Frage von Yogi851, 75

Ist die Verwendung des Wortes "fiktiv" in diesem Zusammenhang korrekt?

Wir machen in Religion gerade Nahtoderfahrungen und Tod durch. Und da wollte ich fragen, ob man die Erlebnisse bzw. die Nahtoderfahrungen als Geschehen in einem fiktiven Raum bezeichnen kann.

Also wenn ein Nahtodpatient sein Erlebnis so beschreibt, dass er in einem leeren Raum stand oder auch durch einen dunklen Tunnel schwebte und ein nicht lokalisierbares warmes Licht von allen Seiten wahrnehmen konnte. Und das er Bäume und Geräuche wahrnehmen konnte, aber auch Gefühle wie Geborgenheit und Liebe empfand.

Kann man dies als Erlebnis in einem fiktiven Raum oder einer fiktiven Welt bezeichnen?

Antwort
von hertajess, 16

Weil ich hier gerade die Behauptung las Erlebniswirklichkeiten seien alles andere als Wirklichkeiten

Ich nehme ein Messer und schneide damit einfach mal meinem Nachbarn das nächste Mal wenn ich ihm begegne durch den Hals. Andere Nachbarn werden ihn auffinden, sich entsprechend verhalten. Dann erkläre ich ganz einfach: Das sind Eure Erlebniswirklichkeiten. Real sind sie deswegen noch lange nicht. 

Das Beispiel mag grob erscheinen aber es ist berechtigt. Ich habe Nahtoderfahrungen gehabt aus denen ich mit körperlichen Verletzungen zurück kam. Und es gab in der angeblichen realen Welt keine Möglichkeit mir diese Verletzungen zu holen. 

Davon abgesehen stimme ich der Auffassung zu dass das Thema im Fach Religion Nichts, absolut Nichts zu suchen hat. Wissenschaftlich sind unsere Kenntnisse dazu sehr eingeschränkt. Auch bezogen auf die Neurowissenschaften die ich hier durchaus als Mehrheit verstanden wissen möchte. Sie sind aber nicht die einzigen Wissenschaften welche sich der Thematik annehmen. Auch die Physik forscht in dieser Richtung.

Lese doch mal diesen Artikel zum Thema. 

Und dann mag von mir aus davon ausgegangen werden Was wir nicht mit Händen fassen können ist fiktiv. Wenn aber das allgemein Fiktive hier und da mit Händen fassbar ist: Was dann? Wie viele Fassbarkeiten sind notwendig um von Realität ausgehen zu können? 

Wir kommen hier in eine ernsthafte philosophische Diskussion die wie Du nachlesen kannst seit einigen Jahrtausenden die Menschheit auf unterschiedlichste Weise beschäftigt. Zumindest so lange bis die Wissenschaften der Philosophie den Boden entziehen indem sie fassbare Fakten vorlegen. 

Kommentar von Diimiitrii ,

Ich stelle einen Clown auf die Straße und ein paar von euch werden Angst vor ihm haben und ihn als bedrohlich empfinden. Das macht den armen Clown noch lange nicht zu einer realen Bedrohung.

Antwort
von Diimiitrii, 75

Generell erstmal möglich.

Wobei du damit natürlich ein gewaltiges Fass ins Rollen bringst. Der Religionslehrer der Tatsächlich an seine Nahtoterfahrungen glaubt und dementsprechend daran glaubt, dass alle sterbenden diesen Gang entlang gehen, wird dir vllt auf die Finger klopfen, wenn du von einem fiktiven Raum sprichst, genauso wie er Gott nicht als fiktiv bezeichnet haben will. (Ich weiß nicht ob dein Religionslehrer den Raum tatsächlich als existent sieht oder nicht. Das war nur eine Annahme)

Jedoch, wenn du selbst denkst, dass dieser "Raum" nur eingebildet ist, dann ist die Verwendung des Wortes "fiktiv" durchaus korrekt.

Hierzu die Definition von fiktiv: erfunden; erdacht; angenommen.

Bsp: "Die Geschichte spielt in einem fiktiven Land."

Antwort
von Digarl, 74

Im Prinzip ja. Dafür muss man allerdings der anerkannten Meinung sein, dass die Erlebnisse also z.B. der Tunnel nur aufgrund von z.B. Sauerstoffmangel im Hirn ausgelöst werden und nicht wirklich stattfand. 

Antwort
von Gerhardraet, 33

Sämtliche sogenannte "Nahtoderfahrungen" sind wertlos und lassen nicht auf ein Jenseits schließen. Daher ist es kaum verantwortlich, sowas in Religion durchzuochsen.

Das Gehirn produziert, wenn es in einem biologischen Krisenzustand ist, alles mögliche Durcheinander und holt auch viel tief im Langzeitgedächtnis sitzendes wie Kindheits-Religion hervor. Nichts davon spricht für ein "Jenseits".

Antwort
von 1988Ritter, 15

http://www.duden.de/rechtschreibung/fiktiv

Bedeutungsübersicht

nur angenommen; erdacht, erdichtet, frei erfunden

Bezogen auf Deine Frage ist das Wort "fiktiv" möglich.

Trotzdem finde ich es unpassend, da gerade Personen mit einer Nahtoderfahrung diese auch als Realität empfunden haben. Die Nahtoderfahrung wurde also weder angenommen, erdacht, erdichtet oder frei erfunden, sondern vielmehr als eine Art andere Realität erlebt.

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