Frage von Nirakeni, 62

Ist eine "Außerordentliche Eigentümerversammlung durch den Beirat" beschlussfähig?

Unseren jetzigen Verwaltervertrag können wir bis zum 30. September kündigen. Das möchte die Mehrheit gern. Sonst verlängert sich der Vertrag um 3 Jahre.

Nun heißt es, der Verwaltung kann nur auf der Eigentümerversammlung gekündigt werden, wenn diese noch vor dem 30. September einberufen wird. Das machen die aber nicht, die Versammlung soll erst im Oktober stattfinden!

Nun hat der Beirat jetzt im August zu einer Außerordentlichen Versammlung aufgerufen. Ein neuer Verwalter stellt sich (neben Vorschlägen noch weiterer) vor. Können wir den neuen wählen? Können wir das mit der Mehrheit beschließen?

Antwort
von AndiRat, 47

Eine "außerordentliche" Versammlung ist auch eine Eigentümerversammlung.

Außerordentlich heisst nur, dass sie zusätzlich stattfindet, oder aus besonderem Anlass. Aber ist eine vollwertige Versammlung. Da kann auch eine Entscheidung über den Verwaltervertrag getroffen werden.

Aber: Sie muss formal korrekt, firstgerecht, mit Tagesordnung, .. einberufen werden. (Näheres dazu in der Teilungserklärung, ansonsten im WEG.)

Kommentar von Nirakeni ,

Einladung ist nach Muster korrekt. Alle 3 Beiratsmitglieder aufgeführt, aber nur einer hat die Einladung unterschrieben. Die anderen beiden zieren sich, sind sauer. - Nachteil, Folgen?

Kommentar von AndiRat ,

Es kommt darauf an, dass diese Versammlung korrekt einberufen wird. Es gilt dazu das, was in eurer Teilungserklärung steht. Sofern es da keine Regelung gibt, gilt § 24 WEG

Notfalls braucht man 2 schriftliche Erklärngen:

1. forderung der Eigentümer auf Einberufung und 2. Einladung:

Die Einladung muss, sofern "mehr als ein Viertel der Eigentümer das schriftlich unter Angabe der Gründe die Einberufung" verlangt, vom Verwalter oder dem Beiratsvorsitzenden oder wenn der sich weigert ein Stellvertreter, einberufen werden.

Wenn man von mehr als einem Viertel der Eigentümer eine unterschriebene schriftliche Erklärung "Wir fordern sofortige Einberufung zum Zwecke der Wahl eines neuen Verwalters"  vorliegen hat, dann muss  die Versmmlung einberufen werden. Es müssen dann auch nicht alle Beiratsmitglieder unterschreiben, einer reicht.

Bei dieser Einladung muss Form und Frist (mindestens zwei Wochen, Tagesordnung, ..) gewahrt sein.


Kommentar von Nirakeni ,

Vielen Dank! Sie haben mir sehr geholfen.

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