Frage von lotteeeeeeee, 101

Ist ein Beschäftigungsverbot in meinem Fall in der Schwangerschaft möglich?

Ich leide seit 10 Jahre an Urtikaria/ Nesselsucht und muss dagegen antihistaminika nehmen. Die sind in der Schwangerschaft verboten. Daher muss ich nun mit den Ausschlägen und dem starken Juckreiz zurecht kommen. Ist in diesem Fall ein individuelles beschäftigungsverbot möglich? Oder kann ich mich nur krank schreiben lassen ?

Der Juckreiz ist so stark das ich nichts unternehmen kann. Ständig eincremen und kühlen.

Ich könnte Medikamente nehmen, doch die könnten dem Baby schaden. Dafür würde ich es lieber aushalten.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? 

Expertenantwort
von isebise50, Community-Experte für Schwangerschaft, 58

Die gute Nachricht ist, dass sich die Nesselsucht-Symptome häufig während der Schwangerschaft verbessern, da das Immunsystem gedämpft wird.

Du solltest unbedingt deinen behandelnden Hautarzt um Rat fragen. Dieser wird versuchen, eine bestmögliche Therapie zu finden und gleichzeitig die möglichen Risiken durch Antihistaminika für das ungeborene Kind abzuwägen.

Bei einigen Untersuchungen mit bestimmten Antihistaminika wurden keine negativen Nebenwirkungen bei Schwangeren festgestellt. Allerdings sollte die Einnahme von Kortison aufgrund der Nebenwirkungen nur mit ärztlicher Genehmigung erfolgen.

In den meisten Fällen können allergische Erkrankungen in der Schwangerschaft mit topischen oder oralen Antihistaminika, Cromoglicinsäure und topischen Glucocorticoiden gut behandelt werden.

Schau mal hier: https://www.embryotox.de/allergie.html

Bei einem durch den Facharzt ausgestellten individuellen Beschäftigungsverbot erleidest du keine finanziellen Einbußen wie bei einer Krankschreibung (wo du nach sechs Wochen ja ins "Krankengeld" gehst), sondern erhälst zeitlich unbegrenzt dein volles Arbeitsentgelt (Mutterschutzlohn) nach § 11 Absatz 1 Satz 1 MuSchG. Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von deiner Krankenkasse erstattet. 

Ob in deinem Fall ein BV möglich ist, besprichst du bitte mit deinem Facharzt.

Alles Gute für dich und eine gesunde und tolle Schwangerschaft und Geburt!

Antwort
von Dea2010, 60

Wow, welche Fülle an Detail-Infos!

Ich verscuhe mal anhand der Tags zu antworten:

Übelkeit - ist eine normale Begleiterscheinung der Schwangerschaft. Man lässt sich, wenn es zu extrem ist, krank schreiben... aber ein beschäftigungsverbot wird der Arzt nur aussprechen, wenn der Fortbestand der Schwangerschaft gefährdet ist. Ist er aber bei 99% der Würfelhusten nicht...zumal sich das meist im 4. Monat wieder gibt.

Nesselsucht - ist eine eigenständige Erkrankung und hat meines Wissens nix mit einer Schwangerschaft zu tun. Ob durch eine chronische  Nesselsucht und deren Medikamentation die Schwangerschaft gefährdet ist und DESWEGEN eine Krankschreibung für die Dauer der Schwangerschaft erfolgt... sagt dir dein Arzt. Das ist dann aber kein Beschäftigungsverbot, sondern eine Krankschreibung!

PS: Ok, der Text erschien erst beim Neuladen.

Der Gyn wird dich krank schreiben. Die Schwangerschaft ist nicht durch die Arbeit gefährdet, sondern durch die Nesselsucht, also die Erkrankung.

Kommentar von lotteeeeeeee ,

Obwohl ich durch die Schwangerschaft keine Medikamente nehmen kann. Wäre ich nicht schwanger, könnte ich weiter arbeiten. Aber ich denke auch das du, dea2010 Recht hast, dass es in meinem Fall kein ind. Beschäftigungsverbot weg. Schwangerschaft gibt. 

Kommentar von isebise50 ,

Ich gebe dir Dea2010 insofern recht, dass auch eine Schwangere z.B. bei einer Grippe, einem Magen-Darm-Infekt oder bei einem verknacksten Fuß krankgeschrieben wird.

Aber Hyperemesis gravidarum ist keineswegs normal und kann eine ernsthafte Bedrohung für Mutter und Kind darstellen. Auch in diesem Fall kann der Gynäkologe (z.B. ein befristetes) individuelles BV aussprechen. Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz oder anhaltende Rückenschmerzen zu.

Doch einige Gynäkologen scheuen den Papierkram, denn das Attest beim individuelles BV ist klar abzufassen. Es muss neben der
Rechtsgrundlage die voraussichtliche Geltungsdauer („zunächst bis ...“) enthalten. Der Facharzt kann auch den Umfang, d.h. die begrenzte Arbeitsmenge („nicht mehr als ... Arbeitsstunden pro Tag“) bzw. die Art der untersagten Tätigkeit möglichst genau und mit allgemein verständlichen Angaben darstellen. Es ist auch möglich, darzustellen, welche Art von Tätigkeit die Schwangere ausüben darf (Positivliste).

Einen gelben Schein auszudrucken, ist eben einfacher.

Nix für ungut!



Antwort
von DrNoDoctor, 50

Denke nicht, dass hier ein Beschäftigungsverbot möglich ist, da weder dein Leben oder das deines Kindes in Gefahr ist. Zumal der Juckreiz nichts mit deinem Job zutun hat...außer dass es natürlich sehr unangenehm ist.

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