Frage von blackcrow110, 61

Ist die neue Krankenversicherung in den USA gut?

Mein Kumpel meinte, dass von der neuen KV nur die Arbeitslosen profitieren und er als Amerikaner mit Arbeit mehr zahlen muss, obwohl die ohne Job sie kostenlos bekommen.

So ist es hier in Deutschland ja auch, aber er schrieb, dass dieser Zwang der KV nicht gut ist. Wenn du keinen KV hast, bekommst du halt einen Tax-Penalty.

Antwort
von berieger, 25

schwarze Krähe, Dein Kumpel hat Recht. Die Idee war (ich meine von Obama) KK für alle in USA zu besorgen. Auch für Bedürftige, also nicht nur für Kranke und Behinderte und andere Menschen die im Leben Pech hatten, sondern auch für die die nix zur Gesellschaft beitragen wollen obwohl sie das könnten statt nur vom Staat zu leben. Und das regt die Amerikaner auf, auch mich, denn das Geld für die KK verdienen dann die anderen. Und das ist ungerecht.

Aber in D ist es ja auch so wenn du mal genau hinguckst. Auch hier wird Leuten eine äußerst luxuriöse Gesundheitsversorgung bezahlt obwohl sie nix zur Gesellschaft beitragen und einfach keine Lust haben. Ja, hier gibt's sogar Krankenheimfahrt per Taxi bezahlt und ich mache keinen Witz weil ich selbst mal ein Taxigeschäft hatte. z.B. zahlen Sozialhilfeempfänger auch kaum was im Altersheim. Es ist einfach alles fer umme. Aber die Deutschen regt das nicht auf und so ist es dann halt eben.

Kommentar von blackcrow110 ,

Das klingt sehr plausibel. Einige Deutsche argumentieren ja so in die gleiche Richtung.

So ein Sozialstaat hat Vorteile, besonders wenn du keinen Job hast, aber der Rest zahlt dann halt mit. Wenn man das nicht gewohnt ist, dann hinterfragt man sowas.

Antwort
von Agentpony, 14

Ein großer Teil der amerikanischen Bürger hat eben noch nicht den Schritt im Kopf geschafft, dass medizinische Vorsorge für ALLE Bürger in einem modernen Staat moralischer Zwang sein sollte. Wie das in Ausnahmslos allen Industriestaaten sonst der Fall ist.

Es gibt eben gewisse Dinge, die gemeinnützig besser funktionieren. Dazu gehört ein öffentlicher Gesundheitssektor. Das kann für vereinzelte Individuen nachteilig sein, ist aber Gesamtgesellschaftlich einfach sinnvoll.

Erkrankung ist DER Hauptgrund für plötzliche Verarmung in den USA, das sollte den Amis eigentlich ein deutliches Zeichen sein.

Dein Kumpel hat das Problem, das er nicht in der Lage ist, das größere Ganze zu betrachten. Eine übrigens häufig anzutreffen Denkweise überm Teich.

Kommentar von Agentpony ,

Nachtrag: Obamacare ist natürlich nur ein sehr begrenzter Schritt gewesen. Aber der Weg ist bereitet.

Antwort
von LienusMan, 49

In den USA gibt es ein ganz anderes Verständnis von persönlicher Freiheit. Weswegen du das überhaupt nicht mit Dt vergleichen kannst

Kommentar von blackcrow110 ,

Ja genau das schrieb er auch, es sein eine kapitalistisches System und kein sozialdemokratisches System, weswegen man das nicht vergleichen kann.


Dann sollte er sich doch freuen, dass es mehr sozial wird..

Antwort
von terrial, 10

Das Thema ist kompliziert und dein Bekannter hat es anscheinend nicht richtig verstanden. Es ist allerdings auch sehr komplex. Du kannst ihm sagen, dass der Arbeitslose auch vorher schon Leistungen bekommen hat. Die waren noch teurer und die hat dein Bekannter auch schon indirekt über die Krankenversicherung mitbezahlt. Teuer geworden ist es hauptsächlich für diejenigen, dis bisher über den Arbeitgeber unterversichert waren (letztlich auch auf Kosten der Gemeinschaft). Diese 'Versicherungen' werden teilweise nicht mehr anerkannt, weil sie die Mindeststandards nicht erfüllen. Viele der neuen Ansprüche werden vom Staat subventintioniert, woraus sich langfristig gesehen höhere Steuern oder Staatsdefizite ergeben können. Das ganze System ist murks, solange es keine öffentlich-rechtliche Krankenversicherung gibt. Diese Public-Option ließ sich aber politisch nicht durchsetzen.

Antwort
von AntiBan, 32

wenn er einen job hat hatte er vorher vermutlich auch eine private krankenversicherung zb ueber den arbeitgeber weil das hatten und haben immer noch so ziemlich die meisten

Kommentar von DavidMiller2016 ,

Ja, dann macht das doch keinen Unterschied ob die nun gesetzlich ist, bzw Arbeitslose die bekommen. Sehe ich auch so. Geht dann wohl eher um den Zwang.

Kommentar von AntiBan ,

es war ja eigentlich dazu da dass es eine verpflichtende krankenversicherung gibt. sprich fuer die die sich keine leisten koennen die profitieren davon und die die keine wollen koennen immer noch eine private nehmen die dann guenstiger ist (wenn sie fuer deinen kumpel wirklich guenstiger ist)

Kommentar von DavidMiller2016 ,

So schauts aus, aber war nicht mein Kumpel sondern der vom Fragesteller. In Deutschland ist die Private ja sogar teurer.

Kommentar von AntiBan ,

in deutschland...

Kommentar von Apolon ,

In Deutschland ist die Private ja sogar teurer.

Kann sein - muss aber nicht.

Bei mir war die PKV bisher immer günstiger als die GKV!

Kommentar von terrial ,

genau, bisher ...

Antwort
von DavidMiller2016, 38

Wir haben nur 45 % netto vom Lohn, die bis zu 88 %. Die wollen unser System nicht.

Aber die Arbeiter und gute bezahlten hatten davor auch schon eine KV, die sollen sich freuen, dass die Arbeitslosen auch versichert sind.

Ist wahrscheinlich eher der Zwang, der denen nicht passt.


Kommentar von Agentpony ,

Na, 45% ist aber schon ziemlich untertrieben... Zudem muss der Durchschnittsamerikaner dann eben privat für Kranken-, Pflege- und altersvorsorge sorgen, wenn er nicht doof oder arm ist.

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