Frage von bluedeep1, 105

Ist eine gemeinsame Steuerveranlagung ohne Einwilligung des Ex-Partners möglich?

Ich habe mich im Jahr 2014 von meinem Mann getrennt. Laut Gesetz, dürfen wir uns also noch für 2014 gemeinsam veranlagen. Er will mir nun leider nichts "Gutes" und würde eine gemeinsame Veranlagung nicht unterzeichnen. Wenn ich mich alleine veranlage, hätte dies aber zur Folge, dass ich unberechtigterweise jede Menge Steuern zurückzahlen müsste... Was für Möglichkeiten habe ich?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von tt290, 56

Wenn dein Ehemann keine eigenen Einkünfte hatte, führt das FA eine Zusammenveranlagung auch ohne die Unterschrift deines Mannes durch. 

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 80

Du kannst seine Unterschrift einklagen, wenn er keine stichhaltigen Gründe dafür ins Feld führen kann, eine getrennte Veranlagung zu wollen.

Richtig wäre in eurem Fall die Zusammenveranlagung vorzunehmen, aber die Steuerschuld aufteilen zu lassen, damit jeder das zahlt, was auf seine Einkünfte entfällt.

Antwort
von passaufdichauf, 54
Verweigert einer der Ehegatten dem anderen die Zustimmung zur günstigeren Zusammenveranlagung und unterschreibt stur die gemeinsame Steuererklärung nicht, kann der allein oder höher verdienende Ehegatte die Zusammenveranlagung auch allein beantragen, wenn der andere Ehegatte weder positive noch negative Einkünfte hatte, oder seine positiven Einkünfte so gering waren, dass davon kein Steuerabzug während des Jahres vorgenommen wurde und auch jetzt keine Einkommensteuer festgesetzt werden kann.
Auch ein formloser Antrag auf Aufteilung einer Steuernachzahlung ist möglich, sobald die Nachzahlung fällig ist, also das Finanzamt mit Vollstreckung droht und an die Zahlung erinnert (§ 268, 269 AO). Die Steuerschuld wird dann nach dem Verhältnis aufgeteilt, das sich bei Einzelveranlagung ergeben würde. Aufteilungen können bei späterer Trennung oder Scheidung sinnvoll sein. Ebenso kann ein geringer verdienender Ehegatte mit Steuerklasse V vom Finanzamt die Aufteilung einer noch nicht geleisteten Steuernachzahlung verlangen, wenn er dadurch eine Steuererstattung erhält und demzufolge der besser verdienende Ehegatte mit Steuerklasse III mehr nachzahlen muss (FG Berlin-Brandenburg vom 16.9.2009, 7 K 7453/06 B, EFG 2010 S. 6).

aus:

http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-10601.xhtml?currentModule=home

Du hast doch einen Anwalt. Der sollte das wissen.

Antwort
von klausbacsi, 48

Hallo, ich nehme an, dass ihr die Steuerklassen 3/5 habt, also der Mann die 3, da er möglicherweise den höheren Verdienst hat. In diesem Fall (auch bei4/4) würde ich alleine eine Steuererklärung einreichen und getrennte Veranlagung ankreuzen. Bei 4/4 dürfte kaum eine Nachzahlung erfolgen, wenn du die 5 hast, dann hast du jede Menge Steuern bezahlst und bekommst auch den größten Teil zurück. Der Ex wird dann vom FA aufgefordert, eine eigene Steuererklärung abzugeben. Er darf dann auf sein Einkommen die fehlenden Steuern nachzahlen. (So war es jedenfalls vor ein paar Jahren, bin nicht mehr ganz auf dem Laufenden). Und wenn es so läuft, dann dürfte es ja in deinem Sinne sein. Alles Gute

Antwort
von bluedeep1, 37

Also, ich hatte 3 und er 5.

Er hatte allerdings lediglich Einkünfte in Höhe von 400 Euro...

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