Frage von bachforelle49, 147

Ist eine Abfindung ohne Sperrzeit von der Arbeitsagentur von einer betriebsbedingten Kündigung abhängig?

Keiner will was zurückzahlen, am wenigstens die, dies brauchen. Das ist dann der Fall, wenn man seine Arbeit verliert. Aber verrechnet und abgezogen wird die Abfindungsumme, wenn die Jobagentur eine andere Maßnahme und Ursache feststellt als eben die sogenannte betriebsbedingte Kündigung, weil dann Vorsatz unterstellt wird. Ist ja auch ein Widerspruch, beides zusammen! Daher wird gern diese Maßnahme der betriebsbedingten Kündigung eingeleitet, obwohl die Firmen immer behaupten, daß sie derselbigen Kündigungen bei Entlassungen nicht aussprechen bzw. auszusprechen gedenken. Also mal wieder die Unwahrheit... Was ist dran, an dieser Verbindung von Abfindung, Rückzahlung und betriebsbedingter Kündigung?

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von Schuhu, 93

Wenn du betriebsbedingt gekündigt wirst, rutscht du ja nicht gleich in Hartz-IV. Bei Arbetislosengeld I ist dein Vermögen irrelevant, denn du hast ja Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung, in die du vorher kräftig eingezahlt hast.

Kommentar von bachforelle49 ,

die Arbeitsämter (früher) sind sehr wohl in der Lage, diese Versicherungsleistung (ALG1) zu kürzen, wenn denn nicht

dies Zauberwörtchen " betriebsbedingte Kündigung " verifiziert ist,

oder sogar eine Sperrzeit aufzuerlegen, wenn eben nicht `betriebsbedingt `..




Antwort
von Miramar1234, 102

Ist von vielen Dingen abhängig,der Offensichtlichkeit,das Du leichtfertig oder vorsätzlich Deinen Arbeitsplatz aufgegeben hast,dolose Handlungen ,z.B.Arbeitsverweigerungen.Bei allen anderen Dingen hat das Amt einen Ermessensspielraum.Ein Rechtsbehelf ist im Streitfall bei Sperre des ALG 1 ist sowohl vom Zeitraum,wie vom Prinzip her,möglich.Es wird mittlerweile ein strenger Maßstab angewendet.Eine Krankheit,eine Überforderung,kann aber noch immer ein Grund sein ( gut protokolliert,ggf attestiert) die Arbeitsstelle aufzugeben.Aufhebungsvertrag,notfalls die Kündigung.Bei einer Abfindung,die erheblich ist,kann es eine Sperre geben.Beste Grüße

Kommentar von bachforelle49 ,

ja, gut, das wäre dann eine personenbedingte Kündigung, und da bastelt der Arbeitnehmer selbst an seinem Schicksal.. aber betriebsbedingt.. kann er nichts für, wenn die Firma den Arbeitsplatz abbauen will, also keine Sperrzeit (?)

Kommentar von Miramar1234 ,

Natürlich nicht,beim Drohen einer Insolvenz oder Sparmaßnahmen,das es zu einer solchen nicht kommen kann,oder der geschäftspolitischen Entscheidung ein Unternehmen nicht weiterzuführen,hast Du keinen Einfluß drauf und schon gar nicht hast Du irgend eine Schuld für die Arbeitslosigkeit.Beste Grüße.

Antwort
von Maximilian112, 84

Eine Sperre wird nur verhangen wenn der AN an der Auflösung des AV beteiligt oder schuld war. Das ist bei einer Betriebsbedingten nicht gegeben.

Eine Abfindung wird mE in keinem Fall mit ALG 1 verrechnet. Eine Abfindung würde sich doch auch mit einer verhaltens- oder personenbedingten Kündigung widersprechen.

Kommentar von webya ,

Bei einer Abfindung bekommst du leicht eine Sperrzeit vom Arbeitsamt. Diese Zeit wird auch hinten nicht dran gehängt. 

Kommentar von Maximilian112 ,

das liegt aber ganz bestimmt nicht an der Abfindung.....

Kommentar von bachforelle49 ,

nur bedingt, denn die meisten Auflösungsverträge haben erfahrungsgemäß ihren Ursprung in verhaltens- (bei langjährigen etc..) und/oder personenbedingten Kündigungsgründen, werden aber, um Arbeitsprozesse zu vermeiden und den Rausschmiß der unliebsam gewordenen AN zu beschleunigen (versüßen..), in betriebsbedingte ... umgewandelt, was natürlich keiner wirklich kontrollieren kann und will (auch Jobagenturen nicht..) und was dem Nutznießer dann eben satte Knete zukommen läßt. Auf Neudeutsch: sonne Art versteckte Bestechung..

Kommentar von Maximilian112 ,

Kaum ein Betrieb wird es sich leisten eine verhaltensbedingte Kündigung als betriebsbedingte auszugeben und eine Kündigungsschutzklage zu riskieren. Warum auch?

Aber geht es hier um Kündigungen oder um Auflösungsverträge??

Aber ansonsten gibt der Gesetzgeber durchaus die Möglichkeit, mit dem Angebot einer Abfindung zu kündigen und dabei die Bedingung zu stellen den Klageweg außen vor zu lassen.

cu

Antwort
von 2dave, 80

Ich verstehe nicht, was eine Sperrzeit beim Arbeitsamt mit einer Abfindung zu tun hat...

Kommentar von bachforelle49 ,

Kind hat einen anderen Namen.. nicht Sperrzeit, sondern die Summe (Abfindung) wird mit dem ALG1 verrechnet bzw. ein Teil der Abfindung wird mit Zahlung des ALG1 mitberücksichtigt (bei Mitschuld des Verlustes des Arbeitsplatzes) - das ist ja eben bei einer betriebsbedingten Kündigung nicht gegeben

Kommentar von webya ,

Nein, es gibt eine Sperrzeit von ein paar Monaten. Diese Zeit wird auch nicht hinten dran gehängt.

Kommentar von bachforelle49 ,

also tut jeder mit Abfindung gut daran, im Aufhebungsvertrag, der ja mit der Abfindung gekoppelt ist, den Zaubersatz " bedingt durch betriebsbedingte Kündigung " vom seinem (dann ehemaligen) Arbeitgeber abzukompromissen...!

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