Ist dieses Rechts/Links denken nur in Deutschland so ausgeprägt?

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9 Antworten

Hallo,

diese Art zu denken finden wir in vielen Kulturen. Das ist nichts was sich ausschließlich in Deutschland widerspiegelt.

Es hat weniger mit geschichtlicher Prägung zu tun, als mit Starrsinn.

Viele Menschen sind nicht bereit dazuzulernen, halten lieber an starren, veralterten Schubladendenken fest. Diese Menschen kann man nicht mit Argumenten überzeugen, sie sind beratungsresistent.

Gruß, RayAnderson

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Schubladendenken ist die eine Sache, Starrsinn ist eine andere. Es gibt aber auch Leute, die ändern jeden Tag ihre Meinung. Die meisten halten es aber für gut, wenn sie einfach ihren Prinzipien treu bleiben, die sie oft von irgendwann man von jemandem übernommen haben. Das funktioniert halt nicht immer, manche sind sich aber wohl einfach zu bequem, um bei bestimmten Themen nochmal neu nachzudenken. Solange wenigstens die Bereitschaft besteht, sich mit bestimmten Dingen auseinanderzusetzen und zu disktuieren, ist es ja noch okay, aber wenn man nur noch einseitig eine Meinung bedient...

Sicher bin ich mir nicht aber ich glaube, dass das Rechts-Links-Denken in Frankreich und Deutschland besonders stark ausgeprägt sind. Das kommt natürlich einerseits von der politischen Vergangenheit (Demokratie statt Kommunismus) bzw. dem Wahlrecht und hat auch ganz konkrete Gründe, dieses Lager-(oder Klassen-) denken gabs zwar vorher auch schon bis hin zum alten Rom, aber in der moderneren Politik hat das seine Ursprünge unter anderem in der Französischen Revolution und spiegelt sich dann später auch in der amerikanischen Verfassung wieder, die ja auf ähnlichen Prinzipien basiert. In England gab es diese politischen Spektren in abgewandelter Form schon Jahrhunderte vorher.

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Das hast du gut erkannt, genauso verhält es sich!

Das liegt meiner Einschätzung nach daran, dass es in Deutschland BRD (rechts) und DDR (links) gegeben hat und auch vorher NSDAP und KPD die mit Abstand stärksten Kräfte gewesen sind. Heute beurteilt man die Tendenzen. In Russland, wo Parteien traditionell immer links sind, sich aber für unterschiedliche Dinge engagieren, teilt man nie so auf, deswegen würde in Russland keiner sagen, die AfD sei rechts. Die LDPR zum Beispiel ist nationalistisch, selbst die KPdSU sieht sich als patriotisch, aber dass Parteien links sind, gilt als Selbstverständlichkeit und wird gar nicht diskutiert, so ist jedenfalls mein Eindruck. In den USA sind Parteien ganz im Gegenteil grundsätzlich rechts.

Die Regierungspartei EINIGES RUSSLAND wird in Deutschland häufig als rechtspopulistisch klassifiziert. In Russland gilt sie als politische Mitte bis gemäßigt links (wobei man das wie gesagt nie diskutiert und es im Vergleich zur LDPR auch stimmt. Was nicht faschistisch ist, gilt auch nicht als rechts). Nur zum Vergleich.

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Deutschland ist da noch verhältnismäßig wenig polarisiert. z.B. in Frankreich oder Spanien ist dieses Denken noch viel stärker. Eine große Koalition wäre da undenkbar. 

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Ich denke der Sonderfall in Deutschland ist, dass die Linken ihr eigenes Land hassen, in anderen Ländern sind auch Sozialisten Patrioten (Frankreich z.B.), in Griechenland regieren Linke und Rechte gemeinsam.

Normal ist links/rechts eine Frage vom wirtschaftspolitischen Standpunkt, in Deutschland steht die Linke in meinen Augen zuerst für Multikulturalismus, weniger für soziale Belange (siehe Agenda 2010 durch Rot/Grün).


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Jain 

Das Problem.ist doch überall 

Eindeutig links oder rechts sind Ausnahmen 

Natürlich kann man die linke und die NPD zb eindeutig links und rechts zuordnen 

Aber was ist mit der KPdRF 

Eine Kommunistische Partei,  und selbst eine Partei die mehr oder weniger dadurch ganz links steht ist durchaus Nationalistisch,  anders hat selbst die KPdRF im Russland keine Chance 

Oder die ldpr,  die eine nationalistische bis ultranationalistische Partei darstellt,  und selbst dort hat der linksextremistische Teil von Ivanov und Kosbyreev Einfluss,  was aber wohl eher ein Mittel zum Zweck ist im Einfluss zu haben in die Politik 

Du siehst links und rechts funktioniert nicht immer 

Selbst bei der linken,  ihr langjähriger Fraktionschef Gregor Gysi, der überzeugter Sozialist ist,  sagt immer dass der Kapitalismus nicht komplett verschwinden muss,  da er auch Vorteile bringt 

Auch hier kannst du also nicht so easy Sagen,, der ist Sozialist und der Kapitalist 

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Leider ist das nur in Ländern wie Deutschland,Frankreich, ungarn und den USA so schlimm Ausgeprägt. 
In Ländern wie z.B. Bulgarien(Heimatland) haben die Menschen ein Neutrales Bild über z.B. Thema Flüchtlinge.
Oder auch Italien (Heimatland) Gehen meine Verwandte extremst Neutral damit um, sie leben sogar an den Küsten wo die Flüchtlinge immer ankommen

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Ich kann nur für Frankreich sprechen. Hier spricht man wenn man "die Linke" sagt von allen linken Parteien (und nicht nur vom französischen Equivalent der deutschen "Linke"). Wenn man von "der Rechte" spricht meint man alle konservativen Partein, zb les Republicains (hiessen früher UMP). Wenn man vom FN spricht, spricht man oft von der "Rechtsextremen". 

In Deutschland habe ich den Eindruck dass dieses links/rechts sehr negativ konotiert ist. Wenn man von einer "rechten Partei" spricht dann meint jeder man würde damit eine "Nazipartei" meinen. Wenn man von einer "linken Partei" spricht, dann denkt jeder man würde von Hardcore-Kommunisten reden. Finde ich bizarr ehrlich gesagt...

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Ist bei uns in der Schweiz genau gleich...

ich glaube, das ist überall auf der Welt so.. mit politischen Diskussionen unter Familie, Freunde und insbesondere am Arbeitsplatz macht man sich keine Freunde.

Im Gegenteil, z.B. seitdem ich einzelne Ansichten etwa zur Steuerbelastung in unserem Staat einmal im Geschäft am Mittagstisch geäussert habe, werde ich systematisch schikaniert. Am Besten ist, solange Du nicht ein politisches Amt bekleidest, einfach Dir Deine eigene Meinung zu bilden, aber sonst zu schweigen. Wenn Du nicht schweigst, musst Du inbesondere in Abhängigkeitsverhältnissen wie etwa beim Arbeitgeber oder in einer Schule/Uni damit rechnen, dass wenn Du für diese Leute auf der politisch "falschen" Seite stehst, Du mitunter gravierende Nachteile oder gar Mobbing in Kauf nehmen musst.

Politische Diskussionen werden extrem schnell emotional. Häufig geht es letztlich um unterschiedliche Menschenbilder, die einfach nicht miteinander vereinbar sind. Da helfen auch lange Diskussionen nichts, und die Meinungen sind häufig seit vielen Jahren festgefahren.


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