Frage von AmandaClarke, 43

Ist ein selbst bezahlter Wohnsitz für einen Zuwanderer erforderlich?

Hallo liebe Leute. Ich habe da mal eine Frage bezüglich des Migrationsrechts. Wenn man als Zuwanderer die deutsche Staatsangehörigkeit erlangen möchte, muss man dann von Anfang an einen komplett selbst bezahlten Wohnsitz haben oder kann man zunächst auch bei Freunden/Bekannten leben? Wie ist da die Rechtslage?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dannius, 18

Auf die Vergangenheit kommt es nicht an.

Im Zeitpunkt der Einbürgerung muss der Ausländer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Sehr kurz und auch verkürzt zusammengefasst, besteht zum Beispiel ein Einbürgerungsanspruch nach § 10 Staatsangehörigkeitsgesetz nur, wenn die betreffende Person acht Jahre lang legal in Deutschland gelebt hatte und (neben anderen Voraussetzungen) keine Leistungen nach dem SGB II oder dem SGB XII in Anspruch nimmt (das wird gemeinhin "Hartz IV" und "Sozialhilfe" genannt). Dazu gehört auch, dass man seine Wohnung selber bezahlen kann. Wie man dann warum wo wohnt, ohne öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen, ist Geschmackssache und spielt keine Rolle. Eine Gefälligkeitsbescheinigung von irgendwem genügt natürlich nicht. Die Leute, die in den Behörden die Voraussetzungen prüfen, machen das jeden Tag mindestens acht Stunden lang und kennen jeden vermeintlichen "Geheimtrick".

Auch vor dem Achtjahreszeitraum kann (nicht: muss) man eingebürgert werden. In § 8 Staatsangehörigkeitsgesetz ist hierfür eine Voraussetzung, dass man "eine eigene Wohnung oder ein Unterkommen gefunden hat" (Absatz 1 Nummer 3). Da man auch hierfür "sich und seine Angehörigen zu ernähren imstande" sein muss (Absatz 1 Nummer 4), kommt es dabei also auch darauf an, ob Hartz IV / Sozialhilfe in Anspruch genommen wird oder mit einem Antrag in Anspruch genommen werden könnte.

Ich kenne übrigens einige Leute, die, ohne jemals in ihrem Leben mit eigener Erwerbsarbeit zu ihrem Unterhalt beigetragen zu haben, sehr luxuriös kostenlos  untergekommen sind: Ehefrauen reicher Männer. Du glaubst doch nicht, dass dieses zutiefst strukturkonservative Geschlechterrollenmodell einer Einbürgerung der Frau Gemahlin entgegenstehen würde?

Kommentar von AmandaClarke ,

Bedeutet das nun, man muss nur im Zeitpunkt der Einbürgerung nach 8 Jahren einen eigenen Wohnistz haben und kann am Anfang noch woanders unterkommen, z.B. bei Freunden o.Ä.? Also zählt nur der reine Zeitpunkt der Einbürgerung?

Kommentar von Dannius ,

Es zählt nur der reine Zeitpunkt der Einbürgerung. "Bei Freunden unterkommen" reicht übrigens auch, wenn das vertraglich abgesichert ist, z.B. mit einem (legalen) Untermietvertrag. Wenn man von den Freunden jederzeit mitsamt Möbeln durchs Fenster herausgeworfen werden könnte, genügt das natürlich nicht. Melderechtlich sollte man dann auch dort seinen Wohnsitz angegeben haben, wo man tatsächlich wohnt.

Antwort
von metalhead998, 33

Ein Arbeitsplatz ist da ausschlaggebender.

Kommentar von AmandaClarke ,

Das mag sein :P

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community