Ist ein Testament besser als ein Vermächtnis?

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5 Antworten

http://www.sueddeutsche.de/geld/testament-was-ist-ein-vermaechtnis-und-wie-wird-es-geregelt-1.2364485

Ein Erbe tritt die Gesamtrechtsnachfolge des Verstorbenen mit allen Verbindlichkeiten an. "Ein Vermächtnisnehmer gehört nicht zur Erbengemeinschaft und teilt auch nicht deren Pflichten", sagt Bittler. "Er muss sich nicht um die Aufteilung des Nachlasses kümmern, mit anderen Erben um Vermögen streiten und auch nicht für eventuelle Schulden haften." Allerdings unterliegt auch ein Vermächtnis, genau wie ein Erbe, der Erbschaftssteuer.

Ein Vermächtnisnehmer braucht keinen Erbschein. Die Erben sind dazu verpflichtet, ihm die vermachten Gegenstände oder Geldbeträge auszuhändigen. "Der Vermächtnisnehmer erhält in der Regel ein Schreiben vom Nachlassgericht, in dem der entsprechende Abschnitt über den letzten Willen des Verstorbenen beigefügt ist. Damit kann er sich an die Erben wenden und das Vermächtnis einfordern", sagt Bittler.

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Ein Vermächtnis kann in einem Testament ausgesprochen werden. Was du vergleichen willst, ist die Erbeinsetzung mit einem Vermächtnis. Hier ist in der Regel die Erbeinsetzung besser.

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Klar kannst du beides machen. Ein Testament ist wichtiger. 

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Kommentar von DerSchopenhauer
16.01.2016, 14:46

"Ein Testament ist wichtiger" - als das Vermächtnis?

Das kann man so nicht sagen, weil man nicht Beides gleichstellen kann und die Festlegung eines Vermächtnis der Inhalt des Testamentes ist.

Ein Testament ist grundsätzlich überflüssig, weil es eine gesetzliche Erbfolge gibt und auch die Aufteilung des Erbes gesetzlich geregelt ist.

Wenn man aber von der gesetzlichen Erbfolge/gesetzlichen Aufteilung abweichen möchte, dann muß man ein Testament oder Erbvertrag machen - und diese Abweichung, die im Testament festgelegt wird, ist dann das Vermächtnis.

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Als Vermächtnis wird die Zuteilung einer bestimmten Sache an eine bestimmte Person innerhalb eines Testamentes oder Erbvertrages bezeichnet - die mit einem Vermächtnis bedachte Person wird nicht Rechtsnachfolger (wie ein Erbe) und hat mit dem sonstigen Erbe grundsätzlich nichts zu tun.

Beispiel: Ehemann hat Ehefrau und 1 Kind

Vermögen: Haus, 100.000 € und Briefmarkensammlung

Im Testament wird niedergelegt, daß die Briefmarkensammlung an den Nachbarn X gehen soll - ansonsten ist nichts weiter geregelt.

Damit erben Frau und Kind das Haus und die 100.000 € (wird nach gesetzlichen Vorschriften aufgeteilt) und der Nachbar erhält als Vermächtnis die Briefmarkensammlung (also er erbt es nicht im rechtlichen/wörtlichen Sinne).

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Kommentar von DerSchopenhauer
16.01.2016, 14:28

Wird sogar das gesamte Vermögen im Testament als Vermächtnis dem Nachbarn X zugeteilt, dann muß der Empfänger des Vermächtnisses (Nachbar X) die Pflichtanteile, die der Ehefrau und dem Kind kraft Gesetz zustehen würden, aus dem Vermächtnis auszahlen.

Damit wird in Deutschland verhindert, daß gesetzliche Erben völlig enterbt werden (in anderen Ländern ist oft die Rechtslage anders als in Deutschland und man kann Verwandte völlig enterben).

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Kommentar von bachforelle49
19.01.2016, 15:34

Und wie soll, um bei deinem Beispiel zu bleiben, die erbende Ehefrau wissen, daß die Briefmarkensammlung im Rahmen des Testamentes oder im Rahmen des Vermächtnisses an den Nachbarn fällt? Dann bräuchte es ja kein Vermächtnis zu geben, wenn es ohnehin im Testament verfügt wird?! Was spricht dagegen, daß meinetwegen in einem Schriftstück aber wenigstens namentlich mit (Vermächtnis.. vermache ich..) zu erwähnen bzw. zu trennen? Welche rechtlichen Folgen hat eine namentliche Trennung dann für die Ehefrau, um bei deinem Beispiel zu bleiben?

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Nachteil vom Erbe könnte sein dass der Erbe, wenn er das Erbe antritt Rechtsnachfolger wird und damit auch evtl. Schulden übernimmt.

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