Frage von uyduran, 375

Ist ein Burka-Verbot vertretbar/gut/sinnvoll?

Hallo Community!

Auch wenn eine Frage dieser Art hier schon häufiger gestellt wurde, möchte ich sie unter einem speziellen Blickpunkt erneut stellen. Ich persönlich kann mich nur sehr schwer festlegen, ob ich ein Burka-Verbot für richtig oder falsch, für gut oder schlecht halte.

Was für mich FÜR ein Burka-Verbot spricht: Eine Gesellschaft muss Grenzen setzen - ebenso wie es verboten ist, nackt herumzulaufen, sollte es auch verboten sein, komplett verschleiert herumzulaufen. Das Menschen- und Geschlechterbild, auf dem die Burka basiert, ist nicht konform mit den Prinzipien unseres Grundgesetzes. Die Burka ist frauenfeindlich, da sie einzig für das weibliche Geschlecht gemacht ist und das Individuum in diversen Alltagsaktivitäten einschränkt. Ein Burkaverbot überschneidet sich nicht mit dem Recht auf Religionsfreiheit, da die Burka in keiner islamischen Schrift Erwähnung findet und höchstens in ultrakonservativen sektengleichen Strömungen vorgeschrieben wird. Ein Burkaverbot würde radikalislamischen Gruppen Grenzen aufzeigen. Frauen, die bis dato zum Tragen einer Burka gezwungen wurden, sind nun ein kleines Stückchen freier.

Was für mich GEGEN ein Burka-Verbot spricht: Die Burka ist nicht zu verwechseln mit dem Nikab. Im deutschsprachigen Raum sowie den Niederlanden gibt es nur sehr wenige Burkaträgerinnen (in Deutschland ein Bevölkerungsanteil von 0,000123%). Folglich ist ein Verbot sowie die große gesellschaftliche Debatte völlig übertrieben und unverhältnismäßig. Das nur eine minimale Bevölkerungsgruppe betreffende Verbot würde vergleichsweise große Wellen schlagen, da es die muslimische Gesellschaft als Eingriff in ihre Privatsphäre wertet. Somit vergrößern sich die Spaltung, das Opferrollengefühl, das Misstrauen gegenüber dem Staat sowie die Sympathiebekundung mit konservativen Kreisen. Es handelt sich dabei also um eine Scheindebatte, die sich auf Annäherungs- und Integrationsprozesse der muslimischen Parallelgesellschaft negativ auswirkt. Ein Burka-Verbot garantiert außerdem nicht, dass gezwungene Burkaträgerinnen tatsächlich mehr Freiheit haben - vielleicht ist auch das Gegenteil der Fall, weil solche Frauen als Konsequenz dann gar nicht mehr das Haus verlassen dürfen. Islamismus muss an anderen Stellen bekämpft werden, Verbote wie dieses erzeugen kein Umdenken, ganz im Gegenteil.

Welcher Argumentation würdet ihr eher zustimmen und warum?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von atzef, 128

Es steht selbst für den CDU-Bundesinnenminister außer Frage, dass ein generelles Burkaverbot verfassungswidrig wäre. Ein punktuelles wiederum ist unnötiger Unsinn, da in bestimmten Zusammenhängen auch so schon ein absolutes Recht auf Burka tragen nicht gegeben ist (Straßenverkehr, Bank, Gericht, Behörden, etc.). Angesichts der geringen Zahl läuft das eher auf alberne Symbolpolitik hinaus. Bezeichnenderweise kochte das Thema auch nur im Wahlkampf in Meck-Pom und Berlin hoch. Da erhoffte sich die CDU AfD-Wähler zurückzugewinnen und wurde prompt dafür abgestraft, da man im Zweifel lieber das Original wählt als den Versuch einer billigen Kopie.

Dein Plädoyer für das Burkaverbot entspricht einer totalitaristischen Idee von Verfassungskonformität als Durchsetzng und Aufoktroyierung eines positivistisch vorgestellten Kanons an gesellschaftlichem Wohlverhalten. Das aber ist selber verfassungswidrig.

Nimm einfach mal zur Kenntnis, dass usere Verfassung eben auch das verfassungswidrige Bekenntnis schützt und von staatlicher wie privater Verfolgung und Drangsalierung freistellt. Sonst müsste man ja auch dich kurzerhand aus dem Verkehr ziehen. :-)

Oder die männlichen AfD-Wähler. Die sind zum großen Teil auch alle auf eine antiquierte Art frauenfeindlich. :-)

Kommentar von uyduran ,

Danke für deine Stellungnahme! Finde ich sehr plausibel und musste innerlich bei eigentlich allen Zeilen nicken.

Kommentar von IchBinIch77 ,

Europäisches Recht steht über Deutschem Recht. Und da der europäische Gerichtshof bereits entschieden hat, dass ein Burka Verbot EU konform ist, stillt deine Ausführung leider nicht.

Kommentar von atzef ,

Unsinn. Der EU-Gerichtshof hat lediglich festgestellt, dass ein Burkaverbot nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Ein allgemeines Burka-Verbot würde aber immer gegen das Grundgesetz verstoßen. Der EU-Gerichtshof hat keinerlei Befugnis, weitreichendere individuelle Rechte, die eine Staatsverfassung gewährt, aufgrund seiner Auffassng der Europäischen Menschenrechtskonvention (die ich in dieser Form für falsch und eben totalitär halte) zu kassieren.

Antwort
von warehouse14, 97

Wer sich mit der Natur des Menschen auskennt weiß, daß Verbote so gut wie immer kontraproduktiv sind.

Ist es nicht vielmehr so, daß Menschen allgemein Dinge, die ihnen verboten werden, einfach aus Trotz "jetzt erst recht" machen? o.O

Ich persönlich halte auch nix davon, bestimmte Kleidungsstile zu ächten, nur weil irgendwelche Dumpfbacken sich so angezogen haben während sie ihr Dumpfbackentum auslebten. 

Gegen die Unterdrückung von Burkaträgerinnen kann man ja ganz pragmatisch mal was tun indem man die Damen wertneutral aufklärt über ihre Rechte. Natürlich auch über Möglichkeiten, ihre Rechte durchzusetzen... Wenn sie sich dann trotzdem ihrem unterdrückten Dasein hingeben wollen ist es schlicht zu akzeptieren. Man kann und darf niemandem Freiheit aufzwingen.

Asylbewerber, welche mit unseren Gesetzen und Gepflogenheiten ein Problem haben, sollten nicht zu subtil darauf hingewiesen werden, daß sie gerne wieder zurück in ihre Heimat gehen dürfen, wenn es ihnen dort gemütlicher ist.

Ein Burkaverbot ist letztendlich weder richtig noch falsch. Eine solche Wertung entsteht ja immer erst in Konfrontation mit dem Individuum, welches von dem Verbot betroffen ist.

Also warum nicht individuell entscheiden? ;)

warehouse14

Antwort
von YaffeNasenberg, 115

Guten Abend,

viele deiner Argumente - auf beiden Seiten - sind für mich durchaus vertretbar. Letztendlich hängt das Ganze sicherlich auch zu einem großen Teil von den persönlichen Einstellungen und der eigenen Sozialisation ab.

Ich halte es, das sei vorweg gesagt, für eine besondere Errungenschaft unserer Demokratie, dass "[d]ie Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich" sind (Art. 4 GG). Zu einem liberalen Staat gehört das definitiv dazu. Dass die Burka in islamischen Schriften nicht erwähnt wird, halte ich da fast für nebensächlich. Trägt ein Mensch als Ausdruck seines Glaubens ein Kleidungsstück, so steht es ihm per se meines Erachtens frei, SOFERN er dies nicht in Beziehung zu staatlichen Organen tut, denn ebenso wichtig wie die Religionsfreiheit ist für mich die Neutralität des Staates (für die Trennung von Kirche & Staat setzte sich schon Bismarck ein). Außerdem darf diese Kleidung natürlich nicht zum Ausdruck verfassungsfeindlicher Ideale verwendet werden. So viel zu den Rahmenbedingungen.

Mich persönlich stört gerade die Burka jedoch aus folgenden Gründen: Zunächst ist es grundsätzlicher Bestandteil westeuropäischer Kulturen, dass man sich in die Augen schauen kann, wenn man auf gleicher Ebene miteinander kommuniziert. Schon im Mittelalter klappten Rittersleute ihr Visier hoch, um friedfertige Absichten zu signalisieren. Nicht umsonst wird diese Geste bis heute (v.a.) beim Militär in abgewandelter Form als Gruß verwendet. Wer mir seine Augen nicht zeigen will, sie bewusst versteckt, dessen Absichten kann ich weniger gut deuten, Mimik und Gestik fehlen, wichtige Elemente nonverbaler Kommunikation, die mir helfen, einen Menschen kennenzulernen und zu verstehen.

Ein weiterer Punkt, der mich als Mann betrifft, ist der respektvolle Umgang miteinander. Tritt mir jemand nur vollverschleiert gegenüber, dann ist das für mich ein eindeutiges Statement, das da lautet "Ich zeige mich dir nicht". Irgendetwas rechtfertigt offenbar, dass diese Person mir nicht ohne Burka gegenübertreten kann. Damit fühlt sich das wie eine Pauschalkritik an, als wäre ich schlichtweg als Mann nicht vertrauenswürdig genug, als dass man sich mir zeigen könnte. Als wäre ich nicht in der Lage, meine Hände bei mir zu behalten. Ich zeige mich dieser Person, offenbare damit meine Identität, während ich nicht einmal erkennen kann, wer da vor mir steht. Damit besteht aus meiner Sicht beiderseits ebenfalls eine Grundschwierigkeit, Vertrauen aufzubauen.

Insofern stellt die Burka für mich einfach unabhängig von der Frage, ob sie verboten werden sollte, ein riesiges Hindernis in Bezug auf erfolgreiche Integration in eine Gesellschaft, die das Tragen der Burka nicht allgemein pflegt, dar. Sie baut Barrieren, die es nicht geben müsste und sorgt auch auf der anderen Seite des Schleiers regelmäßig nur für Verwunderung, Misstrauen, Distanz. Verdenken kann man es den Leuten nicht, will ich meinen.

Gruß

Kommentar von uyduran ,

Danke für deine Stellungnahme! Sachlich analysiert und reflektiert die persönliche Meinung geäußert, das liest man selten bei solchen Streitthemen.

LG

Antwort
von schnoerpfel, 56

Ich sehe das ganz anders. Man muss nicht erst etwas dann verbieten, wenn es sich unverhältnismäßig ausgebreitet hat. Je eher, desto besser. Dann gibt es auch weniger Widerstand.

Seltsamerweise sind die "Burkafrauen" in meinem Stadtviertel seit Mitte dieses Jahres verschwunden. Ich kann das nur begrüßen...

Antwort
von lady73, 53

Die Burka gibt es nur in Afghanistan
Das was hier von einer geringen Anzahl von Muslimas getragen wird ist die Niqab
Der Hijab ist öfters getragen und hat auch einen Ursprung aus den 3 Religionen soweit man es heutzutage noch erkennen kann
Die Juden tragen eine Art von Kopfbedeckung die Nonnen und Mönche auch sowie die Muslime auch.
Also muss es laut der Religion auch einen religiösen Hintergrund haben.
Jeder Mensch ist mit einer Normalen Scham zur Welt gekommen beim einten wird sie belassen und beim andern zum Beispiel durch die Eltern verändert.
Es sollte ein mittel mass und keine einseitig extreme Richtung sein

Kommentar von AalFred2 ,

Jeder Mensch ist mit einer Normalen Scham zur Welt gekommen

Nein, jeder Mensch kommt schamlos auf die Welt. Der rest wird durch die Gesellschaft vorgegeben.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 89

Mit einem Burkaverbot würde man zunächst den rechtsextrem eingestellten Mitbürgern Zucker in den Allerwertesten blasen. 

Richtig sachliche Gründe für ein Burka-(oder Verschleierungs)verbot kann ich nicht erkennen. Welche Gefahr geht von der Person aus? Ob es überhaupt mit unserer Verfassung vereinbar wäre, wage ich zu bezweifeln. 

Letztlich ist das Tragen einer Verschleierung eine höchstpersönliche Entscheidung. Genau wie die Sturmmaske, die ein Motorradfahrer trägt. Aus welchen Gründen auch immer sich der/diejenige verschleiert. 

Ich finde die Burka oder den Nikab auch nicht gut. Ich finde aber auch pinkfarbene Autos nicht gut. Nicht alles, was man nicht gut bzw. schlecht findet, muss oder kann man verbieten. Und, wie du schon richtig aufgeführt hast, beträfe ein Verbot einen verschwindend kleinen Teil unserer Bevölkerung. Wir tolerieren viel in Deutschland, warum nicht auch ein paar Verschleierte. Ich persönlich finde einen herumtorkelnden Besoffenen wesentlich weniger tolerabel als eine Burka. 

Man wird aber auch nicht gezwungen, mit verschleierten Menschen zu reden. Zur Kommunikation gehört nicht nur die Stimme, die nonverbale Kommunikation ist genaus so wichtig. Als Inhaber eines Geschäftes, eines Geldinstitutes würde ich allen verschleierten Personen den Zutritt verweigern oder erst gar nicht reinlassen. 

Ich meine, die Burka wird auch ohne Verbot irgendwann von selbst verschwinden. 

Kommentar von rlstevenson ,

Absolut richtig. Und als Inhaber eines Geschäftes oder eines Geldinstituts darfst Du bereits heute allen den Zutritt verweigern, deren Nase Dir nicht passt (oder deren Nase verschleiert ist, je nachdem).

Kommentar von DottorePsycho ,

Bin mir da nicht so sicher, ob sich eine nicht bediente bedeckte Muslima nicht juristisch wehren könnte aufgrund von Diskriminierung.

In den ethnischen Diskriminierungsschutz sind fast alle Verträge des Wirtschaftsverkehrs einbezogen, wie die Antirassismus-Richtlinie dies vorschreibt.  Er gilt u.a.  für sog. Massengeschäfte. Massengeschäfte sind vor allem Verträge, die typischerweise in einer Vielzahl von Fällen zu vergleichbaren Bedingungen ohne Ansehen der Person abgeschlossen werden, oder bei denen das Ansehen einer Person eine untergeordnete Rolle spielt. Sie kommen also vor allem in der Konsumgüterwirtschaft und bei standardisierten Dienstleistungen vor.

Kommentar von furbo ,

Bin mir da nicht so sicher, ob sich eine nicht bediente bedeckte Muslima nicht juristisch wehren könnte aufgrund von Diskriminierung.

Ich mir schon. Da gibt es schon einige Gerichtsentscheidungen - gegen die Burkaträgerin. Nein, es ist keine Diskriminierung. 

Kommentar von DottorePsycho ,

Du willst damit sagen, dass der Wirt eines Gasthauses einer Muslima mit Gesichtsschleier den Service/Verkauf verwehren darf?

Sorry, dafür hätte ich gerne von Dir als Experten für Recht entsprechende Links.

Etwas anderes ist es z.B. in Banken; da ist das Schutzinteresse der Bank höher zu bewerten.

Kommentar von furbo ,

Das Bankenurteil ist ja schon bekannt. Ich bin der Auffassung, dass sich nicht nur Banken, sondern jeder, dessen Geschäftsräume allgemein zugänglich sind, auf das Urteil berufen können. 

Eine Diskriminierung liegt, wie das Bankenurteil zeigt, nicht vor. Der § 19 AGG umfasst die Ablehnung wegen Kleidung eben nicht. Letztlich ist es die Entscheidung des Wirtes, ob er seinen Gästen ins Gesicht gucken möchte, ob er also ein Hausverbot ausspricht oder nicht. 

Kommentar von DottorePsycho ,

Wenn ich das richtig lese, ist es also lediglich Deine "Auffassung"?! Wie wir alle wissen, haben selbst studierte Juristen seltsamerweise sehr oft unterschiedliche Auffassungen in solchen Dingen, so dass es schon mehr als diese braucht, um die Rechtslage so deutlich zu bewerten.

Das heisst dann nämlich, wir haben hier zwei unterschiedliche Auffassungen/Einschätzungen. Dann aber bitte mach das doch gleich kenntlich, sonst denkt man noch, Du stützt Dich auf einschlägige Urteile, wenn Du so bestimmt formulierst.

Kommentar von furbo ,

Ok, einmal auf die Schnelle: VG Osnabrück - Lehrer kann die Verschleierung untersagen.

Andere Urteile such ich bei Gelegenheit raus. 

Kommentar von DottorePsycho ,

"Lehrer" ist der falsche Kontext. Ich beziehe mich speziell auf den - sagen wir mal - Einzelhandel.

In mein Kaffeehaus (nein, ich habe keines) kommt eine vollverschleierte Frau und bestellt einen Kaffee. Wenn ich Dich richtig verstehe, hätte ich das Recht, sie des Hauses zu verweisen, wenn sie nicht bereit ist, den Schleier zu lüpfen?! Das ist doch das, was "Massengeschäft" bedeutet, oder? Und genau hier würde ich annehmen, dass das diskriminierend wäre nach derzeit gültigem Recht.

MEIN Ansatz ist ja hingegen, dass das Tragen des Schleiers diskriminierend ist für alle anderen anwesenden Frauen.

Kommentar von furbo ,

Deinen Ansatz kenne ich mittlerweile. Auch ich bin der Meinung, dass die Burka ein Zeichen der Unterdrückung ist. Aber solange die Burkaträgerin meint, dass das ihre Religion gebietet, kann sie das unter Religionsfreiheit verbuchen. 

Wäre ich der Inhaber des Kaffeehauses (ich hab auch keins), würde ich die Burkaträgerin ( aber auch den helmtragenden Motorradfahrer) des Lokales verweisen. 

Es ist keine Diskriminierung. Das AGG führt auf, weswegen nicht ungleichbehandelt werden darf. Die Bekleidung fällt nicht darunter. 

Kommentar von AalFred2 ,

Nein, darfst du nicht.

Kommentar von rolfmengert ,

In einer Expertenantwort hätte ich mir doch eine weniger zotige Sprache vorgestellt. Auch Deine Vergleiche mit dem Motorradfahrer oder dem pinkfarbenen Auto sind so wenig zutreffend, dass ich mich erneut frage, wie Du zu dem Status des Experten gekommen bist. Vor allem ist die Antwort insgesamt so salopp gestaltet, dass sie im Gegensatz zu einigen anderen Beiträgen in ihrer Substanz weit zurück fällt. 

Kommentar von furbo ,

Zotig? Deine Meinung; eher eine Einzelmeinung. Vielleicht findest du keinen intellektuellen Zugang zu meinem Beitrag? Immerhin sind genügend andere User anderer Meinung als du, denn der Status hängt nicht von mir, sondern der Zustimmung anderer User ab. 

Kommentar von AalFred2 ,

Eigentlich geht es gar nicht um Stil, sondern nur darum, dass es die falsche Meinung ist.

Kommentar von DottorePsycho ,

Wer bestimmt denn jetzt, welche Meinung falsch ist?

Kommentar von AalFred2 ,

Aus Rolfs Sicht wohl Rolf.

Kommentar von schnoerpfel ,

Die Entscheidung für ein Burkaverbot sollte nicht davon abhängig gemacht werden, dass sie Mitgliedern der Neonazi-Szene entgegenkommt. Das eine hat mit dem anderen herzlich wenig zu tun.

Kommentar von furbo ,

Es sollte nicht davon abhängig gemacht werden. Es sind aber nicht nur die absoluten Rechten, es sind die am rechten Rand angesiedelten Populisten, die mit solchen Forderungen Stimmen machen und Zustimmung bekommen. Und leider springen auch manchmal etablierte Politiker auf den Burkaverbotszug, wohlwissend, dass ein Burkaverbot verfassungsrechtlich nicht durchsetzbar wäre.

Selbst wenn unsere Verfassung so etwas zuließe, halte ich ein grundsätzliches Verbot für unsinnig. Auch heute kann ein Lehrer verlangen, das Gesicht der Schüler zu sehen, jeder Ladeninhaber das Gesicht seines Kunden...

Btw: vor vielen Jahren kontrollierte ich eine Nikabträgerin. Gegen den erbitterten Widerstand des Ehemanns erzwang ich die Demaskierung. Und siehe da... sie war nicht die, die sie laut Ausweis hätte sein müssen. 

Kommentar von DottorePsycho ,

Auch bezüglich der verfassungsrechtlichen Durchführbarkeit bin ich mir nicht sicher. Wer sich nämlich das Thema genauer anschaut, entdeckt da eine Diskriminierungskomponente im muslimischen Kopftuch, die sich imho schlecht mit unseren Bundesdeutschen Werten und Rechtsvorstellungen vereinbaren lässt. Dazu kommt noch die integrationsverweigernde Grundhaltung und der psychische Druck, der auf nicht-bedeckte Muslima ausgeübt wird. Das Kopftuch ist das WERKZEUG hierfür.

Mir ist bekannt, dass die Durchführbarkeit auch in den Medien gerne als "nicht gegeben" bezeichnet wird. Wenn das mal kein Populismus ist ....

Wenn das nämlich in Frankreich und den Niederlanden möglich ist, sehe ich die Schwierigkeiten als nicht sooo groß an, dies auch in Deutschland durchzusetzen. Frage Dich mal, warum das Kopftuch in der Türkei verboten wurde!! Nirgends weiss man besser um die Macht dieses utilisierten Stücks Stoff.

Kommentar von AalFred2 ,

Werte und Rechtsvorstellungen bzgl. einer unterstellten Motivation sind da irrelevant. So lange du eine Muslima findest, die behauptet, die Gardine aus freiem Willen zu tragen, wirst du ihr das nicht verbieten können.

Kommentar von furbo ,

Es gibt ein Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, das sich mit dem Burkatragen in öffentlichen Gebäuden befasst. Solltet ihr mal lesen, ist sehr interessant. 

Der Kernpunkt ist immer, dass die Burkaträgerin davon überzeugt sein muss, dass das ihre persönliche Religionsauffassung gebietet. Ob Korangelehrte eine andere Meinung dazu haben, spielt dabei keine Rolle, nur die persönliche Religionsauffassung der Burkaträgerin ist ausschlaggebend. 

Hier der Link zum Gutachten:

https://www.google.de/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.bund...

Kommentar von DottorePsycho ,

Dann könnte ich mir jetzt etwas Diskriminierendes ausdenken und behaupten, dass ich meine Religion so verstehe, dass ich genau so handeln muss?!

Ich werde den Verdacht nicht los, dass solche Urteile auf Basis von falschem oder fehlendem Wissen gesprochen werden. Somit könnte es auch passieren, dass es demnächst Urteile gibt, die dem diametral widersprechen.

Kommentar von furbo ,

Dann könnte ich mir jetzt etwas Diskriminierendes ausdenken und behaupten, dass ich meine Religion so verstehe, dass ich genau so handeln muss?!

Die Religion ist Privatsache, jeder kann glauben was er will.  Deine Religionsfreiheit endet dort, wo sie die Rechte anderer beeinträchtigt.  So die Theorie, denn wenn ich die Staatskirche sehe, hat sie durchaus Sonderrechte, wie z.B. im Arbeitsrecht, die allgemeinen Gesetzen widersprechen. 

Das mit den Urteilen ist so eine Sache. Vor einigen Jahren sagte mir ein Staatsanwalt für Geldwäsche, dass er sich nicht wundern würde, wenn irgendwann mal ein Urteil käme, das die Geldwäsche für Rechtsanwälte straffrei machen würde. Er hatte Recht, mittlerweile ist es so (dank an das BVerfG). 

Zwar gibt es das Rechtsgutachten des Bundestages, dennoch könnte das BVerfG gegenteilig urteilen. Immerhin ist das Gutachten recht erleuchtend hinsichtlich der Argumentation.

Meine Meinung zur Burka ist eindeutig: verbieten sollte man sie nicht, aber wenn jemand wegen einer Verschleierung aus Geschäftsräumen verwiesen wird, muss er/sie es hinnehmen. Genaus so, wie die Burka toleriert wird, sollte auch das ablehnende Verhalten toleriert werden. 

Kommentar von DottorePsycho ,

Deine Religionsfreiheit endet dort, wo sie die Rechte anderer beeinträchtigt. 

Da stimme ich Dir zu 100% zu. Habe das sogar selbst hier schon gepostet.

Wie weiter oben eben grade angerissen, empfinde ich die Rechte meiner Frau und meiner Töchter berührt, wenn eine verschleierte Frau den Raum betritt. Weil sie nämlich mit ihrer Kleidung ausdrückt, dass sie im Gegensatz zu unverschleierten Frauen eine ehrbare Frau ist.

Aber sie's drum. Wir sind uns in fast allen Punkten ziemlich einig. :-))

Kommentar von HansH41 ,

Ich halte ebenfalls diesen Stil

"Mit einem Burkaverbot würde man zunächst den rechtsextrem eingestellten Mitbürgern Zucker in den Allerwertesten blasen. "

für unangebracht. Aber vielleicht kann der Schreiber nicht besser formulieren.

Kommentar von AalFred2 ,

Was ist denn an dem Stil unangebracht?

Kommentar von furbo ,

Anders formulieren kann ich sicher.

Allerdings stimmt es mich nachdenklich, dass du offenbar die Apellebene über die Sachebene stellt. Du ziehst dich an meiner -simplen - Metapher hoch, siehst aber nicht die Sachinformation, die darin enthalten ist. Schon mal was von Friedeman Schulz von Thun und seinem 4 Ohren-Modell gehört? Der Mensch nimmt mit "4 Ohren" seine Informationen auf. Du scheinst nur auf einem dieser 4 Ohren zu hören und meinst, aufgrund dieser mangelhaften Information über meine Schreibfähigkeiten urteilen zu können. 

Versuche doch auch, deine andere 3 Ohren zum Hören zu animieren und auch die Sachebene meiner Beiträge aufzunehmen. 

Antwort
von DottorePsycho, 94

Ein Burka-Verbot, wie es wohl heuer in den Niederlanden eingeführt wird, erachte ich als nicht sinnvoll. Nicht sinnvoll, weil nicht ausreichend.

Zu alledem, was Du in Deiner Frage schon sehr richtig dargestellt hast, kommt ganz entscheidend hinzu, dass

a) sich die Muslima mit Burka, Niqab, Hijab etc. für etwas Reineres, Besseres, Ehrbareres halten als es die Frauen ohne sind. Das ist für unbedeckte Frauen ein Schlag ins Gesicht und eine Ohrfeige für die deutsche Willkommenskultur. Integrationsverhinderung inklusive.

b) jedes einzelne getragene Kopftuch ein mahnender Zeigefinger für alle unbedeckten Muslima darstellt und zu übersetzen ist mit "DU bist im Anfangsverdacht der Unzucht, solange Du Dich nicht auch bedeckst so wie ich ehrbare Frau". Der psychische Druck, der hier entsteht, ist immens; ich habe regelmäßig Muslima in der Praxis, die unter diesem Druck und den Unterstellungen leiden und psychisch erkranken.

c) jegliche Bedeckung, also auch das bloße Kopftuch, nicht islamischen Ursprungs ist. Es entspringt vor-islamischer Sunnah (= Brauch, Sitte, Tradition etc.) in den Wüsetenregionen des Orients (und nicht nur dort), um sich vor Wind, Sand und Sonne mit Tüchern zu schützen. Männer wie Frauen. Wenn also das Bedecken eine islamische Pflicht WÄRE, dann wäre sie es auch für den Mann. Erst unter dem erzreaktionären Sultan Abdülhamid verbreiteten Ende des 19. Jahrhunderts Gelehrte in Konstantinopel ein fatales Menschenbild, das beiden Geschlechtern ein Armutszeugnis ausstellt.

d) die islamische Reduzierung der Frau auf ein "Sexualobjekt, teuflisch verführerisch und an Vernunft mangelnd, die Aurah einer Scham" nicht hinzunehmen ist.

e) die islamische Unterstellung an den Mann, seine Triebhaftigkeit nicht im Griff zu haben, so dass er quasi willenlos zugreift, wenn er eine unbedeckte Frau erblickt, eine Unverschämtheit gegenüber den Männern darstellt. Sorry, aber über soviel Körperbeherrschung verfüge ich, dass ich meine sexuellen Aktivitäten ausschließlich dort lebe, wo es mir erlaubt ist.

Meine Frau und meine Töchter bedecken sich nicht und sind in den Augen derer, die sich bedecken oder dies gutheißen oder fordern, weniger wert und eigentlich Schl*mpen. Wie könnte ich da nicht für ein absolutes Bedeckungsverbot sein?

In schā'a llāh

Kommentar von AalFred2 ,

Das bedeutet also, du willst auch orthodoxen Juden, sowie alten deutschrussischen Omas ihr Kopftuch verbieten.

Kommentar von DottorePsycho ,

Will ich nicht wirklich. Ich will ja auch keine Mützen gegen die Kälte verbieten oder Helme für Motorradfahrer. Ein Kopftuchverbot war in der Türkei ja auch möglich; vielleicht kann man da mal schauen, wie das in der Praxis gehandhabt wurde.

Ich will das muslimische Kopftuch verbieten, denn nur dieses hat die von mir benannten negativen "Eigenschaften" bzw. diese Bedeutung.

Wie das in der Praxis umzusetzen wäre, war jetzt nicht die Frage und wird es wahrscheinlich sobald auch nicht sein, da wir meilenweit von einem generellen Kopftuch-Verbot entfernt sind.

Kommentar von AalFred2 ,

Wie erkennt man denn ein muslimisches Kopftuch? In der Türkei waren schlichtweg alle Kopftücher verboten.

Kommentar von DottorePsycho ,

Lieber Aalfred, die Diskussion, die Du hier führen willst, ist für den Fragesteller wahrscheinlich wenig interessant. Die Durchführbarkeit war nicht die Frage. Dazu kommt, dass die auf Deutschlands Straßen getragenen Kopftücher zu 99% von Muslima getragen werden.

Unterscheiden kann ich sie von anderen Kopftüchern z.B. daran, dass nicht-muslimische Kopftücher nicht das komplette Haupthaar verbergen müssen. UND: Im kältesten Winter ist es mir persönlich egal, weil sich die Muslima OPTISCH dann eben nicht von den Nicht-Muslima unterscheidet und somit kein Druck entsteht und auch keine Abgrenzung bzw. moralische Höherstellung erkennbar werden kann. Auch hat die Nicht-Muslima kein Problem damit, ihre "Mütze" im Kaffeehaus abzusetzen, während die Muslima mit Kopftuch ihres unbedingt aufbehält. Gegen ein modisch eingeflochtenes Tuch im Haar habe ich nichts.

Kommentar von AalFred2 ,

Für den Fragesteller ist wahrscheinlich auch nicht interessant, was du noch alles verbieten willst. Bei deiner ausführlichen Erläuterung, wirst du dir jedoch Fragen zu Durchführbarkeit gefallen lassen müssen.

dass nicht-muslimische Kopftücher nicht das komplette Haupthaar verbergen müssen.

Die orthodoxer Juden schon.

Auch hat die Nicht-Muslima kein Problem damit, ihre "Mütze" im Kaffeehaus abzusetzen, während die Muslima mit Kopftuch ihres unbedingt aufbehält.

Also eine Kaffeehausabsetzpflicht für Kopftücher? Das ist doch schon irgendwie etwas absurd.

Wie schon gesagt, dein Kopftuchverbot in der Öffentlichkeit, wird glücklicherweise in einem freien Land nichts.

Kommentar von HansH41 ,

@AalFred2: Du diskutierst an der Sache vorbei.

Es geht hier um das öffentliche Zurschaustellen des Islam, das missionierend ist und unangenehm aufstößt. Mich interessiert die Religion anderer Menschen nicht, warum muss man mir das optisch mitteilen?

Es ist auch in Deutschland unüblich, wenn junge Frauen mit Kopftuch oder Niqab herum laufen. Es ist ein Zeichen, dass man nicht dazu gehören will, anders sein will. Es ist ein unangepasstes Verhalten.

Niemand würde über Verbote diskutieren, wenn die Musliminen gekleidet wären, wie die anderen Frauen.

Kommentar von AalFred2 ,

Okay, dann willst du also das Tragen sämtlicher religiöser Symbole verbieten? Also auch Kippa oder Kreuze an Ketten um den Hals.

Ansonsten ist es in keiner Weise unüblich. Wir haben über 4 Millionen Muslime im Land. Viele muslimische Frauen tragen ein Kopftuch.

Kommentar von DottorePsycho ,

Ich persönlich würde gerne solche Symbole und Sonstiges verboten wissen, die Dritte diskreditieren, beleidigen, ins Unrecht setzen, Druck auf Dritte ausüben etc.

Ich habe nichts dagegen, wenn Muslime sich einen Halbmond auf die Stirn malen oder sonstiges, nur um ihre Zugehörigkeit mitzuteilen. Aber schau mal genau hin: Die muslimischen Männer haben nicht das Bedürfnis ihr Glaubensbekenntnis "stofflich" darzustellen. Nein, sie v*geln ausserehelich mit naiven Deutschen Mädchen, während sie gleichzeitig ihre Schwestern zu Hause verstecken oder sie zumindest unter ein Stück Stoff nötigen. Und ja, ein paar tragen das Kopftuch gerne, was die anderen Gründe gegen das Kopftuch leider nicht verschwinden lässt. Es ist ja auch menschlich nachvollziehbar, ein Kopftuch "gerne" zu tragen, wenn man dadurch Ruhe hat vor der Generalverdächtigung der Unzucht.

Kommentar von AalFred2 ,

Es ist ein wenig schwierig, wenn mir zwei User mit offensichtlich unterschiedlichen Ansichten durcheinander antworten.

Ich persönlich würde gerne solche Symbole und Sonstiges verboten wissen, die Dritte diskreditieren, beleidigen, ins Unrecht setzen, Druck auf Dritte ausüben etc.

Ich kann all diese Tatbestände in einem muslimischen Kopftuch ebensowenig verwirklicht finden, wie in einem jüdisch orthodoxen.

Allerdings habe ich ein Problem mit deiner Verallgemeinerung

Die muslimischen Männer

Das ist in keiner Weise eine homogene Gruppe. Insofern tun sie mit Sicherheit nicht alle das gleiche.

Nachdem du aber keine äussere Unterscheidungsmöglichkeit bzgl. der Motive des Kopftuchtragens hast, kannst du ein Verbot wohl kaum verwirklichen.

Antwort
von Thefallensatan, 139

Ein verbot ist unnötig einfach weil es so wenige gibt die die tragen. Dazu wird das nur radikalen Islamisten auftrieb geben. Außerdem nur weil es nicht im Koran steht heißt es nicht das es nicht zur Religion gehört ,wie in jeder Religion wurde in den ganzen Jahrhunderten soviel dazugedichtet und dann letztendlich im Sinne einer Religion auch praktiziert das solche dinge auch dazugehören

Kommentar von uyduran ,

Außerdem nur weil es nicht im Koran steht heißt es nicht das es nicht zur Religion gehört ,wie in jeder Religion wurde in den ganzen Jahrhunderten soviel dazugedichtet und dann letztendlich im Sinne einer Religion auch praktiziert das solche dinge auch dazugehören 

Naja, das ist dann wohl eine philosophische Frage, was man alles noch zu "Religion" und "freier Religionsausübung" zählen kann. Ich gebe dir aber Recht, auch die Wahhabiten muss man leider als Teil der islamischen Glaubensgemeinschaft und somit als Teil des Islams bewerten.

Antwort
von rlstevenson, 109

Der letzteren. Und zwar vor allem deshalb, weil ich mir von Fundamentalisten auch nicht vorschreiben lasse, was ich nicht tragen darf...

Das Verbot des Nacktherumlaufens ist übrigens genauso dämlich wie ein Burka- oder Niqabverbot.


Kommentar von uyduran ,

Danke, interessanter Gedankenansatz.

Antwort
von rolfmengert, 61

Ich denke, dass die ganze Debatte um das Tragen von Burka oder Niqab an viel tiefer liegende Ängste in der Bevölkerung rührt. Die Menschen entwicklen ein Gefühl, dass sich hier ein Umbruch anbahnt. Es sind die Anzeichen für den Beginn eines gesellschaftlichen Wandels, der so gravierend sein wird, dass unsere Kultur am Ende ausgelöscht sein wird. Genau diese Angst spüren die Menschen und reagieren mit einer großen Irritation. Die Politik beschwichtigt ohne Ende. "wir schaffen das!" wird als Mantra ausgegeben, und wer das in Frage stellt, wird denunziert und verunglimpft. 

Wenn wir bedenken, dass wir jetzt grob geschätzt 8 bis 10 Millionen Muslime in unserem Land haben, dann könnte man denken, dass diese ja damit immer eine Minderheit bleiben werden. Doch genau hier liegt das Problem. Die ganz simple Geburtenrate unter den Muslimen bewirkt, dass sie in ca. 30 Jahren die Mehrheit in der Bevölkerung stellen (was interessanterweise auch in den Statistiken vieler Institutionen geschrieben wird). Dann können sie ganz demokratisch über politische Entscheidungen die kulturellen Grundparameter so verändern, dass wir das Land in Kürze nicht wieder erkennen. Neben Deutsch werden dann Arabisch und Türkisch offizielle Landessprachen sein, das Grundgesetz wird substantiell geändert, die Rechtsprechung auf eine völlig neue Grundlage gestellt, und vor allem werden die in Jahrhunderten mühsam erarbeiteten Werte der "Aufklärung" partiell rückgängig gemacht werden, was vielen nicht muslimischen Menschen unseres Landes als Albtraum erscheint. 

Da schon jetzt hier in Berlin die ersten Schulen große Feiern veranstalten, wenn das letzte deutsche Kind die Schule verlassen hat, braucht man sich nicht zu wundern, dass wir nicht nur eine muslimische Parallelkultur haben werden, sondern Deutschland wird zu einem muslimisch dominierten Land werden. Schon jetzt fordern hier in Berlin muslimische Gruppen von den Deutschen die Integration ein, d.h. wir sollen uns zum muslimischen Glauben bekehren. Integration wird von allen Muslimen bejaht, aber nicht in der Weise, wie sich unsere Politiker und auch die deutsche Bevölkerung das vorstellt, sondern in umgekehrter Richtung. Mein Nachbar, der seit 16 Jahren in Deutschland lebt und auch die deutsche Staatsangehörigkeit hat, erwidert auf die Frage, warum er nur so extrem wenig Deutsch gelernt hat, dass das überhaupt nicht erforderlich sei. Er würde abwarten, bis Arabisch offizielle Amtssprache ist. Daher empfiehlt Erdogan auch allen Türken in Deutschland vor allem das Türkische zu ehren und hoch zu halten, weil sie genau diese Sprache und mit ihr die türkische Kultur in Deutschland zur Verbreitung bringen sollen. 

Der Verlust unserer Identität ist für viele Deutsche das Menetekel, was sich abzuzeichnen beginnt. Und weil genau die Vollverschleierung ein extrem anschauliches und auffälliges Kennzeichen dieser Entwicklung ist, wird die Debatte darum so leidenschaftlich geführt. 

Kommentar von rolfmengert ,

Das ist eine ganz exzellente Beschreibung meiner Beobachtungen.  Uns wird von Seiten der Politikerkaste nahegelegt, einfach alles zu akzeptieren, jede Veränderung als eine positive zu deuten. Das ist aber keine Toleranz, das ist Ignoranz. Unsere "freiheitliche Demokratie" gibt es nicht von ungefähr. Es sind Jahrhunderte des Kampfes und des Lernens daran vorausgegangen. Das sollten wir bedenken, und vor allem auch verteidigen. Die Burka ist nicht einfach ein Kleidungsstück. Es ist ein politisches Statement, und genauso wenig wie ich mit staatsfeindliche Parolen auf einen T-Shirt herumlaufen darf, sollen diese Moslemfrauen ihr Gesicht verhüllen dürfen. Außerdem ist dabei nicht sichtbar, ob sie das freiwillig machen, oder von ihrer Familie (nicht nur die Ehemänner, auch Brüder, Schwäger, Söhne setzten die Frauen unter Druck) dazu gezwungen werden. Wer hier leben möchte, soll sich zu unserem Lebensstil und zu unserer Weltsicht bekennen. Burkas passen hier nicht herein.

Kommentar von uyduran ,

Danke für deine Stellungnahme, der ich persönlich aber in keinster Weise zustimme.

Diese Rechenspiele, dass aufgrund der höheren Geburtenrate eines Tages Muslime eine Mehrheit ausmachen werden, halte ich für vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Keiner kann in die Zukunft schauen und garantieren, dass die gegenwärtige Geburtenrate des muslimischen Bevölkerungsteils in D die nächsten 30 Jahre konstant bleibt. Und ebenso ist es eine völlig aus der Luft gegriffene These, dass die vermeintliche Mehrheit dann die Scharia o.ä. durchsetzen wollen würde.

Zum Flüchtlingsthema: Bei dem Weltwirtschaftssystem und der Außenpolitik die Deutschland betreibt, also eine Ausbeutung der Nordstaaten seitens der Südstaaten, müssen wir uns nicht wundern, dass Menschen da drüben nicht mehr leben wollen. Der allererste Schritt besteht also darin, endlich mal eine humane Außenpolitik zu gestalten. Diesbezüglich muss man Merkel, die eine der Hauptprotagonistinnen der neoliberalen Ideologie im 21 Jahrhundert ist, natürlich heftig kritisieren. Die Flüchtlingsströme, die uns nun Schwierigkeiten bereiten, sind die gerechte Strafe für die ungerechte und kurzsichtige Politik, die seit Jahren betrieben wird. Würde der afrikanische Kontinent nicht ständig Spielball geopolitischer Interessen in Händen der wirtschaftlichen Großmächte sein, dann könnte er sich vielleicht endlich mal emanzipieren und entwickeln. Dann gäbe es auch Geister wie Al-Qaida oder Daesh nicht.

Ich denke, Panikmache hilft uns überhaupt nicht weiter, ganz im Gegenteil. Jetzt gilt es erst recht, die Parallelgesellschaft ins Boot zu holen und die heranwachsenen Generationen dieser bestmöglich zu integrieren.

Kommentar von rolfmengert ,

Zur Geburtenrate solltest Du Dich mal mit den Bevölkerungspyramiden der nordafrikanischen Länder befassen. Ich denke, dass man aus diesen Beispielen durchaus Einsichten gewinnen kann, die sehr nachdenklich machen. Dass Entwicklungen in anderen Ländern nicht einfach auf D zu übertragen sind, ist sicher richtig, nur die reine Hoffnung, dass es schon nicht so heftig kommen wird, ist nach meinem Gefühl auch nicht hilfreich.

Und wenn Du im zweiten Absatz die Flüchtlingsströme als "gerechte Strafe" bezeichnest, dann ist das eine andere Problematik. Ich hatte ja nur versucht zu begründen, warum so viele Menschen in unserer Gesellschaft eine substantielle Angst entwickeln, wenn sie auf die gesellschaftlichen Entwicklungen schauen. 

Dass man "keine Panikmache betreiben soll", ist nach meinem Gefühl eine typische Killerphrase, wenn man dem anderen unterstellen will, dass er unredlich argumentiert. Doch das Unbehagen und die Angst sind nun einmal Fakten, für deren Entstehung es doch erlaubt sein sollte Arbeitshypothesen anzubieten. 

Wenn man sich mit dem überaus seriös gehaltenen Buch von Samuel P. Huntington "The Clash of Civilizations" intensiv beschäftigt hat, kann man Deinen Optimismus, den Du im letzten Absatz formuliert hast, nicht mehr teilen.

Kommentar von AalFred2 ,

Ich denke, dass man aus diesen Beispielen durchaus Einsichten gewinnen kann, die sehr nachdenklich machen.

Ja, wenn man in Nordafrika wohnt. Mit der Situation in Deutschland hat das nichts zu tun.

Wenn man sich mit dem überaus seriös gehaltenen Buch von Samuel P. Huntington "The Clash of Civilizations" intensiv beschäftigt hat, kann man Deinen Optimismus, den Du im letzten Absatz formuliert hast, nicht mehr teilen.

Wie man an diesem Buch sieht kann man auch in seriösem Stil ziemlich wilde Thesen verbreiten.

Kommentar von AalFred2 ,

Wir haben keine 8 bis 10 Millionen Muslime in Deutschland.

Die ganz simple Geburtenrate unter den Muslimen bewirkt, dass sie in ca. 30 Jahren die Mehrheit in der Bevölkerung stellen (was interessanterweise auch in den Statistiken vieler Institutionen geschrieben wird).

Könntest du mal bitte eine dieser Statistiken verlinken. Das ist doch vollkommener Unsinn.

Da schon jetzt hier in Berlin die ersten Schulen große Feiern veranstalten, wenn das letzte deutsche Kind die Schule verlassen hat,

Welche denn?

Schon jetzt fordern hier in Berlin muslimische Gruppen von den Deutschen die Integration ein, d.h. wir sollen uns zum muslimischen Glauben bekehren.

Welche denn?

Kommentar von HansH41 ,

Und glücklicherweise haben sich bereits sehr viele Muslime integriert und fallen nicht mehr unangenehm auf.

Kommentar von AalFred2 ,

Was willst du damit sagen?

Kommentar von rolfmengert ,

Eine sehr gute Quelle ist nach meinem Dafürhalten das Buch von Rainer Wendt,  "Deutschland in Gefahr". Dieser Autor lässt sich nicht in die bekannte Ecke des sog. Rechtspopulismus verschieben.

Kommentar von AalFred2 ,

Dann nenn doch mal die Quellen aus dem Buch. Warum zudem ist Rainer Wendt kein Rechtspopulist?

Antwort
von hutten52, 51

Verbot, auch von Nikab, ist gut.

Auch das normale Kopftuch sollte bei Lehrerinnen, Erzieherinnen etc. verboten werden. Es wird bald kommen, wenn die Konflikte sich verschärfen, und das tun sie sicher. 

Kommentar von Aktzeptieren ,

Und die Nonnen sollen rumlaufen wie sie wollen? Lass doch jeden Tragen was er will. Du trägst auch das du willst .

Kommentar von schnoerpfel ,

Eine Muslima hat nicht dieselbe Stellung wie eine Nonne. Eine Nonne ist eine Ordensschwester. Muslimas sind herkömmliche Gläubige. Zeig mir mal herkömmliche Christinnen im Nonnengewand. Du wirst keine finden. Das Argument ist schlicht Unfug.

Kommentar von AalFred2 ,

Ich habe schon von Nonnen gehört, die an Schulen unterrichten. Was ist mit denen?

Kommentar von hutten52 ,

Gibt es so gut wie nicht mehr, gab es früher, aber nur an katholischen Schulen. 

Aber wie schnoerpfel richtig erklärt: Eine Moslemin ist keine Nonne. 

Außerdem: Mit dem Tuch bekennen sie sich zum Iran oder zu Saudiarabien, wo das Tuch Pflicht ist. Tuch = antiwestliches Symbol. Es gibt Millionen Mosleminnen ohne Tuch. Selbst in Atatürks Türkei war das Tuch in Schulen etc. verboten. Atatürk wusste warum.

Kommentar von AalFred2 ,

Doch, natürlich gibt es noch Nonnen an Schulen. Was unterscheidet den Habit vom Kopftuch?

Außerdem: Mit dem Tuch bekennen sie sich zum Iran oder zu Saudiarabien, wo das Tuch Pflicht ist.

Also ist das Kopftuch gar kein religiöses Symbol? Wie kommst du darauf?

Antwort
von DetlefRuchatz, 51

Soviel ich weiß, hat der IS in einigen seiner Hochburgen ein Burka-Verbot eingeführt, nachdem unter Burkas versteckte Männer IS-Kämpfer ermordet haben. Somit hat ein Burka-Verbot einen Sinn. Es senkt die Gefahr von Terror-Anschlägen – zumindest in vom IS kontrollierten Gebieten. :-)

Antwort
von JakobBusch, 160

Ich bin ganz klar für ein verbot solange das Kleidungsstück mehr als 30% des gesichtes abdeckt

Kommentar von uyduran ,

Aus welchem Grund genau? Und wie bewertest du das im Bezug auf Menschen, die im Winter eine Kapuze tragen und den Schal bis zur Nase hochziehen?

Kommentar von JakobBusch ,

der grund der dafür spricht alles was mehr als 30%des Gesichtes bedeckt zu verbieten, besteht in einer einfachen deutschen rechtsgrundlage: dem Vermummungsverbot. Dies besagt dass das gesicht im öffentlichem Raum zu 70% Erkennbarsein muss. Dei leute die sich im Winter so vermummen damit sie nicht frieren machen das normalerweise ja nur auf der straße oder draussen, die Frauen die eine Burka oder ähnliches tragen haben auch sowas im laden an und das ist wiederum normalerweise verboten laut deutsche gesetz. ABER was ist schon normal!?

Kommentar von rlstevenson ,

dem Vermummungsverbot. Dies besagt dass das gesicht im öffentlichem Raum zu 70% Erkennbarsein muss.

Das ist ganz einfach falsch. Ein solches Verbot gibt es nicht. Das Vermummungsverbot, das Du meinst, gilt lediglich für Demonstrationen und auch dort sind Ausnahmen zugelassen.

Kommentar von JakobBusch ,

Dann muss ich mich ganz aufrichtig entschuldigen da ich es so wie ich es geschrieben habe in Rechtserziehung gelernt habe.

Kommentar von rlstevenson ,

Kann ja keine gescheite Ausbildung gewesen sein...

Kommentar von JakobBusch ,

Unterichtsfach in der schule

Antwort
von PMBDE, 104

Absolut richtige Entscheidung.Die Burka ist ein radikal islamistisches Symbol und unterdrückt die Frauen.Zumal es nicht im Koran gefordert wird, eine zu tragen.Außerdem verstößt sie gegen das Vermumungsgesetz.Also weg damit.

Kommentar von rlstevenson ,

Euer fabelhaftes Vermummungsgesetz, das es nicht gibt... Wo habt Ihr die Info nur her?

Kommentar von PMBDE ,

Das Vermummungsgesetz gibt es nicht?!Schau nochmal nach

Kommentar von winstoner14 ,

Das Vermummungsverbot gilt nur für Demonstrationen...

Kommentar von PMBDE ,

Und allen anderen öffentlichen Veranstaltungen.Abgesehen davon...was willst du damit sagen?

Kommentar von rlstevenson ,

Dass es völlig wurscht ist, was einer über der Birne trägt, solange er nicht an einer Demonstration teilnimmt.

Kommentar von PMBDE ,

Ist es erstens nicht und zweitens ändert das nichts an der Sachlage

Kommentar von rlstevenson ,

Dann bitte ich doch mal um den entsprechenden Gesetzestext, der in Deutschland generell vorschreibt, was ich auf dem Kopf zu tragen habe, bzw. was ich nicht auf dem Kopf tragen darf.

Kommentar von DottorePsycho ,

Also bitte, redet Ihr absichtlich aneinander vorbei?

Das Vermummungsverbot gibt es. Und es ist bezüglich des Tragens einer Burka im Alltag nicht relevant, da es hier keine Gültigkeit hat.

-----------------------------------------------------------------------------------

Gesetz über Versammlungen und Aufzüge
(Versammlungsgesetz) VersammlG

§ 17a
(1) Es ist verboten, bei öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel, Aufzügen oder sonstigen öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel oder auf dem Weg dorthin Schutzwaffen oder Gegenstände, die als Schutzwaffen geeignet und den Umständen nach dazu bestimmt sind, Vollstreckungsmaßnahmen eines Trägers von Hoheitsbefugnissen abzuwehren, mit sich zu führen.

(2) Es ist auch verboten,

1. an derartigen Veranstaltungen in einer Aufmachung, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die Feststellung der Identität zu verhindern, teilzunehmen oder den Weg zu derartigen Veranstaltungen in einer solchen Aufmachung zurückzulegen.

2. bei derartigen Veranstaltungen oder auf dem Weg dorthin Gegenstände mit sich zu führen, die geeignet und den Umständen nach dazu bestimmt sind, die Feststellung der Identität zu verhindern.

(...)

Kommentar von rlstevenson ,

Meine Rede...

Kommentar von PMBDE ,

Das habe  ich damit  nicht gemeint...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community