Frage von D3ath1st, 55

Ist ein Verkäufer beim Verkauf von einem gebrauchten Auto dazu verpflichtet mich auf defekte Teile hinzuweisen?

Antwort
von apophis, 41

Ja ist er. Der Handel / der Kaufvertrag wird mit dem beschriebenen Objekt durchgeführt.
Konkret gesagt: Hat das Auto Mängel, die beim Kauf nicht bekannt waren, entspricht das Auto nicht der vom Verkäufer angegebenen Ware. 

Du hast somit das Recht die korrekte Ware zu fordern, sprich das Auto ohne diese Mängel. Ob der Verkäufer jetzt die Mängel behebt oder dir ein anderes Auto des selben Modells gibt, ist ihm überlassen. Er muss die Ware (das Auto) aber so übergeben, wie es vertraglich ausgemacht war. 

Kommentar von D3ath1st ,

Noch eine Sache, vertraglich war nichts festgehalten, da es keinen Vertrag gibt, ich hatte einen Zeugen an meiner Seite der bei der Begutachtung des Wagens dabei gewesen ist.

Kommentar von apophis ,

Du hast ein Auto ohne schriftlichen Vertrag gekauft ???

Naja, das kann man schon selbst schuld nennen sorry, aber verloren ist trotzdem nichts.
Wenn Du einen Zeugen hattest, ist das schonmal etwas gutes.
Bei einem mündlichen Vertrag ist es nur schwerer zu beweisen was drin stand.

Kommentar von D3ath1st ,

Ja das stimmt, er hat beim Verkauf halt alles was repariert wurde aufgezählt. Positiv ist, dass er mir angeboten hat, morgen das Auto vorbeizubringen um eventuelle Mängel zu beheben (Er selbst ist Kfz-mechaniker). Allerdings bin ich mir sehr unsicher ob er auch wirklich etwas repariert. Außerdem ist das Fahrzeug im Oktober über den TÜV gekommen, was für mich das wichtige war, so kann ich sicher sein das zum mindestens Sicherheitsmängel die dramatisch wären nicht vorhanden sind.

Antwort
von vierfarbeimer, 28

Nein, er ist nicht verpflichtet auf defekte Teile hinzuweisen.

Woher soll denn der Verkäufer wissen, dass die Stossdämpfer ausgelutscht sind und erneuert werden müssen? Woher soll er wissen, dass das unterschwellige Heulen der Hinterachse beim Rückwärtsfahren ein Hinweis auf einen Defekt ist, der eine kostspielige Reparatur nach sich zieht? Woher soll er wissen, dass das mahlende, kaum wahrnehmbare Geräusch von deiner defkten Wasserpumpe kommt? Für ihn ist es ein altes Auto, was in die Jahre gekommen ist und deshalb nicht mehr so gut fährt wie ein Neues.

So denken leider nicht nur die skrupellosen Autoverkäufer. Häufig wird sogar auch mit eben diesem Argument: "Das ist halt kein Neuwagen mehr!"dem Kunden ein quietschendes Auto schmackhaft gemacht, wenn der Kunde nachfragt, sich Honig um den Bart schmieren lässt und das Auto schlussendlich kauft, weil er glaubt, er habe mit dem erzielten Preisnachlass ein gutes Auto gekauft.

Wenn man nicht ein ausgebuffter Kfz Kenner ist, ist es quasi unmöglich, einen älteren Gebrauchtwagen zu einem fairen Preis zu bekommen.

Kommentar von D3ath1st ,

Also vorab, der Wagen war beim TÜV und ist dort ohne Mengel drüber gekommen. Dann solltest du wissen das der Mann ein Kfz-mechaniker ist der das Auto verkauft hat. Er sollte vor dem Weiterverkauf nachgesehen haben was an dem Wagen dran ist und das entweder reparieren oder wenn er das nicht tut wenigstens als Unfall/Schad/oder sonstiges-Auto angeben/anbieten. In diesem Fall wurde ich wohl opfer meiner eigenen Dummheit, keinen Vertrag zu machen.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Ja, du bist Opfer deiner mangelnden Sachkenntnis und mangelnder Vorsicht geworden.

Man sollte niemals Autos von Kfz Mechanikern kaufen, weil diese häufig Unfallwagen aufkaufen, diese in ihrer Freizeit herrichten und dann verkaufen. Um Kfz Mechaniker als Privatverkäufer sollte man einen ganz grossen Bogen machen.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Btw. Ein Auto welches einen "Schaden" hatte, ist nicht gleich ein Unfallwagen.

Antwort
von Plattenspeeler, 22

Ja, auf bekannte Mängel muß auf jeden Fall hinweisen. Sonst kann er sogar wegen arglister Täuschung belangt werden.

Antwort
von wikinger66, 28

Rein rechtlich ist er es. Aber das was "dkreiser" gerade geantwortet hat ist genau die Verfahrensweise. Wichtig ist in dem zusammenhang auch, das du eine regelgerechte Gebrauchtwagengarantie mit Urkunde bekommst und nicht nur die Gesetzliche Gewährleistung.

Antwort
von dkeiser, 37

Nimm einen Zeugen mit, erfrage alles erdenkliche. Und halte alles Vertraglich fest. Man wird nur noch vera*** beim Autokauf. Sollte dann noch was passieren, kannst du deine Rechtsschutz einleiten.

Kommentar von D3ath1st ,

Die Sache ist, das Auto wurde bereits gekauft und vieles viel mir erst durch nutzen des Autos auf. Alles was mir auffiel, wurde beim Verkauf allerdings nicht erwähnt

Antwort
von JohnDerringer, 55

Ja ist er, wenn ihm der Mangel bekannt ist. egal, ob Privatverkäufer oder Händler. Wenn der Mangel nachweislich vorher bestanden hat und der Verkäufer nachweislich davon wusste, könnte eine Anfechtbarkeit gemäß §123 BGB in Betracht gezogen werden, bzw. der Händler muss im Rahmen der Sachmängelhaftung den Schaden beheben.

Kommentar von D3ath1st ,

Diese Dingw werden ihm bekannt gewesen sein, wurden aber nicht festgehalten, sprich schriftlich habe ich nichts. Und wie bereits geschrieben, vielen mir die Sachen erst beim nitzen des Autos auf.

Kommentar von JohnDerringer ,

kommt drauf an, welche Mängel bestehen. Im Zweifel kannst du dein Auto mal von einer Werkstatt durchschauen lassen. Die können dir schonmal grob sagen, was da los ist und ob es möglich wäre, dass der Mangel schon länger bestehen könnte. Du musst natürlich nachweisen können, dass der Verkäufer davon gewusst hat, bzw. es muss begründeter Verdacht bestehen. Frag mal bei der zuständigen TÜV - Stelle nach, ob die was wissen.

Kommentar von JohnDerringer ,

War es ein Händler oder ein Privatkauf?

Kommentar von D3ath1st ,

Priatverkauf

Kommentar von JohnDerringer ,

ah, mist... wenn du noch die alten TÜV Berichte hast, frsg mal da nach. Wenn du Glück hast, hat der TÜV schonmal auf diese Mängel hingewiesen und dann hast du die Beweise, die du brauchst.

Kommentar von D3ath1st ,

Der Wagen hat keine Mengel bei dem TÜV-besuch vorgewiesen und kam ohne drüber. Es werden keine großen Sicherheitsmengel sein, wenn dies der Fall ist. Es ist nur störend. Wenn er anbietet den Wagen nachzusehen und ggf zu reparieren, werde ich in der Hoffnung das dies passieren wird, dass erstmal annehmen und den Wagen morgen hinbringen. Sollte sich dann nichts getan haben oder er das direkt verweigert werde ich von weiterem Handeln nicht absehen.

Kommentar von JohnDerringer ,

wie äußern sich denn die Mängel?

Kommentar von AalFred2 ,

Woraus ergibt sich deiner Meinung nach diese Verpflichtung?

Kommentar von JohnDerringer ,

Die Verpflichtung ergibt sich aus § 433 BGB: Ein Kaufvertrag kommt zustande durch die Abgabe 2er Willenserklärungen in Form von Angebot und rechtzeitiger Annahme gemäß § 433 I, II BGB. Dieser Paragraph regelt die Pflichten der Vertragspartner. Darin ist unter Anderem geregelt, dass der Verkäufer die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu übereignen hat.  Wenn der Verkäufer den Mangel bei Vertragsschluss kennt und ihn dem Käufer nicht mitteilt, könnte ein arglistiges Verschweigen im Sinne des § 444 BGB vorliegen, das den Gewährleistungsausschluss unwirksam macht. Indizien für ein arglistiges Verschweigen können beispielsweise sein, wenn der Verkäufer aufgrund tatsächlicher Umstände auf das Vorliegen eines Mangels hat schließen müssen (BGH NJW 1997, 270).

Antwort
von Plattenspeeler, 12

Ja, auf bekannte Mängel muß auf jeden Fall hingewiesen werden.

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