dies bedeutet, dass sie sich beide nicht helftig beteiligen müssen, es geht nach dem Verhältnis der Einkommen. Also auch anders als bei den Werten für den regulären Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle, bei der nur der getrenntlebende Elternteil zahlen muss.

Kommentar von Garfield0001 ,

nun. .. eine Klassenfahrt ist heute doch nicht mehr "überraschend" und "nicht planbar". und das eine Klassenfahrt oft mehr als nur 50 € kostet sollte auch jeder wissen

Kommentar von claudialeitert ,

eine Klassenfahrt ist kein Sonderbedarf. Da es planbar ist und daher vorhersehbar. Dann muss aus den laufenden Unterhalt bezahlt werden.

Kommentar von vwzicke64 ,

Nein eine Klassenfahrt ist Sonderbedarf, weil eben nicht vorhersehbar sind. Wenn sie keine Ahnung haben, dann beteiligen sie sich hier nicht

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 27

In der Regel zählen Klassenfahrten nicht zum Sonderbedarf (der von beiden Eltern anteilig aufgebracht werden muss). Solche Fahrten werden rechtzeitig angekündigt, so dass die Kosten dafür vom laufenden Unterhalt angespart werden können.

Antwort
von rasperling1, 26

Bei Klassenfahrten lehnen die meisten Gerichte einen Sonderbedarf ab, weil solche Kosten nicht "unvorhersehbar" sind. Andere Gerichte unterscheiden danach, ob der normale, laufende Unterhalt nach einer der unteren Stufen der Düsseldorfer Tabelle (das sind die Stufen 1 bis 4) gezahlt wird, oder nach einer höheren Stufe (für eine Klassenfahrt z.B. AG Warendorf FamRZ 2015,332). Wird der laufende Unterhalt nur nach einer der unteren Stufen gezahlt, ist der Unterhalt also verhältnismäßig gering, dann liegt eher Sonderbedarf vor, als wenn der laufende Unterhalt höher ist. Denn dann ist es schwerer bis unmöglich, den zusätzlichen Bedarf aus dem geringen Unterhalt anzusparen. 

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