Ist die Zeit der Wissenschaft vorbei?

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9 Antworten

Allein wenn man sich anschaut, in welch atemberaubenden Tempo sich die Mikroelektronik entwickelt, kann man Deine oben gestellte Frage nur mit einem Kopfschütteln beantworten. Auch die Fortschritte in der Biologie, der Medizin, der Pharmakologie und speziell der Technik sind beeindruckend. Und alle systematische Behandlung von Naturwissenschaftlichen Sachverhalten gehören zu dem Bereich, den man traditionell als Wissenschaft bezeichnet. 

Die Geisteswissenschaftler, als da sind die Sprachforscher, die Philosophen, die Historiker, die Politologen oder die Soziologen würden ebenfalls entrüstet sein, wollte man sich anschicken ein Ende ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in Aussicht zu stellen.

Man kann also allenfalls nach dem Stellenwert der Wissenschaften in unserer Zeit fragen, vielleicht auch nach der gesellschaftlichen Akzeptanz, oder den Zugängen zur Wissenschaftswelt für Menschen ohne wissenschaftliche Vorbildung. Man könnte auch nach den Ängsten vieler Menschen gegenüber einer immer weiter führenden Verwissenschaftlichung der Alltagswelt fragen. Hier sind sicher große Sorgen, ein vielleicht sogar durchgängiges Unbehagen zu beobachten. Ich denke dabei besonders an die immer weiter gehende Vernetzung in den Medien, die ständig wachsende Abhängigkeit von technischen Systemen oder das Ausgeliefertsein an eine Apparatemedizin, der sich der einzelne nur blind anvertrauen kann.

Für Deinen Vortrag würde ich also vorschlagen, nachzuweisen, dass es gerade umgekehrt ist, dass die Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche  droht und dass diese von den meisten Menschen mit Sorge und partiellem Unbehagen wahrgenommen wird, speziell wenn sie nicht genügend substantielle wissenschaftliche Vorkenntnisse besitzen, um zumindest einige der vielen neuen etablierten Systeme im Prinzip zu durchschauen. 

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Kommentar von maxxxxam
22.10.2016, 23:00

Entschuldigung ich hab gedacht das wäre klar
Das Fach ist Philosophie
Und mein Lehrer sagte mir das ich nachdenken soll ob wirklich noch sehr große Erfolge in der Wissenschaft möglich sind

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Kommentar von maxxxxam
22.10.2016, 23:09

Aber ansonsten sehr vielen Dank
Hast mir echt weitergeholfen
Was sagst du zu der 1. Frage?

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Kommentar von maxxxxam
23.10.2016, 00:24

Was für ein Experiment zur Belegung würdest du vorschlagen?
Ich hab an einen Versuch mit dem Beertierchen gedacht

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1. Ja, nennt sich Wissenschaftsphilosophie.

2a
Im Moment ist die größte wissenschaftliche Revolution seit Newton im Gange. Die wurde ausgelöst durch die Theorie Dissipativer Strukturen, für die Ilya Prigogine 1977 den Nobelpreis erhielt.
Mit dieser Theorie lassen sich kompelxe Systeme fernab des thermodynamischen Gleichgewichtes physikalisch und mathematisch erfassen. Das konnte die klassische Physik nicht. Diese moderne Physik ist auch häufig unter den Begriffen nichtlineare Physik, Dynamik oder Thermodynamik zu finden.

Zu den komplexen Systemen fernab des thermodynamischen Gleichgewichtes gehören alle lebenden Systeme, die menschliche Gesellschaft, Evolution oder Gehirn. In allen Wissenschaften, die sich damit beschäftigen, findet man neuerdings immer häufiger die Stichworte nichtlineare Dynamik, Emergenz, dissipative Struktur, komplexe Systeme, die alle auf die Theorie Dissipativer Strukturen zurückgehen.

2b
Ende des 19. Jahrhunderts waren soweit alle Gesetze der Newtonschen Mechanik gefunden. Die Physiker ihrer Zeit behaupteten, es gäbe nunmehr in der Physik nichts Neues mehr zu entdecken. Und dann kamen Einstein und Planck. Das ist nunmal die Arroganz einiger Wissenschaftler zu glauben, sie seinen selber nun so schlau, schlauer gehe es gar nicht mehr. Das tritt auch in der heutigen Zeit immer wieder auf.

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1) keine ahnung ob es sowas gibt!
2) stell dir einen kreis vor, die kreisfläche stellt das was wir wissen dar, und die fläche außerhalb des kreises ist was wir nicht wissen! Je mehr wir herausfinden, desto größer wird die fläche des kreises, dadurch wird aber auch der umfang des kreises größer, so vergrößert sich auch der kontakt zu dem was wir nicht kennen, so dass jeder gewinn an wissen, mehr fragen aufwirft als beantwortet! So lange es fragen gibt, gibt es wissenschaft! Lg

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Ich verstehe, dass diese Frage gestellt wird. Die Wissenschaft ist nicht ,,vorbei", sondern ändert den Charakter. In der Chemie wird es kaum mehr revolutionäre Entdeckungen geben; in der ,,klassischen" Physik ebenfalls nicht, die moderne Atomphysik braucht eine gewaltige Infrastruktur um nur marginale, praktisch nicht sehr relevante Erkenntnisse zu gewinnen. Dagegen macht die Biologie mit der ganzen Forschung an der Erbsubstanz grosse Fortschritte und irgendwann werden auch Psychologie und Soziologie aus dem spekulativen und statistischen Stadium herauskommen.

Und natürlich muss die Wirtschaftswissenschaft ihre herkömmlichen Dogmata in einer Zeit des strukturellen Überflusses grundlegend ändern!

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Kommentar von maxxxxam
23.10.2016, 11:12

Ich habe die frage nocheinmal gestellt, mit einer anderen Hinterfrage. Könntest du da auch mal bachschauen?

Und was sagst du zur 1. Frage?

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Kommentar von maxxxxam
23.10.2016, 11:49

Danke nochmal hast mir gut weitergeholfen

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Nein.

Wissenschaft wird es immer geben, egal in welcher Form.

1. Frage:  Dazu würde ich sagen, eine Art "Zukunftswissenschaft", ob es allerdings sowas tatsächlich gibt, weiß ich nicht.

2. Frage: Natur-,Geistes-, und Sozialwissenschaft wird es immer neue Erkenntnisse geben, da sich diese 3 Sachen ständig weiterentwickeln und verändern. Dazu sind im Teile der Geistes- und Sozialwissenschaft noch große Teile unerforscht. 

Meine Meinung:  mit jeder neuen Erkenntnis, wirft dies viele neue Fragen auf, die wieder erforscht werden müssen, welche wiederum Fragen aufwerfen, die wiederum erforscht werden müssen etc.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

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Hallo! Die wichtigst Zeit der Wissenschaft fängt erst an - sie muss die künftigen Probleme der Menschheit bewältigen und Wege aufzeigen.

Die Zeit der Menschen auf der Erde geht zu Ende und dann sind wir auf Forschung und Wissenschaft angewiesen. 



In 15 Jahren wir eine Waldfläche vernichtet die 5 x so groß ist wie Deutschland. Wie lange geht das? Früher lebte der Mensch im Einklang mit der Natur - heute ist er dabei alles - und auch sich selbst - zu vernichten.

 100 Tierarten lässt er täglich aussterben.  Der Mensch vernichtet die Festplatte der Natur und eine Kopie gibt es nicht. Dabei  ist der Anstieg globaler Temperatur nicht mehr zu stoppen. Wir verlieren also permanent Land an Wasser - die bewohnbare Erde wird kleiner. Zudem werden zunehmend die Permafrostböden durch die Steigenden Temperaturen angefressen. Diese enthalten ca. 1700 Milliarden Tonnen organischen Kohlenstoff, Überreste von Pflanzen und Tieren aus Tausenden von Jahren. Die schmelzenden Permafrostböden beschleunigen den Klimawandel rasant - eine Spirale die dann nicht mehr zu stoppen ist.

Die bewohnbare Erde wird in rasantem Tempo kleiner und wir in rasantem Tempo mehr.

 Ich halte die Erde für einen Planeten im Sturzflug. Der Wissenschaftsjournalist und Physiker Ranga Yogeshwar sagte kürzlich in Einer Sendung des ARD sinngemäß :  

Machen wir so weiter brauchen wir in nicht mehr ferner Zukunft ( vielleicht schon in 50 – 100 Jahren ) 3 Erden. 


Haben wir die? Alles Gute.



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Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich im Moment alle zwei Jahre mit zunehmender Tendenz. Das beantwortet deine Frage recht gut.

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Kommentar von maxxxxam
22.10.2016, 23:04

Alle fünf Jahre

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1. -> damit müsste sich eigentlich die Philosophie beschäftigen (aber Vorsicht !)

2. -> um so mehr ich mich mit der Medizin beschäftige, um so überzeugter bin ich, diese Wissenschaft befindet sich noch irgendwie in der Steinzeit (Stichwort: Chemotherapie bald überholt ? und ebenso Prostata total-OP ?, Berücksichtigung von Magnesium und Darmflora in der Schulmedizin, Krankheiten wie Rheuma sind weitgehends ungeklärt ! etc.)

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1. Dazu ist die Frage wahrscheinlich zu ungenau. Soziologie könnte sich mit der verwandten Frage beschäftigen, wie viele wissenschaftliche Artikel heute im Vergleich zu früher publiziert werden und warum.

2. Was genau stellst du dir darunter vor, dass die Zeit der Wissenschaft vorbei sei? Dass wir sie gar nicht mehr brauchen? Dass wir sie weniger brauchen, als in einer Zeit, die du als "Zeit der Wissenschaft" bezeichnest?

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