Frage von MrsGinger, 274

Ist die Taufe ein Eingriff in die Religionsfreiheit des Kindes?

Hey Leute! Eigentlich trifft ja nicht das Kind die Entscheidung, dass es z.B. Christ werden will, sondern die Eltern entscheiden über den Kopf des Kindes hinweg. Sollte nicht jeder Mensch aus freien Stücken selber zum Glauben finden, wenn er das denn will? Mir ist natürlich klar, dass ein Baby nicht entscheiden kann, ob es getauft werden will. Aber später könnte das Kind ja noch selber sich für einen Glauben oder dagegen entscheiden, ohne dass die Eltern ihm diese Entscheidung vorwegnehmen. Könnte man nicht dann sagen, dass die Taufe eines Babies in sein Recht auf Religionsfreiheit eingreift?

Natürlich könnte man jetzt noch weiter gehen und sagen, dass ein Baby z.B. in seinen Freiheitsrechten eingeschränkt wird, weil die Eltern seinen Aufenthaltsort bestimmen oder weil es seinen Namen nicht selber bestimmen kann, aber ich finde die religilöse oder auch atheistische Haltung eines Menschen ist da nochmal etwas anderes. Wie seht ihr das?

PS: Will hier niemanden angreifen, der religiös oder seine Kinder tauft, fand diese Sicht gerade nur sehr interessant.

LG

Antwort
von Suboptimierer, 92

Auch wenn du sachlich recht hast, wird die Taufe nicht abgeschafft werden. Das Christentum ist nicht die einzige Religion, in der die Kinder früh an den Glauben gebunden werden.

Rechtfertigen könnte man die Taufe, indem man sagte, dass Kinder noch nicht mündig sind und aus diesem Grund noch nicht alle Freiheiten ausleben können.

Historisch liegt die Tradition der Kindstaufe darin begründet, dass Eltern ihre früh gestorbene Kinder im Himmel wissen wollte.

_________

Wichtig ist, dass sie sich barrierefrei ab einem festgelegten Alter (Mindestalter-Festlegungen sind immer willkürlich) für oder gegen eine Religion entscheiden können.

Die Eltern nehmen in jedem Fall Einfluss auf das Kind, egal was auf dem Papier steht. Hier könnten Kritiker schon den Hebel ansetzen und das als Einschränkung der Religionsfreiheit deuten.
Denn wo keine Alternativen gezeigt und vorgelebt werden oder sie schlecht gemacht werden, da gibt es sie nicht.

Á la: "Klar kannst du dir deine Religion aussuchen. Bedenke aber, dass du dann nach unserem, dem richtigen Glauben, in die Hölle kommst. Willst du denn noch religiöse Feste mit uns feiern?"

Kommentar von adianthum ,

Die Eltern nehmen in jedem Fall Einfluss auf das Kind, egal was auf dem Papier steht. Hier könnten Kritiker schon den Hebel ansetzen und das als Einschränkung der Religionsfreiheit deuten.

Denn wo keine Alternativen gezeigt und vorgelebt werden oder sie schlecht gemacht werden, da gibt es sie nicht.

Ganz genau. Das bringt es auf den Punkt.

Dazu kommen noch gelebte Traditionen und der innerfamiliäre/gesellschaftliche Druck.

Antwort
von Eselspur, 106

Wenn die Taufe  ein Eingriff in die Freiheitsrechte ist, dann genauso wie das Lehren einer bestimmten Sprache, das Vermitteln einer bestimmten Kultr und das Nahebringen von bestimmten ethischen Werten.

Dann ist eigentlich Erziehung überhaupt ein Eingriff in Freiheitsrechte und am besten sollte sich niemand um Kinder kümmern!

Antwort
von MrHilfestellung, 105

Bis das Kind selbst Entscheidungen treffen kann, treffen die Eltern die Entscheidungen. 

Meine Eltern haben es damals als wichtig angesehen mich als Kind taufen zu lassen und ich empfinde, dass nicht als Eingriff in meine Religionsfreiheit, obwohl nicht bzw. nicht mehr an Gott glaube.

Außerdem ist es ja keine permanente Entscheidung, man kann später ohne Probleme aus der Kirche austreten.

Antwort
von GroupieNo1, 73

Jedem Kind ist doch freigestellt, auch wenn es getauft ist, später wenn es eine eigene Meinung hat, sich von der Religion abwenden. Ich bin auch getauft, sogar erst mit 6 weil ich die Freiheit hatte mir aus zu suchen ob evangelisch oder katholisch.
Meine Konfirmation habe ich dann abgelehnt, weil ich damit nichts zu tun haben wollte.
Heute habe/hatte ich religionspädagogik als Hauptfach gewählt und mit 1 abgeschlossen.
Ich wurde nie zu einer Religion gezwungen. Meine Kinder sind beide getauft und wir lesen abends zum schlafen auch die Bibel und jetzt in der Vorweihnachtszeit die weihnachtsgeschichte mit allem was dazu gehört, aber wir haben auch Flüchtlinge da, die aus Syrien kommen und uns ihre Religion bei bringen. Natürlich dürfen meine Kinder das auch kennen lernen und freuen sich wenn die beten und sie dabei sein dürfen (bzw darf der kleine ist zu jung)
Wenn sie sich in der ersten Klasse gegen den Religionsunterricht entscheiden ist doch okay, wenn sie in den Gottesdienst wollen dann dürfen sie das. Wenn nicht ist auch okay.
Da werden sie doch nicht in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt. Auch nicht mehr, als wenn man mit den Kindern Weihnachten und Ostern feiert. Jeder der einen Baum im Wohnzimmer stehen hat und Geschenke schenkt, beeinflusst sein Kind mit Religion. Und jeder der sagt das stimmt nicht, sollte sich schließlich überlegen, aufhören Weihnachten zu feiern. Aber die Kinder erleben doch überall Religion. Die Kopftücher der Moslems, die Moscheen, der Punkt der Hindus, das "kein Schwein essen", das erleben doch die ganz kleinen schon. Und so können Sie doch wenn sie entscheiden können sich entscheiden.

Antwort
von Chumacera, 86

"Eingriff in die Religionsfreiheit des Kindes" klingt ein bisschen krass, aber irgendwie hast du schon Recht.

Das ist halt Tradition und deswegen tauft man seine Kinder. Wenn das Kind das später nicht möchte, muss es sich entweder nicht konfirmieren lassen oder, falls das schon geschehen ist, aus der Kirche wieder austreten, was zum einen ein blöder Formularkrieg ist und auch etwas kostet.

Aus genau diesem Grund haben wir unsere Kinder nicht getauft und deshalb gehen sie auch nicht in den Religionsunterricht, sondern in Ethik. Da wir keine besonders gläubige Familie sind, mein Mann und ich auch nicht kirchlich geheiratet haben, glaube ich nicht, dass sie sich später für die Religion entscheiden werden, aber es steht ihnen frei. Wenigstens müssen sie sich nicht irgendwo abmelden oder austreten.

Antwort
von Realisti, 82

Deine Behauptung stimmt so nicht. Die folgenden Argumente sind mir sofort eingefallen. Es gibt bestimmt noch mehr.

  1. Das Kind muß später noch bestätigen (z.B. mit der Firmung), dass es nachträglich der Taufe zustimmt. Dabei kann es natürlich auch ablehnen oder die Religion ganz lassen.
  2. Die Taufe ist nicht dazu da es zu zwingen eine Religion auszuüben. Die Taufe soll es natürlich in die Gemeinde einbinden. Sie soll zeigen, wir haben Werte und erziehen unser Kind in diesem Glauben. Ferner wird mit der Taufe das Kind in die Gemeinschaft aufgenommen. Sie ist wie eine symbolische Eintrittkarte um am Gemeindeleben teilnehmen zu dürfen.
  3.  Mit der Taufe bekommt das Kind Rechte und Pflichten. Die Rechte nehmen die Kinder zumeist auch gerne mit, nur die Pflichten nerven zumeist.
  4. Mit der Taufe soll das Kind ja nicht geärgert werden. Die Eltern sind gläubig und wollen mit ihr der Seele der Kindes was Gutes tun. Aus vollem Herzen und weil sie alles richtig machen wollen bringen sie es zur Taufe, richten ein Tauffest aus und nehmen an den damit verbundenen Unterweisungen teil.
  5. Die Religiösität der Kinder ist zumeist auch recht einfach gehalten. Sie lernen gut und böse zu unterscheiden, die 10 Gebote oder Ähnliches. Da ist ja nichts Verwerfliches dran. Das sind die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens und das müssen Kinder so oder so lernen. Wenn es dann in die Tiefe geht, sind die Karten ja auch neu gemischt. Da sind die Kinder ja schon Jugendliche und reden mit.
  6. Dann hat man zumeist die Religion, die in die Umgebung gehört, in der man lebt. Der Jahresablauf und das religiöse Jahr gehen oft Hand in Hand. Wenn man die Kinder davon fern hält, entgehen ihnen auch weltliche Feste. Sind z.B. Ostern, Erntedank oder Weihnachten für Kinder nicht schön?
  7. In der Umgebung in der man aufwächst werden auch im täglichen Leben Zitate aus dem Buch der Bücher benutzt. Kenn man sie nicht, fehlt einem der Schlüssel um Vieles zu verstehen. Man hat einfach keine Ahnung.
  8. Klar schicken Eltern Kinder z.B. in die Kirche und bestimmen so den Aufenthaltsort und damit es nicht "das Dingen" heißt suchen sie einen Namen aus. Eltern die sich heutzutage die Mühe machen ein Kind religiös zu erziehen, würden es so oder so beaufsichtigen. Ohne Religion wäre es dann auch nicht freier. Regeln bekäme es auf jeden Fall mit.
Kommentar von Piratin2000 ,

Zu Punkt 1: Also das mit Taufe zustimmen mag ja schön und gut sein... Aber ich z B hatte keine Wahl. Man in normalerweise wenn man zustimmt noch minderjährig, somit können die Eltern einen quasi dazu zwingen.

Zu Punkt 4: Meine Eltern sind nicht gläubig und ich musste trotzdem getauft werden usw. Ich denke nicht, dass soo viele Menschen wirklich "der Seele der Kindes was Gutes tun" wollen - im religiösen Sinne. Sonst würden ja auch mehr Menschen regelmäßig in die Kirche gehen.

Zu Punkt 6: Trotz Taufe und Kommunion / Konfirmation kenne ich zahlreiche Leute die nie Erntedank gefeiert haben, bekennende Weihnachtshasser sind und an Ostern nicht "teilnehmen".

Bei Punkt sieben und acht muss ich dir allerdings zustimmen.

Kommentar von Diodeicieli ,

Das Kind muß später noch bestätigen (z.B. mit der Firmung), dass es nachträglich der Taufe zustimmt.

Einmal Mitglied in der Kirche bleibt man es solange bis man zahlungspflichtig austritt. Es ist ja nicht so, als würde die Mitgliedschaft ohne die Firmung aufgelöst werden.

Die Taufe ist nicht dazu da es zu zwingen eine Religion auszuüben. Die Taufe soll es natürlich in die Gemeinde einbinden.

Die Taufe ist in erster Linie eine uralte Tradition, dessen einziger Sinn es ist die Mitgliedszahlen der Kirchen hoch zu halten. Gäbe es die Kindertaufe nicht, wären die Kirchen in Deutschland schon heute vor dem aussterben bedroht.

Mit der Taufe bekommt das Kind Rechte und Pflichten.

Es bekommt die Pflicht die Kirche für Rechte zu bezahlen, die sie auch ohne die Kirche haben.

Mit der Taufe soll das Kind ja nicht geärgert werden. Die Eltern sind gläubig und wollen mit ihr der Seele der Kindes was Gutes tun. Aus vollem Herzen und weil sie alles richtig machen wollen bringen sie es zur Taufe, richten ein Tauffest aus und nehmen an den damit verbundenen Unterweisungen teil.

Oder sie machen es, weil es einfach immer so gemacht worden ist, oder aufgrund von gesellschaftlichen Zwängen à la "Was sollen nur die Nachbarn denken, wenn wir unser Kind nicht taufen".

Die Religiösität der Kinder ist zumeist auch recht einfach gehalten.

Dann braucht es in dem Alter auch keine Taufe.

Der Jahresablauf und das religiöse Jahr gehen oft Hand in Hand. Wenn man die Kinder davon fern hält, entgehen ihnen auch weltliche Feste.

Ich wüsste nicht, warum einem Weihnachten ohne die Taufe entgehen sollte.

In der Umgebung in der man aufwächst werden auch im täglichen Leben Zitate aus dem Buch der Bücher benutzt. Kenn man sie nicht, fehlt einem der Schlüssel um Vieles zu verstehen.

Der Schlüssel um Vieles zu verstehen ist in erster Linie das Gehirn und der Verstand und kein "Buch der Bücher" mit eingestaubten Sprüchen.

Ohne Religion wäre es dann auch nicht freier.

Das sehe ich grundsätzlich anders.

Kommentar von Realisti ,

@diodeicieli

In Meinungen zur Religion und in der Politik gibt es zu jeder Meinung eine Gegenmeinung. Wenn man erst einmal dagegen ist fruchtet kein Argument das dafür ist. Zudem hab ich auch noch die für Manche absurden Meinung (als Atheist) eine religiöse Erziehung von Kindern zu befürworten. 

Kinder brauchen in den jungen Jahren eine Struktur und eine moralische Linie im Leben. Besonders in einer streng gläubigen Umgebung ist es (meiner Meinung nach) nicht falsch diese Werte über ein gewisses Maß an Religiösität zu transportieren.

Ich weiß bei meinem Kind nicht im Voraus, wie es echte Lebenskriesen einmal bewältigen wird. Wir können dem Kind Wissen vermitteln, das Selbstbewußtsein stärken und Vieles mehr. Dennoch gibt es einen nicht unerheblichen Anteil an Menschen, die ihre Religion dringend brauchen. Die daraus Kraft ziehen und sich daran aufrichten.

Für meine Kinder habe ich den großen Wunsch, dass sie möglichst unbeschadet durch Leben kommen. Mit dem Rüstzeug religiöse Erziehung biete ich ihnen einen Weg an. Wenn sie diesen nicht benötigen, gut - dann verzichten sie eben draf.  Geht ja in Deutschland recht einfach. Aber sie haben zumindest die Wahlmöglichkeit.

In unserer Umgebung gehören zur religiösen Erziehung auch viele weltliche Erfahrungen. Gemeinsam in der Gruppe mit den gleichaltrigen Freunden oder mit Verwandten und Nachbarn können diese erlebt werden. Das kann man als Erwachsener nicht nachholen. An den Kindern wird ja nicht ständig rumgezerrt und indoktriniert. Es sind Gruppenerfahrungen, die in anderen Umgebungen vielleicht über andere Kanäle gemacht werden.  Ich fand es besser, dass sie meine Kinder in dem "Schutzraum" religiöse Umgebung machen.

Ferner finde ich es inkonsequent sich so gegen die Religion und Taufe zu stellen und dann Weihnachten oder Ostern zu feiern. Das ist Heuchelei. Fast so, wie um Kirchensteuer zu sparen nach der letzten Kinderkommunion in der Familie auszutreten und dann kurz vor dem Lebensende doch wieder rein zu gehen. Nach dem Motto: "Kann ja nicht schaden."

Antwort
von mmolthagen, 27

Hallo,

die vom Grundgesetz in Art. 4 garantierte Religionsfreiheit ist wesentlich ein Abwehrrecht gegen Einschränkungen der freien und ungestörten Ausübung der Religion durch den Staat. Die Religionsfreiheit würde also nur da verletzt, wo der Staat die Taufe eines Kindes gegen den Willen der Eltern erzwingt.

Schwierig wird es jedenfalls aus seelsorgerlicher Perspektive immer dann, wenn ein unmündiges Kind getauft wird - und dann im Teenie-, Jugend- oder Erwachsenenalter auf das Bekenntnis des Glaubens hin getauft werden möchte (Gläubigentaufe). Manche sehen darin eine vermeintliche "Wiedertaufe", die nach Ansicht kindertaufender Kirchen unzulässig wäre.

Aber wie gesagt - Art. 4 GG ist ein Abwehrrecht gegen Beeinträchtigungen der Religionsfreiheit durch den Staat. Es gibt kein Gesetz, das Religionsgemeinschaften verbietet, die Religionsfreiheit ihrer Mitglieder (etwa im Hinblick auf Gläubigentaufe) einzuschränken (außer im Falle von Nötigung). Der Staat sagt halt: Man kann ja austreten.

Mit einem Kirchenaustritt ist es aber nicht getan, da dieses Thema auch die Ökumene der christlichen Kirchen betrifft und das Gewissen des Gläubigen.

Grüße

Michael

Antwort
von gamine, 53

Eigentlich schon, denn entgegen der Meinung vieler hier, ist die Taufe für immer gültig. Wer getauft ist, bleibt getauft, sein Leben lang. Es bedarf auch keiner Firmung oder Konfirmation, um dies zu bekräftigen. Die Taufe ist allein gültig. Wer getauft ist, ist Christ und bleibt es aus der Sicht der christlichen Kirchen. (Einige Freikirchen anerkennen die Kindstaufe nicht.)

Man kann nun aus einer Kirche austreten, das ist wahr, man bleibt jedoch getauft. Würde jemand nach seinem Austritt später wieder in eine christliche Kirche eintreten, würde er nicht ein zweites Mal getauft werden.

Wir haben das dem lieben Saul von Tarsus zu verdanken, der der Meinung war, jeder, der getauft ist, sei gerettet - vor was auch immer. So taufte er möglichst schnell möglichst viele Leute, um sie zu retten. Und so haben die Christen sich immer weiter so verhalten, bis sie seit dem 5., 6. Jhd. sogar dazu übergingen, Babies zu taufen.

Im eigentlichen Sinne ist die Taufe ein jüdisches Ritual, das ein Mensch begeht, der sein Leben von dem Zeitpunkt an bewusst leben will. 

Durch die Kindstaufe werden nicht nur Menschen zu einer bestimmten Religion gezwungen, denn viele betrachten es als gottgegeben, dass sie in diese und nicht in jene Religion hinein geboren wurden, es werden auch Menschen daran gehindert, sich wirklich Gedanken über das Christentum zu machen.

Der Plan ist, möglichst viele Christen zu generieren, die das Christentum möglichst schlecht kennen und vor allem es nicht leben.

Kommentar von Realisti ,

So ganz kann ich das nicht glauben.

Eine gute Bekannte war aus finanziellen Gründen aus der Kath. Kirche ausgetreten. Später bekam sie einen Job bei der Caritas. Als rauskam, dass sie nicht mehr "Mitglied" ist wurde Druck auf sie ausgeübt. Sie möchte doch bitte wieder eintreten.

Daran hatte der Pfarrer große "Freude". Die Kirche sei kein Funverein, aus dem man beliebig aus- und wieder eintreten könne. Es müsse erst einmal geprüft werden, ob sie auch die richtige Einstellung mitbringe. Sie mußte zum Unterricht erscheinen und eine ordentliche Prüfung ablegen zu den Inhalten des Kath. Glaubens. Dann wurde sie nach der Sonntagsmesse zusammen mit den Babies neu getauft. Inkl. Erwähnung im Kirchenblatt.

Kommentar von gamine ,

Das erstaunt mich sehr. Hab recherchiert: 

http://www.kircheneintritt-lu.ch/gut-zu-wissen.html

" die Wiedertaufe (würde) als gegen Gott gerichtetes Handeln verstanden."

https://de.wikipedia.org/wiki/Wiedertaufe

Dass katholische Priester sich nicht an die Richtlinien ihrer Kirche halten, ist ja ein offenes Geheimnis ;-)

Kommentar von Realisti ,

Vielleicht war er auch einfach nur sauer, und wollte sie damit zwingen, das Ganze ernster zu nehmen?

Antwort
von Patchouli, 55

Ich finde es zwar besser, wenn der Mensch einer Taufe zustimmen kann, aber als Eingriff in die Religionsfreiheit sehe ich es nicht. Wenn den Eltern eine religiöse Erziehung wichtig ist, dann würden sie diese auch ohne Taufe durchführen.

Antwort
von kiniro, 39

Für mich ein eindeutiges Ja. Deshalb habe ich meine Tochter nicht taufen lassen, so wie es mit mir damals gemacht wurde.

Sie hätte mit 14 sich einer Religion zuwenden können. Was sie aber nicht gemacht hat.
Ich bin vor über 28 Jahren ausgetreten, weil ich mich damit nicht identifizieren konnte.

Kommentar von MrsGinger ,

Finde ich richtig so 👍

Antwort
von Meandor, 58

Ein Kind hat auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit und trotzdem können die Eltern einem Arzt erlauben es mit Nadeln zu durchbohren oder gar einer OP zustimmen.

Eltern können einem Säugling auch vorschreiben welche Nahrung er zu essen hat und wann er diese zu essen hat.

So wie die Eltern alle Entscheidungen für ihre Kinder treffen können, so können sie auch die religiösen Entscheidungen treffen.

Eigene Entscheidungen können Kinder nun mal erst mit 18 treffen, außer religiöse Entscheidungen. Die dürfen Sie bereits mit 14 treffen.

Antwort
von Cherobia, 105

Also bei den Katholiken ist es ja so das die Kinder getauft werden mit Wasser in Kindesalter danach können sie im alter von ca15-16 Jahren nochmal selbst über ihre taufe entscheiden mit der Firmung (heilige geist taufe)!

Sobald man volljährig ist kann sich natürlich jeder entscheiden ob er aus der Kirche austritt und somit über seine Religion selbst entscheiden.

Kommentar von RobertWeemeyer ,

Bei den Katholiken ist auch eine Kindstaufe eine Taufe mit Wasser und dem heiligen Geist. Die Firmung ist ein eigenständiges Sakrament und keine zweite Taufe.

Antwort
von zeldafan4ever, 106

Wenn du 18 bist kannst du jeder zeit aus der Kirche austreten  (so sparst du dir die Kirchensteuer ^^ )

Außerdem hat man als jugendlicher entschieden ob man Konfirmation und wie auch immer man das im katholischen Kirche nennt macht. 

Ich finde die taufe ist eine schöne Feier für babys aber ob man daran glaubt und ob man bei den Glauben bleibt entscheidet man ja selbst deswegen finde ichs in Ordnung :) 

Antwort
von Jogi57L, 66

Interessante Frage....

Manche praktizieren die Kindstaufe, die dann später durch Kommunion oder Konfirmation bestätigt wird, Muslime sprechen dem Kinde die Shahada ins rechte Ohr....

Ansonsten ist bei uns so, dass eben die Eltern über ihr Kind bestimmen, bis es 18 ist ( sofern gerichtlich nichts anderes erwirkt werden musste...)

Natürlich kann man Kids nicht die Entscheidung über ihren Aufenhaltsort, ihre Erziehung und ihre Schule.. etc....überlassen, wird das aber normalerweise mit zunehmendem Alter zugestehen....

Wäre schon paradox, wenn man z-B. ein 5-jähriges Kind fragen würde, was es denn nun will....

Ansonsten befürworte ich, dass man als Erwachsener selbst die Entscheidung trifft.. bzw. als Religionsmündiger... welcher Religion man und ob überhaupt-- man angehören will.....

Ebenso was "Beschneidung" o.ä. angeht.

btw. fällt mir grade noch ein, inwieweit die Eltern das Ess-Verhalten ihrer Kinder bestimmen sollen/dürfen... :-).. oder "Ausgeh-Verhalten", und auch die Bekleidung.... usw.....

Antwort
von Pixlion, 79

Dafür kannst du ja später auch wieder aus der Kirche austreten (was meinen Vater 25 € 'Verwaltungsgebühr' gekostet hat).

Aber ich denke, dein Grundgedanke stimmt schon. Man sollte sich erst zu einer Religion (oder eben gar keiner) entscheiden, wenn man das richtige Bewusstsein dafür hat bzw. sich entscheiden konnte.

Andererseits gibt es natürlich eben auch religiöse Familien, die ihr Kind entsprechend aufziehen wollen, daher macht die Taufe als Baby dann wieder Sinn.

Als generelles Problem sehe ich das nicht - wie gesagt, du kannst ja später wieder austreten.

Antwort
von Undsonstso, 34

Man sollte die Kirche im Dorf lassen und diese elterliche Entscheidung nicht überbewerten.

Es ist ja schließlich auch nicht so, dass sich eine unauflösbare Zwangsmitgliedschaft abgeschlossen wurde.

Antwort
von Tragosso, 12

Aus meiner Sicht ja. Wenn man getauft ist, bleibt man getauft, das ist nicht rückgängig zu machen. Natürlich kann man seine Religion wechseln oder aus der Kirche austreten, aber warum denn erst so etwas aufzwingen? Ist das wirklich notwendig? Ist doch auch bloß noch eine Tradition bei den meisten, weil es so 'schön' ist. Für das Kind bloß zusätzlicher Stress ohne Zweck.

Antwort
von howelljenkins, 67

jedes kind waechst zunaechst mal stark von seinen eltern beeinflusst auf. das betrifft nicht nur religion sondern auch kleidungsstil, ideologien, ernaehrung ... etc.

ab einem gewissen alter faengt ein kind i.d.r. an, eigene entscheidungen in all diesen bereichen zu treffen, sich zu veraendern, ggf. auch gegen ansichten etc. der eltern zu rebellieren. auf diese weise nabelt es sich ab.

es ist nicht verboten, seine religion zu wechseln oder abzulegen. die entscheidung, die von den eltern bei der taufe getroffen wird, ist keine endgueltige. 

ich weiss zwar nicht, wie das heute gehandhabt wird, aber wenn ich mich recht entsinne, konnten schueler ab der 10. klasse (oder sogar frueher) selbst entscheiden, ob sie am religionsunterricht teilnehmen, oder an einer ersatzstunde.

mit anderen worten: nein, kein eingriff in die religionsfreiheit. die religion ist eine vorentscheidung der eltern, die spaeter problemlos revidiert werden kann.

Antwort
von HirnvomHimmel, 10

Den Vorgang der Taufe erleben Säuglinge nicht bewusst als solchen. Die Taufe selbst ist eher der Anker bzw. die Begründung für spätere Eingriffe, z.B. den Kind zu sagen, daß es doch Christ sei, weil es getauft ist, es entsprechend zu erziehen und in den Religionsunterricht einer bestimmten Konfession zu schicken, die Beendigung der mit der Taufe oft einhergehenden Kirchenmitgliedschaft mit zeitlichem und finanziellen Aufwand zu belegen.

Wer sich der taufenden Konfession nicht zugehörig fühlt, aber dennoch an die Bedeutung von Ritualen glaubt, mag sich durch die Taufe vielleicht auch später "befleckt" fühlen.

Antwort
von mha1213, 40

Viel mehr noch wird ein Kind in seinen Grundrechten eingeschränkt, wenn man an ihm eine rituelle Beschneidung durchführen lässt (Islam, Judentum).
Dagegen ist eine Taufe keine Einschränkung, denn schon mit 14 Jahren ist das Kind religionsmündig und kann sich ggf. neu orientieren - wenn es das will.

Antwort
von Meatwad, 21

Beim Akt der Taufe geschieht nichts weiter, als daß das Kind ein wenig nass wird. Das ist alles. Das Kind ist danach genau so unreligiös wie zuvor.

Antwort
von NameInUse, 51

Es ist doch frei darin, dass es später, wenn es alt genug ist, den Glauben für sich ablehnt und sich einem anderen Glauben oder gar keinem Glauben zuwendet.

Übrigens der Grund, warum mein Kind nicht getauft ist - es soll viele verschiedene Religionen kennen lernen und soll ich selbst entscheiden, wenn es alt genug ist.

Kommentar von Pixlion ,

Finde ich eine sehr gute Erziehungsmethode :)

Kommentar von RobertWeemeyer ,

Du sagst, dein Kind soll viele verschiedene Religionen kennenlernen. Fühlst du als Elternteil dich dafür verantwortlich, oder hältst du dich aus diesem Teil von Bildung und Erziehung heraus? Wenn ja, warum genau aus diesem?

Kommentar von NameInUse ,

Wie könnte ich mich da heraus halten? Von wem soll es denn verschiedene Religionen angetragen bekommen? In der Schule machen die das nicht in ausreichendem Maße.

Antwort
von floppydisk, 58

ich finde es eine frechheit, ein kind zu taufen.

es gab mal ein comic, da war ein junges elternpaar, der arzt und das kind hing wie ein fisch an den füßen. daneben waren mehrere brandeisen, um es dem knirps auf den hintern zu drücken - jedes mit unterschiedlichen religiösen zeichen.

das sagt eigentlich sehr vieles aus und nichts anderes machen die eltern in diesem moment.

religion gehört mmn in jeder weise ausgerottet, sowas führt nur zu hass, klassendenken, benachteiligungen, kriegen und leid. sieht man an quasi jedem krieg und den aktuellen flüchtlingsströmen. nichts anderes als religion löst so etwas aus.


Kommentar von Pixlion ,

Ich gebe dir Recht, nur finde ich diesen Comic, wie du ihn beschrieben hast, etwas übertrieben. So eine Brandmarke bzw. Narbe bleibt - Religion ist, zumindest bei uns, frei wählbar und du kannst auch sobald du alt genug bist aus der Religion austreten, zu der du getauft wurdest.

Bei allem anderen gebe ich dir wie gesagt Recht - Religionen selbst sind der Hauptgrund für Kriege und Unstimmigkeiten und geraten selbst mit Gesetzen in Konflikt, wie man in den USA bei der legalisierung der Homo-Ehe schön sehen konnte. (Außer du siehst einen anderen, nicht-religiösen Grund, warum man es 'verbieten' sollte.)

Kommentar von floppydisk ,

bei uns in deutschland als industrialisiertes, modernes land kannst du das machen. aber sag deinem streng religiösen vater als junger mensch aus dem irak, afghanistan oder der türkei mal, dass du atheist wirst.

enjoy your "ehren"mord, knast oder steinigung.

Kommentar von botanicus ,

Deine Äußerungen, Religionen ausrotten zu wollen, ist dagegen extrem pazifistisch. Soll ich jetzt sagen: Alle Atheisten sind gewaltbereite, hasserfüllte Menschen?

Antwort
von hummel3, 42

Da man mit der Säuglingstaufe nicht gleichzeitig und automatisch auch zum Christen wird, ist die Taufe kein direkter Eingriff in die Religionsfreiheit des Kindes. - Es kann sich ja später, seiner geistigen Entwicklung entsprechend, jederzeit für einen anderen, ihm genehmen Glauben, oder auch nur für eine andere christliche Konfession um entscheiden.

Besser wäre es jedoch auf die nicht biblische Taufe von "geistig noch unreifen Menschen" ganz zu verzichten, denn erstens sollte jeder Täufling über seine Taufe selbst entscheiden und zweitens, noch wichtiger, muss der Taufe ultimativ das Eigentliche - der Glaube vorausgehen. Ohne Glaube wird jede Taufe zu einem sinnlosen Unterfangen. 

Oft schadet die Säuglingstaufe sogar den Getauften, weil sie selbst als Erwachsene in naiver Weise glauben, bereits mit ihrer Taufe einen "Berechtigungsschein" für das Paradies erworben zu haben. Dies trifft natürlich nicht zu.  

Antwort
von Alien0127, 11

Du berufst dich auf Grundrechte. Grundrechte hat ein Mensch gegenüber dem Staat, sprich der Staat könnte kein Baby taufen lassen. Die Eltern, genauso wie jeder andere Bürger, muss sich nicht an Grundrechte halten, da sie für ihn im Umgang mit anderen Bürgern nicht verpflichtend sind.

Antwort
von brido, 57

Nein, denn das bedeutet so gut wie gar nichts. Ein Eingriff wäre ihn zu zwingen 3 Mal am Tag zu beten. 

Antwort
von Hamburger02, 21

Das finde ich jetzt nicht so dramatisch, denn das ist ja nur ein symbolischer Akt und ab 14 Jahren hat jedes Kind das Recht, sich von der Taufe wieder zu lösen (religiöse Selbstbestimmung).

Viel eingreifender ist da die Beschneidung aus religiösen Gründen. Die kann man nicht mehr ungeschehen machen.

Antwort
von botanicus, 33

In der Taufe bietet Dir Gott das "Du" an. Ob Du das irgendwann erwiderst, ist Dir selber überlassen. Deine Freiheit wird Dir damit nirgends genommen.

Kommentar von hummel3 ,

Du meinst es sicher gut und es klingt auch gut. Aber in der Bibel habe ich nirgendwo gelesen, dass Gott einem Menschen, welcher "passiv", allein nach dem Willen anderer Menschen getauft wird, "das DU anbietet". Das ist leider allein die kirchliche Auslegung zur Rechtfertigung einer nicht biblischen Praxis.   

Kommentar von botanicus ,

Dass die Kirche die Bibel auslegt, ist nur selbstverständlich. Dass die Taufpraxis unbiblisch sei, ist Deine ureigene Behauptung. Biblisch ist der Taufbefehl, biblisch gibt es keine Aussage zum Taufalter, nur dass immer wieder Menschen "mit ihrem ganzen Hause" getauft wurden, wozu auch Bedienstete und Kinder zu zählen sind.

Aber das ist völlig egal - denn Du darfst Dir aussuchen, ob Du Deine Kinder taufen lassen willst oder nicht. In keinem Falle sind mit der Taufe für Dich Verpflichtungen entstanden, ich habe noch nie gehört, dass sich jemand dadurch geknechtet gefühlt hat. Wenn ja, kann er aus der Kirche ja austreten.

Antwort
von omikron, 26

Die Taufe eines Kindes ist kein Eingriff in seine Religionsfreiheit, sonst wär's ja verboten.

Allerdings verstehe ich nicht, wieso du der Religionsfreiheit einen solch exponierten Platz zubilligst, wenn du sagst: "die religilöse oder auch atheistische Haltung eines Menschen ist da nochmal etwas anderes." Wieso ist das etwas anderes? Grundrecht ist Grundrecht. Wieso dürfen Eltern in die Persönlichkeitsrechte ihres Kindes eingreifen und einfach bestimmen, dass es deutsch spricht und nicht chinesisch? Wieso dürfen Eltern bestimmen, dass das Kind in Köln aufwächst und nicht in der Bronx? Und wenn sie das alles dürfen, wieso sollen sie dann ausgerechnet in Sachen Religion - wo es ggf. um das ewige Leben geht - nicht an Stelle ihres Kindes bestimmen?

Kommentar von kalippo314 ,

Du hast recht, das Kind wird höchstens ein wenig nass. Mehr passiert gar nicht.

Antwort
von kalippo314, 12

Das Kind wird doch höchstens ein wenig nass, ansonsten passiert ihm nichts :) Das Trara darum find ich zwar auch bemerkenswert sinnlos, aber wen stört es...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community