Frage von sweetylein, 133

Ist diese Fristlose Kündigung rechtens ?

Hallo Leute. Heute auf Arbeit ereignete sich folgendes: Mein Chef machte gerade Bestellung und eine Bekannte kam zum Kaffee trinken. Ich unterhielt mich mit ihr und machte nebenbei meine Arbeit. Nach einiger Zeit ließ mich mein Chef wissen das wir unser Gespräch nach der Arbeit weiterführen sollten. Als ich etwas dazu sagte machte er eine komische Handbewegung das ich still sein sollte. Meine Bekannte mischte sich dann ein und danach wurde er geradezu aggressiv und gab ihr Hausverbot. Sie rief meinen Vater an, der in den Laden kam und mit meinem Chef redete. Danach wurde dieser ausfallend und beleidigte meinen Vater auf Arabisch. So hörte es sich zumindest an. Daraufhin rief die Polizei (warum auch immer) Um 9 Uhr ging ich. Meine Arbeitszeit ist damit beendet gewesen. Ich bin psychisch am Ende und werde nun zum Arzt gehen. Hat mein Chef das Recht nach dieser "Aktion " fristlos zu kündigen ?

Und hat er das Recht den Ladenschlüssel trotz  bestehendes  Arbeitsverhältnisses zu verlangen ?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 26

Mal abgesehen davon, dass Du viel schreibst aber wenig aussagst: Wenn Dein AG mit Deinem Vater und Deiner Bekannten "Stress hat", ist das kein Grund für eine fristlose Kündigung Deines Arbeitsvertrags.

Das Problem sehe ich aber darin, dass es sich hier wohl um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt. Dein AG kann Dir, wenn er denn möchte, fristgerecht kündigen.

Das Kündigungsschutzgesetz greift bei Kleinbetrieben nur in wenigen Ausnahmen und Kündigungsgründe wie z.B. zu wenig Arbeit (Du schreibst in einem Kommentar: ...wenig zu tun) finden sich meist.

Kommentar von sweetylein ,

Er aber hat mir eine fristlose geschrieben,  bei der ich nicht verpflichtet  bin diese zu unterzeichnen da wie gesagt  kein Grund vorliegt... 

Kann natürlich  vor das Arbeitsgericht ziehen um gegen  diese Lächerlichkeit vorzugehen...

Kommentar von Hexle2 ,

Unterzeichnen braucht man eine Kündigung nie. Man bestätigt höchstens den Erhalt.

Wenn Du aber nicht innerhalb von drei Wochen Klage gegen die fristlose Kündigung einreichst, ist diese gültig obwohl nicht rechtens.

Hast Du eine Rechtsschutzversicherung oder bist Du Gewerkschaftsmitglied? Wenn nicht, kannst Du auch selbst zum Arbeitsgericht gehen und Klage einreichen.

Du gehst da zur Rechtsantragstelle und man hilft Dir bei der Klageformulierung. Das ist kostenlos.

Wie lange arbeitest Du denn schon in dem Betrieb?

Kommentar von sweetylein ,

Ich habe weder Rechtsschutz, noch  bin ich bei einer  Gewerkschaft.Vorm Arbeitsgericht war ich schon einmal  ^^ 

Seit  Januar  2016 arbeite  Ich dort. 

Kommentar von Hexle2 ,

Wie schon geschrieben, Du kannst gegen die fristlose Kündigung klagen, gegen eine ordentliche Kündigung wirst Du nicht viel ausrichten können.

Kommentar von sweetylein ,

Nach wie vielen Monaten bestehenden Arbeitsverhältnisses  kann man den Klagen ?

Kommentar von Hexle2 ,

Gegen die fristlose Kündigung kann man sofort klagen da der AG die vereinbarte, tarifliche oder gesetzliche Kündigungsfrist einhalten muss.

Nur Kündigungsschutzklage gegen eine ordentliche Kündigung wirst Du nicht einreichen können da Du noch keine sechs Monate im Betrieb bist und es sich außerdem um einen Kleinbetrieb handelt. Hier greift das Kündigungsschutzgesetz in beiden Fällen nur in wenigen Ausnahmen (z.B. Verstoß gegen das AGG).

Antwort
von Brainomanien, 64

Nein hat er nicht, eine Arbeitsverweigerung hat a) nicht statt gefunden und b) wäre sie nur für eine Abmahnung geltend. 

Fristlos kündigen darf man nur unter besonderen Ereignissen die das Vertrauensverhältnis stören ( Diebstahl, Drohungen, Erpressung oder ähnliche Delikte ) 

Dies ist auch festgehalten im Kündigungsschutz Gesetz!

Kommentar von sweetylein ,

Danke für  deine Antwort !

Kann er den Ladenschlüssel  Verlangen , trotz bestehenden Arbeitsverhältnisses ?

Kommentar von baehrchen2 ,

Ich vermute mal, dass er das Recht hat, jederzeit frei darüber zu entscheiden, welcher seiner Angestellten einen Schlüssel zum Betrieb haben sollte, und wer nicht.

Kommentar von Brainomanien ,

dies ist korrekt, wer einen Ladenschlüssel hat und wer nicht, liegt im ermessen des Geschäftsführers. Deine Arbeitszeiten sind Vertraglich geregelt, du musst diese Pünktlich zur Verfügung stellen, sorgt dein Chef nicht dafür, dass du es kannst, so ist dies trotzdem zu bezahlende Arbeitszeit. 

Antwort
von Ini67, 56

Sorry. Ich kann deinen Chef ein Stück weit verstehen. Was hat diese Bekannte bei dir auf der Arbeit zu suchen und was hat sie sich in das Gespräch einzumischen, zwischen dir und deinem Chef?

Bist du minderjährig oder warum kam dein Vater?

Das ist deine ARBEITSstelle. Da bist du um zu arbeiten. Bekannte und Verwandte gehören in die Freizeit.

Kaum ein Chef wird etwas gegen ein gelegentliches Schwätzchen haben aber ich denke, du hast es auf die Spitze getrieben.

Du und vor allem deine Bekannte habt den geregelten Betriebsblauf gestört. Wäre sie einfach gegangen, wärst du vielleicht mit einer Abmahnung davon gekommen.

Kommentar von sweetylein ,

Das beantwortet die Frage nicht.

Antwort
von baehrchen2, 60

Das klingt aber alles sehr schräg! Viele Informationen, aber keine relevanten. Was ist denn das für ein Job? Eine unbegründete, fristlose Kündigung ist möglich bei einem Arbeitsverhältnis ohne Arbeitsvertrag und auch während der Probezeit. Innerhalb eines festen Arbeitsverhältnisses nach Ablauf der Probezeit ist eine Kündigung fristlos nur aus wichtigem Grund möglich. (Diebstahl, oder extrem unangemessenes Verhalten ggü. Kunden, Kollegen oder Vorgesetzten.)

Kommentar von sweetylein ,

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. 

Ich habe einen festen  Arbeitsvertrag. 

Kommentar von Familiengerd ,

Das klingt aber alles sehr schräg! Viele Informationen, aber keine relevanten.

Darin - aber nur darin! - gebe ich Dir Recht; darum äußere ich mich auch nicht mit einer eigenen Antwort zur Frage.

Eine unbegründete, fristlose Kündigung ist möglich bei einem Arbeitsverhältnis ohne Arbeitsvertrag und auch während der Probezeit.

Das ist - nach deutschem Recht - völliger Unsinn!

Erstens gibt es kein "Arbeitsverhältnis ohne Arbeitsvertrag"! Jedem Arbeitsverhältnis liegt ein Arbeitsvertrag zugrunde: entweder ein schriftlicher oder ein mündlicher oder ein alleine durch Arbeitsangebot und Arbeitsannahme entstandener!

Zweitens ist in einem Arbeitsverhältnis eine fristlose Kündigung immer (!) nur aus wichtigem Grund erlaubt, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses selbst für die Dauer einer Kündigungsfrist unzumutbar macht; das gilt auch für eine vereinbarte Probezeit (ausgenommen davon ist nur die Probezeit im Ausbildungsverhältnis, in der die fristlose Kündigung die "normale" Form der Beendigung ist)!

Drittens ist eine "unbegründete, fristlose Kündigung" grundsätzlich nicht erlaubt! Eine fristlose Kündigung muss auf Verlangen des Gekündigten immer unverzüglich schriftlich begründet werden!

Innerhalb eines festen Arbeitsverhältnisses nach Ablauf der Probezeit ist eine Kündigung fristlos nur aus wichtigem Grund möglich.

Was meinst Du mit "Innerhalb eines festen Arbeitsverhältnisses"? Die Möglichkeit der fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund besteht bei jeder Form des Arbeitsverhältnisses!

Kommentar von baehrchen2 ,

Tja, Sweetylein, dann nehme ich natürlich alles zurück und behaupte das Gegenteil! Dieser ausführlichen Rechtsberatung durch Familiengerd habe ich natürlich nichts hinzuzufügen und entschuldige mich für den "Unnsinn", den ich geschrieben habe.

Lediglich zur Frage im untersten Absatz des Kommentars möchte ich noch anmerken:

Natürlich besteht die Möglichkeit der fristlosen Kündigung in jeder Form des Arbeitsverhältnisses. Hab ja gar nichts anderes behauptet. Ich sagte ja nur, dass in einem Arbeitsverhältnis, welches die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung aus "unwichtigen" Gründen ("unbegründet" wurde ja beanstandet), wie also, bitte sehr, während der Ausbildung NICHT bietet, NUR aus wichtigem Grund gekündigt werden darf.

Kommentar von Familiengerd ,

Oh, Mann - kopfschüttel ... ...

Natürlich besteht die Möglichkeit der fristlosen Kündigung in jeder Form des Arbeitsverhältnisses. Hab ja gar nichts anderes behauptet.

Du sprachst explizite von einem "festen" Arbeitsverhältnis, ich habe gefragt, was Du damit meinen würdest, und ergänzt, dass diese Möglichkeit in jedem Arbeitsverhältnis besteht!

Arbeitsverhältnis, welches  ("unbegründet" wurde ja beanstandet), wie also, bitte sehr, während der Ausbildung NICHT bietet, NUR aus wichtigem Grund gekündigt werden darf.

Eine ziemlich unverständlich "krause" Formulierung - aber egal:

Es gibt kein Arbeitsverhältnis, das "die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung aus 'unwichtigen' Gründen" bietet!

Lediglich - aber das habe ich bereits gesagt - während der 1- bis 4-monatigen Probezeit eines Ausbildungsverhältnisses kann von beiden Seiten fristlose ohne Begründung gekündigt werden; es muss in diesem Fall also auch kein wichtiger Grund vorliegen, sondern das ist dann die "normale" Form der Beendigung während der Probezeit im Ausbildungsverhältnis.

Wie kommst Du darauf, ich hätte Deine Formulierung "unbegründet" beanstandet?? Das ist Unsinn - wie Deine gesamte Antwort, die ich darum kritisch kommentiert habe!!

Kommentar von baehrchen2 ,

Um Gottes Willen!

Natürlich hast du beanstandet, dass ich den Begriff "unbegründete Kündigung" verwendet habe! Lies doch mal deine eigenen Kommentare! Aber ich versteh schon, dass dir davon der Kopf schwirrt!

Und wie tickst du eigentlich, dass du mich selbst in den Punkten noch belehren willst, in denen ich dir bereits Recht gegeben habe?? (Stichwort Probezeit Ausbildungsverhältnis)

Trotzdem vielen Dank für den Grundkurs in Arbeitsrecht, und jetzt verbeiß dich bitte in was Anderes. Kannst dabei ja gerne weiter mit dem Kopf schütteln!

Kommentar von Familiengerd ,

Natürlich hast du beanstandet, dass ich den Begriff "unbegründete Kündigung" verwendet habe!

Gehts's Dir eigentlich noch gut, und bist Du so weit klar im Kopf?!?!

Ich habe nicht diesen Begriff "unbegründete Kündigung" beanstandet (wieso auch überhaupt?!?!), sondern Deine unsinnigen, falschen Behauptungen in diesem Zusammenhang!

dass du mich selbst in den Punkten noch belehren willst, in denen ich dir bereits Recht gegeben habe?? (Stichwort Probezeit Ausbildungsverhältnis)

Drück Dich klar und verständlich aus, dann weiß auch Jeder, was Du genau meinst, und verwende nicht solche Satzkonstruktionen, die so "verschwurbelten" sind, dass kein Mensch versteht, was genau Du meinst.

Du hast noch mächtig viel Lernbedarf - hoffentlich ist da auch noch Platz nach oben!

Kommentar von baehrchen2 ,

Alter, du nervst!

Kommentar von Familiengerd ,

Und Du erst - Greenhorn, aber große Klappe!

Antwort
von SchwarzerTee, 36

Nun, Dein Chef hat recht damit, dass Du Dich während der Arbeitszeit auf die Arbeit und nicht auf eine Bekannte zu konzentrieren hast, und zwar voll und ganz. Es war sehr kulant von ihm, dass er Euch eine Zeit lang hat plaudern lassen. Als er Dich bat, das Gespräch zu beenden, hättest Du dies umgehend tun sollen, anstatt noch Widerworte zu geben. Du hast Dich also ganz schön ins Unrecht gesetzt.

Danach ist die Situation, aufgrund Deines Verhaltens und des Verhaltens Deiner Bekannten wohl aus dem Ruder gelaufen. Dein Chef hat nicht gewusst, wie er sich durchsetzen kann, dann kam eins zum anderen. Ich verstehe auch nicht, weshalb Dein Vater in den Betrieb kam. Es ist nichts verwerfliches daran, dass der Chef die Angestellte zum Arbeiten anhält. Und wer Hausverbot erhält, bestimmt immer noch er.

An Deiner Stelle würde ich mich morgen früh sofort persönlich beim Chef entschuldigen. Es gibt keinen Grund, sich jetzt krank zu melden.

Wenn Du Dein Verhalten schnell und gründlich änderst und dies Deinem Chef deutlich machen kannst, wird es keine Kündigung geben, denke ich.

Wer den Ladenschlüssel bekommt oder behält, bestimmt auch Dein Chef. Er kann den Ladenschlüssel verlangen und Dir zu Arbeitsbeginn öffnen.


Kommentar von sweetylein ,

Mein Chef ist ein ziemlich aufbrausender Mensch  der bei jeder Kleinigkeit  aus der Haut fährt. Bei uns auf Arbeit  ist so gut wie nichts  los. Er weiß das ich meine Arbeit immer ordnungsgemäß mache. Sein Problem  ist ganz einfach das er unzufrieden  mit seiner Gesamtsituation ist. Dafür kann ich aber nichts.  Projiziert es aber trotzdem  auf seine Mitarbeiter. In dem Fall  auf seine Frau  und mich.

Das mein Dad kommt wusste ich nicht. Und Nein  minderjährig  bin ich nicht mehr.

Die Kündigung  ist nicht rechtens, da kein triftiger  Grund vorliegt.  Ich bin bis zum  Ende meiner Arbeitszeit  geblieben  und es lag auch keine Arbeitsverweigerung,  Diebstahl  oder gewalttätiges  Verhalten gegenüber Chef oder Mitarbeiter vor.

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