Frage von Stella8585, 104

Ist eine Hausverwaltung dazu verpflichtet...?

...mir in regelmäßigen Abständen von selbst schriftlich Auskunft darüber zu geben, wo meine Mietkaution angelegt wurde und um welche Summe es sich mittlerweile handelt?

Info: Als ich hier damals einzog, wurde ich schriftlich darüber informiert, dass meine Mietkaution auf einem zinsbringenden Konto angelegt wird.

Ich wohne schon mehrere Jahre in meiner Wohnung und habe noch nie eine Info darüber bekommen. Ich weiß nicht mal, bei welcher Bank meine Kaution liegt.

Danke im Voraus für eure Hilfe

Antwort
von Chiarissima, 69

Es gibt keine Verpflichtung des Vermieters, dich aktiv zu informieren. Allerdings ist er dazu verpflichtet, dir Auskunft über Verbleib und gegenwärtige Höhe der Kaution zu erteilen, wenn du das verlangst.

Kommentar von Stella8585 ,

Ok, danke.

Und was genau meinst Du mit Verbleib? Müssen sie mir sagen, bei welcher Bank das Geld liegt oder wie ist das gemeint?

Und weißt Du vielleicht auch, wie hoch der Zinssatz im Schnitt für Kautionskonten ist? Ich habe mal etwas von 1% gelesen.

Kommentar von Chiarissima ,

Und was genau meinst Du mit Verbleib? Müssen sie mir sagen, bei welcher Bank das Geld liegt oder wie ist das gemeint?

Ja, er muss dir Auskunft darüber erteilen, wo und in welcher Form das Geld angelegt wurde.

Der Zinssatz ist abhängig von der Anlageform, in der Regel ist es eine Anlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist zu üblichen Zinskonditionen. Wie hoch diese Zinsen waren/sind, erfährst du mit dem Einblick in die Unterlagen. 

Kommentar von cannelloni ,

es fällt jedes Jahr Kapitalertrag an, Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag. Dafür erstellt die Bank einen Steuerbescheid der an die Verwaltung oder den Vermieter geht. Dieser Steuerbescheid ist an den Mieter weiter zu geben damit diese ihn in seiner Steuererklärung angeben kann.

Ich bekomme jedes Jahr im Feb. diesen Steuerbescheid meines Mietkautionskontos.

Kommentar von Stella8585 ,

Demnach müsste ich ja doch ein Anrecht auf diesen Steuerbescheid haben, oder?

Darf ich dann einfach mal meine Verwaltung schriftlich um den Steuerbescheid meines Mietkautionskontos von 2015 bitten?

Ich habe das noch nie in einer Steuererklärung geltend gemacht. Wusste das alles gar nicht.

Kommentar von cannelloni ,

frag einfach mal nach. Ich bekomme seit 10 Jahren unaufgefordert von meiner Vermieterin diesen Steuerbescheid für mein Konto. Die Beträge sind inzwischen sehr gering, da ja kaum noch Zinsen jährlich anfallen.Das ganze wird dann in der Anlage KAP der Steuererklärung eingetragen. Ist für 2015 bereits geschehen.

Kommentar von Chiarissima ,

Wenn der Vermieter für jeden Mieter ein eigenes Kautionskonto angelegt hat, erhält er Steuerbescheinigungen (keinen Bescheid), die er an die Mieter weiterleiten kann.

Bei einem Sammelkonto ist es komplizierter:

Werden die Mietkautionen mehrerer Mieter auf demselben Konto angelegt, ist der Vermieter als Vermögensverwalter (i. S. d. § 34 AO) verpflichtet, gegenüber dem für ihn zuständigen Finanzamt eine Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte aus Kapitalvermögen der Mieter (§ 180 AO) abzugeben. Sieht das Finanzamt von einer einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte ab (§ 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 AO), kann es dies gegenüber dem Vermieter durch negativen Feststellungsbescheid feststellen. In diesem Fall hat der Vermieter dem Mieter eine Kopie des Bescheids und der Steuerbescheinigung des Kreditinstituts zur Verfügung zu stellen sowie den anteiligen Kapitalertrag und den anteiligen Zinsabschlag mitzuteilen.

Quelle: https://www.haufe.de

Antwort
von DerHans, 45

Dazu ist die Verwaltung nicht verpflichtet. Wenn sie sicher stellt, dass du die banküblichen Zinsen bekommst, ist es ihr Sache wo sie die Kaution anlegt.

Nur wenn du ausziehst, musst der Grundbetrag plus Zinsen dir zur Verfügung gestellt werden.

Denkbar ist auch, dass dir die jährlichen Zinsen jeweils ausgezahlt werden.

Antwort
von imager761, 38

Ist eine Hausverwaltung dazu verpflichtet mir in regelmäßigen Abständen von selbst schriftlich Auskunft darüber zu geben, wo meine Mietkaution angelegt wurde und um welche Summe es sich mittlerweile handelt?

Nein, vielmehr ist der Vermieter auf Verlangen verpflichtet, dem Mieter Auskunft über Verbleib und gegenwärtige Höhe der Kaution, auch unter Belegvorlage, zu erteilen.

Diese Auskunft wäre i. H. der Porto- und Kopierkosten vorschüssig entgeltpflichtig, sofern man nicht am Geschäftssitz des VM selbst Einblick in das Kautionssparbuch nähme, etwa bei der Belegprüfung der nächsten Betriebskostenabrechnung.

G imager761

Antwort
von TrudiMeier, 31

Nein, dir muss ohne Aufforderung keine Auskunft erteilt werden und schon gar nicht regelmäßig. Wenn du allerdings die Auskunft verlangst, wo und wie deine Kaution angelegt wurde, muss man sie dir geben.

Daher lasse ich meine Mieter das Kautionssparbuch immer selbst anlegen. Somit wissen sie, dass und wo das Geld angelegt ist. Ich kriege zwar die Kontoauszüge zugeschickt, informiere aber meine Mieter nicht darüber.

Antwort
von cannelloni, 19

Hat der Vermieter ein für das Kreditinstitut als Treuhandkonto

erkennbares Sparkonto eröffnet und weiß das Kreditinstitut, wer der

Treugeber (= Mieter) ist, hat es die Steuerbescheinigung auf den Namen

des Mieters auszustellen. Der Vermieter hat dem Mieter die

Steuerbescheinigung zur Verfügung zu stellen (§ 34 Abs. 1 und 3 AO),

damit er die Zinsen versteuern und den einbehaltenen Zinsabschlag auf

seine Einkommensteuer anrechnen lassen kann.Hat das

Kreditinstitut von dem Treuhandverhältnis Kenntnis, ohne zu wissen, ob

der Kontoinhaber Anspruch auf die Zinsen hat, ist die

Steuerbescheinigung auf den Namen des Kontoinhabers (= Vermieter)

auszustellen und mit dem Vermerk "Treuhandkonto" zu versehen. Auch hier

hat der Vermieter dem Mieter die Steuerbescheinigung zur Verfügung zu

stellen.Werden die Mietkautionen mehrerer Mieter auf demselben

Konto angelegt, ist der Vermieter als Vermögensverwalter (i. S. d. § 34

AO) verpflichtet, gegenüber dem für ihn zuständigen Finanzamt eine

Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte

aus Kapitalvermögen der Mieter (§ 180 AO) abzugeben. Sieht das Finanzamt

von einer einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte ab

(§ 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 AO), kann es dies gegenüber dem Vermieter

durch negativen Feststellungsbescheid feststellen. In diesem Fall hat

der Vermieter dem Mieter eine Kopie des Bescheids und der

Steuerbescheinigung des Kreditinstituts zur Verfügung zu stellen sowie

den anteiligen Kapitalertrag und den anteiligen Zinsabschlag

mitzuteilen.

Aufgrund dieser
Rechtslage kann es für den Vermieter mehrerer Wohnungen einfacher sein,
anstelle eines Sammelkontos doch für jeden Mieter ein eigenes
Kautionskonto anzulegen. Dann muss der Vermieter nur die jeweiligen
Steuerbescheinigungen an den Mieter weiterleiten.

Antwort
von cannelloni, 47

normalerweise bekommt die Verwaltung von der Bank jährlich für jedes Konto den Steuerbescheid der an den Mieter weiter zu geben ist.

Kommentar von Stella8585 ,

Du meinst, dass die Kaution jedes einzelnen Mieters auf einem eigens dafür angelegten Konto liegt?

Ich ging bislang davon aus, dass alle Kautionen gesammelt auf einem Konto liegen.

Kommentar von cannelloni ,

ich kenne das so, das für jeden Mieter ein Konto angelegt wird. Es zahlt ja auch nicht jeder die gleiche Kaution und wer bekäme dann den Steuerbescheid und setz diese ab?

Kommentar von Stella8585 ,

Ich wusste gar nicht, dass ich so einen Steuerbescheid einmal im Jahr bekommen kann/sollte/darf.

Ich habe ein einziges Mal, nachdem ich hier 1,5 Jahre wohnte, um eine Info gebeten. Alles was ich bekam, war ein Dreizeiler der Verwaltung, in der sie die aktuelle Kautionssumme nannten, fertig^^ Keine weiteren Infos.

Kommentar von cannelloni ,

und wer kassiert dann den Steuerbetrag der jährlich für dein Geld anfällt?

Kommentar von Chiarissima ,

Ob ein Sammelkonto oder für jeden Mieter ein separates Konto angelegt wird, steht dem Vermieter frei. Entscheidend ist, dass sich das Geld getrennt vom Vermögen des Vermieters befindet.

Kommentar von cannelloni ,

wie soll ein Sammelkonto funktionieren wenn unterschiedliche Kautionen gezahlt werden und damit auch unterschiedliche Zinsbeträge anfallen?

Kommentar von TrudiMeier ,

wären die Kautionen auf einem Sammelkonto, dann hätte die Verwaltung aber gut zu tun, die Kaution und Zinsen auseinanderzuklamüsern, wenn einer auszieht - und das vielleicht noch mitten im Kalenderjahr :-))

Kommentar von cannelloni ,

Hat der Vermieter ein für das Kreditinstitut als Treuhandkonto

erkennbares Sparkonto eröffnet und weiß das Kreditinstitut, wer der

Treugeber (= Mieter) ist, hat es die Steuerbescheinigung auf den Namen

des Mieters auszustellen. Der Vermieter hat dem Mieter die

Steuerbescheinigung zur Verfügung zu stellen (§ 34 Abs. 1 und 3 AO),

damit er die Zinsen versteuern und den einbehaltenen Zinsabschlag auf

seine Einkommensteuer anrechnen lassen kann.Hat das

Kreditinstitut von dem Treuhandverhältnis Kenntnis, ohne zu wissen, ob

der Kontoinhaber Anspruch auf die Zinsen hat, ist die

Steuerbescheinigung auf den Namen des Kontoinhabers (= Vermieter)

auszustellen und mit dem Vermerk "Treuhandkonto" zu versehen. Auch hier

hat der Vermieter dem Mieter die Steuerbescheinigung zur Verfügung zu

stellen.Werden die Mietkautionen mehrerer Mieter auf demselben

Konto angelegt, ist der Vermieter als Vermögensverwalter (i. S. d. § 34

AO) verpflichtet, gegenüber dem für ihn zuständigen Finanzamt eine

Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte

aus Kapitalvermögen der Mieter (§ 180 AO) abzugeben. Sieht das Finanzamt

von einer einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte ab

(§ 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 AO), kann es dies gegenüber dem Vermieter

durch negativen Feststellungsbescheid feststellen. In diesem Fall hat

der Vermieter dem Mieter eine Kopie des Bescheids und der

Steuerbescheinigung des Kreditinstituts zur Verfügung zu stellen sowie

den anteiligen Kapitalertrag und den anteiligen Zinsabschlag

mitzuteilen.

Aufgrund dieser
Rechtslage kann es für den Vermieter mehrerer Wohnungen einfacher sein,
anstelle eines Sammelkontos doch für jeden Mieter ein eigenes
Kautionskonto anzulegen. Dann muss der Vermieter nur die jeweiligen
Steuerbescheinigungen an den Mieter weiterleiten.

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