Frage von sabine555, 57

Ist ein Notar verpflichtet mich über mögliche Kostenersparnis aufzuklären?

Vor ein paar Tagen habe ich meine Eigentumswohnung verkauft. Heute erhielt ich eine Rechnung des Notars über 162 Euro für die Einholung der Löschungsunterlagen. Ich rief bei meiner Bank an, die mir sagten, dass ich diese Löschungsbewilligung auch hätte selbst beantragen können, kostenfrei (ausser die Notarkosten von der Bank und die Gerichtskosten, die sowieso anfallen). Der Notar hatte mich extra gefragt ob die Wohnung noch belastet ist. Ich teilte Ihm mit, dass der Kredit seit 2 Jahren abbezahlt ist. Meiner Meinung nach hätte er da die Aufklärungspflicht gehabt, mich darüber zu informieren, dass ich bei einem abbezahlten Kredit die Löschungsbewilligung auch selbst, und damit kostenfrei einholen könnte. Dies hat er jedoch nicht getan, stattdessen bekomme ich eine saftige Rechnung. Hätte er mich nicht ausdrücklich nach Restschulden gefragt würde ich mich auch nicht beschweren, aber so sieht das für mich sehr danach aus, als will er nicht nur am Käufer sondern auch noch am Verkäufer verdienen. Gibt es eine generelle Pflicht eines Notars, mich über potentielle Einsparungen zu informieren? Schliesslich bekommt er einen haufen Geld und sollte doch wohl im Sinne von Käufer und Verkäufer aufklären. Als Laie bin ich nicht auf die Idee gekommen, mich darüber früher zu erkundigen. Ich habe vor ein paar Jahren meine erste Wohnung, da waren noch Restschulden drauf und trotzdem hat der Notar mir keine Rechnung geschickt. Ich wusste daher gar nicht, bis ich heute meine Bank anrief, dass ich die Löschungsbewilligung selbst beantragen konnte. Wie gesagt, keine Aufklärung vom Notar. Danke für Eure Hilfe im voraus.

Antwort
von Pauli6789, 53

Es wären dir, wie du selbst sagst, außer die Notarkosten der Bank keine Kosten entstanden. Die Notarkosten der Bank würden dir aber auch übertragen werden. Jeder Notar rechnet nach dem GNotKG ab, der Notar bei dem du warst genauso wie der Notar der das für die Bank gemacht hätte. Banken haben nämlich keinen eigenen Notar "angestellt", sondern lassen die Löschungsbewilligungen auch extern beurkunden. Und diese Kosten wären dir dann auferlegt worden und sie wären genauso hoch. Die Kosten zur Löschung von Altlasten trägt immer der Verkäufer. Und Bankangestellte haben - tut mir Leid - wirklich selten Ahnung vom GNotKG und Notarkosten. Das gehört nicht in deren Ausbildungs- und Kompetenzbereich.

Kommentar von sabine555 ,

ja, die Notarkosten von der Bank und vom Gericht fallen sowieso und zusätzlich an, auch jetzt noch. Es geht einzig und allein darum, dass der Notar extra nach Restschuld fragte und wusste, das er so überhaupt keine Arbeit hat, nämlich der Bank keinen Kaufvertrag zuschicken muss etc. und mich nicht darüber aufklärte, dass ich das dann auch selber machen kann. Das ein Notar das nicht weis kann ich mir nicht vorstellen.

Antwort
von ichbinschris, 57

Das müsste wohl ein Gericht entscheiden.

Grundsätzlich könnte man den Notar dann auf Schadensersatz verklagen.

Ob sich das aber lohnt wäre eine andere Frage.

Generell bist du aber mit einer solchen Frage bei einem Anwalt natürlich sehr viel besser beraten. Im Internet darf dir hier sowieso niemand eine Rechtsberatung geben von Gesetzes wegen.

Also: Frag einen Anwalt nach einer Ersteinschätzung und hol dir den Rat von jemanden, der vom Fach ist.

Eine erste Anlaufstelle anstatt gutefrage.net wäre:

http://www.frag-einen-anwalt.de oder

www.123recht.net

Kommentar von Liesche ,

Ein Anwalt zu befragen, bedeutet die nächste Rechnung!

Kommentar von ichbinschris ,

mimimimi - Also lieber auf irgendwelche anonymen Leute aus dem Internet hören ja? 

Es gibt so etwas wie eine Rechtschutz. Schonmal gehört?

Eine Wohnung verkaufen ohne Beratung & Anwalt und nun wegen läppischen 160€ rum heulen. Selbst schuld .. ehrlich.

Kommentar von sabine555 ,

also Deine Antwort verstehe ich nicht.

Ich gehe davon aus, dass sich hier vielleicht der ein oder andere tatsächlich auskennt, vielleicht eine Notarfachangestellte etc., ich gehe eigentlich nicht davon aus, das hier jeder, der keine Ahnung hat irgendeinen Kommentar abgeben muss.

Bei Rechtschutz gibt es sowas wie Selbstbeteiligung.

Und wenn für Dich 160 Euro läppisch sind dann freut es mich für Dich, für mich ist das ein Haufen Geld, vor allem, da die Wohnung wegen Todesfall verkauft wurde.

Kommentar von ichbinschris ,

Wenn du meinst ich wäre irgendjemand der keine Ahnung hat und nur Kommentare abgibt, dann frag woanders!

Ich habe dir netterweise zwei Links gegeben mit einem Hinweis.

 Aber nun weiß ich ja, dass du selbst das nicht annimmst.

Von daher freut es mich, dass es dich freut. Mich freut es auch.

Kommentar von sabine555 ,

ich habe auf Deinen Kommentar: "Also lieber auf irgendwelche anonymen Leute aus dem Internet hören ja?" geantwortet. Wenn man hier fragt ist das nunmal anonym, trotzdem kann man von dem ein oderen anderen eine vernünftige Antwort bekommen ohne sich gleich beleidigen zu lassen.

Kommentar von sabine555 ,

danke, da hast Du sicher Recht, aber wie Du schon schreibst, das lohnt sich natürlich nicht und die Kosten für eine Erstberatung beim RA sind fast genauso hoch wie die Rechnung, wenn ich nichtmal weis ob ich mit meiner Beschwerde überhaupt Chancen habe.

Kommentar von ichbinschris ,

Die Kosten einer Erstberatung liegen nach dem RVG bei max. 190€, was alle Anwälte natürlich entsprechend auch verlangen.

Demnach würde eine Erstberatung sowieso über den Betrag bzw. über der Rechnung des Notars liegen. 

Dann musst du natürlich immer in Vorkasse gehen, dann würden Briefe geschrieben was auch wieder Kosten verursacht usw.

Allerdings muss man unterscheiden zwischen einer Erstberatung und der simplen Frage ob dem so ist.

Der Anwalt meines Vertrauens würde mir diese simple Frage natürlich kostenlos beantworten. Verlangt ein Anwalt dafür schon Geld, dann ist es vermutlich nicht der richtige Anwalt für dich.

Ich würde es nun einfach schlucken und mir für das nächste mal merken, dass man sich besser informiert / beraten lässt.

Antwort
von Liesche, 56

Du hast doch die Rechnung vom Notar für seine Dienste bekommen und nicht nur für den Löschungsantrag.

Kommentar von sabine555 ,

Die Rechnung ist für die Einholung der Löschungsbewilligung, also ein Vordruck, in den mein Name und Bank eingetragen wird und ein Briefumschlag, der mit 70 Cent frankiert wird. Das hat er gemacht, und damit hat er Anrecht auf seine Gebühren. Mir geht es ja darum, ob er nicht verpflichtet war, mich vorher darüber aufzuklären, dass ich das auch selber kostenlos machen kann und mir damit diese Gebühren ersparen könnte. Den Brief hätte ich in 10 Minuten verfasst, das wären mir locker 160 Euro wert gewesen.

Antwort
von ErsterSchnee, 46

Nein, dazu ist er nicht verpflichtet. 

Wen soll er denn aufklären? Er soll die Gesetze einhalten.

Kommentar von ichbinschris ,

Das stimmt so nicht:

Ein Notar macht sich schadensersatzpflichtig bei fehlender Aufklärung über Schenkungssteuer

http://www.dr-schrameyer.de/ein-notar-macht-sich-schadensersatzpflichtig-bei-feh...

Kommentar von ErsterSchnee ,

Das ist doch etwas vollkommen anderes!

Kommentar von ichbinschris ,

Richtig. Du hast aber pauschal gesagt "Nein, dazu ist er nicht verpflichtet." 

Ein Notar ist sehr wohl für Aufklärung verpflichtet!

Kommentar von User1998 ,

Ein Notar ist insofern nur dann um Aufklärung verpflichtet, wenn die Gesetze eingehalten werden müssen. Er hat die Löschungsbewilligung ja auch beantragt. Der Notar hat also alles richtig gemacht. Er ist nicht verpflichtet, dem Klienten Sparmodelle zu erklären.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Ich habe auf die gestellte Frage geantwortet! Wenn du jetzt allgemeingültige Dinge daraus herleiten willst, brauchst du nicht MICH zu korrigieren sondern solltest lieber über deine eigenen Gedankengänge nachdenken...

Kommentar von ichbinschris ,

Nö. Ich mach mir aber über dich Gedanken.

Antwort
von User1998, 44

Der Notar lässt sich jede Dienstleistung bezahlen. Ein Notar ist auch keine Beratungsstelle und hat keinerlei Aufklärungspflicht. Wenn man ein Haus kauft, muss man sich selber informieren, wie man was wo und wann am besten regelt. Das Finanzamt erklärt dir ja auch nicht, wie du Steuern sparen kannst. (nur so als Beispiel)

Kommentar von sabine555 ,

aber man geht doch zu einem Notar um sich beraten zu lassen? Soll man jetzt vorher auch noch zum Rechtsanwalt?

Kommentar von User1998 ,

Seit wann geht man zu einem Notar, um sich beraten zu lassen? Man geht zu einem Notar, um bestimmte Dinge notariell beurkunden zu lassen. Der Notar berät nur, wenn er dafür bezahlt wird.

Ein Rechtsanwalt ist ebenfalls keine Beratungsstelle, bzw. auch nur gegen Gebühr. 

Umsonst ist nur der Tod, und auch der kostet das Leben :-)

Die einzigen gebührenfreien Beratungsstellen sind die Caritas oder kirchliche Sozialdienste. Aber dort erfährt man nicht, was man tun muss, wenn man ein Haus kauft/verkauft.

Kommentar von sabine555 ,

Ein RA ist keine Beratungsstelle? Und ein Notar hat nicht aufzuklären? Der Notar wird für Beratung und Beurkundung vom Käufer bezahlt, hat aber die gleichen Pflichten für den Verkäufer. Genau wie ein Makler (im besten Fall) beide Parteien beraten sollte und am Ende nur der Käufer bezahlt

Kommentar von ichbinschris ,

Wie bitte?

Natürlich ist ein RA dafür da rechtlichen Rat einzuholen! 

Und das möchte Sie doch oder? Sie möchte eine verbindliche Aussage, ob es erlaubt ist, oder ob der Notar einen Fehler gemacht hat. 

Denn genau das ist Ihre Frage und das ist eine Frage für einen RA.

Was wäre denn, wenn es nun heißt, der Notar hätte es Ihr sagen sollen, was dann? Dann klagt man, richtig. Und warum? Aufgrund der rechtliche Einschätzung des Anwalts auf Basis des Sachverhaltes.

Antwort
von Bestie10, 51

also jeder Notar den ich bisher kennenlernte machte das !

ob aus Freundlichkeit oder weil er es muß  .... keine Ahnung

Kommentar von sabine555 ,

ich hätte das auch einfach erwartet. Und da ich vor ein paar Jahren für mehr Leistung gar keine Rechnung bekam würde ich auch den jetzigen Notar nicht empfehlen. Er bekommt so viel Geld von den Käufern, da ware ein Hinweis auf Sparmöglichkeiten wirklich nett gewesen.

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