Frage von Tannenweg, 27

Ist ein Vertrag zustande gekommen, oder nicht?

Ein Verein hat bei einer Agentur für Busanmietungen ein Angebot für eine Vereinstour über ein Wochenende eingeholt. Das Angebot erfolgte zu einem Preis von ca. 2000 Euro. Der Auftrag wurde, wie verlangt, vom Verein bis zu einem bestimmten Termin erteilt. 3 Tage vor Antritt der Reise teilt nun die Agentur mit, dass der eingeplante Bus mit einer längerfristigen Reparatur im Ausland festliegt und alternativ ein Bus angeboten werden kann, der ca. 500 Euro Mehrkosten erfordert. Der Verein ist nicht bereit, diese Mehrkosten zu tragen, sieht sich aber vor dem Dilemma, dass kurzfristig kein Busunternehmen ein Angebot abgeben kann, da überall ausgebucht ist. Die Agentur ist der Meinung, dass kein Vertrag existiert, da eine Auftragsbestätigung ihrerseits nicht vorliege. Der Verein ist sehr wohl der Meinung, dass ein Vertrag zustande gekommen ist, da im Angebot folgender Passus steht: "Zur Buchung senden Sie uns bitte das unterschriebene Angebot per Fax oder eingescannt per Mail zu." Diese Faxzusendung erfolgte fristgerecht am 21.09.16 und heute (27.09.16) kommt die Meldung, dass es Probleme gibt. Frage: Ist ein Vertrag zustande gekommen, oder muss der Verein auf den Mehrkosten für einen teureren Bus sitzenbleiben?

Gern erwarte ich die Antworten der Experten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sheila91, 13


Ein Vertrag erfordert übereinstimmende Willenserklärungen, das sind das Vertragsangebot und die Annahme.

Das Vertragsangebot wird im BGB als Antrag bezeichnet.

Mit dem Antrag wird einem anderen die Schließung eines Vertrags angetragen (vgl. § 145 BGB@). Mit der Annahme des Angebots kommt der Vertragsschluss zustande.

Der Vertrag ist ein mehrseitiges Rechtsgeschäft (siehe Rechtsgeschäftsarten).

Die Antragserklärung kann gerichtet sein an eine konkrete Person
(z.B. Freund) oder jedermann (z.B. beim Zigarettenautomat an Unbekannte)
und ist grundsätzlich formlos möglich. So kann das Angebot z.B.
mündlich, telefonisch, durch Brief, Fax, Email etc. abgegeben werden.

Ein Angebot muss so konkret sein, dass die Leistung bei
Vertragsschluss zu mindestens bestimmbar ist und der Annehmende nur noch
"ja" zu sagen braucht.
Fehlt es der Erklärung an der eindeutigen Bestimmbarkeit der
Leistung, liegt kein Antrag vor. Denn der Schuldner kann nicht zu einer
unbestimmten Leistung verpflichtet werden.

Wenn alles eindeutig im Angebot stand, dann ist der Verein eigentlich im Recht.


Antwort
von Kuestenflieger, 9

Ein Reise-Bus hat zur vereinbarten Zeit reisebereit da zu stehen . Auch dafür hat der Betreiber eine Betriebshaftpflicht .

Das FAX ist die dingliche Bestellung .


Antwort
von lumperus, 7

Der Unternehmer muss liefern oder eruss Schadensersatz zählen. Hier wird wohl nur eine Klge (Androhung) was bringen.

Antwort
von sonnymurmel, 11

Ich bin jetzt kein Rechtsexperte......

aber:

wenn keine Buchungsbestätigung von Seiten des Veranstalters vorliegt, ist es zu keinem Vertragsabschluß gekommen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten