Frage von maikpaule, 160

Ist ein Urlaubsplan gleich ein genehmigter Urlaub?

Wir haben einen Urlaubsplan für das ganze Jahr mit allen Mitarbeitern... Dort stand bis gestern mein Urlaub in 4 Wochen noch drin ... Heute ist es raus ... Nun meine Frage zählt dieser Urlaubsplan als genehmigt? Oder bedarf es einer anderen Form um als genehmigt zu gelten? Bzw. wieviele Tage / Wochen vorher kann er gestrichen werden? ( Es handelt sich um keinen Notstand)

Antwort
von faiblesse, 107

Kommt drauf an wie es bei euch gehandhabt wird.

Bei einer Freundin ist es tatsächlich so. Da wird nur in einen Plan eingetragen und gilt dann auch als genehmigt..
Wobei dann doch ab und an mal verschoben wird..

Bei uns müssen die Anträge schriftlich an den Vorgesetzten und dann in die Personalabteilung.

In unsrer Abteilung gibt es so intern die Regel, dass wir uns untereinander absprechen, wer wann Urlaub möchte, der wird auch in einen Plan eingetragen.
Der eigentliche Antrag erfolgt dann oft erst 3 Tage vor Antritt..
Bei uns alles problemlos.

Hast du denn mal gefragt, warum dein Urlaub plötzlich "weg" ist??

Antwort
von PeterSchu, 91

Eigentlich ist ein Urlaubsplan nur ein Plan und verbindlich ist der Urlaub erst dann, wenn er (schriftlich) genehmigt wurde.

Ein Urlaubsplan kann dann als verbindlich betrachtet werden, wenn

- dies in einer Betriebsvereinbarung festgelegt ist,

- eine entsprechende Regelung von Betrieb dies so besagt oder

- wenn es in der Vergangenheit so praktiziert wurde.

Wenn es einen Betriebsrat gibt, solltest du dich also an ihn wenden. Ansonsten den Arbeitgeber fragen. Zumindest halte ich es für eine sehr schlechte Kommunikation, wennn man den Urlaub einfach so stillschweigend streicht, ohne den Betroffenen zu informieren.

Antwort
von Maximilian112, 83

Es kommt darauf an wie es bisher im Betrieb geregelt wurde. Nicht in jedem Betrieb gibt es eine schriftliche Genehmigung für den Urlaub.

Wenn bisher die letzten Jahre galt, das Urlaub der in den Plan eingetragen wird auch der genehmigte ist dann kannst Du weiterhin davon ausgehen.

Ist der Urlaubsplan allerdings für die Kollegen zum eintragen gedacht dann wäre es kein genehmigter.

Ist er aber genehmigt kann er nicht gestrichen werden. Da müsste schon ein absoluter Notfall herhalten.

Zur Not muß dann wirklich erst ein Richter was dazu sagen. Aber erst wirst Du sicher versuchen, das Ganze im Betrieb zu klären.

Antwort
von Navvie, 46

Hallo Maikpaule!

Nein, in aller Regel ist es nur eine Absichtserklärung. Es soll der Personalleitung dabei helfen, Vertretungsregelungen stellen zu können. Man kann aber nicht ausschließen, dass es Betriebe gibt, die das als relativ verbindlich werten bzw. werten müssen, weil sonst keine Vertretung gesichert ist. Die Urlaubsverordnung (UrlVO) schreibt z. B. vor, dass einem jeden Mitarbeiter ein mind. 14-tägiger Urlaub am Stück zu gewähren ist. D. h. der AG hat hier einerseits darauf zu achten, dass es diesen 14-tägigen Urlaub gibt (Fürsorgepflicht), als auch seine eigenen Interessen zu verfolgen mit der Frage der Vertretung während dieser Zeit (Fürsorgepflicht vertretender Kollegen).

Nun kann sich im Leben Vieles ändern. Deshalb kann ein Urlaubsplan nicht bindend sein, sondern nur eine Absichtserklärung sein. Solange es der Fürsorgepflicht nicht schadet, kann der Urlaub abgeändert werden, wobei der Grund entscheidend sein kann; z. B. Soz. Härtefälle.

Gruß Navvie

Antwort
von DaMenzel, 82

Ein Urlaubsplan für´s ganze Jahr - so einen Quatsch gibt´s hier auch. Das kann immer nur eine "grobe Richtlinie" sein, aber nichts verbindliches.

Antwort
von Madonai, 77

Man muss den Urlaub beim Vorgesetzen beantragen und dieser muss es genehmigen. Das erfolgt meist schriftlich. Sobald du diesen Zettel mit "Urlaub genehmigt" hast ist es nur mit Ausnahme und strengen Richtlinien wieder zu stornieren.

Antwort
von wurzlsepp668, 65

es heißt ja Urlaubsplan .....

nur ein schriftlich genehmigter Urlaub ist verbindlich ...

Antwort
von SupendedCathal, 73

Für einen verbindlichen Urlaub musst du einen Urlaubsantrag einreichen. Der wird dir dann genehmigt. Hast du dann was gebucht, muss der Arbeitgeber dir die Kosten erstatten. Ob der Urlaubsplan dafür ausreicht, ist Gegenstand einer richterlichen Würdigung und abhängig von der Betriebspraxis.

Urlaub einzuklagen heißt aber auch, dass deine Zukunft in dem Unternehmen beendet ist. Willst du das?

Kommentar von Maximilian112 ,

Genau. Deshalb machen wir immer das was der Chef will. Arbeitsgerichte sollen ja abgeschafft werden.....

Ironie 0ut

Sicher muß man sich an manchen Stellen überlegen wie weit man gehen kann. Ohne Kündigungsschutz ist es sicher etwas problematischer sein Recht einzuklagen.

Aber Grundsätzlich mit so einer Einstellung an betriebliche Probleme heran zu gehen ist wohl etwas daneben.

Kommentar von SupendedCathal ,

Es muss jeder selbst für sich entscheiden, wie stringent er seine Rechte einfordert.

Fakt ist: ich verbringe dann i.d.R. 1/ 3 meines Tages in einem Umfeld, von dem ich weiß, dass es mich abservieren möchte, in dem ich permanent auf der Hut bin nichts fatal falsch zu machen, in dem ich angefeindet werde.

Ironie On

Das ist bestimmt gesundheitsförderlich.

Ironie Out

Kommentar von Maximilian112 ,

Deshalb ja auch der Satz mit dem Überlegen. Es ist immer Situationsgebunden. 

Achte auf Deine Gesundheit :-)

Kommentar von PeterSchu ,

Es ist ja umso trauriger, wenn es Betriebe gibt, die ihre Beschäftigen genau dann abservieren möchten, wenn es um ihre Rechte geht. Der Betrieb möchte sich ja seinerseits auch auf die Gesetze berufen.

Manchem Chef sollte man doch mal das BGB vor die Nase halten:

"§ 612a Maßregelungsverbot

Der Arbeitgeber darf einen Arbeitnehmer bei einer Vereinbarung oder einer Maßnahme nicht benachteiligen, weil der Arbeitnehmer in zulässiger Weise seine Rechte ausübt."

Kommentar von SupendedCathal ,

Ich rede nicht von Rechten. Ich rede von stressfreiem Leben.

Ist dir schon mal durch den Kopf gegangen, warum die allerwenigsten Kündigungsschutzklagen mit einer Wiedereinstellung enden? Und wieviele von den armen Schweinen gehen dann nach einer Weile freiwillig?

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