Mittlerweile hat es sich ja mehr als eingebürgert, viele deutsche Sätze mit halb englischen Begriffen zu versetzen. Man kann sich stellenweise dieser Entwicklung nicht entziehen, auch im Berufsalltag kommt man schon fast nicht mehr ohne aus. Was würdet ihr sagen, sollte man sich dieser Sprachentwicklung anschließen oder versuchen, möglichst durchgehend Deutsch zu sprechen?
Ich würde sagen, dass man die Sache sehr differenziert betrachten sollte. Einige Wörter, die mittlerweile geläufig sind (VIP, Dresscode etc), haben von ihrer Aussagekraft und ihrem Bedeutungsgehalt nach eine eigene Daseinsberechtigung. Diese Wörter krampfhaft ins deutsche übersetzen zu wollen bzw. eine unmittelbare Übersetzung zu verwenden wirkt aufgesetzt und auch nicht identisch mit dem, was man durch den Anglizismus aussagen wollte. Wo jedoch Begriffe im Deutschen gleichwertig und identisch im Aussage und Bedeutungsgehalt vorhanden sind, wirkt meiner Meinung nach die Verwendung von „denglischen“ Begriffen fehl am Platze und sollte weder privat noch geschäftlich genutzt werden.

Wenn es WIRKLICH kein elegantes, passendes Wort dafür auf deutsch gibt, ist durchaus nichts dabei, ein "denglisches" zu benutzen.
Aber Achtung, viele Worte, die wir regelmässig im Deutschen benutzen sind auch nicht deutschen Ursprungs...

Das ist die schlimmste Unhöflichket gegenünber einem Gesprächspartner, die man sich denken kann. Man zeigt damit seine eigene Arroganz und meist Dummheit, weil man aus Unverständnis des Inhalts dem Gegenüber nur weismachen will, man verstehe etwas davon. Ich traue mich das zu sagen, da ich selbst zu einer der Berufsgruppen gehöre, die stark "denglisch"-lastig sind. In der Regel ist "Denglisch" nur eine Bankrott-Erklärung für das eigene Sprach-Verständnis und zeugt von Egoismus (man spricht nicht mit dem Gegenüber, sondern nur für sich selbst).

Am Besten ist es, sich mit Beidem auszukennen und es je nach Vorlieben des Kommunikationspartners zu verwenden.
Alternativ praktizierst Du das, was Dir persönlich als der "richtigere" Weg erscheint.

Ich persönlich finde Denglish absolut grässlich. Nicht das ich etwas gegen Englisch hätte. Wenn ich Englisch sprechen muss, spreche ich es gern.
Aber wir brauchen Denglish nicht, denn wir können alles in Deutsch erklären. Ausserdem habe ich Angst, dass unsere deutsche Sprache darunter leidet und verschandelt wird. Ich persönlich halte es ja für absolute Wichtigtuerei von einigen Leuten.
Gelatine am 23. Mai 2008 21:43 Das empfinde ich ebenso. Allerdings habe ich immer quasi wie ein schlechtes Gewissen im Hinterkopf, dass Sprache sich schon immer verändert u. abgewandelt hat u. sich in einem lebendigen Prozess befindet. Evtl. ist es "einfach" ein Ausdruck der Globalisierung und in einer ganz fernen Zukunft wird es nur noch wenige Sprachen geben. (Evtl. die, die nur noch den gleichen Sprachstamm hatten, also quasi eine Entwicklung zu den Anfängen.) Ich finde es auch schade, dass mittlerweile viele Jugendliche über erschreckend wenig Vokabeln der eigenen Sprache verfügen. Sie können sich dadurch nicht nur weniger präzise ausdrücken, man ist durch das auch unsensibler, schätze ich. Weniger feinfühlig, weil man weniger Nuancen wahrnimmt. Manches ist in einer Sprache, bei einem Volk bedeutsamer. Die Inuit, also die Eskimos haben meines Wissen über 20 Begriffe für Schnee, unterscheiden also viele Schneearten. In Deutsch oder Englisch gibt es nur wenige Schneevokabeln. Das sollte nur ein Beispiel sein. (-:

Jeder möge sprechen, wie er mag. Am Denglisch (und einigen anderen Spracheigenheiten) erkennt man halt den Ungebildeten. Selbstverständlich zieht man daraus seine Schlüsse. Solche Leute fördert man nicht. (Aber man sagt es ihnen nicht. ;-))

Man sollte es vermeiden. Die deutsche Sprache hat genug Worte, um sich auszudrücken. Es gibt ohnehin zu viele englische Worte im Alltag, die unnötig sind. Manchmal frage ich mich, wo unsere gute alte Sprache geblieben ist.

Wir sollten endlich damit aufhören unsere Sprache weiter durch irgendwelche Sprachchaoten verhunzen zu lassen. Dieses sogenannte Denglisch ist doch nichts anderes als eigene Inkompetenz durch sprachlischen Kauderwelsch zu kaschieren.
Kein Land in der Welt gibt seine Sprache so auf, wie wir Deutschen und wir können wahrlich Stolz sein auf unsere Sprache, denn es ist die Sprache von Goethe, Schiller, Lessing und vielen anderen mehr
RolfHoegemann am 23. Mai 2008 21:07 Versuch mal, in der Sprache von Goethe, Schiller, Lessing und all unserer anderen Grössen mit den "normalen" Menschen zu reden, Du wirst staunen.
Beispiel gefälligst? Gerne: Vor den Theatervorstelluungen in Kindegärten und Schulen bitte ich einen Erwachsnen, das Licht zu löschen.... zu 40% ein leises raunen und Gegrinse: "Ist doch keine Kerze.", "Es brennt doich gar nicht..." uvm.
Ich erinnere mich auch an einen User hier, der sich im Forum beschwerte, dass viele User "höheren Alters" ihn/sie schon dadurch nerven, dass sie so altmodisch schreiben und dass die sich mal anpassen sollen ;-(
andreas48 am 23. Mai 2008 21:12 Sprache entwickelt sich immer weiter...da haste recht...aber brauchen statt Verkauf...Sales, brauchen wir statt Hausmeister Facility Manager und noch mehr solcher Ungetüme..
RolfHoegemann am 23. Mai 2008 21:25 Nö - Hausmeister alleine können oft schon nervig sein <grins>
Noch schlimmer ist/war ja der "Service-Point" in den Bahnhöfen - und alle, die früher Waren geliefert haben nennen sich heute "Logistiker"...

Voll daneben. Guckst Du hier: www.sueddeusche.de/kultur/bildstrecke/847/106741/p0/?img=7.0
RolfHoegemann am 23. Mai 2008 21:10 Zitat von der Eingangsseite - das MUSS jeder hier mal lesen:
"...jeder muss im job permanently seine intangible assets mit high risk neu relaunchen und seine skills so posten, dass die benefits alle ratings sprengen, damit der cash-flow stimmt. Wichtig ist corporate-identity, die mit perfect customizing und eye catchern jedes Jahr geupgedatet wird!"
brrrrrr :-(
raubkatze am 23. Mai 2008 21:24 Voll krass!! Ne! Hier noch etwas nettes zum schmunzeln: http://www.vds69.de/aktuelles/teunis.htm
RolfHoegemann am 23. Mai 2008 21:31 I break together..... <g>
Zum Brainstormen siehe auch http://www.interkorrektor.de/denglisch.htm.

Teilweise wird es in der Werbesprache bis ins Lächerliche übertrieben, aber abgesehen davon sind Lehnwörter nichts schlechtes oder bedrohliches. Das Bremer Sprachblog (http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/favoriten/) ist sehr interessant und setzt sich u. a. mit der gegenwärtigen Anglizismennörgelei auseinander.
Milchmann, und dann werden Begriffe wie "Smoking" oder "Handy" benutzt, die es im Englischen gar nicht gibt.
Und denkt mal an den Riesenfauxpas mit dem "Bodybag" für diese speziellen Rucksäcke....
<g>
Ganz so einfach ist es nicht: http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2007/02/16/body-bag-blues