Ist die subjektive Realität eine Illusion und die objektive Realität die eigentliche "Realität"?

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10 Antworten

Die subjektive Realität ist keine Illusion im psychologischen "Tatbestand", sondern eine neurale Konstruktion.

"Die Wirklichkeit scheint also aus zwei Teilen zu bestehen: einem Teil, den wir
beschreiben, aber nicht vollständig erfahren können, und einem Teil, den wir
direkt erfahren, aber nicht voll beschreiben können. Der Teil, den wir
beschreiben können - die Außenwelt - geht über die Erfahrung des einzelnen
Menschen hinaus. Seine tiefsten Regelmäßigkeiten werden in der universellen
Sprache der Mathematik ausgedrückt. Der Teil, den wir direkt erfahren können,ist nicht völlig unbeschreibbar, aber er enthält einen unbeschreibbaren Rest - einen Rest, der das Innenleben eines Menschen von dem eines anderen unterscheidet.
" [David Layzer, die Ordnung des Universums, Seitenzahl unbekannt]

Die objektive Realität ist mit der von Robert Anton Wilson beschriebenen "etischen Realität" gleichzusetzen:

"ETISCHE REALITÄT: die hypothetische Aktualität, die nicht durch die
emische Realität des menschlichen Nervensystems oder ein linguistisches
Sieb gefiltert wurde. Sollten Sie, lieber Leser, etwas über die
etische Realität zu sagen haben, das Sie ohne Worte oder bestimmte
Symbole ausdrücken können, setzen Sie sich bitte umgehend mit mir in
Verbindung.
" (Wilson, die neue Inqusition, S.10)

Deine Frage:
Was hat es dann mit dem Soziophaten auf sich?

Dieser hat eine besonders massiv ausgeprägte neuronale Architektur als subjektive Tatsächlichkeit  in sich eingehangen und in dieser sich selbst verhangen.




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Gerade die subjektive, also die von mir erlebte Wirklichkeit, ist keine Illusion. Wenn ich einen Unfall habe, und die begleitenden Schmerzen und Ängste erlebe, kann ich doch schwerlich von einer Illusion sprechen.

Umgekehrt ist die sog. "objektive Realität" tatsächlich eine Illusion, weil sie nicht darstellbar ist. Jede Beschreibung eines Sachverhaltes gründet auf den Vorerfahrungen desjenigen, der diesen Sachverhalt beobachtet und beschreibt. Auch eine Filmaufnahme kann nicht objektiv sein, da ja eine ganz bestimmte Kameraposition im Spiel ist, die nur Perspektiven wiedergibt. Die sog. Objektivität ist ein Idealkonstrukt, auf dass sich Menschen einigen, wenn sehr viele Beobachter zu einer übereinstimmenden Bewertung eines Geschehens gekommen sind. Tatsächlich wird dadurch aber natürlich nur nur ein Mittelwert von vielen subjektiven Wertungen dargestellt. Die objektive Realität ist das illusionäre Ideal, von dem wir meinen, dass es sie doch geben sollte, doch leider, leider - trotz aller noch so großen Bemühungen - werden wir an ihrer Beschreibung immer scheitern.

Um hier noch "etwas nachzulegen" möchte ich darauf verweisen, dass bereits die Farben eines Gegenstandes reine Anmutungen des Menschen sind, denn das Farberleben kann man ja nicht dem Gegenstand zuschreiben. Wenn ich also sage, dass der vor mir liegende Gegenstand "objektiv rot" ist, mache ich eine philosophisch gesehene unsinnige Aussage. Ich kann lediglich sagen, das im Augenblick unter den momentan bestehenden Außenbedingungen (Licht, Helligkeit, Klarheit, freies Blickfeld) und meinem wachen und aufnahmebereiten Beobachten es so scheint, dass der vor mir liegende Gegenstand rot aussieht. Ich kann nicht einmal sagen, dass er rot ist, d.h. eine rote Farbe auf seiner Oberfläche trägt, weil er ja auch weiß sein kann und von rotem Licht angestrahlt wird.

Aber vielleicht wolltest Du das alles gar nicht wissen, denn wie sonst ist Dein Schusssatz zu verstehen, der sich auf den Soziopathen bezieht. Hier meine ich eher die leicht wehmütige Anmerkung eine Mädchens zu hören, die sich nicht mit der Gefühlskälte ihres Partners abfinden kann, der immer von dem hohen Wert der objektiven Realität redet, und die daher meint, dass doch erst durch die begleitenden Gefühle die Welt für den Menschen eine Bedeutung erhält.

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Realität ist bereits ein sehr abstrakter Begriff, der sich viele konkrete Detaills unterbuttert. Kaum jemand setzt sich auf einen Stuhl, den ihm ein Gastgeber hinstellt, und bezweifelt gleichzeitig, dass das kein Stuhl sondern ein Löwe ist. Ich habe noch niemanden gesehen, der an einer größeren Tafel die servierte Suppe nicht mit dem bereitgelegten Löffel gegessen hat, weil er den Löffel für ein Messer gehalten hat und das Messer für einen Löffel. Und keine Hausfrau schüttet die Soße auf den Tisch neben das Soßenbehältnis, weil sie Soße nicht für flüssig hält. Und Du klopfst auch nicht gegen die Fensterscheiben in der Überzeugung, damit Deine Frage bei GuteFrage einzugeben. Da benutzt Du schon die Tastatur. Also bleiben wir mal auf dem Teppisch, bevor wir uns in Hirngespinste verirren!

Das angesprochene Problem betrifft komplexere Erkenntnisprobleme, nicht die Frage, ob ein Löffel ein Löffel ist und ein Stuhl ein Stuhl. Niemand erwartet, dass sich jemand auf den Löffel setzen will und versucht, mit dem Stuhl die Suppe zu essen. Wir haben gute Gründe dafür, dass es eine außerhalb unserer Erkenntnis existierende Realität geben muss und dass unsere Erkenntnisfähigkeit begrenzt ist, zunächst entwickelt, um unser Überleben zu sichern (was nicht funktionieren würde, wenn wir einen Löwen nicht von einem Stuhl unterscheiden könnten). Im Laufe unserer kulturellen Entwicklung haben wir unsere Erkenntnisverfahren verfeinert. Und im Gegensatz zum großen Immanuel Kant wissen wir heute relativ sicher, dass Emotionen ein Grundbestandteil unseres Erkennens sind, dass Werten für uns so grundwichtig ist wie atmen. Die Fehlmeinung von Kant, dass wir reine vernunftgesteuerte Rechenmaschinen seien, vertritt kaum noch jemand ernsthaft. Sie wird nur gern vergessen, wenn man sich zur Doktorarbeit in Philosophie ein philosophisch klingendes Geschwafel leistet, das kantisch klingt und beeindrucken soll.

Manchmal liegt es auch daran, dass das Forschungswissen der unterschiedlichen Gebiete so groß ist, dass sie von manchen Philosophen nicht wahrgenommen werden. Die Natur hat uns die Erkenntnisapparate nicht gegeben, dass wir schlaue Bücher schreiben, sondern dass wir der Welt angemessen handeln. In einer selektiven Welt, die immer Bedrohung einschließt, geht das nicht ohne Werten und Emotion. Darum gibt es kaum eine Objektivität ohne Wertung. Selbst wenn wir feststellen, was eine geeignete Sitzgelegenheit ist, ist Vertrauen mit im Spiel, Vertrauen darauf, dass das ausgewählte Objekt mein Absicht aushält und nicht gleich zusammenbricht. Und Vertrauen ist Wertung. Und wenn wir einen Löffel zum Suppeessen benutzen, dann vertrauen wir darauf, dass eine Jahrtausende alte Menschenerfahrung immer noch gültig ist.

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„Achtsam“ ist schon eine Wertung und auch neutrale Beobachtung kann ein Eingriff in ein Leben sein, wenn Dich der Beobachtete auch sehen kann.

Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst, der Sinn des Handelns ist das Ziel der Handlung.

Wären wir ohne Gefühle, vermissten wir sie auch nicht, weil wir nicht wüssten, dass wir sie für irgendetwas benötigten, und wir wären trotzdem Menschen und keine Roboter.

Ein Soziopath (das h gehört ans Ende) ist jemand, dessen Verhalten sich extrem von den jeweils geltenden sozialen Normen abhebt.

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alles, was menschen und andere lebewesen wahrnehmen, ist jeweils eine subjektive realität, denn sie wird von einem subjekt wahrgenommen. was wir gemeinhin als "objektiv" bezeichnen, ist genaugenommen "inter-subjektiv", denn der unterschied ist nur, dass mehrere oder viele subjekte die gleiche wahrnehmung haben und somit davon ausgehen, dass das wahrgenommene auch ohne sie so existieren könnte.

eine "objektive" wahrnehmung wäre dagegen etwas von einem objekt wahrgenommenes, zum beispiel die schwerkraft, die einen stein den berg runterzieht und ihn ins rollen oder fallen bringt. obwohl der stein keine ahnung von schwerkraft hat, unterliegt er dennoch dem naturgesetz der gravitation.

überleg mal, ob die welt noch existieren würde, wenn sie von keinem subjekt wahrgenommen würde. wer sollte ihre existenz dann wahrnehmen und beweisen?

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Hi,- die Antwort auf deine Frage könnte darin bestehen, dass du dich mal mit der Thematik des >Konstruktivismus< auseinandersetzt. Wahrscheinlich wirst du dann schlüssige Antworten auf deine Frage finden und diese "Schwarz-Weiß-Optik" gegen das Prinzip der "gefilterten Realität" als das wahrscheinlichere Modell eintauschen.

Gruß

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Wenn die Menschen Intelligenz und Verstand, aber keine Gefühle hätten, wären sie meiner Meinung nach keine Roboter, vielleicht wäre die Welt dann sogar besser, weil intelligente Wesen

- nicht ihren eigenen Lebensraum zerstören würden

- nicht Millionen Tonnen Lebensmittel auf der einen Seite der Erde wegschmeißen, während auf der anderen Seite Menschen verhungern

- die eigene Nationalität nicht über alle anderen stellen

- es keinen Sadismus mehr gäbe, weil keine Gefühle bedeutet auch, dass keiner mehr Lust verspürt, andere zu quälen

Es gäbe zwar keine "Liebe" mehr, aber trotzdem könnten Menschen wie bisher Paare bilden und gemeinsam leben. Zumindest gäbe es auch keine Eifersucht mehr, was viele Beziehungsdramen ersparen würde.

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Soziopathen lassen sich von negativen Gefühlen leiten. Sie können sie nicht kontrollieren.

Ob Gefühle dem Leben erst einen Sinn geben, wage ich zu bezweifeln. Denn z.B. würde ein Arzt seinen Patienten nicht helfen können, wenn er mit ihnen mitleiden würde. Er würde sich sehr bald ausgelaugt und schwach fühlen, und seinen Beruf nicht mehr ausführen können.

Wirklich eingreifen in Situationen kannst Du nur mit einem klaren Ziel aus dem Verstand heraus, aber nicht, wenn Du ständig von irgendwelchen Gefühlen irritiert wirst.

Gefühle sind gut und schön in der Freizeit z.B. Du geniesst die Sonnenstrahlen, Du freust Dich über aufblühende Blumen und geniesst ein leckeres Essen.

Doch willst Du etwas schaffen, etwas bewirken dann sind Gefühle störend und hemmend.

Ist natürlich ausschliesslich meine Erfahrung und meine Meinung...logisch. LG Silvie


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die realität ist eine illusion ,aber was ist eine illusion und was ist unsere Zwecke?

  

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Das ist der unterschied zw uns und einem roboter. wir haben ein bewusstsein (wir wissen von unserer existenz). ein roboter besitzt kein bewusstsein

ein soziopat hat mit so etwas garnix zu tun 

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