Frage von Rewardischeese, 78

Ist diese Entscheidung der Ärzte fragwürdig?

Hi Leute, Vorweg: ich weiß keiner kann das von außen so gut beurteilen wie die Ärzte vor Ort selbst, dennoch würde mich eure Meinung interessieren, da ich mich doch etwas wundere. Meine Frau hat vor ca 3 Wochen unser Kind zur Welt gebracht, vor etwa 10 Tagen begann dann Fieber bei ihr, die ersten 5 Tage wollten wir sehen ob es runtergeht und sind nur zum Frauenarzt, der uns Antibiotika verschrieben hat. Nachdem es dann auf 40°C geklettert ist lies sich meine Frau endlich dazu überreden doch ins Krankenhaus zu gehen.

Zeitsprung in die Gegenwart, sie hat einen mix aus drei Antibiotika bekommen, da das vom Frauenarzt verschrieben Antibiotikum keine Wirkung zeigte. Das Fieber ist seit 2 Tagen auch ohne Paracetamol komplett weg. Genauen Befund gibt es keinen, ein kleiner Rest etwa 7mm (vor 3 Tagen noch 2cm) in der Gebärmutter wird vermutet (Placentarest oder Blut). Sie hat jetzt einen Haufen verschiedener Infusionen und Spritzen und Tabletten bekommen um die Gebärmutter dazu zu bringen sich zusammen zu ziehen und das auszustoßen. Meine Frau sagt allerdings seit sie das bekommt, kommt eher weniger Wochenfluss.

Meine Frage ist nun folgende :

Die Ärzte haben eine Ausschabung abgelehnt weil sie den ohnehin geschwächten Körper schonen wollten und eine OP vermeiden (die OP wäre doch vaginal oder? Also nichts was aufgeschnitten wird?). Es kommt mir aber seltsam vor, denn es Ausschabung klingt so als wäre es schneller erledigt und eben nicht so belastend für den Körper wie ein fast einwöchiger Krankenhausaufenthalt mit gefühlt 20 verschiedenen Medikamenten.

Ist diese Entscheidung denn nachzuvollziehen beziehungsweise ist es normal lieber Antibiotika rauf und runter und fünf , in ermangelung eines besseren Wortes, "wehenfördernde" Mittel zu geben statt einer (ich denke) kurzen op ?

Bitte Antwortet nur wenn Ihr vom Fach seid oder Erfahrungen habt mit so ähnlichen Fällen(Krankenschwester/Hebamme/Pflegepersonal/Arzt/ebenfalls Mutter o. Vater etc).

Antwort
von Rollerfreake, 12

Es wird weniger um den Eingriff selbst sondern vielmehr um die Risiken einer Anästhesie gehen. Wenn der Körper schon geschwächt ist, sollte man eine Anästhesie möglichst vermeiden, da diese den Körper belastet und das Risiko von möglichen Komplikationen bei geschwächten Patienten erhöht ist. Natürlich können es die Ärzte vor Ort am besten beurteilen, ich denke aber, dass das der Grund ist eine Operation wenn möglich zu vermeiden. 

Antwort
von Blattteich, 26

Ich kenne mich zwar wirklich nicht gut aus und weiß auch nicht, wie das bei dieser speziellen OP aussieht, aber der für den Körper belastende Teil muss ja nicht immer der eigentliche Eingriff sein, sondern auch die Anästhesiemittel. 

Kommentar von Rewardischeese ,

Das wurde uns auch so von den Ärzten erklärt. Wollte mir aber trotzdem noch Meinungen einholen, weil es für mich als Laie so wirkt als ob sie aus kostengründen oder was auch immer eine op vermeiden und lieber tausend Medikamente geben, was ja sicher auch nicht ganz unbelastend ist. Danke für deine Antwort.

Kommentar von Goodnight ,

Die Ausschabung wäre billiger als viele Tage Krankenhaus und intensive Antibiose.

Antwort
von Goodnight, 6

Es ist die richtige Entscheidung, keiner will es wagen in die Entzündung auch noch mit einer Op einzugreifen. Die Entzündung könnte sich böse verteilen und die Gebärmutter und oder gar das Leben kosten.

Was nicht heisst, dass nicht nach der Behandlung mit AB noch eine Ausschabung gemacht  bzw. nötig wird.

Auch wenn der Eingriff durch die Vagina gemacht wird, ist das eine Operation.

Die Verantwortung für den Mist liegt aber zum grossen Teil bei euch. Eine Frau die nach der Geburt Fieber bekommt, gehört sofort zum Arzt. Natürlich ist es auch möglich, dass im Krankenhaus ein Keim eingeschleppt wurde.

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und gute Besserung!

Antwort
von EHECK, 17

hallo Rewardeee

Offensichtlich hat Deine Frau eine Sepsis gehabt, Dann sollte der behandelnde Arzt tunlichst einen Antiobiotika-Cocktail geben, denn vielleicht hat der Herd ja schon in den Körper gestreut und dann wäre mit der Op (die ja recht belastend ist) auch nichts geholfen.

Die Gabe breitgefächerter Antibiotika ist hier absolutes Standard-Vorgehen, um alle möglichen verschiedene bakteirellen Keime (die ja gegen verschiedene Antibiotika sensible sind) erwischen zu können. Am Anfang hingegen, also wenn man noch nicht weiß wo es hin geht, verbietet sich eine breite Antiobiotika-Gabe, sonst hätten wir bald garkeine sensiblen Keime mehr und kein Antibiotikum nützt mehr was.

Im übrigen ist eine Antibiotika-Gabe auch nicht besonders belastend (es sei denn man is allergisch gegen eines).

Also: keine Sorge - alles richtig gemacht (und schon überhaupt garnicht fragwürdig), und sicher wird Deine Frau bald wieder gesund.

wünsche gute Besserung!

EHECK

Antwort
von Matermace, 33

Die Situation kann ich natürlich nicht beurteilen. OPs sind aber immer sehr belastend für den Körper, man vermeidet das nach Möglichkeit.

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