Frage von JonnyHamilton, 43

Ist eine fondsgebundene Lebensversicherung als einen Fondssparplan besser?

In einem Fondssparplan zahlt man monatlich zb 100€ in einen Fonds oder 50€ in einen A Fonds und 50€ in einen B Fonds. So verringert man das Verlustrisiko.

Wer kann mir die fondsgebundene Lebensversicherung näher beschreiben?

Bei iener Lebensversicherung hat man eine Bindung soviel ich weiß, wie lang ist sie? Ist dasselbe wie Fondsspar nur das man eine Bindung hat? Bekommt man beim Ableben die Hinterbliebenen die Versicherungssumme oder wieviel man eingezahlt hat? Und beim Erleben bekommt den einbezahlten Betrag + Gewinn bzw Verlust von dem Fondskurs ? Oder wird vom gesparten Geld etwas abgezogen da man versichert war als Gegenleistung?

Antwort
von kevin1905, 38

Wer kann mir die fondsgebundene Lebensversicherung näher beschreiben?

Ich werde dir die fondsgebundene Rentenversicherung beschreiben, da ich kapitalbildende Lebensversicherung, ob im klassischen Überschussmodell oder fondsgebunden, nicht verkaufe.

Bei einer FRV werden deine 100,- € Beitrag teilweise in einen Fonds angelegt. Ein Teil sind Risikokosten und ein Teil Verwaltungskosten. Aus dem Rest werden je nach Art Fondsanteile gekauft, allerdings die ersten 5 Jahre die Abschluss- und Vertriebskosten bezahlt.

Vorteile der Rentenversicherung gegenüber dem Fondssparplan:

  • Steuerfreiheit der Erträge (realisierte Kursgewinne, Dividenden) während der Laufzeit.
  • In der Rentenphase günstige Ertragsanteilsbesteuerung
  • Lebenslange Rentenzahlung (bei einem Auszahlplan aus dem Sparplan mit Kapitalverzehr, ist vielleicht noch Leben übrig, wenn das Geld alle ist).

Nachteile:

  • Höhere Kosten
  • Höherer Verwaltungsaufand.
  • Geringere Flexibilität u.a. in der Auswahl der Fonds u.a.

Bei einer Rentenversicherung (im Gegensatz zu einer Lebensversicherung) gibt es beim vorzeitigen Ableben i.d.R. KEINE festvereinbarte Todefallleistung. Meist werden nur die Bruttobeiträge, die man geleistet hat erstattet an die Hinterbliebenen.

Antwort
von Arridor, 19

Kurze und knackige Antwort: NEIN!

Zunächst hast Du 2 voneinander getrennte Gesellschaften und damit auch 2 x volle Kosten, wobei die Versicherung selbst den deutlich höheren Kostenanteil hat.

Die Kosten der versicherung sind zudem nicht transparent, also werden nicht
offengelegt. Erfahrungsgemäß und nach Recherchen von PlusMinus, FAZ und
anderen öffentlichen Medien werden von einem zu zahlenden Monatsbeitrag, ganz abgesehen von den Abschlussgebühren in den ersten Jahren, von der Versicherung zwischen 30% bis 35% für die laufenden Verwaltungkosten (inkl. Ausgabeaufschläge des eigentlichen Fonds) abgezogen, d. h. es landen nur zwischen 65 -70% des Beitrages im Fonds.

Welche Rendite muss ein solcher Fonds dauerhaft erwirtschaften, um mindestens erst einmal einen Ausgleich zu schaffen - also "Kopfkissen-Niveau" zu erreichen?!? Nach Recherchen der FAZ braucht es dafür - je  nach
Gesellschaft und Fonds - zwischen 14,5 und 20 Jahren.

Solltest Du unbedingt einen Risikoschutz benötigen, dann sowieso immer separat von einem Sparplan. Reine Risikolebensversicherungen kosten je nach Höhe, Alter und Gesundheitszustand nur einstellige Eurobeträge
monatlich. Schau doch selbst mal unter check24 nach. Das gleiche gilt
übrigens für Berufsunfähigkeitsversicherungen - die haben in einem
Sparplan nichts zu suchen!

Hier noch ein Statement der Verbaucherzentrale Hamburg zu Deiner Frage:

http://www.vzhh.de/versicherungen/411022/fondsgebundene-versicherungen-garantier...

Noch ein Wort zu Steuern: Steuern zahlst Du grundsätzlich und überall nur auf anfallende Gewinne. Und darauf bei reinen Fonds derzeit 25% + Soli. Also mach erst mal Gewinne! Denn wenn man das ein oder andere Argument von "Steuerbegünstigung" hört, stellt sich dies oft als falsch heraus bzw. um es deutlich zu sagen: Wenn Du steuerfreie Einnahmen wünschst, dann verzichte einfach auf Dein Gehalt - dann zahlst Du keine mehr - versprochen!

Viel Glück bei Deiner Entscheidung.

LG, Arridor

Kommentar von kevin1905 ,

Die Kosten der versicherung sind zudem nicht transparent, also werden nicht offengelegt.

Die Kosten müssen explizit ausgewiesen werden.

inkl. Ausgabeaufschläge des eigentlichen Fonds

Liegt der Fonds in einem Versicherungsmantel so gibt es keine Ausgabeaufschläge!

Das gleiche gilt übrigens für Berufsunfähigkeitsversicherungen - die haben in einem Sparplan nichts zu suchen!

So ist es! Nicht miteinander korrelierende Risiken gehören nicht in einen Vertrag.

Also mach erst mal Gewinne! Denn wenn man das ein oder andere Argument von "Steuerbegünstigung" hört, stellt sich dies oft als falsch heraus

Fakten sind Fakten. Erwirtschaftet der Fonds Dividende und werden diese ausgeschüttet so sind die Erträge steuerfrei, wenn das ganze in einem Versicherungsmantel liegt.

Läuft der Vertrag bis zum 62. Lebensjahr und lief davor mind. 12 Jahre so gilt die Ertragsanteilsbesteuerung bzw. das Halbeinkünfteverfahren.

Das kann günstiger sein, als die Kapitalerstragssteuerbelastung bei einer reinen Fondsanlage, muss aber nicht. Das müsste man im Einzelfall durchrechnen.

Kommentar von Arridor ,

Alle Kosten werden von Versicherungen eben leider NICHT ausgewiesen. Das git sowohl für Kapital- als auch Fondsgebundene Versicherungen. Man beruft sich versicherungsseitig viel eher auf die hausinterne "Zillmerung" der Kosten. Wenn diese vollständig offengelegt würden, würde kein Mensch so ein Produkt kaufen. Eigenverantwortliche Zillmerung (benannt nach einem Mathematikwissenschaftler namens Zillmer) für den Laien als Vergleich erklärt: Man betraut einen Vampir mit der Beaufsichtigung einer Blutdatenbank und stelle ihn gleichsam unter Selbstkontrolle.

Der Fonds ohne Aufschlag arbeitet dann umsonst? Über soviel "Ehrenamtlichkeit" wäre ich tatsächlich verwundert. Viel eher ist davon auszugehen, dass die Versicherung die anfallenden Gebühren im Inkasso übernimmt. Außerdem hieße das, der Fonds bekommt nix, aber die Versicherung allein zwischen 30-35% laufende Kosten?

Womit wir gleich bei dem Beispiel mit den 12 Jahren wären: Eine - wie blumig auch immer beschriebene - Besteuerung steht gar nicht zur Debatte. Nicht etwa wegen des "Versicherungsmantels", sondern ganz simpel, weil es gar keine Gewinne gibt, denn dafür ist bei Abzug von 30% laufender Kosten einfach die Zeit zu kurz, um auch nur ausgleichen zu können. Ich glaube, der Bund der Versicherten hat mal aktuarisch hochrechnen lassen, dass sich eine fondsgebundene, vorausgesetzt sie macht jedes Jahr Fonds-Gewinne, nach über 50 Jahren Laufzeit für den Versicherungsnehmer rechnen könnte - also quasi, wenn er 90+ Jahre alt ist.

Allerdings muss ich heute als Kunde schon wesentlich mehr Glauben als Verstand mitbringen. Vor ein paar Jahren war auch ich noch optimistisch. Heute aber, nachdem ich min. 500+ Verträge ab Abschlussjahr 2001/2002 und deren Rückkaufswerte (Fondswerte) gesehen habe und nicht einer - ich wiederhole: nicht ein einziger davon einen Überschuss (bitte keine 50-100 Euro-Debatte!) gegenüber den Einzahlungen aufwies reicht mir - bei allem Respekt vor Vermittlern - der Glaube allein nicht mehr aus, denn ich bin nun "wissend" . . . .

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