teekesselchen am 07.10.2007 um 21:58 Uhr
Von den Wörtern her hört sich das ja sehr naheliegend an. Vom Sinn her sieht das auch sehr schlüssig aus, denn was braucht man mehr, als das, was man braucht. Oder wie seht Ihr das...?

Ich habe einmal von einem klugen Mann folgenden Satz gehört: "Ich möchte eigentlich immer nur 50 Cent mehr haben als ich gerade benötige , dann wäre ich einer der glücklichsten Menschen dieser Welt".
Reich ist, wer mit sich selbst im Reinen und akzeptiert, dass Geld nur ein Teil von vielen, die das Leben lebenswert machen.
teekesselchen am 7. Oktober 2007 22:32 Hatte ich in dieser Frage von Geld gesprochen...?! ;-)
Das Wort Geld fehlt, aber alle Antworten drehen sich um's Geld. Oder lese ich falsch ?
teekesselchen am 8. Oktober 2007 09:32 Hmm, ja, in vielen Antworten dreht es sich um Geld. Aber meine Frage war nicht zwangläufig mit Geld gleichzusetzen. Wenn ich etwas bauen will und zufälligerweise immer genau das Material finde, was ich gerade brauche, reicht es bei mir auch. Ich kenne im übrigen tatsächlich so einige Leute, die genau so leben, viel realisieren und richtig glückliche Menschen sind. Aber sie haben kaum einen Cent auf der Naht... Man braucht also nicht unbedingt Geld, um reich zu sein. Aber unsere Denkweise ist anscheinend so...
Viele Antworten "beweisen", wie sehr Reich mit Geld verbunden wird. Darum sagte ich ja, nach m.M. ist es nur ein Teil, der, fehlt er, in unserer europaeischen Welt das Leben sehr schwierig macht. Sehe ich selbst auf "meiner" griechischen Insel, trotz ziemlich anderem Sozialgefuege. Einzig verhungern kann hier niemand, es wird sicher geholfen. Gilt fuer eine Stadt wie Athen schon nicht mehr. Danke Dir fuer das interessante Thema. Gruss von der Insel

Ich denke, dass es so sein sollte! Aber wie immer in solchen Fragen gibts sehr differenzierte Ansichten..! Lieber jung und reich, wie arm und krank! Nicht? Gruss Solf
Kabark am 8. Oktober 2007 08:15 Genau. Und besser arm dran als Arm ab.
Edgar Niklaus am 8. Oktober 2007 09:41 @Karbak das heißt anders. Lieber Arm dran als Bein ab.

Nein, ein Mensch ist nicht deshalb reich, weil es bei ihm reicht, sondern, wenn er glücklich ist mit dem, was er er-reicht hat.
teekesselchen am 8. Oktober 2007 09:36 Das ist auch eine sehr schöne Definition...! :-)
Reich ist man wohl dann, wenn man sich das leisten kann, was man will, ( nicht was man braucht. )ohne zu schauen was es kostet. Man kaufts einfach, weil es immer reicht. Das ist wohl so die ökonomische, materielle Erklärung von Reichtum.

reich [Adj. ]
1 mit Geld und Gütern im Überfluss ausgestattet, sehr wohlhabend; Arm und Reich jedermann, alle; ~e Leute; aus ~em Hause stammen aus einer wohlhabenden Familie stammen
2 kostbar, üppig; r. geschmückt; r. ausgestattet; ~e Ausstattung
3 eine große Fülle aufweisend; eine ~e Ernte; ~e Bodenschätze; der Boden ist r. an Mineralien; in ~em Maße in hohem Maße, sehr stark
4 vielfältig, umfassend, zahlreich; eine ~e Auswahl; ~e Erfahrungen sammeln; ein ~es Leben hinter sich haben
Die beiden Wörter "reich" und "reichen" haben zunächst nichts miteinander zu tun: "reich" hängt mit "König, Fürst, Herrscher" zusammen; "reichen" bedeutet zunächst "sich erstrecken", dann auch "hinlangen, auskommen, genügen; strecken, hinhalten, darbringen, geben". Zum Adjektiv gehören Wörter wie anreichern, sich bereichern, reichlich, reichhaltig, Reichtum, das Reich. Zum Verb gehören die verwandten Wörter erreichen, gereichen, ausreichen, einreichen, der Bereich. Die sprachliche Ähnlichkeit ist verblüffend.- An anderer Stelle sagte ich schon einmal, um Reichtum zu definieren: Glücklich ist nicht, wer viel besitzt, sondern wer wenig begehrt!
teekesselchen am 8. Oktober 2007 09:41 Das hört sich nach dem Kluge, Etymologie an... ;-) Es ist richtig, genaugenommen ist meine Gleichsetzung der Wörter nicht richtig (aber schön! fg). Das merke ich auch dann, wenn ich es mal in eine andere Sprache übersetze. Von der Etymologie her wäre es also nicht richtig. Aber der philosophische Ansatz ist für mich nach wie vor interessant. Deine Definition ist da ja auch sehr ähnlich... :-) Thx for answer!
Danke. Ich habe den "DUDEN" benutzt. Der ist für mich "ausreichend"... :-)) Gruß.

Ich glaube reich ist man dann, wenn man genug hat um das, was man gerne möchte, machen zu KÖNNEN, aber man immer noch frei entscheiden kann ob man es machen MUSS.

Reich sein ist relativ. Sind es 50.000 € oder sind 2.000.000 € oder noch mehr. Jeder hat ander Grenzen für reich sein. Ich denke mal das jemand reich ist (im Sinne von Geld) der finanziell unabhängig ist.
Sprachlich kommt das Adjektiv "reich" vom Eigenschaftswort "rîch" (im Mittelhochdeutsch noch verwendet), das sich auf das germanische Wort "reiks" (Herrscher, König, Fürst, Oberster) bezieht. Der Wortstamm kommt in verschiedenen indoeuropäischen Sprachen vor, z. B. lateinisch "rex" (König), "regnum" Königreich) oder "regere" (herrschen).
Die ursprüngliche Bedeutung von "reich" ist also: einem Herrscher gemäß/zukommend oder mit ihm verbunden. Es wurde im Sinn vom groß, mächtig, gewaltig, hoch, prächtig, glücklich verwendet, später auch noch im Sinn vom edel, von hoher Abkunft, fähig.
Das Verb "reichen" bezeichnet zunächst räumlich ein "sich erstrecken" (vgl. "recken" im Sinn von "mit der Hand nach etwas langen"). Die Bedeutung "ausreichen, genügen" ist dann später hinzugekommen.
Reichtum (wenn nicht als absolute Fülle gemeint) kann verschiedene Grade haben, daher reicht er nicht immer für alles Gewollte oder Geforderte aus. Bei materiellem Besitz hängt es von den Bedürfnissen ab, ob er bei reichen Menschen reicht. Wer sehr unbescheiden, gierig und niemals wirklich voll zufrieden ist, wird immer meinen, noch mehr Besitz zu benötigen.
Bei einem Reichtum an geistig-seelischen Werten führt dies zwar nicht in jeder Situation zum vollem Erfolg, aber dort, wo es auf die entsprechenden Eigenschaften ankommt, wird mehr gelingen (auch hier kann es verschiedene Grade geben).
Wahrer Reichtum ist unabhängig von Materie - es ist der Zustand der Zufriedenheit, doch der ist in unserer Gesellschaft nicht erwünscht - mit Zufriedenen kann man nicht gut Geschäfte machen, deshalb werden die Menschen systematisch unzufrieden gemacht, das beginnt schon bei der Geburt, nur: wir merken es nicht.
Sehr gut.DH
Hast noch eine P-K vom 5.10. im Kasten. Wegen O kraxle ich n.h.A.