Frage von XXLMaster98, 50

Ist die Todesstafe unbedingt eine Verletzung der Menschenrechte?

Antwort
von Spockyle, 18

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, finde ich. Einerseits: nein, so unbedingt nicht... Todesstrafe sorgt für eine Genugtuung beim Opfer oder seinen Angehörigen, zumindest in der Theorie. In der Praxis hört man da alles mögliche.
Ferner sehen es manche als eine mildere Strafe an, jemanden einzusperren, auf den Tod vorzubereiten und umzubringen als ihn/sie lebenslang einzusperren und so quasi aller Freiheit (also einem anderen Menschenrecht) zu berauben.

Andererseits: ja, natürlich! Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, auch ein Mensch, der Schlimmes getan hat (wobei man jetzt auch drüber reden müsste, wie schlimm etwas sein muss, um mit dem Tod vergolten zu werden, das steht aber auf einem anderen Blatt). Wir haben das große Glück, in einer Gesellschaft zu leben, die es möglich macht, auf Todesstrafe zu verzichten, weil wir die Straftäter vor sich selbst und uns vor ihnen schützen können, ohne sie umzubringen. Das war halt nicht immer möglich.
Ferner ist tot halt leider tot. Fehler der Justiz kann man nicht rückgängig machen, wenn der vermeintliche Täter getötet wurde.

Ich persönlich bin strikt gegen die Todesstrafe. Nur weil ein Täter brutal ist, darf sich der Staat nicht mit ihm/ihr auf eine Stufe stellen. Ich bin froh, dass es diese Strafe hier nicht gibt, aber ich versteh Menschen, die diese Art von Strafe verteidigen. Es gibt halt unterschiedliche Meinungen :) Nur gut und logisch begründet sollten sie halt dann sein, wenn man damit in einen Diskurs starten will, und bisher hat mir noch niemand ein solches Argument bringen können, dass in unsere Zeit passt und nicht durch Emotion geleitet ist.

Kommentar von XXLMaster98 ,

Naja, ich denke wenn ich einen anderen Menschen töte, dann hab ich seine Menschenrechte massiv verletzt. Was gibt mir dann das Recht auf eben solche?

Kommentar von Spockyle ,

Das Recht auf Leben hast du einfach, weil du ein Mensch bist, durch das Glück der Geburt quasi. Du wirst durch nichts, was du tust, zum Nicht-Mensch.

Antwort
von capi89, 8

Das kommt darauf an, wie Du "Menschenrechte" definierst: In unserem verfassungsmäßigen System wäre die Verhängung und der Vollzug eine gravierende Verletzung der Grundrechte. Unsere Verfassung basiert auf der Menschenwürde (Art. 1), die als oberstes Prinzip jeder Staatlichkeit angeführt wird. Diese Menschenwürde ist "unantastbar". Weiterhin wird jedem ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zugebilligt (Art. 2). Dieses Recht kann zwar durch Gesetz beschnitten werden, ein Strafgesetz, dass die Todesstrafe vorsieht, wäre aber 1. durch Art. 102 des Grundgesetzes ("Die Todesstrafe ist abgeschafft") und 2. durch die Verletzung der unveräußerlichen Menschenwürde (Art. 1) verfassungswidrig. Sollte man nun überlegen, die entsprechenden Artikel einfach zu ändern, würde Art. 79 Abs. 3 greifen, der es verbietet Grundgesetzänderungen vorzunehmen, wenn diese den Art. 1 im Grundbestand angreifen. Da Art. 1 das Grundprinzip der weiteren Grundrechte (Art. 2 - 19) darstellt, ist eine Änderung im Bereich dieser Grundrecht im Rahmen des Grundgesetzes nicht möglich. Die Todesstrafe stellt also, rein rechtlich gesehen, einen Bruch der Menschenrechte dar. Aber auch moralisch gesehen, übertritt ein Staat eine Grenze, wenn er die bewusste und vermeidbare Tötung eines Menschen anordnet. Der Staat hat für Recht und Gerechtigkeit im Sinne der Würde des Menschen zu sorgen, darunter fällt auch die Bestrafung von Schwerverbrechern. Aber diese Bestrafung muss ebenfalls rechtmäßig und im Sinne der Menschenwürde erfolgen. Mit der Todesstrafe würde nur dem primitiven Bedürfnis nach Rache Rechnung getragen werden: Rache und Gerechtigkeit widersprechen sich: Rache ist ein Affekt, ein Gefühl. Bestrafung darf nicht auf Gefühlen, sondern nur auf Sachentscheidungen beruhen. Ein Staat kann keine Rache üben und gleichzeitig Gerechtigkeit walten lassen!

Antwort
von Schnaps123, 7

Ja. Ein Menschenrecht ist das Recht auf Leben und ein weiteres das der körperlichen Unversehrtheit. Diese beiden Rechte werden damit definitiv verletzt. Ob es entwürdigend ist, ist Ansichtssache, ich finde es jedenfalls das es so ist.

Antwort
von josh110112, 25

Natürlich. https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Leben

Antwort
von TheDomenic, 22

Nein. Alle die mir ankommen damit, sind meiner Meinung nach schon irgendwo kleben geblieben.

Nehme ich jemanden das Leben gewilligt, sehe ich mich als Gefahr an. 
Man spricht immer von "Wie du mir, so ich dir?" Dann soll es auch so sein.
Schände ich ein Kind, gehört ich Geschändet.. undzwar zutiefst.

Töte ich eine Person, oder gar mehrere, (Egal ob ich eine Behinderung habe, bzw. eine Psyschiche Störung) gehöre ich auch dem Tod übergeben.

Sorry, so ticke ich. Ich kann auch nicht verstehen was Menschen nur dagegen haben.. Wie man die Leute verteidigen kann, die einfach die Untermenschlichsten Dinge getan haben..

Kommentar von Aleqasina ,

Wenn jemand was Böses tut (z. B. morden), dann wird die Sache nicht besser, in dem ich selber das Gleiche (nämlich Böses) tue.

Wenn ich für das Recht auf Leben eintrete, dann bin ich logischerweise auch selbst daran gebunden, das Leben anderer (auch der Straftäter) zu achten. Sonst führe ich das Ganze ja ad absurdum.

Kommentar von TheDomenic ,

Also riskieren das sie weiter Morden, und Kinder knallen? Nette Einstellung.

Kommentar von capi89 ,

Es geht hier nicht um die Verteidigung irgendwelcher Schwerverbrecher, sondern um die Verteidigung unserer Grundwerte. Unser System gründet sich auf der Menschenwürde. Diese hat jeder Mensch, einfach nur, weil er ein Mensch ist, sie ist unveräußerlich und, wenn unser System Bestand haben soll, nicht diskutabel.

Antwort
von Zuckerfeen, 24

Ja ! sowas von

Antwort
von oxygenium, 24

mach dir selber dein Bild

http://www.igfm.de/

Kommentar von XXLMaster98 ,

In diesem Fall, nehme ich an, ist sie ja auch ungerechtfertigt.

Kommentar von oxygenium ,

in den Fällen.

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