Frage von DekroPlay, 47

Ist ein Test ohne schriftliche Aufgabenstellung zulässig?

Hey Community...

Ich gehe in die Oberstufe (11. Klasse) und habe vor kurzem einen Test zurückbekommen. Man sollte einen Brief verfassen in Bezug auf einen Zeitungsartikel, was ich auch eigentlich ganz gut gelöst habe. Dachte ich zumindest... Jetzt wollte ich fragen, ob es zulässig ist, dass ein Lehrer einem nur mündlich die Aufgabenstellung zu einer schriftlichen Aufgabe erteilt und diese erbrachte Leistung bewerten darf? Bei mir war es so, dass ich mich zu sehr auf den Zeitungsartikel bezogen habe und Aspekte die der Lehrer hören wollte nicht niedergeschrieben habe. Also entweder hatte ich in dem Moment die Aufgabenstellung nicht verstanden, oder er hatte sie nicht klar genug formuliert. Ich muss dazu sagen, dass meine Mitschüler wesentlich bessere Noten haben als ich, wobei mein Wissensstand zu jenem Zeitpunkt gleichwertig zu dem der anderen war. Vielleicht wisst Ihr, wo man eine Regel im Schulrecht dazu findet.

Vielen Dank für Eure Antworten!

DekroPlay

Antwort
von Kuhlmann26, 20

Ich vermute einfach mal, dass es zulässig ist. Aber ganau darin liegt natürlich das Problem. Wenn der Lehrer schon will, dass man SEINE Erwartungen erfüllt - in Bezug auf das Lernen eine absurde Vorstellung -, dann sollte er vorher dafür gesorgt haben, verstanden worden zu sein.

Ich weiß nicht, ob Lehrer in ihrem Studium erfahren, wie man verständliche Fragen stellt. Wenn sie es erfahren, heißt das noch lange nicht, dass dies auch von allen Aspiranten verstanden und umgesetzt wird. Was sie aber eigentlich lernen sollten, wäre, die Klappe zu halten und sich dann zu äußern, wenn sie vom Lernenden darum gebeten werden.

Das ein zum Schüler degradierter Mensch in der Schule Tests schreiben muss, macht ja schon deutlich, wie wenig die dort Beschäftigten davon wissen, wie das Lernen funktioniert. Weder der Test, noch dessen Bewertung ändert irgendetwas an Deinem Wissen. Das belegst Du mit Deinem Halbsatz, »... wobei mein Wissen .... zu dem der anderen war.«

Die unter die Tests gemalten Zahlen zwischen 1 und 6 haben vor allem die Funktion, den Malenden glauben zu machen, er ginge einer sinnvollen Beschäftigung nach. In der Schule hat der Schüler dem Lehrer zur Verfügung zu stehen. Er ist ein Utensil, um des Lehrers Arbeitsalltag auszufüllen. Dabei müsste es umgekehrt sein. 

Du lernst das Briefeverfassen, in dem Du das Bedürfnis hast, Briefe zu verfassen und im Bedarfsfall einen Spezialisten - ob der Lehrer einer ist, steht infrage - um seine Meinung bittest. Du lernst es nicht, in dem eine andere Person Dir ihre Vorstellungen von einem Brief überstülpt, die Du gefälligst umzusetzen hast und von der Du im Nachhinein entweder bestochen (gute Note) oder bestraft (schlechte Note) wirst. Aber genau DAS versteht man in unseren Schulen immer noch unter Lernen - eine aberwitzige Vorstellung.

Gruß Matti

Antwort
von Taimanka, 20

ich weiß nicht, ob es möglich ist beziehungsweise viel Sinn hat, hier auf Basis eines vermeintlichen Schulrechts zu agieren.

Ich persönlich würde das Gespräch mit dem Lehrer suchen und die Situation so erklären, wie du es hier getan hast.  Aufgrund des gleichen Wissensstands wie deine Mitschüler und eines vermeintlichen Missverständnisses (wohl auf beiden Seiten), bittest du höflich um eine faire Chance deinen Leistungsstand testen zu lassen um damit deine Note verbessern zu können. Dies kann ebenfalls mündlich geschehen, in einer kurzen Fragestellung zu dem Text, die der Lehrer vornimmt.

Wenn man etwas möchte und gleich das fertige Paket zum Vorschlag anbietet, hat man gute Chancen, dass auf den Wunsch eingegangen wird. 

sobald irgendwelche "Rechtsgrundlagen" ins Spiel kommen, kann man davon ausgehen, dass sich die Gegenfront verhärtet und man dann auch zu späteren Zeitpunkten nachteilig behandelt wird. 

allerdings ist auch nicht auszuschließen, dass, wenn dein Vorschlag nicht angenommen wird, du dich auf   entsprechende Vorschriften berufen kannst.


Kommentar von DekroPlay ,

Danke für deine Antwort!
Ich hatte mich über die Note gewundert und hatte den von dir genannten Vorschlag auch gleich an meinen Lehrer heran getragen, der meinte aber, dass ich noch die Möglichkeit hätte in der Klassenarbeit in zwei Wochen zu zeigen was ich drauf habe.
Ist natürlich gar nicht mal so eine schlechte Idee, aber wenn das zwei verschiedene Kategorien sind (mündlich/schriftlich) dann nützt mir das auch nicht mehr. Mündlich ist man dann schön heruntergestuft und schriftlich hat man dann eine gute Leistung...

Das zählt dann 50 - 50 und die eine Leistung beträgt dann eine 5 als Note und die andere eine 1. Ich werde mich damit abfinden müssen.

Antwort
von flaglich, 29

Dazu wirst du im Schulrecht keine Regelung finden. Wenn deine Mitschüler die Aufgabe lösen konnten scheint sie auch nicht unlösbar gewesen zu sein.

Was kann man daraus lernen? Zuhören wenn der Lehrer eine Aufgabe stellt. Nachfragen wenn man die Aufgabe nicht verstanden hat.

Kommentar von DekroPlay ,

Was kann man daraus lernen. Selbst wenn man ein aufmerksamer Schüler ist, dann besteht immer die Möglichkeit, dass der Lehrer irgendeinen Unsinn erzählt und man diesen Unsinn dann für wahre Münze nimmt.
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass man es in der Oberstufe noch immer nicht hinbekommt vernünftig zuzuhören. Oder sprichst du von dir?

Kommentar von flaglich ,

Sorry, ich habe eher an die 10 von den 20 gedacht, die ich im Job im Unterricht treffe. Und leider ist das mein Ernst (Ich bin Lehrer). Wie gut du zuhören kannst, kann ich nicht berurteilen, ich kenne dich ja nicht.

Mit dem Verstehen ist das anders. Überleg doch mal: der Lehrer erzählt Unsinn, der Schüler versteht Unsinn, beide machen Unsinn. Das andere Modell: Lehrer erzählt Unsinn, Schüler erkennt den Unsinn und fragt den Lehrer: "Was soll der Unsinn?"

Weiter mit dem Gedanken-Modell: Lehrer stellt sinnvolle Aufgabe, der Schüler versteht Unsinn und schreibt Unsinn. Oder: der Schüler fragt: "was soll der Unsinn?" und der Lehrer hat die  Gelegenheit den Sinn anders zu erklären.

Es ist nicht nur wichtig zuzuhören, sondern auch zu fragen wenn man sich nicht sicher ist, ob man es verstanden hat. Meistens schadet es auch nicht, wenn man bestätigt, dass man etwas verstanden hat.

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