Frage von Vantablack, 177

Ist ein CT nach einem MRT noch notwendig?

Ich hatte am 06.11.2015 einen Fahrradunfall beim Montainbiking. In der Notaufnahme wurde ich dann geröntgt und es hieß V.a. Clavikula Fraktur. Ich sollte abermals zum Röntgen und wurde dann am 12.11. abermals geröntgt. Es kam raus, dass mit meinem Schlüsselbein alles okay sei. Also wartete ich ab aber die Schmerzen nahmen nicht ab. Also holte ich mir eine Überweisung zum Orthopäden/Unfallchirurgen. Der machte mit mir dann ein paar Hampelmannübungen und es stellte sich heraus, dass es doch nicht das Schlüsselbein ist (surprise)...nachdem er sich dann über die Inkompetenz der ambulanten Ärzte aufgeregt hatte bekam ich eine Überweisung zum MRT. Dort war ich und bekam gestern die Auswertung, dass es wohl ein nicht dislozierter Bruch meiner Scapula ist - wieder nur V.a. Nun meinte der Arzt ich muss noch mal zum CT, weil sich Brüche da besser darstellen lassen. Ich hab nur langsam bedenken was die Strahlungsbelastung angeht. Ich war in 2 Monaten dann 2 mal beim Röntgen und 1 mal beim CT - ist das schon gefährlich und überhaupt notwendig?

Mal unabhängig davon, dass ich bisschen mehr als einen Monat mit einem Bruch rumrenne und arbeiten gehe der nicht behandelt wurde mache ich mir nun Gedanken über die Sinnhaftigkeit des CT's. Ich habe mir die MRT Bilder angeschaut. Nun bin ich kein Arzt, allerdings wüsste ich nicht was man da nicht sieht. Ein Freund von mir macht momentan ein medizin Studium und meinte es sei totaler Quatsch jetzt nochmal zum CT zu gehen, da die Strahlenbelastung da nochmal höher ist als beim normalen Röntgen.

Vielen Dank für die Hilfe!

Antwort
von Herb3472, 121

Röntgen, MRT und CT ergänzen einander, sie ersetzen einander jedoch nicht. Speziell bei Knochenbrüchen sieht man auf einer CT Aufnahme mehr als auf dem Röntgen und einer MRT Aufnahme. Die Strahlenbelastung ist bei den modernen Geräten derart gering (nur mehr ein Bruchteil der Belastung bei älteren Geräten), dass Du diesbezüglich keine Bedenken haben brauchst. Die Strahlenbelastung, der man beim Bergsteigen in großen Höhen oder in einem Flugzeug ausgesetzt ist, ist wesentlich höher.

Kommentar von NjoerdSaebjoern ,

Das ist so ganz nicht korrekt. Ein CT Schädel entspricht ca. 120 Rö Thx. Die Strahlenbelastung ist selbst heutzutage noch immens. Sicherlich ist die Belastung beim Fliegen höher, wenn man Dauerflieger ist, bzw Pilot. Und auch Bergsteiger auf +4000m hat eine erhöhte Belastung an ionisierender Strahlung. Aber keinesfalls der Ottonormalverbraucher, welcjer mal eben bergsteigen geht oder in den Urlaub fliegt. Röntgenstrahlung ist nicht zu unterschätzen und leider wollen die Ärzte von heute immer schnell ein CT, obwohl Diagnose teilweise schon eindeutig ist. Ein MRT unterscheidet sich dahingehend, da es sich um Magnetresonanz handelt. Man kann den Körper also in Scheiben schneiden und sich die jeweiligen Schichten des GEWEBES anschauen. Ein CT ist nichts anderes als viele Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Perspektiven um so ein 3D Bild von festen Strukturen, zB KNOCHEN zu bekommen. Möchte man jetzt innere Blutungen ausschließen müsste man ein MRT beantragen, da ein CT nichts zeigen würde. Demnach kann es durchaus sinnvoll sein diese 2 Arten der Darstellung bei einem gezielten Verdacht miteinander zu kombinieren. 

Antwort
von Gothictraum, 113

Ärzte setzten einen nicht aus Langeweile einer Bestrahlung aus

Antwort
von Superstudent, 112

Hallo, nein wegen der Strahlenbelastung brauchst du dir erst einmal keine großen Sorgen zu machen, auch wenn natürlich das Prinzip gilt, dass jede vermeidbare Strahlenexposition auch vermieden werden sollte.

Im Allgemeinen ist es so, dass man eigentlich am MRT alles sieht, nicht selten auch Knochenbrüche, die beim vorherigen Röntgen verborgen blieben. Ich kenne allerdings deinen genauen Fall nicht so ganz. Nun ist es auch so, dass man auch noch während der Operationen mit dem C-Bogen wieder mit Röntgen in Kontakt kommt und zwar nicht nur einmal. Ich will damit sagen, dass man im Krankenhaus ohnehin sehr häufig ein bisschen was abbekommt und sich nicht immer eine klare Entscheidung treffen lässt, wann man auf die zusätzliche Diagnostik verzichtet und wann nicht.

Das von dir erwähnte CT kann man sich oft sparen, wenn man schon am MRT war, wir wissen aber nicht wie dein Fall gelagert ist und welche Präferenzen der Chirurg hat.

Kommentar von Vantablack ,

Naja, ich kann den Befund reinhauen. Weiß halt nur nicht inwiefern Leute was damit anfangen können. 


Mir kommts halt echt so vor als würde er einfach noch n bisschen die Krankenkasse ausnehmen wollen...

Kommentar von Superstudent ,

Ne lass mal besser, so etwas würde ich im Internet nicht publizieren. Schau mal hier, da steht u.a. warum das CT gelegentlich besser sein kann als das MRT: https://www.radiologie-koblenz.de/49-0-CT+der+Knochen.html

Das ist sicher auch eine Erklärung dafür, weshalb dein Arzt gute Gründe haben kann dich zum CT zu schicken. Das mit dem Ausnehmen der Krankenkasse, ist zwar einpopulärer Vorwurf, in der Realität aber schwieriger als man sich das eventuell vorstellt.

Kommentar von beamer05 ,

Im Allgemeinen ist es so, dass man eigentlich am MRT alles sieht

Nein, so ist es im Allgemeinen -insbesondere bei den in Rede stehenden Knochenläsionen eben nicht!

Das MRT ist zur Beurteilung von knöchernen Läsionen, insbesondere Frakturen bei weitem nicht so gut geeignet, wie ein CT.

Innerossäre Prozesse, etwa Metastasen in Wirbelkörpern können zwar per MRT häufig gut dargestellt werden, Frakturen oder etwa eine Stabilitätsgefährdung bei Osteolysen hingegen kann (fast) nur die CT ausreichend darstellen.

Daher ist es durchaus verständlich, dass bei gegebener Fragestellung eine CT empfohlen wurde.

Kommentar von Superstudent ,

Hey, deshalb habe ich den entsprechenden Link mitgegeben. In bestimmten Konstellationen macht ein CT Sinn, habe ich auch so geschrieben. Das MRT ist durchaus gut geeignet, um Knochenbrüche festzustellen. Das MRT wird ausdrücklich auch für die Feststellung von Frakturen verwendet, die Aussage es wäre dafür "bei weitem nicht so gut geeignet" stimmt so nicht. Im Rahmen einer weiteren Therapieplanung kann eine CT wiederum sinnvoll sein, wie ich bereits schrieb. 

Man kann das ohnehin nicht isoliert voneinander betrachten, beide Systeme haben ihre Möglichkeiten und Grenzen. In jedem Fall ist die Aussage, der behandelnde Arzt wolle damit die Krankenkasse belasten ziemlicher Humbug.

http://www.offene-mrt-giessen.de/dokumente/aktuelle-radiologie-10.pdf

Kommentar von Superstudent ,

Hier auch noch einmal bei Thieme: Gerade um zunentdecken, was beim gewöhnlichen Röntgen verborgen blieb, ist das MRT heute sehr weit verbreitet und so wie ich das sehe, wurde beim Autor der Frage entsprechend verfahren: https://books.google.de/books?id=mO7NBQAAQBAJ&pg=PA284&dq=mrt+frakturen&...&q=mrt%20frakturen&f=false

Kommentar von Vantablack ,

Danke euch!:)

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