Frage von Dunno2010, 37

Ist ein Verein noch gemeinnützig, wenn er selbst nichts tut?

Hallo,

Angenommen ein gemeinnütziger Sportverein verpachtet seine Anlage und tut selbst nichts mehr, außer einmal im Jahr ein Turnier und 1-2 Feiern im Jahr auszurichten.
Die Anlage wird vom Pächter als Gewerbe betrieben, jeder der dort seinen Sport ausübt zahlt dem Pächter die Nutzung und Trainerstunden usw. Der Verein selbst ist also komplett raus aus dem Betrieb, bietet dort nichts an und Mitglied zu sein hat keine Vorteile für die Sportler. Der Verein möchte, dass nur Mitglieder die Anlage nutzen, der Pächter widerspricht dem, da nichts dergleichen im Pachtvertrag steht und auch nicht, dass der Pächter an die Satzung des Vereins gebunden ist.
Ist der Verein überhaupt noch gemeinnützig, wenn sie selbst im Prinzip nichts tun von dem was in der Satzung steht, sondern die Anlage als Gewerbebetrieb verpachtet haben?

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von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 21

Gemeinnützige Vereine unterliegen ja einer Prüfung. Wenn sich dieser geschilderte Sachverhalt dabei herausstellt, wird die Gemeinnützigkeit aberkannt.

Es wäre aber zu prüfen, ob die gesammten Pachteinnahmen für die Vereinsfeiern verbraucht werden, oder nicht doch für den gemeinnützigen Zweck.

Kommentar von Dunno2010 ,

Die Pachteinnahmen werden für einen Kredit verwendet, den der Verein aufgenommen hat um die Anlage zu erweitern. Selbst tun sie nichts, stellen kein Equipment zur Verfügung o.ä. Sind so gesehen nur noch Vermieter/Verpächter.
Die Feiern bestreiten Sie aus den Mitgliedbeiträgen, Turniere aus Startgebühren.

Kommentar von wfwbinder ,

Demnach werden noch Turniere veranstaltet, also nicht nur die Verpachtung?

Ich kann meiner Aussage nicht hinzufügen, der Prüfer muss es dokumentieren und das Finanzamt entscheidet.

Ich habe selbst schon einige Vereine geprüft (die jährliche Prüfung macht ein Steuerberater, oder Wirtschaftsprüfer, das Finanzamt selbst kommt nur einige zig Jahre mal) und wenn das keine anderen Aktivitäten ausser Vermietung wäre, würde es beanstandet.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 20

So einfach ist das nicht. Das Verpachten könnte als zulässiger Zweckbetrieb eingestuft werden, dessen einziger Zweck ist, die Erfüllung des gemeinnützigen Zwecks zu ermöglichen. Die Frage wäre, ob ein einziges Turnier den Erfordernissen, die an die Gemeinnützigkeit gestellt werden, ausreicht. Das müsste das Finanzamt prüfen und ggf. die Gemeinnützigkeit aberkennen bzw. keinen Freistellungsbescheid ausstellen. 

Es hängt also alles davon ab, wie man dem Finanzamt die Sache beibringt und wie dieses dann entscheidet.

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