Frage von quueeny, 185

Ist ein Wiedereinstieg in den Beruf mit ca. 30 überhaupt realistisch?

Ich selbst bin erst 18 Jahre alt, aber trotzdem interessiert es mich ob es überhaupt möglich bzw. "einfach" ist, nach dem man Kinder bekommen hat wieder in den Beruf zu kommen. Als Beispiel: Mit 19 fängt eine junge Frau an zu studieren, nach 3 Jahren, mit ca. 22 steigt sie in das Berufsleben ein und arbeitet bis sie mit 24 schwanger wird. Sie bleibt während der ersten Jahre noch zu Hause und mit 27 erwartet sie das 2. Kind. Sie bleibt wieder für ca. 2-3 Jahre zu Hause und steigt dann mit ca. 30 in den Beruf zurück ein. Wie schwer hat sie es? Theoretisch hat sie nur ein paar Jahre Berufserfahrung! Wie machen solche heutigen Mütter das? Steckt der Großteil seine Kinder einfach in eine Ganztagsbetreuung? Ist es besser in den Jahren wenigstens halbtags zu arbeiten? (Bei dem Beispiel bin ich jetzt mal von einer stabilen Finanzierung der Familie durch den Vater ausgegangen)...

Antwort
von hupsipu, 60

Was spricht dagegen, als Mutter schon recht zügig wieder in den Beruf zu gehen und mit dem Partner zusammen die Betreuung und den Job zu meistern? Wenn beide 80% arbeiten (was Firmen ab einer gewissen Größe inzwischen ermöglichen müssen!) kann das Kind problemlos mit einem Jahr in die Krippe oder zur Tagesmutter, ohne dass es dort den kompletten Tag verbringen muss. Finanziell ist man damit auch auf stabileren Beinen, der Vater hat viel mehr von seinem Kind und dieses dämliche "der Mann bringt die Kohle ran die Frau hockt daheim beim Kind und spätestens mit Mitte 40 sind beide gefrustet" fällt weg :-)

Antwort
von rommy2011, 69

alo ich habe immer gearbeitet, ich konnte es mir aus fin. gründen nicht leisten, eine babypause zu machen (ist schon 35 j her !) damals gabs noch kein elterngeld. aber ich hätte gerne wenigstens 1/2 tgs. gearbeitet um mehr mit meinem kind machen zu können. aber ich hatte meine eltern, vater ging gerade in rente und für ihn war die enkelbetreuung ein ganz wichtiger faktor des gebraucht werdens. so kamen alle auf ihre kosten und mein sohn hatte eine super schöne beziehung zu seinen grosseltern. in meiner pheriperie wohnen viele junge paare, die bringen ihre kinder mit rund 1 jahr in die krabbelgruppe bis kiga und dann schule mit nachschul-betreuung. anders gehts wohl nicht, die grosseltern gehen alle noch selbst arbeiten und die, die in rente sind, die wollen heute auch frei und ungebunden sein.

heute habe ich selbst eine enkelntochter, mein sohn und seine frau haben 1 jahr elternzeit in anspruch genommen, danach ist meine schwiegertochter wieder im beruf eingestiegen und das kind kam zu mir für 2 jahre - bis zum
kiga. im februar kommt mein 2. enkelkind und wir haben schon besprochen, dass wir es wieder genauso machen werden, so haben alle etwas vom enkelkind und für die kinder sind oma und opa genauso wichtig wie die eltern.

Kommentar von maulmau ,

Die Lösung finde ich super, da gewinnen echt alle! Ein einjähriges Kind mit Oma und Opa ist doch viel schöner als ein einjähriges mit zwei Erziehern und mindestens 15 anderen Kleinkindern :-/ ich kenn viele Eltern, die alleine hier in den Ort gezogen sind, ohne Oma und Opa in der Nähe, die sind oft Stunden entfernt. Die Eltern sind dann völlig auf Fremde angewiesen oder müssen sich selbst komplett einschränken. Hier gibt's dann auch noch die Regelung: je mehr Geld verdient wird, um so mehr kostet der Kitaplatz, das macht einem die Entscheidung auch nicht leichter.

Antwort
von maulmau, 82

Wenn du einen unbefristeten Arbeitsvertrag hast und ich den Job nach der Elternzeit wieder einsteigen kannst (oder schon während der Elternzeit zeitweise) stehen die Chancen gut, dass du wieder am Arbeitsleben teilnimmst. Ich merke gerade selbst, dass ein Kleinkind im Lebenslauf ein direkter Ausschlussgrund im Bewerbungsverfahren ist. Mal im Ernst, welcher Arbeitgeber möchte jemanden einstellen, der immer pünktlich gehen muss, um sein Kind abzuholen, plötzlich fehlt, weil das Kind zu krank für den Kindergarten ist oder die Betreuung wegen Streik oder ähnlichem ausfällt?
Wer finanziell auf Arbeit angewiesen ist und einfach keine andere Wahl hat, muss dann ziemliche Abstriche machen, das heißt hauptsächlich Fremdbetreuung für das Kind, immer jemand in der Hinterhand, der betreuen kann, wenn der Kindergarten nicht in Frage kommt. Wie das Kind das mitmacht ist dann zweitrangig. Habe schon von Müttern gehört, dass sie sich wegen Angst um den Arbeitsplatz gezwungen fühlen, ihrem Kind morgens ein Zäpfchen zugeben, damit es trotz hohem Fieber in die Kita kann und sie selbst nicht bei der Arbeit fehlen :-( ich kenne viele Mamas, die sich selbst völlig kaputt machen nur um es dem Arbeitgeber und dem Kind so angenehm wie möglich zu machen. Dass man selbst bzw. der Traum vom Familienleben dabei irgendwann auf der Strecke bleibt, merkt man auch gar nicht mehr, weil die Zeit fehlt, sich darüber Gedanken zu machen...

Antwort
von Steffile, 61

Wenn eine Frau auf der Karriereleiter aufsteigen will, kann sie sich nicht leisten, mehrere Jahre auszusteigen, dann waehlt sie Ganztagsbetreuung (was auch Grosseltern etc sein koennen.) Es gibt Betriebe, die Teilzeitarbeit anbieten, aber die sind eher selten. Der Trend, Arbeit von zu Hause anzubieten, kommt auch langsam nach Deutschland, aber auch nicht leicht mit kleinkindern. Oder die Frau nimmt in Kauf, dass sie bei Befoerderungen uebersprungen wird. 

Eine andere Moeglichkeit ist, einen Beamtenberuf zu waehlen, da werden die Frauen (soweit ich weiss?) nicht benachteiligt.

Oder die Frau macht sich selbststaendig, was natuerlich nicht leicht ist mit kleinen Kindern und den finanziellen Rueckhalt des Partners vorraussetzt.

Antwort
von beangato, 80

Also: Ich bin eine ältere Mutter :)

Bis zur Wende habe ich trotz 3er Kinder voll gearbeitet. Meine Kinder gingen zur Schule oder in die Krippe (war bei uns in der DDR so üblich).

Nach der Wende durfte ich noch genau so lange arbeiten, bis mein jüngstes Kind 3 Jahre alt war - dann wurde mir gekündigt. Da war ich 35 Jahre alt.

Trotz ca. 22 Jahre Berufserfahrung hat mich niemand mehr eingestellt. Bin also seit ca. 26 Jahren arbeitslos trotz diverser Weiterbildungen.

Und ich denke, so eine Mutter, wie Du sie beschreibst, wird wohl keine Arbeit mehr bekommen.

Kommentar von rommy2011 ,

also so pessimistisch würde ich das nicht sehen, wenn man auf eine gute ausbildung zurückgreifen kann, dann gilt es , sich nicht klein kriegen zu lassen und immer wieder zu bewerben, ich kenne da schon eine ganze menge frauen, bei denen der wiedereinstieg gut funktioniert hat. nicht alle arbeitgeber sind gegen angestellte mit kindern.

Kommentar von beangato ,

Nun, ich bin Wirtschftskaufmann von Beruf. Hatte Weiterbildungen im Bereich Computer (DTP, PC-Kaufmann, Marketing und Vertrieb und Event-Marketing) - so schlecht war meine Ausbildung also nicht. Ich habe trotzdem nichts bekommen.

Ich war alleinerziehend, aber die Kinderbetreuung wäre gesichert gewesen durch die Oma. Als meine Kinder aus dem Haus waren, war ich zu alt für den Arbeitsmarkt.

Das hat nichts mit Pessimismus zu tun - das ist traurige Realität in Deutschland.

Kommentar von blumenkanne ,

wer arbeit sucht, der findet welche. manchmal hilft auch einfach über den tellerrand zu schauen. deutschland ist groß - man konnte umziehen und die die es taten haben immer arbeit gefunden. ich war noch nie arbeitslos, habe drei kinder :)

Kommentar von beangato ,

Wenn das Deine Meinung ist, ist das ja ok.

Meine Erfahrungen sind anders.

Kommentar von blumenkanne ,

die sind dann wohl innerhalb des tellerrandes verblieben. das ist schade, dass du es nicht einfach gemacht und versucht hast.

Antwort
von pieps1968, 21

Guten Tag,

ich bin 47 Jahre jung und war von 2001 bis 2015 in Familienzeit. Bis zum Beginn meiner Familienzeit war ich selbstständig und freiberuflich tätig. Während meiner Familienzeit habe ich als nebenberuflich Selbstständige so weitergearbeitet, wie es mit Familie am besten passte (bin im Marketing-Bereich tätig).

Im Sommer diesen Jahres habe ich mit meiner Familie gemeinsam beschlossen, dass ich wieder in den Beruf einsteige, und zwar idealerweise in Teilzeit + kombiniert mit meiner bisherigen selbstständigen / freiberuflichen Tätigkeit.

Im August habe ich mich in die "Spur" begeben und mich zunächst für Minijobs beworben. Ca. 2 Wochen später habe ich dann tatsächlich einen Minijob beginnen können. 

(Ich bin sehr flexibel, was Arbeitszeit und Arbeitsort betrifft. Auch bei den Arbeitsaufgaben bin ich flexibel und kann mich gut auf Neues einstellen.)

Ja, und jetzt - im Dezember - wurde mir von meinem Minijob-Arbeitgeber eine Festanstellung in Vollzeit angeboten. Teilzeit ist auch möglich. Ich muss zugeben, ich war komplett überrascht. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass es über den Minijob eine Möglichkeit zur Festanstellung geben wird, aber dass das Angebot so schnell kommt - nach nur ca. 3 Monaten - das hat mich sehr verblüfft, aber auch sehr gefreut.

Ab Januar 2016 habe ich nun also tatsächlich genau das, was ich mein Ideal ist:  Eine Festanstellung mit Möglichkeit, parallel dazu weiter selbstständig / freiberuflich im Nebenerwerb zu arbeiten. Perfekt :-)

Fazit:  Ich empfand den Wiedereinstieg für mich als sehr leicht. Aber vielleicht lag es einfach auch daran, dass ich durch meine nebenberufliche Selbstständigkeit während der Familienzeit immer "nah dran" war am beruflichen Leben.

Ich wünsche allen "Wiedereinsteigern" auf jeden Fall ganz viele gute Ideen und einfach den Mut, auf die Ziele zuzugehen :-)

Herzliche Grüße,

pieps1968

Antwort
von Mell1990, 72

Also ich kann nur von meiner Tante berichten. Sie hat mit 27 das erste Kind bekommen ( vorher hat sie in einer Apotheke gearbeitet Jahrelang ). Dann mit 30 das zweite Kind und mit 33 das dritte. Jetzt ist sie 41 und hat jetzt tatsächlich eine Arbeitsstelle gefunden wo sie halbtags arbeiten gehen kann.
Aber das war wirklich schwierig was zu finden

Antwort
von Georg63, 31

Ja das ist realistisch - gute Ausbildung vorausgesetzt.

Meine Tochter hats grade durch. Studium mit 25 fertig, Kind kam mit 29. Das ist jetzt 14 Monate und sie ist seit einem Monat wieder in ihrem Job zurück.

Kind geht in eine sehr gute flexible Kita und wird meist zeitig abgeholt - drei Omas und zwei Opas teilen sich den "Job". Eine Woche Krankheit hab ich als Opa komplett übernommen.

Manche Tage kann meine Tochter auch zu Hause arbeiten - die Firma ist da sehr modern - verlangt aber auch viel.

Auch morgens muss das Kind nicht zu früh raus, da sich die Eltern abwechseln - freie Zeiteinteilung bei der Arbeit machts möglich.

Antwort
von Aushilfsbuddha, 65

Hallo.

Das kommt ganz auf die Situation der Frau an. Hat sie einen unbefristeten Vertrag, kann sie i.d.R. wieder bei ihrer alten Firma anfangen. Hatte sie den nicht, ist die Jobsuche schon schwieriger. Als Frau mit Kindern Karriere zu machen, ist happig. Da sehen Chefs nur Fehltage wegen kranker Kinder, Kita-Streiks und Schulausfällen, außerdem wird gerne mal gedacht, dass Frau ihre Kompetenz zwischen Schnullern und Windeln verloren hat und nicht mehr viel taugt, nachdem sie zurück in den Beruf kommt.

Ist leider nicht sehr gut ausgebildet hier in Deutschland, dass die Frau trotz Kindern dieselben Karrierechancen hat wie ein Mann mit Kindern. 

Kommentar von Georg63 ,

dass Frau ihre Kompetenz zwischen Schnullern und Windeln verloren hat und nicht mehr viel taugt, nachdem sie zurück in den Beruf kommt.

.... was bei mehrjähriger Auszeit nicht ganz abwegig ist. Langzeitarbeitslosen gehts da ja auch nicht besser.

Antwort
von Seanna, 62

Da muss der Mann aber SEHR gut verdienen wenn sie 6 Jahre Zuhause bleiben kann... -hust- -> sehr unwahrscheinlich.

Kommentar von maulmau ,

Stimmt :-) aber wer es sich finanziell nicht erlauben kann, wird auch weniger darauf kommen so lange nicht zu arbeiten. Und wenn doch, ist da wohl schon vorher was schiefgelaufen und die Kinder sind nur ein vorgeschobener Grund...

Kommentar von Lycaa ,

So unwahrscheinlich nun auch wieder nicht. Ich war 5 Jahre zuhause, meine Schwester sechs, eine Freundin von mir fünf, zwei weitere sind "nur" Hausfrauen und der jeweilige Mann dazu Alleinverdiener. Und ich rede jetzt nicht von Vorstandsvorsitzenden. Fast alle meine Freundinnen arbeiten übrigens nach der Babypause wieder in ihrem erlernten Beruf. Es geht also schon. Man muss sich als Frau aber ohne Frage besser verkaufen können. Gerade wenn kleine Kinder im Spiel sind.

Antwort
von Hexe121967, 52

naja, kommt wohl immer auf den beruf an. einfach ist das nicht!

Antwort
von blumenkanne, 55

nun sie ist ungelernt und somit sollte es nicht schwer sein einen job zu finden im niedriglohnsektor: putzen, waren einräumen, kassierer, callcenteragent.

dein studium hat keinerlei wert mehr, die berufserfahrung ist gleich null - du solltest dir also mit dem jobcenter gemeinsam gedanken machen über eine qualifizierung und vielleicht umschulung machen.

wer arbeit sucht der findet auch welche.

Kommentar von beangato ,

Das

wer arbeit sucht der findet auch welche

stimmt schon lange nicht mehr.

Kommentar von blumenkanne ,

doch das stimmt. wer arbeit sucht, der findet auch welche.

Kommentar von Georg63 ,

ja klar - wenn man - so wie du schreibst - bereit ist seine Bildung komplett an den Nagel zu hängen

Kommentar von blumenkanne ,

sie hat doch die bildung komplett an den nagel gehangen und ist 6-7 jahre zuhause geblieben. damit war der weg vorprogrammiert.

Kommentar von maulmau ,

Aber du wirst wohl trotzdem zugeben, dass es für einen Arbeitgeber keinerlei Vorteile hat eine Mutter mit zwei kleinen Kindern einzustellen, oder? Auch wenn ich super qualifiziert bin, gewinnt doch eher der weniger qualifizierter Bewerber, der nicht pünktlich um 16 Uhr sein Kind aus der Kita abholen muss oder um 12 Uhr versucht nebenbei eine Betreuung für das plötzlich erkrankte Kind im Kindergarten zu organisieren, dann mehrere Wochen ausfällt, weil das Kind krank ist, danach streikt die Kita, Sommerferien, Weihnachtsferien... In der Arbeitswelt geht's nun mal nicht um Nächstenliebe. Ein Trend scheint allerdings zu sein, Schwangeren Müttern eine Abfindung zu zahlen, damit sie kündigen und nach der Elternzeit bloß nicht wieder zurückkommen.

Kommentar von October2011 ,

Du unterschätzt da etwas die persönliche Sympathie. Wenn die Mutter im Bewerbungsgespräch einen sympathischen eindruck macht und der Vorgesetzer das gute Gefühl hat, dass man mit ihr gut zusammenarbeiten kann dann hat die Mutter gute Chancen.

Da gilt allerdings nur dort, wo es einen Fahkräftemangel gibt oder einem Beruf, der hauptsächlich von Frauen gemacht wird - denn wenn 90% aller Berwerber weiblich sind hat der Arbeitnehmer immer das Risiko, dass der neue Arbeitnehmer schwanger wird.

Da kann eine Frau mit abgeschlossener Familienplanung sogar im Vorteil sein.

October

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community