Ist ein Tyrannenmord legitim/Was sagt das Christentum dazu?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Mord ist verboten. Dieses Gebot kennt keine Ausnahme.

Die Staatsgewalt soll man als Christ hinnehmen und anerkennen, schreibt Paulus in Römer 13. Zu dieser Zeit war das römische Reich bereits eine totalitäre, tyrannische Diktatur (ein Kaiserreich). Paulus wusste dennoch sehr wohl, was er da schreibt. Sein Hauptanliegen war es, die christlichen Gemeinden aus der "Schusslinie" der Politik herauszuhalten, damit sie möglichst ungestört ihren Glauben leben konnten, trotz aller weltlichen Widrigkeiten.

Beides sind wesentliche Gründe dafür, dass die Hitler-Attentäter sich so schwer taten mit ihrem Entschluss, den Tyrannen letztlich doch ermorden zu wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das Christentum diskutiert diese Frage schon seit der Antike, denn Tyrannen gab es zu jeder Zeit - oder Menschen, die andere als Tyrannen ansahen. Deshalb gibt es darauf keine pauschale Antwort.

Ein Mord ist immer ein Mord. Aber selbst unsere heutige Rechtsprechung fragt nach dem MOTIV dafür und bildet sich erst dann ein Urteil. Und so lehrt das Christentum auch. Gott sieht zuerst in das Herz eines Menschen und dann auf seine Tat.

Wenn also ein Mensch mordet, weil er zutiefst überzeugt ist, daß dieser Mord die einzige Möglichkeit ist, weitere Morde oder Gräueltaten zu verhindern, dann spricht Gott sein Urteil über diese Absicht, nicht über die Tat. Entscheidend ist nicht die Ausrede "ich wollte ja bloß...", entscheidend ist das wirkliche innere Denken, das Herz eben, der seelische Bereich einer Person, den wirklich nur Gott einsehen kann. Gruß, q.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Tyrannenmord ist eine legitime Sache, was das Christentum dazu meint weiss ich nicht, ist zudem ohne Belang. Für Christen allerdings kann es zu einer Bremse werden, die sie dann handlungsunfähig machen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich weiß es nicht, aber ich denke "Du darfst nicht töten" kennt keine Ausnahme. Jesus sagte schließlich sogar 'Wenn dir jemand auf die rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die Linke hin.' Das heißt für mich absoluter Pazifismus.

Gottes Wege sind unergründlich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn ein Attentäter nur gestoppt werden kann, in dem man ihn tötet dann ist das kein "Mord", so oder so.
Die Hitlerattentäter sahen weit und breit keine Institution welche dies bewirkem könnte. Sie haben nicht aus Selbstsucht töten wollen, sondern um andere Unschuldige zu schützen. Sie haben damit sehr wohl im Sinne des Liebesgebotes gehandelt.
Du fragst wohl auch nicht ob die Polizei mit der Waffe gegen Verbrecher vorgehen darf - oder ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von tekken1G
15.02.2017, 20:37

tötest du einen und rettest ca. 70 millionen

das wäre eher eine heldentat, als sünde/mord

0

Es gibt keine Zweifel, dass die moderne christliche Auslegung, den Tyrannenmord billigt - als Abwehr dagegen, dass der Tyrann keine weiteren Morde begeht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Christentum" ist sehr schwierig zu pauschalisieren.
Wenn wir aber die bei uns am weitesten verbreiteten nehmen, die katholische und evangelische Kirche, dann würde ich sagen, dass sie gegen den Tyrannenmord sind, da diese keine utilitaristische Ethik vertreten. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ist schon gerechtfertigt, aber der Täter muss die Verantwortung dafür voll tragen.

Anders sieht es bei einem Attentäter aus, der sonst nicht gestoppt werden kann. So jemanden zu töten ist keine Option, sondern eine Pflicht.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mord ist Mord aus der Sicht der Gebote.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung