Frage von lordbuerzel, 20

Ist ein befristeter Untermietvertrag entgegen der Absprache nach dem Einzug rechtens?

Ich habe eine neue Untermieterin in meine Wohnung aufgenommen. Den Untermietvertrag hat sie noch nicht unterschrieben, der wäre jetzt ab gestern in Kraft getreten. Aber mittlerweile weiß ich nicht, ob ich den so unbefristet noch unterschreiben möchte. Es haben sich in wenigen Tagen einige Dinge im Zusammenleben ergeben, die für mich nicht passen, vor allem bzgl. Ordnung und Rücksichtnahme. Im Vorgespräch hatten wir das Thema Ordnung kurz angesprochen, da schien es überhaupt kein Problem zu sein. Ich sehe mich nicht als jemand mit Bildungsauftrag, der den Mitbewohnern Grundkenntnisse der Haushaltsführung beibringt. (nach dem Motto: Haushaltstipp Nr. 235: wenn man den nassen Lappen mit Essensresten dran einfach in die Spüle haut, wird er bald stinken. Dann will ihn keiner mehr anfassen und der Tisch wird nicht mehr abgewischt usw.) Daher überlege ich ob ich ihr entgegen der mdl. Absprache einen befristeten Vertrag anbiete, also quasi alternativlos, so 2-3 Monate. Das wäre für mich ein absehbares Ende und für sie Zeit genug, sich nach was anderem umzuschauen. Denn ich will sie ja auch nicht obdachlos machen. Aber ist das überhaupt legal? Da ich hatte ja in der Anzeige einen Untermieter zur unbefristeten Untermiete gesucht.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo lordbuerzel,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht WG

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 7

Wenn in der Absprache ein schriftlicher Untermietvertrag zustande kommen sollte, dann hätte die Unterschrift der Untermieterin doch spätestens am 1.10.16 beim Einzug geleistet werden müssen. hast du denn schon vor der Untermieterin unterschrieben?

Eine nachträgliche Änderung des MV in Richtung Befristung kann ohne Einverständnis der Untermieterin nicht vorgenommen werden. Stelle eine schriftliche Nutzungsordnung auf, die ähnlich einer Hausordnung Bestandteil des Mietvertrages wird. Voraussetzung dazu ist aber, dass die Untermieterin noch nicht den MV unterschrieben hat.

Eine Auflösung des MV kann einvernehmlich jederzeit erfolgen.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 5

Mit dem Einzug der UM ist bereits ein mündlicher Mietvertrag abgeschlossen worden. Ihn nun als befristet auszulegen dürfte m. E. nicht möglich sein. Zumal nur drei Gründe eine Befristung rechtfertigen dürfen: Eigenbedarf, größere Umbauten oder Bedarf für einen Beschäftigten. Vermutlich dürfte keiner zutreffen. Also besteht ein unbefristeter MV der  von dir nur mit Dreimonatsfrist und einem rechtfertigenden Grund gekündigt werden dürfte.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 2

Du kannst nicht einfach nachträglich den Vertrag ändern. 

Außerdem hat ja wohl die Übergabe stattgefunden und in der Anzeige stand auch unbefristet.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 8

Was genau hast Du denn vermietet?

Ein Zimmer mit oder ohne Möbel?

Genau genommen besteht ja schon ein Mietvertrag.

Die Mieterin ist eingezogen - hat die erste Miete gezahlt (?) - fertig ist der wirksame mündliche Mietvertrag

Kommentar von lordbuerzel ,

Miete hat sie noch nicht gezahlt bzw. ist zumindest noch nicht auf dem Konto. Sie hat aber die Schlüssel bekommen und sollte eigentlich schon überwiesen haben, zumindest laut Vertrag, den ich ihr als Datei geschickt, der aber eben noch nicht unterschrieben ist. Ist das denn mit dem mdl. Vertrag so einfach? Wenn wir vereinbart haben, wir machen einen schriftlichen Vertrag, kann doch eigentlich nicht stattdessen einfach der Vertrag als "mündlich" abgeschlossen gelten. Sonst bräuchte man ja gar nicht erst einen Vertrag machen.

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