Ist die Seele unsterblich (Problem mit Quellen)?

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12 Antworten

Was stimmt denn nun?

Die Bibel ist eine Ansammlung von Schriften, die nach christlichem Verständnis besonders vom Heiligen Geist durchwirkt worden sind. 

Die Bibel ist kein systematisches Lehrbuch.

Im Ringen um die Wahrheit haben Christen immer wieder alle Möglichkeiten genutzt, die ihnen gegeben waren, Deswegen haben Christen auch Begriffe der Philosophie genutzt (und tun es natürlich auch heute.)

Die Idee von der Unsterblichkeit der Seele stammt aus der griechischen Philosophie - ist aber aus christlicher Sichtweise sehr überzeugend: Wenn der ewige Gott uns liebt - lässt er wirklich zu, dass wir ausgelöscht werden? Ist dann nicht auch seine Liebe zu uns ewig - und damit etwas in uns, das auf diese seine Liebe reagieren und wieder lieben kann?

Andere Überlegungen und auch bestimmte Bibelstellen gehen allerdings in eine andere Richtung.

Was stimmt denn nun?

Dass der Mensch eine Seele, einen Geist, einen Körper hat ist ein Bild aus der griechischen Philosophie. Im Hebräischen - also besonders im alttestamentlichen Denken wäre es vielmehr, der Mensch ist Fleisch, der Mensch ist Leib, der Mensch ist Atem. der Mensch ist Herz usw.

Ich denke mir:
Wenn wir akzeptieren, das Gottes Schöpfung viel großartiger ist, als wir es fassen können, dann können wir uns freuen, dass es verschiedene Wege des Denkens von Menschen gibt, doch irgendwie das alles zu verstehen.

Das ist aber eine Annäherung an die Wahrheit, nicht die Wahrheit.

Der Mensch ist und bleibt ein Geheimnis: nicht ein Geheimnis, das gelöst werden könnte, sonder ein Mysterium, das ergründet werden kann.

Alles Gute für deinen Vortrag, thepinkpanther!

https://www.kath.de/akademie/rahner/Download/Vortraege/inhalt-pdf/_beinert-leibseele.pdf

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Hallo thepinkpanther,

in der Tat ist mit der Lehre von der Unsterblichkeit der Menschenseele schon große Verwirrung gestiftet worden. Auch wenn diese Lehre innerhalb der Christenheit sowie in anderen Religionen weite Verbreitung findet, zeigt die Bibel eine ganz andere Bedeutung des Begriffs "Seele".

Das Wort "Seele" ist eine Übersetzung des hebräischen Wortes néphesch bezieht sich in der Bibel auf den Menschen, auf Tiere oder auf das Leben selbst. Niemals jedoch beschreibt die Bibel "Seele" als einen unstofflichen Teil des Menschen, der den Tod überdauert.

In Bezug auf den ersten Menschen sagt die Bibel: "So steht auch geschrieben: ,Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele" ( 1. Korinther 15:45). Es heißt hier nicht, dass der Mensch eine Seele bekam, sondern dass er eine Seele wurde. Das ist ein großer Unterschied. Dass auch Tiere als "Seelen" bezeichnet werden, zeigen folgende Bibeltexte: "Gott sprach weiter: ,Die Wasser sollen ein Gewimmel lebender Seelen* hervorwimmeln . . .‘ Und Gott ging daran, die großen Seeungetüme zu erschaffen und jede lebende Seele, die sich regt, die die Wasser hervorwimmelten, nach ihren Arten und jedes geflügelte fliegende Geschöpf nach seiner Art. . . . Und Gott sprach weiter: ,Die Erde bringe lebende Seelen nach ihren Arten hervor . . .‘ Und Gott ging daran, die wildlebenden Tiere der Erde zu machen nach ihrer Art und das Haustier nach seiner Art und jedes sich regende Tier des Erdbodens nach seiner Art" (1. Mose. 1:20, 21, 24, 25).

Dass die Seele kein unsichtbarer Teil des Menschen ist, wird auch in mehreren Enzyklopädien bestätigt:„Im A[lten] T[estament] [gibt es] keine Dichotomie [Zweiteilung] in Körper und Seele . . . Der Israelit sah die Dinge konkret, in ihrer Gesamtheit, und sah deshalb Menschen als Personen und nicht als etwas Zusammengesetztes an. Der Ausdruck nepeš [néphesch], obgleich mit unserem Wort Seele übersetzt, bedeutet nie Seele im Unterschied zum Körper oder zur Einzelperson. . . . Der Ausdruck [psychḗ] ist das entsprechende Wort für nepeš im N[euen] T[estament]. Es kann das Lebensprinzip, das Leben selbst oder lebendes Wesen bedeuten“ (New Catholic Encyclopedia, 1967, Bd. XIII, S. 449, 450).

„Der hebräische Ausdruck für ‚Seele‘ (nefesch, das Atmende) wurde von Moses gebraucht . . ., bezeichnet ein ,belebtes Wesen‘ und ist gleichermaßen auf nichtmenschliche Wesen anwendbar. . . . Die neutestamentliche Anwendung von psychē (,Seele‘) war mit nefesch vergleichbar“ (The New Encyclopædia Britannica, 1976, Macropædia, Bd. 15, S. 152).

„Die Ansicht, daß die Seele ihre Existenz nach der Auflösung des Körpers fortsetzt, ist eher eine Sache philosophischer oder theologischer Spekulation als eine Sache des einfachen Glaubens, und sie wird daher nirgendwo ausdrücklich in der Heiligen Schrift gelehrt“ (The Jewish Encyclopedia, 1910, Bd. VI, S. 564).

Wenn diese Lehre also nicht in der Bibel zu finden ist, woher stammt sie dann? Nun, ihre Wurzeln lassen sich bis ins alte Babylon zurückverfolgen. So heißt es in dem Buch "The Religion of Babylonia and Assyria" : „Im Altertum . . . verspürten Ägypten, Persien und Griechenland den Einfluß der babylonischen Religion.“ Weiter wird in dem Buch gesagt: „Angesichts der frühen Kontakte zwischen Ägypten und Babylonien, wie sie durch die El-Amarna-Tafeln offenbart werden, gab es gewiß vielfältige Gelegenheiten für das Eindringen babylonischer Ansichten und Bräuche in die ägyptischen Kulte. Der persische Mithrakult weist eindeutig babylonische Vorstellungen auf . . . Daß sowohl die frühe griechische Mythologie als auch griechische Kulte stark mit semitischen Elementen durchsetzt waren, wird heute von den Gelehrten allgemein zugegeben, so daß es keines weiteren Kommentars bedarf. Diese semitischen Elemente sind großenteils eigentlich mehr babylonisch". Philosophen wie Sokrates und Platon (5. Jahrhundert), griffen die Vorstellung einer unsterblichen Lehre dann später auf und wandelten diese in eine philosophische Lehre um. So fand diese Lehre also Eingang in andere Kulturen und hat sich bis in unsere Tage gehalten.

LG Philipp

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Kommentar von AlbatrossFLIGHT
13.11.2015, 06:07

Sehr interessant und sehr aufschlußreich. Danke Philipp

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Was es mit der Seele auf sich hat ist heue noch nicht zu 100 % geklärt. Seit einiger Zeit geht die Tendenz aber dazu über dass dass Bewusstsein nach dem Tod der Hülle erhalten bleibt. Weltweit gibt es jedenfalls über 3000 Fälle die gut dokumentiert wurden von Reinkarnationen. Habe selbst auch schon eine Rückführung gemacht. Zu lernen was richtig und was falsch ist braucht eben seine Zeit. Ein ganz außergewöhnlicher Mensch der schon eine Alte Seele hat ist der Hambo Lama Itigelow. Er ist heute über 160 Jahre alt und hat den Tod überwunden. Zu seinen Lebzeiten wusste er schon dass er den Tod überwinden wird und meditierte sehr oft. Bevor er starb sagte er dass man ihn Anfang 2000 wieder ausgraben soll. Das taten sie auch. Und seltsamerweise war die Leiche nicht verwehst. Sie hatte noch die gleiche Farbe eines Lebenden. Untersuchungen ergaben dass alle Organe noch vorhanden war und das Blut geleeartig langsam durch seine Adern floss. Zweimal im Jahr können Leute ihn besuchen.

Laut dem Christentum beißt sich übringends Reinkarnation mit dem Glauben. Es wird als etwas teuflisches beschrieben, dem Satan gleich, etwas dass es nicht gibt. Ich halte das für quatsch.

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Der Tod ist nicht das, was er zu sein scheint und wofür er im allgemeinen Sprachgebrauch gehalten wird. Leben und Tod sind nur auf der irdischen Ebene wechselseitig bedingte Begriffe. In Wirklichkeit aber besteht kein Unterschied zwischen beiden, und sie können nicht als etwas Gegensätzliches betrachtet werden; denn der Tod kann das Leben nicht verschlingen, noch kann er ihm ein Ende setzen. Es ist ein wechselseitiger Vorgang, den beiden Seiten einer Münze vergleichbar, die sich um ihre Achse dreht. Sehen wir nicht, wie Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit abwechselnd kommen und gehen, so wie die sich drehende Erde um die Sonne kreist und Schatten verschiedener Länge auf die jeweiligen Orte wirft, während die Sonne die ganze Zeit über weiter scheint? Der Tod bedeutet kein völliges Auslöschen oder eine Vernichtung, wie manchmal geglaubt wird. Er ist nichts anderes als ein Wechsel des Bewußtseins von einem Daseinsbereich in einen anderen. Das Leben andererseits ist ein einziger fortlaufender Prozeß, der kein Ende kennt; denn der sogenannte Tod, der dem Leben folgt, ist keine Leblosigkeit, sondern Leben in einer anderen Form, an einem anderen Ort; hier auf Erden oder anderswo; in einer anderen Gestalt, mit einem anderen Namen und unter anderen Umständen, so wie es die göttliche Vorsehung entscheidet, die nach dem unerbittlichen Gesetz des Handelns wirkt: „Was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Das Leben, ein positver Ausdruck des höchsten Wesens, ist der Negativität des Todes nicht unterworfen, und darum kann dieser die ewige Lebensflamme nicht auslöschen.~Sant Kirpal Singh

http://www.derallmaechtigekirpal.com/de/kirpal/kirpal/tod/8.html 

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Das es sowas wie eine Seele gibt, halten selbst die Atheisten wie Dawkins für möglich. Dawkins nennt die Seele zwar "Mem".

Zumindest kann man sagen, die Seele gehört wie ein Mem zum transzendenten Bereich, also unseren Vorstellungsvermögen entzogen.

Nach der christlichen Lehre und das spiegelt sich auch in den Beerdigungsritualen wider, wird der tote Körper zu Staub zerfallen, Die Seele wird einmal im jüngsten Gericht Rechenschaft über die Zeit auf Erden ablegen müssen. Damit ist doch die Existenz der Seele nicht an den Körper gebunden. Da nun nach christlicher Vorstellung Jesus alle Sünden der Welt auf sich genommen hat und Gott in seiner Allmacht unvorstellbar nachsichtig sein soll, ist es auch den größten Verbrechern wie dem A.Hitler möglich Vergebung für seine Taten zu bekommen, sofern er sie nur bereut. Das ist die Lehre der kath. Kirche, mir fällt dafür die Einsicht zugegebener Maßen schwer.

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Kommentar von Eselspur
11.11.2015, 22:21

Ist Mem nicht eher ein Bewusstseinsinhalt, der unabhängig vom einzelnen Menschen gedacht wird?

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Die Seele wird laut Koran sterben und dann wieder auferstehen.

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Kommentar von thepinkpanther
11.11.2015, 19:13

ich beziehe mich hierbei aber auf das Christentum.

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Kommentar von Geansehaut
11.11.2015, 19:16

Das Christentum, der Islam und das Judentum sind sich sehr ähnlich von der Botschaft her.

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Kommentar von thepinkpanther
11.11.2015, 19:36

ich weiß, es gibt jedoch auch Unterschiede, z. B. gibt es im Christentum die Auferstehung am Tag der Wiederkunft Jesu Christi.

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Kommentar von Geansehaut
11.11.2015, 19:39

Ich rede davon das man das AT mit dem Koran und der Thora vergleichen kann. Nicht die Version von Menschen.

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Die Bibel lehrt keineswegs die Unsterblichkeit der Seele oder ein unmittelbares Fortleben nach dem Tode, sondern die Auferstehung des Leibes bei der Wiederkunft Christi für die Gerechten und die Auferstehung der Ungerechten zum Gericht, wenn diese Erde vergangen ist.

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Kommentar von thepinkpanther
11.11.2015, 19:13

Also habe ich ja doch recht☺ Danke ☺

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1. möchte ich festhalten, dass es sich dabei um abrahamitische mythologie handelt. nichts davon ist "wahr" oder "falsch" ... sondern alles rein theoretisch.

2. nach der theorie ist die seele unsterblich. sie kommt entweder in den himmel (evtl. mit zwischenstopp im fegefeuer) oder in die hölle. wobei "hölle" nur bedeutet, dass man nicht im himmel ist. also "default".

3. ist der körper hinüber, kommt die seele laut mythos in den himmel oder die hölle ... und bleibt auf ewig dort.

4. wissenschaftlich betrachtet ist das natürlich alles unsinn. stirbt das hirn, bleibt nichts übrig.

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Kommentar von helmutwk
12.11.2015, 15:42

Was du da schreibst, ist aber nicht abrahamitisch. Die Bibel kennt kein Fegfeuer. Das ist nicht abrahamitisch, auch nicht allgemein christlich, sondern katholisch.

Wissenschaftlich war schon manches Unsinn, was heute anerkannte Wissenschaft ist. Auf die Wissenschaft sollte mensch sich gerade in Fragen, die über das hinausgehen, was die Wissenschaft erforschen kann, besser nicht verlassen.

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Die Bibel schreibt der Seele keine Unsterblichkeit zu. Sie spricht oft davon, dass die Seele stirbt. Gott gebrauchte den Propheten Hesekiel, um in der Bibel festzuhalten, dass die Seele mit dem Tod bestraft werden kann. „Die Seele, die sündigt, sie soll sterben“(Hesekiel 18:20, Elberfelder Bibel). An einer anderen Stelle beschreibt die Bibel eine Leiche mit dem Ausdruck „tote Seele“ (3. Mose 21:11). Die Bibel lehrt also eindeutig, dass die Seele sterblich ist.


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Kommentar von helmutwk
12.11.2015, 16:00

Was du übersehen hast: nicht überall, wo wörtlich "Seele" steht, ist auch Seele gemeint.

Weder im Griechischen noch im Hebräischen gibt es ein eigenes Wort für Person. Deshalb werden oft Umschreibungen wie z.B. "Name" benutzt. Und im Hebräischen auch das Wort Seele (im NT& kommt dieser Sprachgebrauch meines Wissens nur an einer Stelle, in Rö 13,1 vor).

Diese Ausdrucksweise isst hier und dort auch außerhalb der Bibel zu finden. Etwa wenn gesagt wird, dass ein Dorf 300 Seelen zählt - gemeint sind Personen (Menschen, Einwohner, ...). Und wenn in dem Ort eine Seele stirbt, dann sind es eben nur noch 299.

Über die Frage, ob es eine unsterbliche Seele gibt, sagen deshalb Stellen wie Hsk 18,20 wenig aus. Aber beispielsweise spricht 1.Pt 3,19 von geistern, die zur zeit Noahs klebten und denen Jesus die Gute Nachricht verkündigte, als er im Totenreich war. Das entspricht doch ziemlich genau dem Begriff der "unsterblichen Seele", die nach dem Tod des menscghen (der Seele von Hsk 18,30) auf die Auferstehung wartet.

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Hallo,
wenn es "Seele" gibt dann auch ohne Leib - nach der Botschaft Jesu - wenn du "Leib" als materiellen Leib verstehst.
Jesus (in Bezug auf das Sein im Jenseits) "... denn sie werden sein wie die Engel im Himmel".
Wo und wie sich Seele, Bewußtsein und Befindlichkeit der "Auferstandenen" gestaltet, dazu wissen wir nichts. (nur manche Sekten "wissen" da Genaues)
Zu deiner Auffassung gibt es aber eine Menge anderer "Auffassungen" welche auch nur Spekulation sind.
Gruß Viktor

PS.
Der Begriff Seele ist auch vakant.

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Hi. 

Das weiß niemand - deine Quellen auch nicht, denn: Wir wissen nicht einmal, ob es eine Seele überhaupt gibt. 

Gruß, earnest

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Die ursprüngliche Variante, war die Auferstehung am Jüngsten Tag, an dem die Menschen in ihrer körperlichen Version wieder erweckt werden. Allerdings ist manchen, vor allem reichen Leuten, aufgefallen, dass es sich bis zum längsten Tag schon ziemlich hinziehen kann. Dann hat man das Jenseits eingeführt um es ihnen entsprechend recht zu machen. Wenn du das so, in deinem Vortrag erzählen möchtest, wird das allerdings zu Anfeindungen führen, da wir durch die Medien auf Himmel und Hölle geprägt sind. Entsprechend würde ich es geschickt verpacken.

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Kommentar von thepinkpanther
11.11.2015, 19:08

Danke für die Antwort ☺ ist die Seele denn nun unsterblich oder nicht?

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