Ist ein Verlustvortrag etc. bei einem Dualstudium (Zweitausbildung) trotz Ausbildungsvergütung möglich?

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1 Antwort

Vorweg:
Die 7 Jahre sind sehr strittig, das Finanzamt und die herrschende Meinung gehen von 4 Jahren (§ 169 (2) Nr. 2 Abgabenordnung) aus, da es sich um eine "Antragsveranlagung" handelt und man somit keine Pflicht hatte, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Die 7 Jahre sind nur eine Summe aus den o.g. 4 Jahren plus 3 Jahre sogenannte Anlaufhemmung (§ 170 (2) Nr. 1
Abgabenordnung), wenn man eine Erklärung abgeben muss bzw. hätte müssen.

Zum Sachverhalt:
Eine Erklärung lohnt sich DANN abzugeben, wenn die Werbungskosten (Kosten im Zusammenhang mit Studium) GRÖSSER sind, wie das Bruttogehalt. Sofern der Betrag kleiner 0 wird, entsteht ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte. Dieser (und nur dieser) kann ENTWEDER 1 Jahr zurückgetragen werden ODER vorgetragen werden, bis er aufgebraucht ist -> Wahlrecht.

Vermutlich ist bei dir das Jahr 2008 ff. interessant.
Fahrten Wohnung Arbeit sind mit 230 Tagen pro Jahr (5 Tage Woche) anzusetzen, also  hier: 65 km x 0,3 EUR/km x 230 Tage = 4485 EUR. Zusätzlich natürlich noch alle anfallenden Kosten wie: Lehrbücher, notwendiger PC/Laptop, Telefonkosten, Prüfungsgebühren, evtl. Seminare, Wege dorthin (hier doppelter Weg, also hin UND rück, da Reisekosten).

Beschreibe am besten mal, was für Kosten angefallen sind und in welcher Höhe und vorallem in welchem Jahr und was du in diesen Jahren auch BRUTTO (sofern kein Minijob) verdient hast.

Da nur 4 Jahre sicher durchgehen werden, ist das letzte sichere Jahr das Jahr 2012 (sofern Abgabe bis 31.12.2016)

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Kommentar von EngineerSD
28.04.2016, 19:37

Hallo und vielen Dank für die Antwort!

Ergänzung zu den Fahrten:

Es war ein Dualstudium und ich bin nur in der Studienzeit zur Hochschule gefahren, ansonsten zur Arbeit.

Für 2009 sind daher folgende Fahrten angefallen:

- Wohnort zur Arbeit => insgesamt 290 km / Jahr

- Wohnort zur Hochschule => insgesamt 9280 km / Jahr


Zum Einkommen und der gezahlten Lohnsteuer:

2009: 9063€, LSt: 0€

2010: 9710€, LSt: 0€

2011: 10410€, LSt: 0€

2012: 11000€, LSt: 17€

Einkommensart: Ausbildungsvergütung

Wenn ich jetzt grob überschage, mit erster und zweiter Tätigleitsstätte hin und her probiere, alle Kosten fürs Studium mit rechne und auch die 12€ / Tag Verpflegungspauschale einbeziehe, komme ich nie über 6000€.


Ich habe nun das Internet schon reichlich durchsucht zu der Thematik. Unter anderem ist mir diese Seite aufgefallen:

www.stbk-stuttgart.de/Aktuelles/Bildung-und-Steuern

Hier wird z.B. auch der Grundfreibetrag beim Verlustabzug erwähnt.


Grundlegend sind ja die Werbungskosten abzugsfähig, darum finde ich es halt unfair gegenüber den Studenten, die sich ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und Aufgrund des Einkommens die enstandenen Kosten des Studiums zur Ausübung einer späteren Tätigkeit, welche zu Steuerabgaben führt, nicht absetzen können.

Ein Kevin Mustermann, welcher jeden Monat 1000€ von Omi bekommt, die gleiche Strecke pendelt und NICHT arbeiten geht, kann hingegen Verluste erzielen und diese mit spätern Einkünften steuerlich verrechnen. Unfaire Welt.

Grüße

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