Frage von azeri61, 252

Ist eine Diktatur "immer" schlecht?

Gibt es gute Diktaturen und ist eine Demokratie immer besser als eine Diktatur ?

Wenn man davon ausgeht das der Diktatur, für das Volk "arbeitet".

Antwort
von dermitdemball, 49

Wenn man davon ausgeht, dass der Diktator für das Volk "arbeitet"!


Ein Diktator hört nicht auf das Volk - und "arbeitet" nicht für das Volk! Zumeist "arbeitet" er nicht mal für sein eigenes Land!

Ein Diktator ist vor allem bestrebt, durch jedes erlaubte und auch "unerlaubte" Mittel an der Macht zu bleiben - seine Macht zu sichern und seinen Willen durch zusetzen! Sagt ja schon das Wort - ER diktiert!

Weil "die Gedanken frei sind" - man den Leuten nur "vor dem Kopf schaut" und weil man jedem die Gedanken zutraut, die man selbst hat, "leiden" Diktatoren sehr oft an Paranoia/Verfolgungswahn!

Nicht ohne Grund, denn immer wieder gibt es in Diktaturen auch Umsturz- und Putschversuche, Revolten, Attentate und Anschläge!

Schon alleine deshalb regieren Diktatoren zur Abschreckung meist mit "Eisener Faust" um ihre eigene Macht zu sichern! Und wenn nur Einer "das Sagen" hat, dann hat er das auch über "Krieg und Frieden"!

Solange es in Europa Alleinherrscher gab (Monarchen/Diktatoren) - gab es fast immer Kriege!

Seit es in Europa pluralistische Demokratien gibt herrscht Frieden! Schon Winston Churchill hat sinngemäß gesagt - Die Demokratie ist eine schlechte Staatsform, aber noch immer die Beste die es gibt!

In einer Demokratie kann man viele gute Dinge nicht umsetzen, weil man keine Mehrheit dafür findet!

Aber in einer Demokratie bringt man auch die schlimmsten Dinge nicht durch, weil sie keine Mehrheiten finden!

Warum? Weil die "Macht" kontrolliert wird! Weil die Macht vom Volk ausgeht! Und weil das "Volk" noch nie einen Krieg (außer Bürgerkriege) angefangen hat!

D.h. der beste Friedensschutz sind Demokratien mit einem breiten Parteienspektrum! In keinem europäischen Land bekäme eine Regierung eine Mehrheit für einen Angriffskrieg!

Wenn man sich dafür interessiert, bekommt man mit, dass die Wahlkampfkostenerstattungen für die Parteien in fast jedem europäischen Land von der Bevölkerung kritisiert werden! 

Aber gerade weil es diese in der USA nicht gibt, (Wahlkampf je Kandidat kostet über 1 Milliarde Dollar) - die Präsidentschaftskandidaten von Parteispenden/Parteispendern abhängig sind - Sind ihre Entscheidungen im Präsidentenamt dann auch oft von den Parteispendern abhängig! 
(Waffen und Rüstungskonzerne)



Antwort
von PeVau, 87

Ist eine Diktatur "immer" schlecht?

Zumindest ist dieser Begriff derart negativ konnotiert, dass er sich prima dazu eignet, missliebige Regierungen durch das Anpappen des Etikettes "Diktatur" zu diskreditieren.

Bei Lichte besehen, ist aber jede Form einer Herrschaft, auch eine Volksherrschaft, eine Diktatur. Im besten Fall nämlich die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit.

Wer aber herrscht, ist nicht davon abhängig, welche formalorganisatorische Form des staatlichen Überbaus (Staats- und Regierungsform) existiert. Herrschaft ergibt sich aus der tatsächlichen Möglichkeit, sich und seine Interessen durchzusetzen. Und da sind wir beim eigentlichen Punkt. Was ist die Grundlage Herrschaft durchzusetzen?

Die Antwort darauf ist klar. Letztendlich ist das immer die Herrschaft über die Wirtschaft. Wer den wichtigsten Bereich einer Gesellschaft, die Wirtschaft beherrscht, der herrscht auch im Staat. Es gibt keine dauerhafte politische Herrschaft, ohne die Wirtschaft hinter sich zu haben. Diese Verfügungsgewalt, also Herrschaft über die Wirtschaft ergibt sich aus den Eigentumsverhältnissen. Somit sind die Eigentümer der Unternehmen und des Grund und Bodens letztendlich die Herrscher und sie herrschen über die, die kein solches Eigentum haben.

Das ist auch in sogenannten Demokratien nicht anders. Man braucht nur ein geeignetes Instrument, mit dem den Beherrschten die Meinung der Herrschenden nahe gebracht wird, damit das die herrschende Meinung wird. Solche Instrumente sind die Medien, das Bildungswesen, die Religion usw. Ich denke man muss jetzt nicht weiter ausführen, wie die Reichen mit diesen Instrumenten öffentliche Meinung bilden.

Um es nicht ausufern zu lassen, deshalb kurz und knapp die Antwort. Jede Herrschaft ist Diktatur, auch unser bürgerlicher Parlamentarismus, der sich Demokratie nennt, aber eigentlich eine Diktatur des Kapitals ist.

Die Verwendung des Begriffes Diktatur ist deshalb in erster Linie propagandistisch zu verstehen. Es dient zur Abgrenzung und zur Begründung eines moralischen Chauvinismus, mit dem man auch nach Belieben "humanitäre" Interventionen begründen kann. Das ist dann auch Bestandteil eines moralischen Imperialismus.

PS: Moralischer Imperialismus ist kein Imperialismus mit besonders hohen moralischen Prinzipien zum Wohle der Menschheit. Es ist schnöder, althergebrachter Imperialismus, der sich nur ein moralisch rechtfertigendes Mäntelchen umhängen will.

Antwort
von oelbart, 94

Die Geschichte zeigt eigentilch, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, verantwortungsvoll mit viel Macht umzugehen, sei es praktisch (so einen Staat zu leiten ist nicht leicht) oder moralisch.

Die Demokratie ist deshalb der Versuch, die Macht des Einzelnen so zu beschneiden und zu kontrollieren, dass diese negativen Effekte nicht mehr auftreten. Dieses System ist noch nicht perfekt, aber ich glaube, wir sind auf einem halbwegs guten Weg.

Antwort
von atzef, 74

Nein.

Natürlich nicht.

Für den Diktator und seine begünstigte Entourage aus Folterknechten, Blockwarten, KZ-Aufsehern und Stasi-Offizieren nicht...

"Das Volk" existiert nicht.

Nur in der ideologisierten Anrufung des Diktators, der sich - siehe auch Erdogan oder Putin in jüngerer Zeit - als einzig wahrer und wirklicher Volstrecker des uniform imaginierten "Volkswillens" inszeniert.

Das kann aber auch nur klappen, wenn man die weitreichende informationshoheit über die Medien hat...

Tatsächlich zerfällt jedes abstraktistisch angerufene Volk plural in eine Vielfalt von Interessengruppen. Die muss jede Diktatur im Selbsterhaltungsinteresse erst rhetorisch und bedarfsweise dann auch physisch eliminieren...

Kommentar von SchIaufuchs ,

"KZ-Aufseher... und Stasi-Offiziere"

Äh, in welchem Film, in welchem Universum ...? Aber die Gedanken sind ja frei.

Antwort
von 19Karma99, 35

Kommt drauf an in der Welt egal ob Demokratie oder Diktatur gibt es Spielregeln. In einer Demokratie hast du viel mehr Freiraum für dein Spiel (namens Leben) als in der Diktatur, klingt erst einmal besser aber in einer Demokratie gibt es dementsprechend mehr Regeln und wenn du nicht alle kennst musst du halt mal ein paar runden aussetzte. Die Diktatur ist da schon einfacher alle arbeiten auf ein Ziel hin und wer nicht mit Arbeit verstößt gegen die spielregeln. Diese sind aber weniger und somit leichter zu merken. Das Problem ist das man nicht individual sein kann Und somit zerbricht das System an sich hat beide Systeme Vorteile und Nachteil.

Antwort
von Saloucious, 147

Besser ist Ansichtssache. Grundlegend an Diktaturen ist aber, das der Diktator nur in seinem Sinne handelt. Gutmütige und volksnahe Diktatoren sind zwar denkbar, aber in der bisherigen Weltgeschichte eher nicht anzutreffen.

Antwort
von maxim65, 103

Das kommt darauf anb schlecht für wem. Manche profitieren manche leiden. Für die Wirtschaft kann es deutlich leichter sein einen Diktator zu  haben. Man muss dann nämlich nur einen von seinen Plänen überzeugen und kann sich den ganzen anderen Kram sparen.

Antwort
von Maarduck, 73

Jede Diktatur ist immer auch ein bisschen demokratisch und jede Demokratie immer auch ein bisschen diktatorisch. Selbst Hitler-Deutschland war bis zum Zusammenbruch offiziell eine Demokratie. 

Wie viel Demokratie und Freiheit ein Volk verträgt (ohne sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen) und wie viel Führung durch die Regierung es braucht, hängt immer von dem Volk und seinem aktuellen Willen zur Demokratie ab. Z.B. der Präsident von Syrien, Assad, ist demokratisch gewählt, hat aber viele islamistische und gewalttätige Feinde. Da kann eine Demokratie nur bestehen, wenn sie zahlreiche persönliche Freiheitsrechte einschränkt. Sonst versinkt sie SOFORT im Chaos. Assads Fehler war einfach, dass er nicht diktatorisch genug regiert hat.

Kommentar von atzef ,

"Selbst Hitler-Deutschland war bis zum Zusammenbruch offiziell eine Demokratie. "

In welchem verwirrten rechtsextremistischen Paralleluniversum? Ohne Opposition? Ohne Mienungs- und Pressefreiheit? Mit Folter und Ermordung jedweder Opposition? Ohne Minderheitenschutz?

Kommentar von Maarduck ,

JEDE Diktatur gilt IMMER offiziell als Demokratie. In Hitler-Deutschland galt das Ermächtigungsgesetz 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ermächtigungsgesetz

>Das weitaus bekannteste Ermächtigungsgesetz ist das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich. Am 23. März 1933 wurde darüber heftig debattiert, bis es am darauffolgenden Tag, dem 24. März 1933, verkündet werden konnte.[1][2] Es diente nicht dazu, die Republik handlungsfähig zu machen, sondern – ganz im Gegenteil – sie abzuschaffen. 

Offiziell galt aber bis zuletzt die Weimarer Verfassung. Deshalb muss sich jeder Bürger ständig fragen, wo sein Staat zur Zeit zwischen Demokratie und Diktatur positioniert ist. Die Regierung kann zur Beantwortung dieser Frage im Einzelfall viel Verwirrung stiften.

Antwort
von WhitePuddingIV, 73

Es gibt gute Beispiele: zb Chavez und Mubarak. Außerdem Monarchien die besser funktionieren als Demokratie zb Jordanien. Nicht jede Demokratie ist perfekt und es kommt immer auf das Land und die Kultur an. Deshalb lohnt es sich immer zu differenzieren. Wenn jemand sagt "alles von einer Sache ist schlecht 100%" kannst du in 99% der Fälle davon ausgehen dass er sich nicht mit dem Thema beschäftigt hat.

Antwort
von karapus001, 55

Immer nicht. Ich würde sagen, dass Diktaturen in den muslimischen oder Ländern im Nahen Osten auch Sinn macht. 

Wann dort die "Demokratie reingebombt" wurde, versinkte das Land ins Chaos, weil es keinen Diktator mehr gegeben hat. Die Bevölkerung hat angefangen sich selber auszuschlachten.

Antwort
von Fielkeinnameein, 84

Hallo,

das kommt immer drauf an. Aktuell wäre mir keine gute Diktatur bekannt. Eine Demokratie ist aber nicht immer besser als eine Diktatur. Genauso wenig wie anders herum.

Mfg

Kommentar von Mikkey ,

keine gute Diktatur

Vatikan?

Kommentar von atzef ,

Seit wann wird der Papst nicht mehr gewählt...?

Kommentar von atzef ,

Und historisch? Kennst du da eine "gute" Diktatur?

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Also ich kenne nicht jede Diktatur aber ich kann mir durchaus vorstellen das es schon Diktatoren gab, die wirklich sehr sehr viel gutes für ihre Bevölkerung getan haben. Aber mit diesem Thema habe ich mich noch nicht groß beschäftigt.

Antwort
von ratatoesk, 57

1. Es gibt nur eine Gesellschaftsform und das ist die Diktatur.

2.Alles andere ist eine Illusion.

3.Wirst Du jetzt denken ,der spinnt doch ;O)

aber

4.Selbst Kommunismus ,wäre eine ,,Diktatur des Proletariats"

Also,wenn es Dir nicht gelingt nach oben zu kommen,kannst Du nur wählen wer Dir in den AA tritt.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Vielleicht etwas überspitzt aber im Grunde kommt das hin.

Kommentar von ratatoesk ,

Vielen Vielen Dank,Dein Kommentar gibt mir Hoffnung.

Antwort
von 1900minga, 43

Nicht unbedingt.

Aber ein Diktator kann es nie allen Recht machen.

Und das Amt wird fast immer missbraucht.

Antwort
von kaffeeontour2, 64

na, überleg mal selbst..

vergleiche und bilde dir d/eine meinung..

https://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie

Antwort
von Sharrky, 69

Kommt auf den Diktator an.

Antwort
von kubamax, 56

Wenn alle Menschen geklont sind, das gleiche denken, das gleiche haben, gleich aussehen, das gleiche sagen, dann funktioniert eine Diktatur. Es kann somit keine Diktatur funktionieren, da Menschen immer verschieden sind.

Fragensteller werden in Diktaturen sofort eliminiert.

Antwort
von Soldier79, 51

Ist Demokratie immer gut?

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