Frage von HontaYOYO, 171

Ist die vegane Behauptung korrekt - kann man wirklich ungeborene Kinder schon im Mutterleib an Milch und Fleisch gewöhnen?

Bin heute hier beim stöbern auf gutefrage.net auf diese Aussage gestoßen:

"...sind schon kleinkinder gierig auf milch, fleisch und zuckerglump, sie werden ja schon im mutterbauch an diese nahrung gewöhnt...."

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Undsonstso, 52

Ich befürchte,  die zitierte Aussage beinhaltet gaaaanz viel Wunschdenken, aber sie enthält durchaus ein paar nachvollziehbare Ansätze, allerdings ist definitiv eine Falschaussage dabei.

Zum Thema pränatale Prägung / pränatale Programmierung gibt es schon diverse Studien..... Es wurden bereits Tests an Neugeborenen vorgenommen, aber es wurden ebenso Tierversuche gemacht.

Die Vorliebe für Süße, die bereits Neugeborene zu eigen ist, ist nicht vorgeburtlich geprägt. Sie ist angeboren.

Ebenso verhält es sich mit der Abneigung zum bitteren Geschmack. Da kann die werdende Mutter noch so viel bitteres Essen während  der Schwangerschaft mit Wonne gegessen haben, ihr Baby wird sie damit nicht zum Liebhaber des bitteren Geschmacks gemacht haben.


Es stimmt, es gibt prä- und postnatale Prägungen (ebenso gibt es danach ablaufende evolutionsbiologische Programme und hinzu kommen später Konditionierung von Präferenzen und Aversionen).

Dies alles  heißt aber nicht, dass eine Gewöhnung im Mutterleib an Fleisch existiert und der Ernährungslebensweg eines Menschen schon im Mutterleib in Stein gemeißelt wurde.

Die Aussage bedeutet ja,

würden Veganer das neugeborene Kind einer Frau adoptieren, die während der Schwangerschaft Fleisch und Milch konsumiert hat, so müssten sie  langsam beim Säugling eine Entwöhnung durchziehen, indem sie die Muttermilch einer sich omnivor ernährenden Frau behutsam auschleichen und die Muttermilch einer Veganerin einschleichen.

Antwort
von Pangaea, 38

Das ist natürlich Unfug. Kinder im Mutterleib bekommen keine Nahrungsmittel, sie bekommen nur die Nährstoffe, die in den Nahrungsmitteln der Mutter enthalten sind.

Die reinen Aminosäuren, Fette, Zuckermoleküle, Vitamine, Mineralstoffe. Von Mamas Blut durch die Placenta in Babys Blut, ohne Geschmack und ohne "Herkunftsnachweis". Eine Aminosäure kann aus Fleisch oder Fisch oder Milch oder Kichererbsen oder Dinkelbrötchen stammen, das ist piepegal. Sie ist nur noch ein Baustein für die körpereigenen Proteine.

Einzige Ausnahme, was den Geschmack angeht, sind bestimmte Aromen, die in die Körperflüssigkeiten übergehen. Das bekannteste Beispiel ist Knoblauch.

Wenn wir Knoblauch essen, geht das Aroma in alle Körperflüssigkeiten über, z.B. auch  in den Schweiß (deswegen riecht man auch am nächsten Tag noch danach) und eben auch in das Fruchtwasser. Baby schmeckt also Knoblaucharoma, wenn es ein Schlückchen Fruchtwasser nimmt, und gewöhnt sich daran. Wenn Mama dann nach der Geburt weiterhin Knoblauch isst, geht der auch in die Muttermilch über und Baby erkennt das Aroma wieder. Dazu gibt es Studien - die Babys von Frauen, die in der Schwangerschaft viel Knoblauch gegessen haben, bevorzugen Muttermilch mit Knoblauchgeschmack.

Antwort
von Rockige, 55

Milch, natürlich. Immerhin ist das die Erstnahrung für ein Baby. Allerdings wird bei Menschenbabys auf Kuhmilch verzichtet innerhalb des ersten Lebensjahres. Entsprechend kann man nicht von "Gewöhnung" sprechen.

Während der Schwangerschaft das Ungeborene an Zucker gewöhnen, Quark mit Sauce. Würde ein 2jähriger zum allerersten Mal ein Speiseeis oder Schokolade oder ein Bonbon (also etwas Süßes) in den Mund gesteckt bekommen, das Kind würde dies im ersten Reflex ausspucken. An Zucker, an extreme Süße müssen sich die Geschmacksknospen erst gewöhnen. Zudem wird sowieso allerorten empfohlen im ersten Lebensjahr auf zusätzliche Süßung von Getränken und Speisen zu verzichten.

Während der Schwangerschaft das Ungeborne an Fleischkonsum gewöhnen: Auch dies halte ich für Humbug. Im ca ersten halben Lebensjahr (oder länger) wird ein Baby nicht direkt Fleisch zu essen bekommen. Das braucht es da noch garnicht und könnte es auch noch garnicht verdauen. Der "Geschmack" von Fleisch wird erst erfahren wenn es nach und nach Fleisch zu essen bekommt . Also kann man hier definitiv nicht von einer vorgeburtlichen Gewöhnung sprechen.

Das ein Ungeborenes durch die Mutter die Nährstoffe erhält die sie via Nahrung/ Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt, das ist gut und richtig so.  Aber dem Körper ist es doch egal ob diese Nährstoffe (die wichtig für die Entwicklung sind) vorher in Früchten/ Nüssen/ Fleisch/ Fisch oder sonstwo steckten.



Edit: pränatale Prägung auf bestimmte Lebensmittel: Kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt Fälle da mag das Kind (egal welches Alter) das was die Mutter während der Schwangerschaft bevorzugt gegessen hat, hasst das was die Mutter in dieser Zeit gehasst hat. Es muss aber nicht zwingend so sein. Letztlich entwickelt man im Laufe des Lebens einen eigenen Geschmack und dies kann sich im Laufe des Lebens auch noch verändern (hat man als Kind eine bestimmte Speise gehasst, kann es sein das man als Erwachsener genau dieses sehr gerne isst).

Antwort
von flunky, 45

Irgendwo wurde einmal eine Studie veröffentlicht, dass Säuglinge deren Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit einen seltsam schmeckenden Brei aßen, später mehr als doppelt so viel dieses Brei aßen, als Säuglinge deren Mutter auf den Brei verzichtet hat.

Jedoch hab ich die Studie gerade nicht sofort wieder gefunden und bin mir daher nicht sicher, wie repräsentativ sie zu betrachten ist.

Ein Kind gewöhnt sich selbstverständlich im Mutterleib an Nahrung, ebenso an Alkohol und Nikotin.
Dies schadet aber bei der meisten Nahrung dem Kind keineswegs, es bevorzugt später nur die bekannten Geschmäcker, um sich vor Vergiftungen zu schützen.
Evolutionstechnisch sehr sinnvoll, aber von einer Prägung zu sprechen halte ich für falsch.
Kinder sind sehr individuell und haben schon immer einen eigenen Willen, dann kann auch sehr gut entschieden werden, was das Kind essen mag.

Ich, z.B. habe als Kind nahezu jegliche Nahrung abgelehnt, weil ich nicht probieren wollte.
Umgebracht hat es mich nicht und mittlerweile probiere ich verschiedenstes aus. War nur awkward mit 17 zu erklären, ich hab noch nie Blumenkohl gegessen.

Antwort
von mirolPirol, 97

Überleg doch mal: Im Mutterleib muss der Fötus durch die Mutter ernährt werden, er bekommt über das Blut, das durch die Nabelschnur fließt, alle nötigen Nährstoffe von der Mutter, sogar den Sauerstoff, weil es noch nicht selbst atmen kann und leider auch Nikotin und Alkohol, falls die Mutter das in der Schwangerschaft konsumiert.

Erst, nachdem das Kind geboren wurde, kann es selbständig atmen und entwickelt nach und nach einen eigenen Stoffwechsel. Erst nach dem Abstillen bekommt es überhaupt feste Nahrung - erst dann sind auch Fleisch, Gemüse u.s.w. dabei. Im Mutterleib entwickelt es sich nicht zum Veganer oder Steakfanatiker - dazu wird es erst später konditioniert.

Antwort
von Brunnenwasser, 57

Für mich gibt es tatsächlich eine Prägung die im Mutterleib entsteht. Ich esse gerne all das was meine Mutter liebt, inklusive exotischeren Dingen die nicht jedermanns Sache sind. Es gibt auch schon Abhandlungen darüber. Deswegen in der Schwangerschaft aber komplett auf Fleisch zu verzichten halte ich für etwas riskant, lieber bewußt reduzieren und genießen.

Antwort
von AppleTea, 44

Das ist sogar endlich mal eine interessante Frage von dir (mit welcher Intention auch immer). Immerhin bekommt das Kind tierische Fette und Proteine über die Nabelschnur.. ob es dadurch auch später gerne tierisches isst, ist fraglich. Vielleicht gewöhnt sich der Körper daran, allerdings klingt das für mich doch etwas weit hergeholt.

Kommentar von Pangaea ,

Wenn die Fettmoleküle und Aminosäuren beim Baby ankommen, sind sie nicht mehr "tierisch" oder "pflanzlich". Es sind nur noch die einzelnen Bausteine, deren Herkunft nicht mehr zu erkennen ist.

Antwort
von fhuebschmann, 60

Also meine subjektive Sicht der Dinge ist das Kinder das gerne mögen was die Mutter auch in der SS viel und gerne isst. Meine Tochter liebt Käse und Gummibärchen, beides isst/aß meine Frau für ihr Leben gerne.

Wurst mag sie garnicht gerne, meine Frau isst keine Wurst da sie Vegetarierin ist.

Also ist für mich an der Aussage schon was dran. Eine Wertung der Aussage möchte ich aber nicht abgeben.

Antwort
von Undsonstso, 1

HontaYOYO=Esme61=Undsonstso

Antwort
von MelowD, 85

Kleinkinder bekommen alles, was die Mutter isst auch. Das heißt, das ein kleiner Gewöhnungseffekt nicht undenkbar wäre. Allerdings halte ich es für absurd, dass sie daraufhin nur noch Fleisch essen wollen und Milch trinken etc.

Das Kind isst genau das, woran es die Mutter gewöhnt.

Liebe Grüße

Antwort
von TheGirlOnFire, 94

Naja, alles was du isst, nimmt auch das Kind über die Nabelschnur zu sich :) von gewöhnen würde ich vielleicht nicht sprechen, aber kennenlernen tut es das schon in gewisser weise.

Antwort
von tuedelbuex, 69

Veganer haben den Schuß nicht gehört! (Mutter-)Milch gehört zu den natürlichsten Nahrungsmitteln überhaupt, Fleisch ist ein nicht zu unterschätzender Eiweißlieferant (braucht der Organismus) und "Zuckerglump" (ich vermute mal, damit sind Süßigkeiten gemeint) gehören, in Maßen natürlich, auch zum Leben...

Wer (als gesunder Mensch) auf diese Dinge verzichtet, lebt nur vermeintlich gesünder...selbst Süßigkeiten haben ihre (gesundheitliche) Berechtigung....und sei es nur, um die Seele im Gleichgewicht zu halten. Niemand kann folgenlos die von der Natur vorgesehene Ernährung umgehen....zumindest nicht ohne auf "Nahrungsergänzungsmittel" zurückzugreifen....ohne auf lange Sicht dadurch krank zu werden....

Kommentar von Hippietanita ,

Also Entschuldigung aber hier muss ich ja jetzt mal was sagen "Veganer haben den schun nicht gehört" ich glaub du hast den ned gehört wenn man sich ned mit dem Thema auskennt dann hält man seinen Mund ! ich habe noch nie einen Veganer gesehen der seinem Kind nichts von SEINER Muttermilch gibt.. und das andere ist Einstellungs Sache geh ich zu dir und sag du ist Fleisch weißt du eigtl wo das her kommt oder was du alles damit zu dir nimmst ? nein also reg dich mal ab ... Du kannst niemand in Schubladen stecken nur weil dir die Einstellung ned Passt weil was richtig und falsch ist sollte jeder für sich selbst entscheiden . Als gutes Beispiel Religion jeder kann sich das doch selber aussuchen oder gehst du hin und sagst alle Hindus haben eins an der Waffel nur weil du ihre Glaubensrichtung nicht teilst ? also hallo manche Menschen sind wohl noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen

Kommentar von tuedelbuex ,

nein also reg dich mal ab ...

Wer sich wohl mal abregen sollte......

Kommentar von AppleTea ,

Das ist wirklich ein frecher Beitrag und ich überlege noch, ob ich ihn melde. Es ging hier eindeutig um artfremde (Kuh)milch und nicht um Muttermilch! Ist ja wohl klar, dass die allermeisten Veganerinnen ihre Kinder stillen wenns möglich ist.

Kommentar von tuedelbuex ,

Und? Was ist an Kuhmilch jetzt so schlimm? Und Mütter, die ihre Kinder "vegan" ernähren gehören dem Jugendamt gemeldet....die Natur hat es nicht so vorgesehen, dass der Mensch fleischlos lebt, der Tierschutzverein würde einschreiten, bekäme er gemeldet, Hunde oder Katzen werden "vegan" ernährt....warum kann "man" nicht einsehen, dass zur "artgerechten" Ernährung des Menschen Fleisch dazugehört?Naja....( "und ich überlege noch, ob ich ihn melde." )...steht Dir frei...aber lächerlich, jemanden zu "melden", nur weil er eine andere Weltsicht hat,als man selbst....zeugt zumindest nicht davon, dass "man" sich Gedanken macht, sondern eher dafür, dass man blind einer Ideologie nachrennt, die man gerade für "hipp" hält....werd`mal erwachsen!

Kommentar von eostre ,

Joar, ich hatte bereits das vergnügen mit dem Jugendamt, die hatten nichts zu beanstanden, lobten die gute Konstitution meiner Kinder und waren erfreut über Menge an Informationen, die meine Kinder über Ernährung haben. 

Kleiner Hinweis am Rande: der damalige "Melder" hatte davon sogar einen Vorteil, sein stark übergewichtiger Sprössling ging zwei Wochen später unter Beobachtung zur Ernährungsberatung und wird nun engmaschig vom Arzt überwacht, Sieg auf ganzer Linie, würde ich sagen.

Kommentar von tuedelbuex ,

Sieg auf ganzer Linie, würde ich sagen.

Unfug! Der "Sprössling des damaligen Melders" wird sein Übergewicht nicht gehabt haben, weil er sich nicht vegan ernährt hat, sondern weil seine Ernährung irgendwo komplett aus dem Ruder gelaufen ist....sicher nicht wegen des Eiweißlieferanten Fleisch, sondern eher wegen Chips, Pommes, Schoki und haufenweise zuckerhaltiger Getränke.....und einem Mangel an Bewegung.....

Nix "Sieg auf ganzer Linie"! Obwohl Du mir leid tust, weil Du Dich offensichtlich in einem erbittertem Krieg gegen Fleischkonsumenten befindest und sogar Deine Kinder dort mit hineinziehst. Ich hoffe, dass Deine Kinder sich diese Indoktrination nicht auf Dauer gefallen lassen und gegen diese von Dir verordnete Fleischlosigkeit rebellieren werden.

Kommentar von eostre ,

Nö, ich führe keinen Krieg und meine Kinder können Fleisch essen, wenn sie wollen. 

Das der Sprössling durch "nichtvegane" Ernährung so wurde habe ich nie behauptet, nur, dass man lieber sich selbst zuerst überprüfen sollte, bevor man anderen ans Bein pinkeln will.

Und ich sehe es als Sieg, denn der kurze des melders bekam die Möglichkeit ordentliches Essen zu kosten und wird seit dem strenger ärztlich überwacht, es war für ihn also eine sehr gute Aktion.

Antwort
von eostre, 44

Kannst du bitte mal den Zusammenhang zum verstümmelten Zitat verlinken? Das würde beim Verständnis schon helfen. 

Du bist doch selbst veganer, wie siehst du das denn? War deine Mutter auch vegan?

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