Frage von Jackunzel, 83

Ist diese Situation realistisch?

Für meine Geschichte:

Ein Junge ist im Winter in einen Fluss eingebrochen, die Strömung hat ihn mitgerissen, aber er ist nicht erfroren, weil er in einer warmen Unterströmung trieb und an Stromstellen wieder angespült wurde. Dort wurde er von vorbeilaufenden Leuten gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Doch durch den langen Sauerstoffentzug, hat er schwere Gedächtnisverluste erlitten.

Antwort
von Bethmannchen, 3

Für mich ist as Szenario zu weit hergeholt.

Damit ein Fluss zufriert, muss das Wasser weit unter 0°C, thermodynamisch unterkühlt, also um die -10°C kalt sein. Gibt es im Fluss Stromschnellen, dann ist die Strömung ja verstärkt und  verhindert das Zufrieren zusätzlich. Eis würde bestenfalls an den Rändern deines Flusses entstehen, aber nicht in der Mitte. Überhaupt auf so einen Fluss zu gehen, wäre schon unlogisch.

Wer wäre schon so blöde, macht denn so was freiwillig? Die Szene würde bei mir den "kann es überhaupt dazu kommen" - Test nicht bestehen. Da müsste schon jemand deinen Charakter umbringen wollen, von einer Brücke, einem Steg, aus einem Boot oder sonst etwas in den Fluss schubsen...

Ins Eis eines Flusses einbrechen, und dann länger als 2 Minuten im Wasser treiben, da ist ein Überleben schon sehr unwahrscheinlich, ganz gleich, was noch passiert. Die Person würde von ihrer Kleidung in die Tiefe gezogen. Sie würde sich auch fast sofort nicht mehr bewegen können, völlig apathisch werden...

Gerät die Person dann noch in Stromschnellen, würde sie sich alle Knochen brechen, weil das Wasser dort nur ein paar Zentimeter tief wäre. (Bewusstlos in voller Fahrt eine steile Treppe runter...) Die Person würde auch sehr wahrscheinlich unter das Eis am Ufer geraten, nicht zu sehen sein, ertrinken...

Kommt die Person dann nicht sofort in Fachmännische Hände, stirbt sie selbst an Land dann an Unterkühlung. Die Kleidung ist ja mit Wasser getränkt, und würde an der Luft sogar gefrieren. Es kommt ja der Windchill dazu.

Der Retter müsste die Person also sofort aus den Kleidern schälen und auch noch excellent gute Kenntnisse davon haben, wie man bei einer schweren Hypothermie vorzugehen hat, um nicht noch nachträglich einen "Bergungstod" herbeizuführen.

LIes dich zu Unterkühlung und Folgen mal hier schlau:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hypothermie

Realistischer wäre dein Szenario, wenn es ein Tümpel wäre, ein Baggersee, ein See, der von einer warmen Quelle gespeist wird...

Antwort
von Kassiopeia000, 15

Also realistisch ist es nicht.

Es gubt zwar einige Flüsse, die unten wärmetes Wasser führen (hauptsächlich dadurch, dass von Aromkraftwerken und Industrie warme Kühlerflüsdigkeit in den Fluss geleitet wird)

Aber selbst das ist maximal 5-8C "warm" Also immer noch lebensgefährlich kalt.

Auch ist es unlogisch, dass er ausgerecht an einer Stromschnelle angespült werden sollte, wo die Wassermassen am mitreißendsten sind, Da hat er erst recht keine Chance angespült zu werden. Er würde schon Probleme haben überhaupt den Kopf oben zu halten.

Was den Gedächtnisverlust angeht, so ist das durchaus möglich und eine der Folgen von Sauerstoffmangel, tritt aber so gut wie nur allein auf. Meist sind noch Koordinationsstörungen, Sprachstörungen und ähnliches dabei ,jemachdem wie lange das Gehirn vom Sauerstoff abgekapselt war und wie viele Hirnzellen dabei abgestorben sind

Antwort
von AnglerAut, 34

Leider sehr unrealistisch.

Die einzige Chance, die der Junge in deiner Geschichte hat, ist, so stark auszukühlen, dass er den langen Sauerstoffentzug ohne massive permanente Schäden übersteht. Die Wärme schadet in diesem Fall, er stirbt dann 100 mal schneller an Sauerstoffmangel als er erfrieren würde.

Kommentar von Jackunzel ,

Was würdest du vorschlagen? :)

Kommentar von AnglerAut ,

Spar dir die warme Unterströmung, lass das ganze jemanden beobachten, der den Jungen weiter unten aus den Fluss zieht und ihn wiederbelebt. Dann wird im Krankenhaus langsam seine Körpertemperatur erhöht und du kannst dir deine Hirnschäden aussuchen, von mir aus auch ein Gedächtnisverlust.

Kommentar von Jackunzel ,

An ich eine gute Idee, nur das Problem ist, seine Freunde sollen sehen wie er einbricht und danach denken, dass er tot ist.

Kommentar von AnglerAut ,

Das ganze soll in der heutigen Zeit spielen ? Dann wird das Szenario ziemlich schwierig, weil die Freunde werden nicht nach Hause laufen, wenn sie ihren Kumpel tot glauben, sondern Polizei und Wasserwacht verständigen, die alles absuchen und die würden darauf kommen, wenn 20 min später weiter unten jemand aus dem Wasser gezogen wird, der sein Gedächtnis verloren hat.

Antwort
von Sanguis, 34

Ich finde den Ansatz kreativ, aber nicht unbedingt realistisch.  Folgende Gedanken gingen mir beim lesen durch den Kopf:

1. Basiert die Begründung mit der warmen Unterströmung  auf wissenschaftlichen Tatsachen? Wie warm müsste die Unterströmung denn sein, damit der Körper nicht massiv auskühlt? 

2. Langer Sauerstoffentzug führt soweit ich weiß zu Gehirnschäden. Mit einer Amnesie kommt der Protagonist mehr als gut davon.

Kommentar von Jackunzel ,

Soweit ich das recherchiert habe, gibt es tatsächlich eine solche Unterströmung, aber ich kenn mich nicht so damit aus und was die Medizin betrifft, habe ich leider keine Ahnung. Wenn du da bewanderter bist, wäre ich sehr froh...

Kommentar von Sanguis ,

Hier habe ich auf die Schnelle etwas über kaltes Wasser wie auch Sauerstoffentzug gefunden. Vielleicht hilft es dir ja weiter:

https://www.thieme.de/viamedici/vorklinik-faecher-physiologie-1509/a/grenzen-des...

Antwort
von user6363, 46

Nicht unbedingt realistisch aber wahrscheinlich. 

Kommentar von Jackunzel ,

Wie meinst du das?

Kommentar von user6363 ,

Es ist nicht realistisch, dass alle Aspekte die du dort genannt hast realistisch wahrscheinlich sind, aber eine Chance ist da. 

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