Frage von AmeLee, 60

Ist ein Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenze quasi ein Freibrief es mit dem Bezahlen von Rechnungen nicht so genau zu nehmen, da ja nichts zu holen ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von geheim007b, 29

Nach meiner Erfahrung: ja, das ist es. Zumindest sofern man es nicht übertreibt. Auf Fälle unter 500€ haben die Staatsanwaltschaften keine Lust und lassen Anzeigen mit der Begründung fallen in der Art der Schuldner hätte ja damit rechnen können das Geld haben zu können um die Rechnung zu bezahlen.... oder das allerbeste was ich gesehen habe: ja, es wäre eine Straftat, aber der hat noch so viele andere... da fällt das nicht weiter ins Gewicht. Noch schlimmer wird es wenn Kinder im Spiel sind da die Pfändungsgrenze dann so ist das selbst wenn sie Arbeiten würden sie kaum drüber kommen (in gewissen Einkommensschichten)

Das Problem sind tatsächlich die Pfändungsgrenzen. Besser wäre es ab dem 1. Euro Einkommen Geld pfändbar zu machen nach einer Prozentualen Staffel für den jeweiligen Block.. z.B.

5% von 1-100€
10% von 101 - 200€
15% von 201 - 300€
20% von 301 - 400€
25% von 401 - 500€
30% von 501 - 600€
35% von 601 - 700€
40% von 701 - 800€
50% von 801 - 900€
60% von 901 - 1000€
70% von 1001-1100€
80% von 1101 - 1200€
100% ab 1200€

Der typische H4 Empfänger hätte also von seinen 400€ satz

5€ + 10€ +15€ + 20€ = 50€ abzugeben (da würde das Geld für die Unterkunft nichtmal berücksichtigt werden). Da jeder 100€ dazuverdienen kann könnte er es ausgleichen (und ja... scheiß arbeit gibts wenn man sich drum bemüht).

Genau so sähe eine faire Lösung aus und Schuldner der unteren Einkommensschichten hätten auch wirklich mit Konsequenzen zu leben.

Antwort
von kevin1905, 42

Das Problem an der Sache ist, dass es eine Straftat wäre, Dinge zu bestellen im Wissen diese nicht oder nicht pünktlich bezahlen zu können.

Dann kommt irgendwann der Brief vom Staatsanwalt. Nicht bezahlbare Geldstrafe also Ersatzfreiheitsstrafe oder soziale Arbeit

Pfändungsfreigrenze wird runtergesetzt, da Vorsatzhandlung und Restschuldbefreiung bei PI ist ausgeschlossen.

Kommentar von mepeisen ,

Das Problem an der Sache ist, dass es eine Straftat wäre, Dinge zu bestellen im Wissen diese nicht oder nicht pünktlich bezahlen zu können.

Ergänzung: oder nicht zahlen zu wollen

Antwort
von auchmama, 46

Naja, der Wohnsitz könnte dann recht schnell "schwedische Gardinen" haben. Waschen braucht man die aber nicht!

Nun mal im Ernst, wenn jemand weiß das er kein Geld hat und trotzdem Waren bestellt, wie würdest Du denn das nennen? Ich nenne es Betrug!

Kommentar von geheim007b ,

Beweise bitte das der Schuldner nicht damit gerechnet hat z.B. etwas zu erben (oder einen Lottogewinn zu haben) zu dem Zeitpunkt der Bestellung und damit das er nicht vor hatte zu bezahlen...  genau hier liegt das Problem. So lange der Schuldner sich nicht verwertbar verplappert kann man nichts.

Antwort
von Rockuser, 37

Jo, aber wenn Du keinen Strom mehr bekommst, und nichts mehr auf Rechnung bestellen kannst, weil dich niemand mehr beliefert, hast Du eine Menge Schulden und Du bekommst nichts mehr ohne Vorkasse.

Tolle Idee.

Antwort
von AnglerAut, 32

Dir wird halt keiner mehr was auf Rechnung verkaufen ...

Antwort
von Schnibbelhilfe, 30

Traurig aber wahr. Hast du zudem noch ein Pfändungsschutzkonto ist dieser "Freibrief" tatsächlich derzeit möglich.

Außer Unterhaltszahlungen kann dann "nichts" gepfändet werden.

Kommt dies aber raus, fällt das unter vorsätzlichen Betrug ;-)

Kommentar von kevin1905 ,

Auch bei Vorsatzhandlung (Straftaten wie Betrug), kann das Gericht den Pfändungsfreibetrag senken.

Kommentar von Schnibbelhilfe ,

Schlußfolgerung auf "vorsätzlichen Betrug" ist ja wohl logisch ;-))

Kommentar von kevin1905 ,

Fahrlässigen gibt es ja auch nicht.

Antwort
von EXInkassoMA, 16

Eingehungsbetrug. 

Antwort
von Felixie1, 35

Nein,es ist kein Freibrief.Wie kannst du damit leben?Die Gläubiger werden dich mit Sicherheit nicht in Ruhe lassen.

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