Frage von ToniKim, 73

Ist Doppeltspaltexperiment mit Photon ein Beweis dafür, dass nicht die Realität die Weltanschauung bestimmt sondern umgekehrt?

Expertenantwort
von SlowPhil, Community-Experte für Physik, 27

Nein, definitiv nicht. Anderenfalls würde die Welt klassisch und nicht nach einer Theorie funktionieren, die wie die Quantentheorie total kontra-intuitiv ist, denn kein Physiker denkt sich so etwas aus Jux und Dollerei aus.

Auch im Doppelspaltexperiment selbst ist es meines Erachtens nicht so, dass die Bewusstheit der Beobachtung das Entscheidende ist, das die Wellenfunktion »kollabieren«lässt - wie immer das genau funktionieren mag. Wäre natürlich auch denkbar, dass der Kollaps nicht stattfindet und stattdessen unser Bewusstsein einen bestimmten Pfad durch das sog. Ebene-III-Multiversum einschlägt, die vielfach verzweigte Geschichte sämtlicher möglicher Geschichten. Das aber ist auch hypothetisch.

Was wir wissen, ist nur, dass grundsätzlich nur Eigenwerte von zu physikalischen Größen gehörenden Operatoren gemessen werden können, nicht etwa eine Überlagerung mehrerer davon oder Werte, die zwischen zwei solchen Eigenwerten liegen. Dadurch verändert sich auch der Zustand, wenn er also die Wellenfunktion, aber wie das geschieht, wissen wir nicht. Willkürlich bestimmen können wir es schon gar nicht.

Kommentar von segler1968 ,

Mit Bewußtsein hat Quantenmechanik wenig zu tun. Die Wellenfunktion kollabiert durch die Messung des Ortes.

Kommentar von SlowPhil ,

Der Punkt ist aber, dass durchaus die Idee durch die Welt geistert, die Messung sei erst dann wirklich erfolgt, wenn der Experimentator Kenntnis davon erhalten habe.

Einstein war nie angetan von dieser Idee und meinte, er könne sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, der Mond sei nur da, wenn er hinschaue.
Dem schließe ich mich hundertprozentig an. Ich bin eher davon überzeugt, dass es zu irgendeiner Art Wechselwirkung kommt, die unabhängig vom Bewusstsein des Experimentators zu dem führt, das wir Kollaps nennen.

Ansonsten denke ich allerdings, dass sich das Quant tatsächlich in jeder Hinsicht wie eine Welle verhält und nicht etwa wie ein Massenpunkt mit einer bestimmten, nur eben unbekannten Position. Anderenfalls bliebe unverständlich, wie es dann zu Interferenzen kommen kann.

Übrigens glaube ich auch, dass das Bewusstsein selbst durchaus quantenmechanisch funktioniert.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Das Gehirn und damit das Bewusstsein funktioniert durch sehr komplexe und weiträumige und langwierige Prozesse.

Wenn du nur an ein fallendes Ei denkst, ist das mindestens so komplex wie das Ei selbst, samt Schalenscherben und Schmodder.

Das hat mit Quanten nicht mehr zu tun als alles andere alltägliche, ein Eibrei z.B.

Da sollte man nicht glauben, sondern sich einfach mal über z. B. Snapsen schlau machen.

Kommentar von SlowPhil ,

Das Gehirn und damit das Bewusstsein funktioniert durch sehr komplexe und weiträumige und langwierige Prozesse.

Langwierig nur bedingt. Das Bewusstsein arbeitet sehr langsam, viel langsamer als die unbewusste und unterbewusste Verarbeitung von Information.

Komplex ist es auf jeden Fall. Dass freilich allein die Komplexität das Bewusstsein erklärt, wage ich zu bezweifeln. Ein Großrechner kann völlig unbewusst

- so weit wir das überhaupt beurteilen können, schließlich wissen wir nicht, was das Bewusstsein ist, und deshalb kann eine jede oder ein jeder von uns nur von sich selbst sicher sagen, dass sie oder er Bewusstsein hat -

die allerkompliziertesten Berechnungen in erstaunlich kurzer Zeit durchführen.

Wenn du nur an ein fallendes Ei denkst, ist das mindestens so komplex wie das Ei selbst, samt Schalenscherben und Schmodder.

Und wenn es nur das wäre! Schon in einem ganz trivialen Sinne funktioniert unser Bewusstsein quantenmechanisch, weil in diesem Universum alles quantenmechanisch funktioniert.

Ganz so trivial meine ich das natürlich nicht oder vielmehr nur mindestens.

Kommentar von segler1968 ,

Reden wir über Physik oder Esotherik? Wenn wir über Physik reden, hat Quantenbewußtseinsgeschwurbel keinen Platz. Spekulationen darüber sind ja lustig und erlaubt und spannend, aber eben esotherisch.

Ja, die Wellenfunktion ist alles, was das Quant ist. Aber ein Photon macht auf dem Bild hinter dem Spalt kein Interferenzmuster, sonden einen einzigen Punkt. Und das auch ohne Beobachter mit Bewußtsein. Das Fotopapier ist der Beobachter.

Quantenmechanik gibt es seit dem Urknall, Tiere mit Bewußtsein 13 Milliarden Jahre später.

Antwort
von kindgottes92, 31

Nein, es ist einfach ein Nachweis (Beweise gibt es in der Naturwissenschaft nicht) für den Wellencharakter des Lichts. Mehr nicht.

Antwort
von wozueinname88, 31

Jip im Endeffekt schon. Also nicht die  Weltanschauung sondern die Beobachtung an sich 

Antwort
von segler1968, 16

Gerade die Quantenmechanik ist ein Beweis dafür, dass stets die Realität die Theorie ("Weltanschauung"?) bestimmt und nicht umgekehrt. Kein Mensch mit allen Tassen im Schrank hätte sich freiwillig Quantenmechanik ausgedacht, wenn ihn nicht die Realität der Messungen dazu zwingen würde.

Kommentar von SlowPhil ,

Wat ich sagen tu'. ;)

Antwort
von Roderic, 15

Das Doppelspaltexperiment mit Photonen ist eine Bestätigung der Annahme, daß Licht Wellencharakter hat.

Mehr nicht.

Welche Weltanschauung man daraus ableitet, beliebt jedem selbst überlassen.

Antwort
von ettchen, 38

Nein, ist es nicht. Warum sollte es!

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