Gemeint sind hier die Plastinations - Objekte des Herrn Günther von Hagens, welche man in Austellungen in Guben und Heidelberg sehen kann. Wie ist Eure Meinung ?
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Ich war vor ein paar Jahren in Köln in seiner Ausstellung. Konnte jedoch nichts Verwerfliches dabei finden. Kann mir durchaus vorstellen auch mich zur Verfügung zustellen.

Ich bin freiwilliges "Opfer", find es schon in Ordnung. Und Comichaft ist seine Ausstellung ja nicht, auch er muß diese Sachen finanzieren und das geht wohl nur über Masseninteresse.

Ich halte die Plastination zu wissenschaftlichen und pädagogischen Zwecken nicht für moralisch verwerflich.
Die Ausstellung für die Massen zum sanften Grusel und zur Unterhaltung dagegen finde ich - vor allem im Comic-Stil des Herrn von Hagen - pervers.
YuLy42 am 6. Oktober 2007 22:52 differenzierte antwort - DH

Ich finde diese plastiniierten Objekte interessant uns sehr ästhetisch.
Wenn ein Mensch tot ist - ist der Körper nur eine leere Hülle - die Energie unseres Ichs und Seins ist dann woanders und kann auf diese leblose Hülle verzichten.
Die Abneigung vieler Menschen gegen die 'Körperwelten' ist m.E. in unserer Kultur verankert, die einen übergrossen Respekt vor der toten üll des Menschen hat - und ist deshalb auch ohn Weiteres begreifbar.

Das, was Herr von Hagens (Professor ist er nicht, aber seinen Adelsnamen hat er sich rechtmäßig erheiratet) macht, erfüllt bei korrekter Betrachtung den Tatbestand der Störung der Totenruhe im Sinne des § 168 StGB; dies in Form des beschimpfenden Unfugs. (2. Alternative von Abs. 1 - hier spielt die Berechtigung keine Rolle.)
Im übrigen mag zwar bei manchen eine Einwilligung zu Lebzeiten vorliegen (wobei man über die Wirksamkeit streiten kann); die in China zuvor Hingerichteten werden indessen wohl kaum freiwillig zugestimmt haben.
Samml am 6. Oktober 2007 23:26 Vor knapp 3 Jahrhunderten war das Eröffnen eines Toten auch verboten, weißt Du wo die Chirugie heut wär wenn es bei dem Verbot geblieben wär. Natürlich ist die Sache mit den Chinesen verwerflich, aber war bestimmt von Körperwelten so nicht gewollt und ein Export von Toten sollte unterbunden werden.Aber ist es moralischer wenn Menschen sich in Polen verbrennen lassen müssen ,des Preises wegen.
WolfRichter am 6. Oktober 2007 23:38 Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Leichen zu WISSENSCHAFTLICHEN Zwecken plastiniert werden. Das ist sogar notwendig; auch zu Ausbildungszwecken.
Aber das, was von Hagens macht - und darum ging es bei der Frage - ist reine Effekthascherei und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Leichenpräparate gehören in die Anatomie einer Universität und nicht vor ein sensationslüsternes Publikum.
littletiger am 7. Oktober 2007 00:15 Hast du die Ausstellung selber gesehen, oder kennst du die Leichenpräparate nur von Bildern her? Ich war dort und mir hat die Ausstellung sehr gut gefallen. Es ist wichtig, daß in unserer Zeit wo jeder immer alles wissen und vor allem sehen muß, auch zu sowas Zugang hat - nicht nur die Studenten in der Anatomie/Pathologie. Und damit den Leuten nicht langweilig wird sieht man da neben Lungenschnitten und Tumoren auch den bekannten Reiter oder einen plastinierten Basketballspieler. Ein Formel1-Rennen ist für die meisten auch erst interessant, wenn wieder mal einer in die Banden knallt...Menschen sind halt (leider) so
WolfRichter am 7. Oktober 2007 09:51 Die Ausstellung kenne ich in der Tat nur von Bildern. Ich weiß aber, wie eine vernünftige Leichenöffnung aussieht; ich war bei vielen Obduktionen dabei und hatte auch 1999 im Kosovo die Gelegenheit, Massengräber in Augenschein zu nehmen.
Ich weiß durchaus um das wohlige Schaudern, das Leichen bei vielen auslösen. Ich weiß auch um die Sensationslust bei Unfällen. Man muß das aber nicht gutheißen.
Man muß die niederen Regungen nicht auch noch bedienen.
tradaix am 7. Oktober 2007 01:08 @Sammi: Siehe dazu auch meine Antwort 00:20.
Samml am 7. Oktober 2007 08:15 Danke für den link, das ist ja ausführlich wie eine Stasiakte.Ich sehe trotzdem die positiven Seiten im Vordergrund und werde beim nächsten betrachten die gelesenen Informationen mit einfließen lassen in Gedenken der Toten.
tradaix am 7. Oktober 2007 01:04 @WolfRichter: Siehe dazu auch meine Antwort 00:20.

Zum Thema Gunther von Hagen kann ich nur auf folgende Webseite verweisen.
http://www.henri-nannen-preis.de/investigativeleist05.php?id=30

habe selbst schon seine ausstellung besucht, finde ich total interessant, wenn auch auch dafür hergeben, vorausgesetzt es ist sichergestellt, dass dem todeszeitpunkt nicht nachgeholfen wird.

Wo ist der Unterschied einer solchen Ausstellung und einer Ausstellung von Mumien, wie sie im Moment gerade in Mannheim stattfindet?
Ich empfinde beides nicht als moralisch verwerflich.
Geht recht einfach, hier im Internet.