Frage von CaptainStar3000, 413

Ist dieses Ticketangebot bei Eventim's Fansale betrügerisch / rechtswidrig?

Hallo, ich habe grade auf der Ticketwiederverkaufs-Plattform Fansale von Eventim dieses "Angebot" entdeckt, ein Stehplatz für sagenhafte 10.000 € statt normal 48 € (ausverkauft).

https://www.fansale.de/fansale/tickets/rock-pop/sarah-connor/326296/5896994

Nun frage ich mich, ob man gegen so einen offenbar klaren Betrugsversuch rechtlich vorgehen kann? Meiner Meinung nach ist hier der Tatbestand des versuchten Betruges erfüllt, weil es eindeutig ist, dass der Ticketpreis utopisch ist un der Verkäufer offenbar darauf spekuliert, dass jemand aus Versehen vllt sein Angebot kauft anstatt ein andres (z.B. durch Verklicken). Auch der Tatbestand des Wuchers sehe ich als erfüllt an.

Nun habe ich eventim darauf aufmerksam gemacht und die antworten nur: > Bezüglich der Preisgestaltung der Angebote auf Fansale kann nur eingegriffen werden, wenn bei der Veranstaltung durch den Veranstalter die Wiederverkaufsbedingungen eingeschränkt wurden. Bei Sarah Connor wurden diese nicht eingeschränkt. Grundsätzlich besteht für Tickets ein freies Wiederverkaufsrecht im privaten Umfeld, Fansale stellt lediglich die Plattform zum Verkauf zur Verfügung.

Diese Aussage finde ich bei einem Preis von 10.000€ (+ 15% Gebühr, was Eventim bekommt, also 1500€ ;-) ) lächerlich!

Die Frage lautet also: Kann ich diesen Verkäufer anzeigen? Ich kann sowas nicht einfach stehen lassen...

Antwort
von Menuett, 263

Wieso Betrug?

Wo siehst Du den?

Welche Zwangslage wird hier ausgenutzt? Wo soll da der Wucher sein?

Ich kann hier weder Betrug noch Wucher erkennen.

§ 291
Wucher

(1) Wer die Zwangslage, die Unerfahrenheit, den Mangel an
Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche eines anderen
dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten

1. für die Vermietung von Räumen zum Wohnen oder damit verbundene Nebenleistungen,

2. für die Gewährung eines Kredits,

3. für eine sonstige Leistung oder

4. für die Vermittlung einer der vorbezeichneten Leistungen

Vermögensvorteile versprechen oder gewähren läßt, die in einem
auffälligen Mißverhältnis zu der Leistung oder deren Vermittlung stehen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft. Wirken mehrere Personen als Leistende, Vermittler oder in
anderer Weise mit und ergibt sich dadurch ein auffälliges Mißverhältnis
zwischen sämtlichen Vermögensvorteilen und sämtlichen Gegenleistungen,
so gilt Satz 1 für jeden, der die Zwangslage oder sonstige Schwäche des
anderen für sich oder einen Dritten zur Erzielung eines übermäßigen
Vermögensvorteils ausnutzt.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von
sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in
der Regel vor, wenn der Täter

1. durch die Tat den anderen in wirtschaftliche Not bringt,

2. die Tat gewerbsmäßig begeht,

3. sich durch Wechsel wucherische Vermögensvorteile versprechen läßt.

§ 263
Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen
rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines
anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder
durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum
erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von
sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in
der Regel vor, wenn der Täter

1. gewerbsmäßig oder

als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung

von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,

2. einen Vermögensverlust

großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die

fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die

Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,

3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,

4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger mißbraucht oder

5. einen Versicherungsfall

vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von

bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder

teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht

hat.

(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder
schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren
wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur
fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

(6) Das Gericht kann Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs. 1).

(7) Die §§ 43a und 73d
sind anzuwenden, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die
sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat. § 73d ist auch dann anzuwenden, wenn der Täter gewerbsmäßig handelt.

Fassung aufgrund des Gesetzes zur Bekämpfung der Korruption vom 20.11.2015 (BGBl. I S. 2025) m.W.v. 26.11.2015.

Vorherige Gesetzesfassungen

Kommentar von CaptainStar3000 ,

Entschuldigung, Paragraphen hin oder her, aber findest du es ein "noemales" Angebot, wenn jemand statt 48€ Einkaufspreis 10.000 Euro verlangt? Ich denke das übertrifft jedes realistische Angebotspreis und spekuliert doch klar auf versehentlichen Kauf, damit der Käufer dann rechtlich gebunden ist, das Geld zu überweisen?

Kommentar von Menuett ,

Nö, da muß aber keiner draufklicken.

Zumal ja mehrfach gefragt wird. Versehentlich ist da gar nicht möglich.

Betrug und Wucher ist es nicht und somit auch nicht strafbar und der Verkäufer kann deswegen nicht angezeigt werden.

Kommentar von Havenari ,

Paragraphen sind in unserem Rechtssystem aber nun mal von entscheidender Bedeutung. Wo nicht gegen mindestens einen Paragraphen verstoßen wird, findet keine strafbare Handlung statt, so einfach ist das.

Vermutlich spekuliert der Anbieter eher darauf, dass er die letzte verfügbare Karte behält und dann noch ein reicher Sarah-Connor-Fan auftaucht...

Antwort
von KevinBeee, 209

Ach so ein Quatsch! Das Ticket wurde bestimmt längst woanders verkauft, aber bei Fansale kann man das Angebot nicht beenden, so wie bei ebay. Deswegen hat der Anbieter das bestimmt so teuer inseriert, damit es keiner kauft weil es nicht mehr da ist ;-) Du kannst nur den Preis bestimmen, aber nicht das Enddatum, nur nach hinten verschieben...

Antwort
von Uwebeigutefrage, 6

Die Firma Eventim und die Firma FansSALE betreiben den (lt.Angaben) größten Ticketvertrieb in Europa. Diese Firmen sind legal, Bedenken zu falschen Tickets sind unbegründet.

Auffällig ist, dass es bei gefragten Events wenig Möglichkeiten zur Verfügung stehen, Tickets auf der Website Eventim zu erwerben. Innerhalb kürzester Zeit sind bis zu sämtliche Tickets vergeben und werden unmittelbar später auf der Wiederverkaufsplattform FanSALE zu (je nach Nachfrage) exorbitanten Preisen, zuzüglich Bearbeitungsgebühren von 15% angeboten. Das ist zwar höchst zweifelhaft aber momentan legal.

Das Vorgehen auf der FanSale Plattform ist insofern als fragwürdig zu beurteilen, als das die Preisangaben der Originaltickets vorsätzlich verschwiegen werden können. Angaben zum Preis und Verkaufspreis sind nicht nachvollziehbar. Verkäufe zu gleichen oder geringeren Preisen werden über Bottons gekennzeichnet, überdies hinaus ist Transparenz ist nicht erkennbar.
Ein Wettbewerb wird gestört, das Gleichheitsprinzip ist behindert, übrige Verkäufer haben Nachteile.

In der Fachpresse und den sozialen Netzwerken ist zu erfahren, dass Veranstalter und Ticketverkäufer mittlerweile einen heranwachsenden Nachteil durch die Zusammenarbeit mit den Firmen Eventim und FanSALE befürchten. Die Geister die mit Zentralvertrieb für Umsatzsteigerung und Kosteneinsparung gerufen wurden, sind nunmehr schwer zu bändigen.
Sie bestimmen den Markt und regulieren die Preisentwicklung, legal !? unmoralisch!

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