Frage von nicequestion22, 50

Ist ein Dialekt eine Form der Sprache und wenn ja inwiefern ?

Antwort
von PoisonArrow, 31

Eher eine regionale Abwandlung der Sprache, eine lokale Mundart.

Ein Dialekt lässt die Sprache in ihrer Form, Grammatik und den meisten Vokabeln bestehen und ändert im Wesentlichen nur die Aussprache.

So ist z.B. der Berliner Dialekt an einigen deutlichen Merkmalen zu erkennen, ich wird zu icke, laufen wird zu loofen, gucken wird zu kieken usw.

Bei Plattdeutsch ist es schon mehr eine Mischung aus früherem Sprachgebrauch, Dialekt und regional verschiedenen Vokabeln. Also weitaus mehr, als nur ein Dialekt - eine eigene Sprache.

Grüße, ----->

Kommentar von OlliBjoern ,

Schon richtig, wobei der zeitliche Ablauf aber meist anders war: die regionalen deutschen Dialekte sind (in aller Regel) relativ alt, und wurden später vom Hochdeutschen überlagert oder sogar verdrängt. Somit sind sie keine späteren Abwandlungen des Hochdeutschen.

Berlin kenne ich nicht so gut, aber die Gegend Hannover/Hameln (und das Weserland) zeigt das ganz gut: früher wurde dort ein niederdeutscher Weserdialekt gesprochen/geschrieben (man muss nur lesen, was auf den alten Häusern draufsteht), erst später verdrängte das Hochdeutsche diesen Dialekt. Obwohl man heute (zu Recht) sagt, dass der Raum Hannover meist sehr gutes Hochdeutsch spricht, stammt diese Variante nicht von dort (sondern von weiter südlich). 

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Sprache & deutsch, 31

Ein Dialekt ist eine Varietät einer Sprache. Darin steckt das Wort "Variation/variieren". Eine Sprachvarietät gibt es nicht ohne eine überdachende Sprache - gleichwohl gibt es keine Sprache ohne Sprachvarietäten, weil diese die möglichen Formen einer Sprache sind. Die Sprache bildet sozusagen den gemeinsamen Nenner von ihren Sprachvarietäten. Lies mal den Wiki-Eintrag dazu, das Wesentliche ist nicht so schwer zu verstehen: https://de.wikipedia.org/wiki/Varietät_(Linguistik)

Antwort
von Griesuh, 26

Ein Dialekt , das ist die Sprache.

Hochdeutsch ist eine künstliche Form der Sprache -- damit sich Bayern und Ostfrisen auch verständigen können

Kommentar von LolleFee ,

Aus linguistischer Sicht ist ein Dialekt eine Sprachvarietät, ebenso wie die Standardsprache. Zu sagen, dass hochdeutsch eine künstliche Form der Sprache sei, ist eine persönliche Wertung und, wenn ich jetzt auch mal werten darf, ziemlich vermessen.  

Kommentar von Griesuh ,

Eben nicht. Bevor es das Hochdeutsch gab wurde nur im Dialekt gesprochen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochdeutsche_Dialekte

Kommentar von earnest ,

Hast du hier vielleicht den ersten Satz in deinem Link missverstanden, der besagt, dass es ein gängiges Missverständnis sei, die Begriffe "Hochdeutsch" und "Hochdeutsche Dialekte" NICHT zu unterscheiden?

Mit anderen Worten: "Hochdeutsch" und "Hochdeutsche Dialekte" sind zwei verschiedene Paar Schuhe. 

Oder habe ich dich jetzt missverstanden?

Wie du auch dem Link entnehmen kannst: Hochdeutsch hat sich entwickelt.

Kommentar von Griesuh ,

Wie du auch dem Link entnehmen kannst: Hochdeutsch hat sich entwickelt.

Genauso ist es und nichts anderes habe ich gesagt.

Kommentar von earnest ,

Nein. 

Du hattest gesagt, Hochdeutsch sei "künstlich".

Die "Entwicklung" war aber eine quasi natürliche.


Kommentar von LolleFee ,

Bleibt noch: "Ein Dialekt , das ist die Sprache. Hochdeutsch ist eine künstliche Form der Sprache [...]" Das ist einfach grob falsch.

Kommentar von LolleFee ,

Und wann ist Deiner Meinung nach Hochdeutsch nicht mehr "künstlich", denn die Dialekte, die sich ja damals auch aus anderen Sprachen herausgebildet haben, sind es ja offenbar nicht (mehr). 

Lass mich raten - Du sprichst Dialekt. Sonst kämst Du nämlich nicht auf die Idee, zu sagen, Hochdeutsch sei künstlich.

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